"Haben uns kein Siegergetränk verdient"

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Der erste von zwei Schritten ist gemacht, die Pflicht für das ÖHB-Nationalteam auf dem Weg zur EURO 2018 in Kroatien erledigt.

Mit einem 39:36-Sieg in Vantaa gegen Finnland ist die Qualifikation in eigener Hand, steht am Samstag (20:15 Uhr, LIVE auf LAOLA1.tv) das Endspiel gegen Bosnien-Herzegowina in der Albert-Schultz-Halle tatsächlich an – ein Unentschieden würde genügen.

Und trotzdem trübt das Ergebnis die gute Stimmung, die sich das Team im Vorfeld an das Quali-Doppel aufgebaut hatte.

Nach vorne alles eitel Wonne

Offensiv gab es fast nichts zu meckern. Speziell Sebastian Frimmel, der wie Janko Bozovic sieben Treffer beisteuerte, dabei aber eine hundertprozentige Trefferquote vorwies und sich zum Spieler des Spiels machte, zeigte auf.

Fünf seiner Treffer verbuchte Frimmel in den ersten 15 Minuten. Jener Phase, in der Österreich den komfortablen Vorsprung herausspielte, der aber gegen teils chaotisch verteidigende Finnen ob der eigenen Defensiv-Performance nicht ausgebaut werden konnte.

Auch an den Auftritten von Robert Weber (sechs Treffer aus zehn Versuchen), Nikola Bilyk (5/5) und Rückkehrer Vytas Ziura (5/7) war in Richtung des gegnerischen Kastens wenig auszusetzen.

Nach hinten war aber nur Fabian Poschs Leistung, der auch fünf Tore aus fünf Würfen machte, positiv zu sehen.

Die Notlösung in Nöten

Für den Teamchef waren die zahlreichen Ausfälle nicht auszumerzen.

"Wenn der Mittelblock erst so kurz zusammenspielt, ist das zu erwarten", so Patrekur Johannesson nach dem Spiel gegenüber LAOLA1.

"Ich habe momentan einfach nicht die Auswahl, die es bräuchte. Man sagt, dass ein Mittelblock drei Jahre zusammenspielen muss, um gut zu werden – unserer hatte jetzt drei Tage zusammen."

Wie im Vorfeld schon analysiert, war das etwas unorthodoxe Spiel der Finnen, die mit wenig Schwung, aber überraschenden Bewegungen agieren, schwierig auszurechnen.

"Wir hatten das mit den Schlagwürfen nicht so im Griff. Gegen solche Spieler ist es eben auch nicht leicht, zu verteidigen", sah Johannesson die Leistung angemessen kritisch, ohne eine zu düstere Miene zu ziehen.

"Das war das Halbfinale. Jetzt kommt das Finale. Und dafür muss ich mir wieder etwas überlegen."

Zwei Hoffnungsträger für Johannesson

Die Überlegungen werden wohl auf eine neuerliche Umformung der Innenabteilung abzielen müssen.

Fabian Posch agierte nicht von Beginn an, er hatte aber aufgrund einer Uni-Prüfung am Montag die kürzeste Zeit bei der Mannschaft.

"Gegen Spanien hat er schon eine gute Leistung im Angriff gezeigt, damals reichte die Kraft einfach nicht für beide Enden. Heute hat beides gut funktioniert", so das Sonderlob für den Krems-Kreisläufer seitens Johannesson.

Auch die Rückkehr von Vytas Ziura war Gold für ihn wert: "Wie er sich in seinem Alter bewegt und Einsatz zeigt, das ist enorm wichtig."

Die Schlussmänner als Statisten

Keine Optionen hat der Teamchef in Sachen Torhüter. In Finnland brachte er alle drei zum Einsatz – Thomas Bauer in der ersten Hälfte, Goran Aleksic und Kristian Pilipovic teilten sich den zweiten Durchgang auf.

Zwar wird das Besserungspotenzial in erster Linie in deren Vordermannschaft liegen, dennoch war Bauer mit seiner Vorstellung und jener der Positionskollegen unzufrieden.

"Heute haben wir uns kein Feiergetränk verdient. Das Beste an diesem Spiel ist: Wenn es die Bosnier sehen, glauben sie vielleicht, uns aus der Halle schießen zu können, und nehmen es auf die leichte Schulter."

Hoffen auf den "Finnland-Effekt"

Für den Kapitän entwickelt sich trotz des Sieges schon ein "Finnen-Trauma", kreuzte man zum mittlerweile sechsten Mal in etwas über zwei Jahren die Klingen.

Neben der schmerzlichen 27:31-Heimniederlage will auch der aktuelle Auftritt baldig abgehakt sein – und um Wiederholung zu vermeiden, schickt Bauer noch einen Vorgruß an die Losfee: "Ich hoffe wirklich, nie wieder hier herkommen zu müssen."

Immerhin, und das ist das gute Omen: Der Pleite im November folgte vier Tage später der überraschende Sieg in Bosnien. Und so bleibt auch die Hoffnung des Teamkeepers am Ende stehen.

"Ich hoffe auf den Finnland-Effekt: Ein gutes Spiel nach einem Scheiß-Spiel."

Österreich gegen Bosnien-Herzegowina am Samstag (20:15 Uhr) LIVE bei LAOLA1!

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Textquelle: © LAOLA1.at

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