So kann Federer wieder die Nummer 1 werden

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302 Wochen führte Roger Federer in seiner Karriere bereits die Weltrangliste an. So lange wie kein anderer Spieler.

Gelingt dem Schweizer nach seinem sensationellen Saisonstart in dieser Saison nun erneut der Sprung an die Spitze?

Mit 4.045 Punkten in den ersten drei Monaten hat sich der 35-jährige Eidgenosse jedenfalls schon einmal in eine hervorragende Ausgangsposition gebracht, um in den kommenden Wochen mit dem Status als älteste Nummer eins aller Zeiten für eine neue Rekordmarke zu sorgen.

Bislang ältester Weltranglisten-Erster ist Andre Agassi, der erst mit 33 Jahren und 4 Monaten den Platz an der Sonne räumen musste. Federer wäre 2017 mehr als zwei Jahre älter als der US-Superstar. Am 8. August feiert der 18-fache Grand-Slam-Gewinner seinen 36. Geburtstag.

"Chancen sind höher als 50 Prozent"

Für ESPN-Experte Brad Gilbert, selbst 20-facher ATP-Titelgewinner und Autor des bekannten Buches "Winning ugly", steht fest: "Für mich stehen die Chancen, dass Roger am Ende des Jahres die Nummer eins sein wird höher als fünfzig Prozent. Er war fünf Mal die Nummer eins zu Jahresende und dabei war er vier Mal schon nach Miami die Nummer eins im Race."

"Für mich stehen die Chancen, dass Roger am Ende des Jahres die Nummer eins sein wird höher als fünfzig Prozent."

Brad Gilbert glaubt an Roger Federer

Doch wie wirkt sich nun die angekündigte längere Auszeit auf den Kampf um die Nummer eins aus? Federer gab nach seinem Turniersieg in Miami bekannt, dass er auf einen Großteil der Sandplatz-Saison verzichten werde und nur bei den French Open in Roland Garros an den Start gehen wolle.

Nadal kann auf Sand Aufholjagd starten

Im ATP Race, der Jahreswertung der Tour, würde damit Langzeitrivale Rafael Nadal alle Chancen bekommen, näher an Federer heranzurücken bzw. ihn sogar zu überholen.

Schließlich kann auch der spanische Altstar bislang auf eine überraschend starke Performance im ersten Quartal zurückblicken. Mit 1.810 Punkten Rückstand auf Federer liegt Nadal im Race klar auf Platz zwei. Der drittplatzierte Stan Wawrinka liegt 735 Punkte hinter dem Sandpatz-König, der in den kommenden Wochen auf seinem Lieblingsbelag aller Voraussicht nach ordentlich weiter punkten will.

Mit Monte Carlo, Rom und Madrid stehen immerhin drei ATP-1000-Turniere auf dem Programm. Zudem wird Nadal auch beim 500er in Barcelona mit dabei sein. Theoretisch könnte hier der 29-jährige Mallorquiner also bis zu 3.500 Punkte mitnehmen. Auf roter Asche ist Nadal bekanntlich alles zuzutrauen.

"Verzicht auf drei 1000er schmerzt"

Trotz dieser freiwilligen Pause von über einem Monat, müsste Federer den Kampf um die Nummer eins aber nicht aufgeben.

"Natürlich schmerzt der Verzicht auf drei 1000er Turniere", gibt Gilbert zu. "Wenn er aber nur eines der noch drei ausstehenden Majors gewinnt, ist es sicherlich möglich."

Näher wird die Spitze voraussichtlich auch im ATP Ranking zusammenrücken. Dort werden die Punkte der vergangenen 52 Wochen zusammengezählt. Andy Murray liegt hier mit 11.960 Punkten immer noch klar vor Novak Djokovic (7.915), Stan Wawrinka (5.785), Federer (5.305) und Nadal (4.735) an der Spitze.

Federer wird durch seinen Verzicht auf die Sandplatz-Saison 270 Punkte verlieren und bis Roland Garros voraussichtlich auf einen Platz zwischen fünf und sieben zurückfallen. Auf seinem geliebten Rasen wird eine Aufholjagd nur schwer möglich sein, da er in Wimbledon (720), Halle (180) und Stuttgart (90) auch einige Punkte aus dem Vorjahr zu verteidigen hat.

Federer peilt achten Wimbledon-Titel an

Wobei für Federer trotzdem ein Turnier absolute Priorität genießt. "Mein größtes Ziel ist Wimbledon", peilt der Eidgenosse seinen historischen achten Titel im Rasen-Mekka an.

Im zweiten Halbjahr kann Federer dann seinen Angriff auf die Nummer-1-Position starten. Da er die Saison 2016 bereits nach Wimbledon wegen einer Knie-Operation vorzeitig beenden musste, hat er dann keine Punkte mehr zu verteidigen.

Wann kommen Murray und Djokovic wieder in Fahrt?

Ob der Schweizer wirklich wieder an die Spitze wird stoßen können, wird freilich auch stark von der Formentwicklung seiner Konkurrenten abhängen. Neben Nadal sind dies vor allem die aktuelle Nummer eins Murray und der zweitplatzierte Djokovic, die in den ersten drei Monaten nur 840 bzw. 475 Weltranglisten-Punkte sammeln konnten und im Ranking in den kommenden Monaten viel zu verteidigen haben.

Zudem wird die Wachablöse frühestens im Spätherbst stattfinden, da Spitzenreiter Murray viele Top-Ergebnisse aus dem Vorjahr erst dann aus der Wertung fallen. Nur mit den ab Oktober eingefahrenen Turniersiegen in London, Shanghai, Paris, Peking und Wien kommt der Schotte zusammengerechnet auf 4.500 Punkte.

Dass die Ausgangsposition für Federer dementsprechend gut ist, weiß der routinierte Schweizer natürlich selbst. Trotz der sich bietenden historischen Chancen will er aber einen kühlen Kopf bewahren und konzentriert an die kommenden Aufgaben herangehen.

Federer: "Bin keine 24 mehr"

"Ich bin keine 24 mehr. Ich muss mir meine Möglichkeiten, bei denen ich voll zuschlagen kann, sorgfältig heraussuchen und vor allem gesund bleiben", weiß Federer.

"Es muss einfach alles zusammenspielen. Ich muss gesund sein und auch in meinem Privatleben muss alles passen. Nur dann kann ich jeden Tag auf diesem Level mithalten. Wenn es zuviel ist, geht mein Tank zur Neige. Deshalb ist es besser einmal einen Schritt zurückzutreten und dann wieder mit viel Energie und Freude zurückzukommen."

"Ich will nicht der Typ sein, der auf den Platz kommt, obwohl er eigentlich lieber woanders wäre. Das will ich wirklich nicht".

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Textquelle: © LAOLA1.at

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