Fix! Davis-Cup-Finale findet in Innsbruck statt

Fix! Davis-Cup-Finale findet in Innsbruck statt Foto: © GEPA
 

Österreich darf sich auf ein Tennis-Highlight freuen!

Wie der österreichische Tennis-Verband und das Sportministerium am Dienstag in einer extra anberaumten Pressekonferenz bekanntgeben, wird Innsbruck offiziell zum Austragungsort des Finalturniers des Davis Cups.

In Tirol werden zwei Vorrunden-Gruppen des Tennis-Länderkampfes sowie ein Viertelfinale zwischen den beiden Gruppensiegern auf Greenset-Belag ausgetragen. Damit schlagen Größen wie Dominic Thiem, Novak Djokovic und Alexander Zverev in Innsbruck auf. Ab 25. November 2021 duellieren sich in Gruppe F Österreich, Deutschland und Serbien. In Gruppe C kommt es zu Duellen zwischen Frankreich, Großbritannien und Tschechien in der Olympiaworld.

Auch London bemühte sich um die Austragung der Gruppenspiele, ging aber aufgrund der ähnlichen Höhenlage zum Hauptveranstalter Madrid leer aus. Neben Madrid, wo am 5. Dezember der Champion ermittelt wird, tritt auch noch Turin als Spielort des elftägigen Events auf. Für ÖTV-Präsident Magnus Brunner ist es ein Riesencoup, der hier gelungen ist und spricht vom "Finale dahoam", auch Vergleiche mit der Heim-Europameisterschaft 2008 im Fußball werden bemüht. "Diese Nachricht kommt einer Sensation gleich. Wir werden unseren Fans im November Weltklasse-Tennis vom Feinsten präsentieren können."

Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler ist stolz, was bei der Organisation dieses Events gelungen ist und freut sich vor allem über einen Image-Push, der dem Land Tirol damit bevorsteht. "Ich bin gerührt, aus mehreren Gründen sogar. Ich bin so beeindruckt, wie das präsentiert wurde. Es war ein langer Weg, selbstverständlich ist da gar nichts", freut sich dieser über den Zuschlag in schwierigen Zeiten. "Gerade für Tirol ist das wichtig und richtig."

Landeshauptmann Günther Platter sieht den Davis Cup in Innsbruck neben Schauplätzen in Großstädten wie Madrid und Turin als "große Auszeichnung für Tirol. Wir haben die besten Tennisspieler der Welt bei uns zu Gast. Wir werden gute Gastgeber sein."

Internationale Superstars von Djokovic bis Thiem

e|motion-Geschäftsführer und Turnierdirektor Herwig Straka setzte mit Unterstützung aller Seiten das Projekt um und freut sich nun über den erfolgreichen Abschluss. Schon im vergangenen Herbst wurden im Rahmen der Erste Bank Open erste Möglichkeiten für den Davis Cup geprüft.

"Danke für den Glauben an diese Veranstaltung. Wir konnten den Bewerbungsprozess bravourös meistern. Der Davis Cup hat sehr lange Tradition, es gab epochale Matches in Österreich und anderen Ländern. Der Modus wurde vor ein paar Jahren geändert in den Gruppenmodus, wie es modern und aus dem Fußball bekannt ist. Der Vergleich mit der EURO 2008 ist also durchaus berechtigt", meint Straka.

"Zwei von sechs Gruppen werden in Innsbruck ausgetragen, also ein Drittel aller Spiele sind in Österreich. Man sieht schon auf welcher Ebene man sich dabei bewegt, das ist eine weltweite Veranstaltung", ergänzt Straka und verweist auf den Ansturm der Superstars. Zum jetzigen Zeitpunkt geht man davon aus, dass alle Teams mit der stärksten Besetzung auflaufen werden. Über Djokovic, Zverev und Thiem hinaus sind auch weitere internationale Superstars wie Andy Murray oder Gael Monfils zu erwarten.

In Österreich wurden unterschiedliche Spielorte sondiert, die Höhenlage, Kapazität und kurze Anreisen gaben den Ausschlag. Gefördert wird das Projekt seitens des Landes Österreich mit 1,5 Millionen, laut Straka beläuft sich das Projekt insgesamt auf 5 bis 6 Millionen Euro.

Der Bewerbungsprozess hat sogar in Tirol mit einem kurzen Gespräch mit der Firma Kosmos, dem der Fußballstar des FC Barcelona, Gerard Pique, vorsteht, begonnen, der sich diese Vision in den Kopf gesetzt hatte. Auf einmal fand sich Österreich unter den letzten Bewerbern der teilnehmenden Nationen. "England war bis zum Schluss unser schärfster Konkurrent, aber unser ganzheitliches Konzept mit der Gastfreundschaft, Höhenlage und den guten Erfahrungen im Davis Cup haben geholfen", schildert Straka den Prozess.

Tennis-Fest soll mit Zuschauern umgesetzt werden

Ein Tennis-Fest soll garantiert werden, aufgrund der Corona-Pandemie ist aber noch nicht gänzlich abzuschätzen, wie viele dann dem Davis Cup beiwohnen dürfen. Als Mindest-Fassungsvermögen war eine Kapazität von 5000 Zuschauern gefordert, in Innsbruck wären theoretisch 7000 möglich.

"Die Frage ist, wie voll wir es bekommen werden. Wir rechnen mit 50 bis 75 Prozent, hundert Prozent wären illusorisch", verweist Straka auf die Corona-Entwicklungen und hofft auf ein sportliches Ausrufezeichen im November.

Gerade in der womöglich stärksten Daviscup-Vorrundengruppe mit Deutschland und Serbien sind die kurzen Anfahrtswege nach Innsbruck förderlich, um auch viele ausländische Fans begrüßen zu dürfen. Straka geht von 50 Prozent aus.

"Wir rechnen mit hohen Zuströmen aus dem Ausland. Deutsche Fans sind gleich über den Grenzen, die Serben sind immer bekannt, weit zu reisen, auch die Fans aus England oder Frankreich", rechnet Straka vor. Bei Österreich-Spielen hofft man jedoch mit 70 bis 80 Prozent heimischem Publikum auf einen unvergleichlichen Heimvorteil.

Dieser soll sich auch sportlich niederschlagen. Mit Verweis auf Österreichs Aushängeschild Dominic Thiem meint der Turnierorganisator: "Für ihn ist es schön, dass es in Österreich stattfindet. Den Heimvorteil zu genießen, hat nur eine von sechs Nationen. Das ist natürlich genial. Wir haben eine sehr starke Gruppe, aber wir wissen alle, was mit einem Heimvorteil möglich ist. Das Viertelfinale zu erreichen, wäre natürlich genial und eine epochale Leistung."

Erinnerungen an epochale Tennis-Duelle in Österreich

Epochale Spiele gab es im Davis Cup mit österreichischer Beteiligung schon einige. Auch Sportminister Kogler entpuppt sich trotz seiner Wurzeln im Fußball als Tennis-Interessent und hebt große Schlachten im Kampf um die gelbe Filzkugel hervor.

"Muster gegen Stich 1994 bei mir in Graz, das war was. Skoff gegen Wilander mit 6 Stunden und 4 Minuten – eines der längsten Davis Cup Spiele überhaupt, das viertlängste. Auch dazu gibt es Erinnerungen. Oder das Open Air 1990 mit Muster/Skoff gegen Agassi und Chang vor 17.000 Fans. Österreichs Tennis hat Tradition im internationalen Vergelich, jetzt dürfen wir uns wieder auf was freuen", meint Kolger und rührt die Werbetrommel.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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