Corona: Triathlon-Stopp - 8 Jahre umsonst?

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Die Triathleten sind von der Coronavirus-Pandemie just zu Beginn ihrer Wettkampf-Saison getroffen worden.

Nach langen Wochen und Monaten der Vorbereitungen daheim und in fernen Trainingslagern hätte es am ersten März-Wochenende mit dem World-Series-Auftakt in Abu Dhabi losgehen sollen, aber dazu kam es nicht mehr. Nun sind vom Internationalen Verband (ITU) alle Events bis Ende April abgesagt.

Vor Ende der Olympia-Qualifikationsfrist Mitte Mai steht aktuell nur noch ein Weltcup Anfang Mai in Valencia auf dem Programm. Die Ausrichtung des Events ist allerdings nicht nur deswegen fraglich, da Spanien von der Coronavirus-Krise besonders betroffen ist. Österreichs Triathlon-Szene muss nun ohnehin abwarten, kann aber zumindest hinsichtlich der Qualifikation für die Spiele entspannt sein.

"Der Weltcup am vergangenen Wochenende in Mooloolaba (Australien, Anm.) hat keine Änderung für uns gebracht", erklärte Robert Michlmayr im Gespräch mit der APA. "Auch wenn Valencia stattfindet, wären wir so gut wie fix mit zwei plus zwei Athleten dabei." Der ÖTRV-Sportdirektor schränkte aber auch gleich ein: "Momentan ist der Sport Nebensache. Wichtig ist, dass die ganze Krise einmal vorbeigeht."

Knabl: "Habe 8 Jahre auf Olympia hintrainiert, und jetzt..."

Mit den Sportlern ist Michlmayr in telefonischem Kontakt, so handhaben es derzeit auch die Trainer. Alois Knabl wartet daheim in Tirol, wie sich die Situation weiterentwickelt. "Ich habe die letzten acht Jahre auf Olympia hintrainiert, jetzt findet es wahrscheinlich nicht statt", rechnet der 27-Jährige eher mit einer Absage des Großereignisses. Dabei hat er beim olympischen Testevent in Tokio gut abgeschnitten, die Strecke liegt ihm.

Bis Ende Februar lief in der Olympia-Vorbereitung noch alles nach Plan, Knabl war auf Trainingslagern auf Gran Canaria, in Thailand und auf Mallorca. In einem Wettkampf konnte er sein antrainiertes Potenzial jedoch nicht mehr umsetzen. Mit 25 bis 30 Stunden des Trainings daheim schafft es Knabl aber auch nun daheim auf ein recht großes Wochenpensum.

"Schwimmen ist nicht", nannte er die einzige große Einschränkung. "Ich habe aber ein Laufband daheim und kann auch so Laufen oder Radfahren gehen", erklärte Knabl. "Dann habe ich noch einen kleinen Fitnessraum, wo ich ein bisschen Kraft- und Athletik-Training machen kann. Ich trainiere auf das Ziel Olympia hin und hoffe, dass es bald mal vorbeigeht. Ich muss ganz normal weitertrainieren, sonst war es das mit meiner Karriere."

Pertl kann nicht einmal an Outdoor-Training denken

Michlmayr gab an, dass alle rot-weiß-roten Spitzenathleten daheim mit Ergometern und ähnlichem ausgerüstet seien. Während er auch Lauf-Ausflüge gutheißt, sieht er Rad-Trips zumindest für Hobby-Sportler derzeit problematisch.

"Jeder Unfall, der da dann passiert, ist eine Belastung für das Gesundheitssystem", gab der Ex-Schwimmcoach von Markus Rogan und Fabienne Nadarajah zu bedenken.

Michlmayr kann sich vorstellten, sollte Olympia um ein Jahr verschoben werden, dass die nun ausfallenden Quali-Events 2021 nachgeholt werden.

Textquelle: © LAOLA1.at

Olympia 2020: IOC hält weiterhin am Termin für die Spiele fest

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