Federer und die 1 - eine Beziehung, die passt

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Roger Federer hat es wieder geschafft! Zum bereits vierten Mal in seiner Karriere übernimmt der Schweizer Ausnahme-Künstler am Montag die Führung in der Herren-Weltrangliste. >>> alle Weltranglisten-Ersten auf einen Blick

Mit 36 Jahren wird der Baseler die älteste Nummer 1 der Tennis-Geschichte. Eine Bestmarke, die bislang ein 33-jähriger Andre Agassi aus dem Jahr 2003 innehatte.

Beinahe auf den Tag genau vor 14 Jahren nahm Federer erstmals den Platz an der Sonne ein. Am 2. Februar 2004 stieß er kurz nach seinem Premieren-Triumph bei den Australian Open – seinem erst zweiten von mittlerweile 20 Grand-Slam-Titeln - den ein Jahr jüngeren US-Amerikaner Andy Roddick vom Tennis-Thron.



Kampf um Nummer 1 gegen Ferrero

Die Machtübernahme im Herren-Tennis fixierte er allerdings schon davor mit seinem Halbfinal-Sieg über den Spanier Juan Carlos Ferrero, der damals selbst mit einem Sieg die Nummer 1 hätte werden können.

"Im Moment nach dem Matchball überkam mich ein wunderbares Gefühl. Nummer 1 der Welt, davon habe ich geträumt – wie vom Wimbledonsieg", strahlte der Baseler, der sich nicht einmal fünf Jahre nach seinem Profi-Debüt auf dem Höhepunkt seiner Karriere wähnte. "Ich bin jetzt derjenige, den es zu schlagen gilt", gab Federer dementsprechend die Parole aus. Ein Unterfangen, dass in den folgenden Jahren nur ganz wenigen Auserwählten gelingen sollte.

"Sein Tennis ist nicht nur äußerst attraktiv, sondern ebenso athletisch und ausgereift. Er ist auch psychisch so stark, dass er über eine lange Zeit eine dominierende Rolle wird einnehmen können.“

Mats Wilander über Federer im Februar 2004

Beinahe prophetisch prognostizierte die schwedische Tennis-Legende Mats Wilander nach Federers Triumph in Melbourne: "Roger Federer gehört im Kreis der jungen Wilden zu den Besten. Sein Tennis ist nicht nur äußerst attraktiv, sondern ebenso athletisch und ausgereift. Er ist auch psychisch so stark, dass er über eine lange Zeit eine dominierende Rolle wird einnehmen können."

Nach seiner erstmaligen Übernahme war der Maestro für unglaubliche 237 Wochen lang nicht von der Weltranglisten-Spitze zu verdrängen. Die davor längste Serie stellte Jimmy Connors kurz nach der Geburtsstunde des ATP-Rankings zwischen 1974 und 1977 mit 160 Wochen auf.

Erst Nadal verdrängte Federer

Erst Langzeit-Rivale Rafael Nadal gelang 2008 das Unmögliche, schlug Federer zunächst in seinem Wohnzimmer im Finale von Wimbledon und übernahm am 18. August desselben Jahres schließlich selbst erstmals die Weltranglisten-Führung.

Nicht ganz ein Jahr später schlug das Federer-Imperium zurück, um ein weiteres Jahr später erneut von Nadal verdrängt zu werden. Als im Jahr 2011 Novak Djokovic erstmals an die Spitze stieß, schien das Thema "Nummer 1" für Federer auch aufgrund einiger kleinerer Verletzungen bereits erledigt gewesen zu sein.

Doch der Schweizer wurde viel zu früh abgeschrieben, feierte in Wimbledon seinen 17. Major-Titel und lachte am 9. Juli 2012 noch einmal für 17 Wochen vom Tennis-Thron herunter.

Unglaubliche Rückkehr im Jahr 2017

Danach schien sich die beeindruckende Karriere schön langsam dem Ende zuzuneigen. Rücken- und Knieprobleme machten Federer mmer wieder zu schaffen. An der neuen Generation von Novak Djokovic und Andy Murray schien es kein Vorbeikommen mehr zu geben. Selbst der angepeilte 18. Grand-Slam-Titel schien in immer weitere Ferne zu rücken.

Doch aus dem "Fed-Ex" wurde ein Phoenix, der 2017 nach einem halben Jahr verletzungsbedingter Auszeit noch einmal aus der Asche herausstieg.

Mit seinen Major-Erfolgen in Melbourne und Wimbledon schaffte es der schon Abgeschriebene noch einmal in die Weltspitze und muss sich wohl nur aufgrund seines freiwilligen Verzichts auf die komplette Sandplatz-Saison im Jahresend-Ranking mit Platz zwei hinter Nadal begnügen.

Rückkehr auf den Tennis-Thron

2018 sollte sich das Blatt nun wenden: Nadal schied bei den Australian Open schon im Viertelfinale aus und Federer rückte dem Spanier dank der erfolgreichen Titelverteidigung auf 155 Punkte nahe.

"Nach Australien wollte ich unbedingt in Rotterdam spielen und mein ganzes Team war sehr gespannt, ob ich es noch einmal an die Spitze schaffe. Es fühlte sich in meinem Herzen einfach richtig an, hier mein Bestes zu geben und zu versuchen, noch einmal die Nummer 1 der Welt zu werden", wollte sich der ewig hungrige Federer die Chance, neuerlich Tennis-Geschichte zu schreiben, nicht nehmen lassen.

Und wer weiß schon, wie viele Kapitel er dieser Story noch hinzufügen will.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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