"Gekitzelt" vom Teamchef

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Tobias Wagner ist in der deutschen Bundesliga endlich angekommen.

Der 21-Jährige, der als eine der großen heimischen Hoffnungen auf der Kreisläufer-Position gilt, konnte erst im November – also mit reichlich Verspätung – sein Debüt für Balingen-Weilstetten geben.

Ein Kreuzbandriss hatte das 127-kg-Bröckerl (Sky-Kommentator während des Deutschland-Spiels: „Na das ist einmal ein ordentlicher österreichischer Junge!“) zu knapp neun Monaten Pause gezwungen.

Nun scheint es für den Ex-Fiver aber allmählich ins Laufen zu kommen. „Ich spiele schon recht viel, komme jede Partie mindestens 20 Minuten zum Einsatz“, spürt Wagner, dass Trainer Runar Sigtryggsson auf ihn setzt.


Tobi, wie geht's dem Knie?


Selbstzweifel zu Hause gelassen

Mit seiner Knie-Verletzung im Frühjahr ereilte Wagner das gleiche Schicksal wie Nationalteamkollege Boris Zivkovic, der sich ebenfalls vor einem Auslands-Transfer das Kreuzband riss (Zivkovic meldet sich zurück).

Während sich beim Harder dadurch der zuvor schon als fix vermeldete Wechsel zum BSV Bern noch zerschlug, hielt Balingen an Wagner fest.

Obwohl er die Vorbereitung nicht mitmachen und erst Monate nach Saisonstart ins Mannschaftstraining einsteigen konnte, hatte der Youngster keinerlei Bedenken, dass er in der stärksten Handball-Liga der Welt Fuß fassen wird können.

„Nein, trotz der langen Zeit kamen nie Selbstzweifel auf, dass ich Anlaufschwierigkeiten bekommen könnte“, entgegnet Wagner, der bis Sommer 2018 Vertrag hat.

Nachlassendes „Kreislauf“-Problem

In der Nationalmannschaft galt die Position am Kreis zuletzt als Sorgenkind von Teamchef Patti Johannesson. Die Rückkehr Wagners sowie die jüngsten Entwicklungsschritte von Willi Jelinek lassen den Isländer jedoch optimistischer nach vorne schauen. „Bei Willi merkt man, dass er bei Westwien jetzt immer mehr offensiv zum Zug kommt. Er hat Riesen-Fortschritte gemacht“, lobt Johannesson.

Bei der klaren 16:33-Testniederlage am Dienstag gegen Deutschland kam Wagner nur teilweise zum Einsatz. Zu mehr als 15 Minuten würde es im Augenblick bei ihm nicht reichen, äußerte Johannesson Kritik am körperlichen Zustand des Teamspielers und fordert mehr.

„Aber ich bin 100-prozentig davon überzeugt, dass Tobi das machen wird“, sagt der 44-Jährige, der einen Vergleich mit Patrick Wiencek aufgreift. Der Kreisläufer, der mit Deutschland gerade bei der WM in Frankreich spielt, galt einst bei Gummersbach als faules Talent. Spätestens seit seinem Wechsel zu Kiel, startete er aber so richtig durch und gehört international zur ersten Garde.

„Ich hätte noch länger spielen können“, widerspricht Wagner gegenüber LAOLA1 Johannessons Behauptung, lenkt im selben Atemzug jedoch ein: „Aber Patti ist der Teamchef und was er sagt, zählt.“

Einem Langzeitverletzten vorzuhalten, dass er nach zwei Monaten nicht in körperlicher Top-Verfassung ist, scheint etwas gar hart. Will Johannesson Wagner mit seiner Aussage vielleicht nur etwas „kitzeln“, um noch mehr aus ihm herauszuholen?

„Das mag schon sein“, muss Wagner kurz schmunzeln. Jedenfalls scheint es zu wirken, denn auch der gebürtige Wiener weiß, dass es noch lange keinen Grund gibt, mit sich zufrieden zu sein. „Im Frühjahr muss ich körperlich weiter zulegen“, verspricht er entschlossen.

Österreichs Handball-Fans kann das angesichts der ab Mai wiederbeginnenden EM-Qualifikation gegen Spanien, Finnland und Bosnien-Herzegowina nur freuen. Am Samstag (15 Uhr) trifft die ÖHB-Auswahl zum Abschluss des Dreiländer-Turniers in der Südstadt auf die Schweiz.

Textquelle: © LAOLA1.at

ÖHB-Team verliert auch Test gegen Tschechien

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