Golf-Proette Wolf für Hitzeschlacht gerüstet

Golf-Proette Wolf für Hitzeschlacht gerüstet Foto: © GEPA
 

Nach dem gelungenen Auftritt von Sepp Straka als Olympia-Zehnter könnte ab Mittwoch auch für Österreichs Golf-Proette Christine Wolf auf der schönen und hochgelobten Anlage im Country Club Kasumigaseki etwas drinnen sein.

"Ich glaube, es kommt ihr entgegen. Sie ist eine, die recht gerade ist vom Tee. Der entscheidende Punkt hier ist, dass man die Fairways trifft, dann hat man sehr gute Chancen zur Fahne hinzuspielen", sagte ÖGV-Sportdirektor Nikolaus Zitny.

Die Tirolerin Wolf hat sich gut akklimatisiert, trainierte bereits mehrmals auf der Anlage. Während der Schlussrunde von Straka und Matthias Schwab (27.) am Sonntag war sie als Zuschauerin mit dabei.

"Das schwüle Klima liegt mir sehr. Der Platz ist recht eng, es gibt viele Bäume, auch das kommt mir entgegen", erklärte die 32-Jährige im Vorfeld. Wie Straka, der am Bag seinem Bruder Sam vertraute, hat auch Wolf in Tokio familiäre Unterstützung. Ihre Mama Andrea begleitet sie als Caddie.

"Für Chrissi ist alles möglich"

Wolf hatte nach ihrer Ankunft am Freitag zunächst im Olympischen Dorf geschlafen und ist nach Ende des Männer-Turniers ins Österreicher-Quartier nahe des Kurses gewechselt. Für sie sind es die zweiten Olympischen Spiele, 2016 in Rio de Janeiro landete sie nach einer enttäuschenden Schlussrunde auf dem 43. Platz. Die Sommerspiele in Japan sollen daher anders für sie verlaufen, leistungstechnisch ging es seitdem stark nach oben. 2019 gewann sie mit den Hero Indian Open in Gurgaon ihr erstes Turnier auf der European Tour der Frauen.

Für Furore sorgte sie, als sie heuer im Juni in Göteborg beim "Scandinavian Mixed" nach Tag eins als erste Frau ein Event auf der Europäischen Männer-Tour anführte, es wurde Endrang 37. Ausgerechnet die Olympia-Generalprobe ging zuletzt aber verloren, nach neun Saisonturnieren mit vier Top-Ten-Platzierungen (5./6./6./10.) verpasste Wolf in Evian-les-Bains (Frankreich) erstmals 2021 den Cut. In der Preisgeldrangliste 2021 in Europa liegt sie auf dem elften Rang.

"Es ist für Chrissi alles möglich, man weiß nie", glaubt auch Zitny an die Chance. Fast hätte er sich auch noch über eine zweite Teilnehmerin freuen können. Die Steirerin Sarah Schober wäre nachträglich noch ins Olympiafeld gerutscht, entschied sich "schweren Herzens" aber dagegen, spielt stattdessen in Europa drei gut dotierte Preisgeldturniere. "Die Tourkarte geht vor", erklärte Schober.

Zitny begeistert: "Platz wurde gepflegt, gepflegt, gepflegt"

Golf, so führte Zitny aus, habe sich nach dem zweiten Mal seit der Rückkehr ins Olympia-Programm bereits etabliert. "Es soll ein Fixpunkt sein bei Olympischen Spielen. Einige wenige haben abgesagt, das war Terminkollisionen geschuldet. Vielleicht gibt es da in Zukunft von der PGA- und der European Tour ein paar Ideen, dass man das besser organisiert. Schade, dass hier keine Zuschauer zugelassen sind. Golf in Japan ist ein Wahnsinn, da wären jeden Tag 30.000 bis 40.000 Zuschauer gewesen."

Der Zustand der Anlage ist in seinem persönlichen Ranking unter den ersten drei zu finden, die er jemals gesehen hat. "In den vier Monaten zuvor hat kein einziger Spieler auf dem Platz gespielt, er ist nur gepflegt, gepflegt, gepflegt worden. Deshalb macht es den Spielern auch so viel Spaß hier. Es ist der exklusivste Platz in Japan."

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