Thiems Reiserouten auf ATP-Tour 2017

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Für rund 1,1 Millionen Schüler in Österreich begann im September wieder der Ernst des Lebens. Um den Schulstart zu erleichtern, übernimmt in dieser Woche LAOLA1 den Stundenplan. Willkommen in der LAOLA1-Schule!
Die Unterrichtsfächer sind altbekannt, der Lehrinhalt aber neu: Sport in allen Facetten. Heute auf dem Programm: Geographie.

Dominic Thiem steuerte für den 4:1-Sieg im Davis Cup gegen Rumänien zwei Punkte für Österreich bei. Der Auftritt in Wels war ein seltenes Gastspiel in der Heimat, den Großteil des Jahres verbringt der 24-Jährige nämlich im Ausland.

21 Turniere hat Thiem diese Saison in Angriff genommen. Das bedeuten auch 21 verschiedene Orte rund um den Globus verstreut. Viele davon sind namentlich bekannt. Sie auf der Landkarte zu finden ist in manchen Fällen schon schwerer.

Die LAOLA1-Schule hilft dabei. Zudem vermitteln die Reiserouten des ÖTV-Stars einige andere geographische Infos.

Tennisfans wissen es: Anfang des Jahres geht die ATP-Tour traditionell in Down Under los, mit dem Höhepunkt der Australian Open. Da die Akklimatisation nicht zu unterschätzen ist, machte sich Thiem bereits Ende Dezember Richtung Brisbane auf. 15.650 Kilometer oder neun Stunden Zeitunterschied trennen Wien und die Stadt im Nordosten Australiens. Danach folgten Sydney und Melbourne. Dass alle drei Turnierorte an der Südostküste liegen, ist kein Zufall: Während Österreich zu 66 Prozent urbanisiert ist, leben in Australien 90% (Quelle: statista.com, Stand: 2016) der Bevölkerung in Städten, die sich aufgrund des Klimas an der Südostküste ballen. Hier ist das Klima im Gegensatz zum menschenarmen Landesinneren gemäßigt. Ins Schwitzen kommen die Tennis-Stars aber auch so auf dem Kontinent, der etwas kleiner als Europa ist.


Weil in Australien kein Turnier in Canberra stattfindet, war Sofia Thiems erster sportlicher Auftritt in einer Hauptstadt 2017. Der Ausflug nach Bulgarien zahlte sich aber kaum aus. Der Georgier Nikoloz Basilashvili (ATP-87) eliminierte den Österreicher bereits in der zweiten Runde. Als Grund gab der damals auch gesundheitlich angeschlagene Thiem unter anderem die ungewohnte „Höhenlage“ (595m Seehöhe) an. Zum Vergleich: Der Wiener Stephansplatz liegt 151 Meter über dem Meeresspiegel. Nach einem kurzen Abstecher in der Heimat ging es für Thiem in Westeuropa weiter. Rotterdam beherbergt den größten Hafen des Kontinents. In den Niederlanden kam Thiem bis ins Viertelfinale.


Auf geht’s nach Südamerika, wo Thiem in Rio den Auftakt-Sieg gegen Janko Tipsarevic (SRB) auf Facebook bejubelte: „Trotz der vielen Umstellungen wie Klima, Belag und Zeit ist mir der Auftakt gelungen“. Brasilien befindet sich überwiegend in der tropischen Klimazone. Für Thiem war es das erste Sandplatzturnier des Jahres. Österreich ist fünf Stunden vor Rio, sodass Thiem noch im zweiten Match „den Jetlag ein bisschen spürte“. Der Turniersieg in Rio war aber der beste Beweis, dass der ÖTV-Star mit den Bedingungen bestens zurechtkam. Gut so, weil beim darauffolgenden Event in Acapulco herrschten dieselben, inklusive 20 Stunden Anreise. Es geht vom Atlantik an den Pazifik. Aufgrund der hohen Temperaturen in Mexiko bevorzugen Spieler spätere Spielzeiten. Den Abschluss der ersten Amerika-Tournee des Jahres bilden Indian Wells in Kalifornien und Key Biscayne, ein Vorort von Miami in Florida. Insgesamt rund 32.000 Kilometer Luftlinie für vier Turniere stehen am Ende zu Buche. Der Umfang des Äquators beträgt rund 40.000 Kilometer, also reiste Thiem fast einmal rund um die Welt.


Zurück in Europa startet die Sandplatzsaison. Ein Blick reicht, um zu sagen: Diese geht hauptsächlich in Europa über die Bühne. Für Dominic Thiem ist dieser Umstand zweierlei erfreulich: Einerseits ist die rote Asche sein stärkster Belag. Andererseits erlauben die verhältnismäßig kürzeren Distanzen, öfters in der Heimat vorbeizuschauen. So ging sich in diesem Jahr nach Barcelona ein Sponsor-Termin und nach Rom eine Trainings-Session in Österreich aus, um für die French Open Kraft zu tanken. Die geringeren Zeitunterschiede erleichtern Fans zudem den TV-Genuss. Das ATP-Turnier von Monte Carlo findet im Monte-Carlo Country Club eigentlich knapp auf französischem Staatsgebiet statt (siehe Karte). In Barcelona und Madrid folgten zwei Finaleinzüge, in Rom der Viertelfinal-Sieg gegen Rafael Nadal, gegen den Thiem wiederum bei den French Open im Halbfinale scheiterte.


Legende: Blau: Thiem-Turniere; Rot: Übrige Rasen-Turniere (bis auf Newport)

Die Rasen-Saison spielt sich mit zwei Ausnahmen in Europa ab: Das ATP-Turnier in Newport (Rhode Island) an der Ostküste der USA ist das einzige Rasen-Event nach Wimbledon. Außerdem debütierte Antalya in dieser Saison als Veranstalter. Auch Thiem startete dort. Nach dem Erstrunden-Aus gegen Ramkumar Ramanathan (IND/222) bereute er möglicherweise diesen Asien-Abstecher. Vielleicht sollte Thiem daher künftig im Londoner Queen’s Club antreten. Einerseits ist Wimbledon praktischerweise nicht einmal 10 Kilometer entfernt. Anderseits ist es bis zur Stamford Bridge, Heimstadion von Thiems Lieblings-Fußballteam Chelsea, nur zehn Autominuten weiter.


Im August steht die Nordamerika-Tournee auf dem Programm. Hartplatz ist der Belag. Mit Washington, D.C. veranstaltet auch die US-Hauptstadt ein Turnier. D.C. steht für District of Columbia. Es ist kein eigener Bundestaat (nicht zu verwechseln mit gleichnamigem Bundesstaat im Nordwesten der USA), sondern steht dem Kongress unter. Danach folgte für Thiem Montreal (Provinz Quebec in Kanada), das sich als Austragungsort mit Toronto abwechselt. Anschließend ging es nach Cincinnati (Ohio/USA). Ein dichtes Programm, was Kitzbühel zum Verhängnis wurde. Thiem verzichtete zugunsten einer besseren Vorbereitung in Übersee auf den Heimauftritt. Das Highlight sind aber sowieso die US Open in New York (NY). Ein Blick auf das untere Bild lässt erahnen, warum Flushing Meadows Thiems Lieblingsturnier ist. „Mir taugt die Stadt, das ganze Flair und die Stimmung und ich war dort immer extrem gern." Auch wenn es gegen Juan Martin del Potro sportlich unglücklich enden sollte.


Wer die Welt des Tennis erobern möchte, muss also auch rund um die Welt reisen. Gerade auf der Schwelle zum Profi-Tennis oft eine Hürde, sind damit doch beachtliche Reisekosten verbunden. Üblicherweise gilt das Motto, dass sich die Ausgaben erst als Top-100-Spieler rentieren.

Mit 6,7 Millionen Euro bisher verdientem Preisgeld ist Dominic Thiem diese Sorgen freilich los. Heimauftritte wie in Wels bleiben für den Vielflieger aber eine Besonderheit.

Zum Abschluss noch alle Turnierorte der ATP-Tour:

Sind auf den oberen Karten die zum Turnierort nächsten Flughäfen eingezeichnet, sind auf dieser Abschlusskarte alle Turnierorte vermerkt.

Demnächst steht mit Peking, Shanghai und Tokio die Asien-Tour an. In Afrika gab es im April das ATP-250-Turnier in Marrakesch (Marokko). Fans der Antarktis müssen leider gänzlich enttäuscht werden.

Legende:

blau=Hartplatz
grün=Rasen
orange=Sandplatz


Hausaufgabe: Verfasse einen Kommentar zu folgendem Thema: Was ist dein Lieblingsturnier auf der ATP-Tour? Welches würdest du gerne einmal besuchen, welches konntest du schon live erleben?


MONTAG: Deutsch

Textquelle: © LAOLA1.at

ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda im LAOLA1-Interview

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