Thiem schlägt Nadal und steht im Barcelona-Finale

Aufmacherbild Foto: © getty
 

Er hat es tatsächlich geschafft! Dominic Thiem bricht die beeindruckende Serie von Rafael Nadal beim ATP-500 in Barcelona und steht nach einem 6:4,6:4-Erfolg über den Spanier im Endspiel, wo er am Sonntag auf den Russen Daniil Medvedev trifft.

Der Lichtenwörther macht in beiden Sätzen jeweils das Break zum 3:2. Bis zum Stand von 5:4 im zweiten Satz lässt er keinen Breakball des "Sandplatz-Königs", der das Turnier zuletzt dreimal in Folge gewinnen konnte, zu - wehrt aber alle drei ab und macht das Match zu.

Nadal seit 2015 in Barcelona unbezwungen

Es ist im zwölften Duell der vierte Sieg für Thiem. Nach Novak Djokovic (sieben Erfolge) ist der Österreicher erst der zweite Spieler überhaupt, der Nadal auf Sand mindestens viermal bezwingen kann.

Seit 2016 gelang ihm jedes Jahr (2016 Buenos Aires, 2017 Rom, 2018 Madrid) ein Triumph gegen den ehemaligen Weltranglisten-Ersten.

"Ich bin sehr stolz, weil er der bester Spieler aller Zeiten auf dem Belag ist. Wir hatten immer großartige Matches, heute wieder, ich war einfach der Glücklichere", resümiert Thiem in einem ersten Interview auf dem Court.

Nadal bleibt damit auch der zwölfte Erfolg bei seinem Heimturnier verwehrt. Thiem avanciert zum ersten Spieler, der Nadal in Barcelona in Halbfinale oder Finale stoppen kann - schaffte es die aktuelle Nummer zwei der Welt so weit, konnte er auch immer den Pokal in die Höhe strecken. 2015 scheiterte er zuletzt in der dritten Runde.

Thiem kämpft um seinen 13. Titel auf der Tour, den neunten auf Sand. Seinen bisher einzigen Turniersieg 2019 holte er in Indian Wells auf Hartplatz. Unabhängig vom Ausgang des Finales sind ihm 253.000 Euro an Preisgeld und 300 Weltranglistenpunkte bereits sicher. Thiem wird in jedem Fall Fünfter in der Rangliste bleiben.

Thiem übernimmt vom Start weg das Kommando

Beide Akteure starten mit je zwei souveränen Aufschlagsspielen in die Partie, danach übernimmt Thiem klar die Initiative, agiert mutiger und stellt Nadal mit extrem druckvollen Schlägen vor große Probleme.

Der Niederösterreicher erarbeitet sich die ersten drei Breakchancen und verwertet die letzte davon aufgrund eines Doppelfehlers des Spaniers zum 3:2. Zu-Null zieht er in der Folge auf 4:2 davon und ist weiter in Fahrt. In einem Marathon-Game lässt Österreichs Nummer eins aber gleich vier Break-Möglichkeiten aus und zieht nach fast einer Viertelstunde doch noch den Kürzeren.

Bei eigenem Aufschlag zeigt Thiem dennoch keine Nerven, lässt im ganzen ersten Satz keine Break-Chance zu und serviert mit seinem zweiten Satzball zum 6:4 aus. Der Gewinn des Satzes ist leistungsgerecht, Thiem hat in den meisten Statistiken die Nase vorne. Er schlägt mehr Winner (11:9), ihm unterlaufen weniger unerzwungene Fehler (13:15) und auch beim Aufschlag (2:0-Asse/0:4-Doppelfehler) hinterlässt er den besseren Eindruck.

Thiem startet fast mit einem Break in den zweiten Satz

Gleich nach Wiederbeginn nimmt die ohnehin enorm spannende Partie nochmals an Hochklassigkeit zu. Thiem hätte einen Start nach Maß hinlegen können, Nadal wehrt aber zwei Breakchancen des ÖTV-Spielers stark ab.

Thiem lässt es weiter nicht so weit kommen, auch aufgrund eines tollen Rückhand-Winners, der die erste Chance Nadals auf einen Gamegewinn bei Aufschlag Thiems verhindert.

Der 32-jährige Spanier hat bei seinem Aufschlag immer wieder deutlich mehr Mühe, auch da Thiem das eine oder andere Mal mit sehenswerten Stoppbällen für Aufsehen sorgt. Beim Stand von 2:2 erarbeitet sich Thiem mit einer einhändigen Rückhand zwei Breakbälle und nutzt den zweiten davon dank eines leichten Vorhandfehlers von Nadal.

Es sollte vorentscheidend sein.

Thiem auf Musters Spuren

Thiem schwächelt nur kurz vor dem Ausservieren, gerät da mit 0:40 in Rückstand. Mit einem Netzangriff, Stopp und Ass kämpft er sich aber zurück ins abschließende Game und verwertet nach etwas mehr als zwei Stunden gleich seinen ersten Matchball.

Der Ranglistenzweite Nadal hatte zuvor in 22 Partien in Barcelona in den entscheidenden beiden Runden nur einen Satz abgeben müssen.

Thiem ist in Barcelona weiter ohne Satzverlust, nachdem er zuvor Diego Schwartzman, Jaume Munar und Guido Pella ausgeschaltet hatte. Die Finalteilnahme in Barcelona ist keine Premiere, 2017 hat er gegen Nadal mit 4:6,1:6 verloren.

Der Lichtenwörther könnte in die Fußstapfen von Thomas Muster treten, der in Barcelona 1995 und 1996 den Titel geholt hat. "Ich liebe das Turnier und will morgen noch einen weiteren Schritt machen, aber Daniil ist in der Form seines Lebens", rechnet Thiem mit harter Gegenwehr des als Nummer sieben gesetzten Russen.

Die Partie startet nicht vor 16:00 Uhr und wird live auf Sky und ServusTV übertragen, auch im LAOLA1-Ticker kann jeder Ballwechsel mitverfolgt werden.

Weitere Videos

Textquelle: © APA/LAOLA1.at

spusu LIGA: Fivers und Westwien feiern souveräne Siege

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare