Freude auf Wiedersehen mit Alcaraz und Sinner
In diesem Jahr waren bei seinen Triumphen an der Seine und in Flushing Meadows die entweder verletzt ausgefallenen oder angeschlagenen Topstars Jannik Sinner und Carlos Alcaraz nicht (mehr) im Bewerb. Dass künftig der Weg zum Siegerscheck wieder vermehrt über diese Stars führen muss, ist Zverev bewusst.
"Klar, Jannik und Carlos sind die größten Herausforderungen, die wir im Tennis haben, das ist keine Frage. Ich freue mich auch, gegen die in den nächsten paar Jahren konkurrieren zu können."
Durchaus möglich, dass es schon beim so stark besetzten Wiener Turnier im Endspiel zum Duell mit Alcaraz kommt. "Bis dahin müssen wir natürlich unsere Arbeit machen, unsere Matches auch gewinnen."
Lob für Wien
Der Diabetiker, der zum sechsten Mal im Stadthallen-Hauptfeld spielt, ist bekennender Wien-Fan. "Ich mag Wien. Ich liebe es, im deutschsprachigen Raum zu spielen, und finde die Stadt wunderschön, eine meiner Lieblingsstädte, die wir auf der Tour bereisen dürfen."
Auch sonst ist Zverev auch vom Drumherum der Erste Bank Open angetan. "Die Hotels, in denen wir wohnen dürfen, sind wunderbar. Das Essen, die Menschen, die Organisation ist einzigartig für mich, absolute Weltklasse."
Und ein bisschen brach er gar eine Lanze für die gute alte Stadthalle, auf deren Nachfolger in Neu-Marx die Fans schon so lange warten. "Es gibt Stadien auf der Welt, die größer sind und ein bisschen moderner, aber das ist nichts gegen die Stadthalle. Ich liebe die Atmosphäre, es immer sehr laut und energetisch. Die Fans sind sehr supportiv."
Neue Herangehensweise im Training
Als einen Unterschied zu Vorjahren erwähnte Zverev eine andere Herangehensweise. Er habe Turniere, wie zuletzt auch in Asien, durchtrainiert mit physischen Einheiten, Gewichts- oder Lauftraining.
"Ich habe mir ausgesucht, wo ich in Topform sein möchte. Es gab Turniere, wo ich nicht in Topform war und trotzdem meine Matches gewonnen habe. Aber in Topform war ich in diesem Jahr definitiv bei den Grand Slams, das habe ich gut gemacht mit meiner Mannschaft."
Boris Becker ist verstummt
Unkenrufer, Besserwisser und öffentliche Kritiker, darunter auch ein gewisser Boris Becker, sind nun verstummt oder loben den Deutschen.
"Mich kritisiert hat immer nur einer und seine Meinung in den letzten paar Jahren interessiert mich wenig, um ehrlich zu sein. Weil jedes Mal, wenn er es gesagt hat, ist genau das Gegenteil passiert", bezog er sich auf Becker, ohne dessen Namen zu nennen.
Seinen zweiten Wien-Titel als Ziel nimmt Zverev nicht in den Mund. "Ich will gutes Tennis zeigen, den Rest werden wir sehen."