Fakten zum rot-weiß-roten "Feiertag" in London

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Halbfinal-Tag bei den ATP Finals in London - und Österreich ist bei der "inoffiziellen Tennis-Weltmeisterschaft der Herren" mittendrin, statt nur dabei! Mit Dominic Thiem und Jürgen Melzer sind heute gleich zwei Österreicher am vorletzten tag der Saison 2020 im Einsatz.

"Das ist natürlich Wahnsinn. Für so ein kleines Land müssen wir uns in der Weltsportart definitiv nicht verstecken", freut sich der zukünftige ÖTV-Sportdirektor Melzer.

Im Kampf um den Finaleinzug bekommen es die Österreicher mit der Nummer 1 bzw. Nummer 2 des Turniers zu tun. Thiem trifft ab 15 Uhr auf den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic.

Melzer und sein französischer Partner Roger-Vasselin müssen gegen die Nummer 2 Ram/Salisbury (USA/GBR) antreten. Wobei Melzer betont: "Wenn man in einem Semifinale am Schluss des Jahres steht, weiß man, dass das jeder gewinnen kann."

LAOLA1 hat vor den Partien Fakten zum rot-weißen-roten Tennis-Traumtag zusammengesucht:

Dominic Thiem (3) gegen Novak Djokovic (1)

Ab 15 Uhr im LIVE-Ticker>>>

Head-2-Head - 4:7

In direkten Vergleich liegt Thiem gegen den Weltranglisten-Ersten mit 4:7 in Rückstand. Die ersten fünf Duellen gingen allesamt an den Serben, den ersten Sieg feierte Thiem 2017 bei den French Open.

Blickt man nur auf die letzten drei Jahren, dann hat Thiem sogar eine knapp positive Bilanz: Von fünf Duellen seit 2018 konnte er drei für sich entscheiden. Das bisher letzte Duell gab es im Finale der Australian Open 2020: Thiem musste sich nach 2:1-Satzführung am Ende geschlagen geben.

Bei den ATP Finals stehen sich die beiden zum dritten Mal gegenüber. Im ersten Duell 2016 gelang Thiem mit einem Satzgewinn ein Achtungserfolg. 2019 durfte er über einen hart erkämpften Dreisatz-Sieg jubeln.

"Das war vielleicht das beste Dreisatz-Match, das ich je gespielt habe", erinnert sich der 27-Jährige gerne zurück.

Jahr Turnier Sieger Ergebnis
2014 Shanghai (Hart/2.R.): Djokovic 6:3,6:4
2016 Miami (Hart/AF): Djokovic 6:3,6:4
2016 French Open (Sand/HF): Djokovic 6:2,6:1,6:4
2016 ATP-Finals (Hart/Gruppe): Djokovic 6:7(10),6:0,6:2
2017 Rom (Sand/HF): Djokovic 6:1,6:0
2017 French Open (Sand/VF): Thiem 7:6(5),6:3,6:0
2018 Monte Carlo (Sand/AF): Thiem 6:7(2),6:2,6:3
2019 Madrid (Sand/SF): Djokovic 7:6(2),7:6(4)
2019 French Open (Sand/SF): Thiem 6:2,3:6,7:5,5:7,7:5
2019 ATP Finals (Hart/Gruppe): Thiem 6:7(5),6:3,7:6(5)
2020 Australian Open (Hart/Finale): Djokovic 6:4,4:6,2:6,6:3,6:4

Die Bilanz bei den ATP Finals:

Dominic Thiem ist zum fünften Mal in Serie bei den ATP Finals dabei. Bei seinen ersten drei Teilnahmen schied er jeweils mit einem Sieg und zwei Niederlagen in der Gruppenphase aus.

2019 gelang ihm erstmals der Aufstieg ins Semifinale, wo er sich gegen Alexander Zverev durchsetzte. Im Finale musste er sich Stefanos Tsitsipas nach Satzführung aber geschlagen geben.

Sein Gegenüber kann hingegen auf bereits fünf Turniersiege beim Saisonfinale verweisen. Gewinnt er ein weiteres Mal, stellt er den Rekord von Roger Federer mit sechs Erfolgen ein. Erstmals war Djokovic 2007 - damals noch in Shanghai - beim elitären Saisonabschluss dabei. Er blieb sieglos. Ein Jahr später zeigte sich ein anderes Bild: Er durfte über seinen ersten Finals-Turniersieg jubeln. Von 2012 bis 2015 gewann er die Finals vier Mal in Folge. 2012 bis 2014 blieb er dabei ungeschlagen - erst im zweiten Gruppenspiel 2015 riss die Serie gegen Roger Federer. Im Endspiel nahm der Serbe Revanche und feierte seinen fünften Triumph.

Seither hat er allerdings eine "Durststrecke". 2016 und 2017 schaffte er es zwar jeweils ins Endspiel, musste sich aber Andy Murray bzw. Alexander Zverev geschlagen geben. 2019 war bereits in der Gruppenphase Endstation - auch aufgrund einer Niederlage gegen Dominic Thiem.

Stimmen von Thiem und Djokovic:

Dominic Thiem: "Wenn er gut drauf ist, ist er wahrscheinlich indoor auf Hartplatz der beste Spieler des Feldes."

Novak Djokovic: "Offensichtlich hat er früher in seiner Karriere auf Sand sein bestes Tennis gespielt, aber natürlich hat er als einer der härtesten Arbeiter auf der Tour sein Toplevel auf allen anderen Belägen gefunden. Sein erster Slam ist auf Hartplatz in New York passiert. Ich habe hier letztes Jahr gegen ihn mit 6:7 im dritten Satz verloren, das war ein dramatisches Match und ich hoffe, es wird wieder ein tolles. Hoffentlich diesmal mit einem anderen Ende."

Melzer/Roger-Vasselin (7) gegen Ram/Salisbury (2)

ab 19 Uhr im LIVE-Ticker>>>

Bilanz bei den ATP Finals:

Als Duo sind Jürgen Melzer und Edouard Roger-Vasselin erstmals beim Saisonfinale mit dabei. Für Melzer ist es die dritte Teilnahme: 2010 und 2011 war er jeweils mit Philipp Petzschner dabei, über die Gruppenphase kam das Duo nicht hinaus. Beide Mal war ein Sieg zu wenig für den Aufstieg. Roger-Vasselin qualifizierte sich 2014 bereits einmal mit seinem Landsmann Julien Benneteau für die Finals. Dort schafften die beiden Franzosen mit zwei Vorrunden-Siegen den Sprung ins halbfinale, wo gegen die Bryan-Zwillinge mit 0:6, 3:6 Endstation war. Vor den Finals erreichte Roger-Vasselin mit Platz 6 seine Bestmarke in der Doppel-Weltrangliste.

Auf der Gegenseite kann Rajeev Ram auf ein positives London-Erlebnis zurückblicken: 2016 gelang dem US-Amerikaner mit Raven Klassen bei seiner Finals-Premiere der Einzug ins Endspiel, wo sich das Duo allerdings Kontinen/Peers geschlagen geben musste. 2017 hatten Ram/Klaasen als Ersatz-Duo einen Auftritt. 2019 schaffte er mit seinem aktuellen Partner Salisbury die Finals-Quali, jedoch war in der Gruppenphase Endstation.

Stimmen:

Jürgen Melzer über das Semifinale: "Wenn man in einem Semifinale am Schluss vom Jahr steht, weiß man, dass das jeder gewinnen kann. Wir sind da jetzt dabei, ich bin sehr happy darüber. Jetzt wollen wir morgen gut spielen, dann wäre es extrem lässig, wenn man da am Sonntag noch dabei ist."

Die Jahresbilanz:

In diesem Jahr gelang beiden Duos ein Turniersieg, allerdings in unterschiedlichen Kategorien. Während Ram/Salisbury das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres in Australien gewinnen konnten, steht für Melzer/Roger-Vasselin mit St. Petersburg ein Sieg bei einem ATP 500 zu Buche.

Dazu kommt noch das Semifinale beim ATP 250 in Sofia, mit dem sie letztlich die London-Teilnahme fixieren konnten.

Die Karriere-Zahlen:

Der erfolgreichste Spieler des Semifinal-Quartetts ist Edouard Roger-Vasselin mit 21 Turniersiegen. 2014 gelang ihm mit Julien Benneteau der Heimsieg bei den French Open, dazu kommt noch ein ATP-1000-Sieg in Cincinnati. Jürgen Melzer gelangen in seiner Doppel-Karriere 17 Turniersiege, darunter die Highlights Wimbledon und US Open.

Auf der Gegenseite gelangen Rajeev Ram in seiner Karriere bisher 20 Turniersiege auf der Doppel-Tour. Das Highlight war der Sieg bei den Australian Open in diesem Jahr. Sein Partner Salisbury durfte bisher über drei Siege jubeln.

Textquelle: © LAOLA1.at

ATP Finals LIVE: Die Spiele von Thiem und Melzer in London

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