Hacker rechtfertigt Dusika-Stadion-Abriss

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Das Ferry-Dusika-Stadion am Wiener Handelskai wird abgerissen und macht damit einer neuen Sportarena, die bis Ende 2023 stehen soll, Platz.

Diese am Freitag öffentlich gewordenen Pläne hat Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Montag vor Journalisten verteidigt. Denn die Sanierung für das nicht mehr zeitgemäße Bauwerk hätte allein 20 Mio. Euro gekostet, wobei die Auslastung der darin befindlichen Radbahn zuletzt äußerst gering gewesen sei, erklärte er.

"Die letzten beiden Radsportveranstaltungen von großer Bedeutung haben 2005 und 1987 stattgefunden", argumentierte der Ressortchef.

Die Zuschauerzahlen bei Veranstaltungen seien in den vergangenen Jahren zwischen null und 150 gelegen - und das bei einem Fassungsvermögen von 5.500 Plätzen, wobei rund 1.500 nicht mehr nutzbar seien, schilderte Hacker. Es wäre geradezu "ein gefundenes Fressen für den Rechnungshof", wenn die Stadt trotzdem am Dusika-Stadion festhalten würde.

Anatol Richter, Chef der für Sportstätten zuständigen MA 51, verwies auf ein Gutachten, wonach allein die Bestandssanierung der Halle rund 20 Mio. Euro verschlungen hätte: "Das würde aber am Nutzungskonzept gar nichts ändern." Man hätte weiterhin eine äußerst unflexible Sportarena, die für Leichtathletik und den Turnsport - hier gebe es großen Erweiterungsbedarf - kaum nutzbar wäre, "weil die Radbahn im Weg steht". Diese sei zudem nur noch sehr wenig ausgelastet. Gerade einmal 16 Personen hätten die Anlage zuletzt einmal pro Woche benutzt, sagte Richter.

Noch keine Zukunftslösung für die Radsportler

Hacker betonte, dass der Radsportverband eng in die Überlegungen eingebunden gewesen sei. Dieser habe sogar seine Mitglieder im Vorjahr dazu aufgerufen, die Anlage vermehrt zu nutzen. "Die Ergebnisse waren bescheiden", resümierte der Stadtrat. Bezüglich einer Zukunftslösung für die Radsportler gebe es weiter Gespräche mit dem Bund und dem Verband.

Was die neue Sporthalle betrifft, erläuterte Richter heute erste Details: Demnach soll die bis zu 3.000 Zuschauer fassende Arena für Ballsport im Untergeschoß des Baus liegen. Binnen weniger Stunden könne zwischen Veranstaltungsbetrieb mit Publikumstribünen und dem Trainingsmodus gewechselt werden. Darüber wird eine Leichtathletikhalle gesetzt, die nur für Trainingsnutzung gedacht ist. Am Standort ist außerdem Platz für Geräteturnen, Krafttraining ("Gym") und ein "Bewegungslabor", das recht flexibel Kindern, Jugendlichen oder Menschen mit Behinderung zur Verfügung stehen soll.

"Es gibt keinen Plan B"

Als Kostenrahmen nannte Richter rund 50 Mio. Euro. Wobei für das Projekt ein Teil der Gemeindemilliarde abgerufen wird, die der Bund landesweit für Infrastrukturprojekte zur Verfügung stellt. Sprich: Stadt und Bund teilen sich in etwa die Kosten. Dafür sei allerdings Voraussetzung, dass der Baubeginn noch heuer erfolge und das Vorhaben 2023 endabgerechnet sei - ein "sehr sportlicher Zeitplan", wie man im Rathaus einräumte. Hacker betonte aber: "Es gibt keinen Plan B. Es muss gelingen." Die Mittel seien "klar gewidmet".

Wohin die Sportler, die derzeit im Dusika-Stadion trainieren, ausweichen müssen, ist noch nicht klar. Man arbeite an Plänen, hieß es. Klar sei aber schon, dass man im betreffenden Zeitraum auf bestehenden Einrichtungen "zusammenrücken" müsse.

Die Sportarena ist Teil des Wiener Sportinvestitionsprogramms, das insgesamt 150 Mio. Euro schwer ist. Inkludiert sind dabei auch Sanierungen von diversen Sportanlagen oder die Errichtung eines neuen 50-m-Beckens im Stadionbad.

Textquelle: © LAOLA1/APA

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