ÖHB-Team muss EM-Test gegen Slowakei absagen

ÖHB-Team muss EM-Test gegen Slowakei absagen Foto: © GEPA
 

Rund fünf Stunden vor dem Spiel fällt der laut Plan vorletzte EM-Test von Österreichs Handballern gegen die Slowakei in der Südstadt ins Wasser.

Ein positiver Corona-Test bei einem Spieler des Gegners zwingt die ÖHB-Verantwortlichen in Absprache mit dem Gegner zur Absage. Ob der zweite gegen die Slowakei geplante Test am Samstag in Bratislava stattfinden kann, ist noch offen.

"So kurz vor Start der EURO wollen weder wir, noch die Slowakei, ein Risiko eingehen und haben daher gemeinsam entschieden, das Spiel nicht durchzuführen. Die Gesundheit der Spieler steht bei uns an erster Stelle. Speziell die Slowaken werden in den kommenden Tagen intensiv testen. Ob das Spiel am Samstag stattfinden kann, werden die Testergebnisse zeigen. Wir sind dazu zu jedem Zeitpunkt mit dem slowakischen Verband im Austausch", so Sportdirektor Patrick Fölser.

Zwischen Corona-Sorge und sportlicher Zuversicht

Obwohl Corona wie ein Damoklesschwert auch über dem EM-Turnier schwebt, das nächste Woche in Ungarn und der Slowakei beginnt, ist man im ÖHB-Lager zuversichtlich.

Teamchef Ales Pajovic kann auf den gesamten Kader zurückgreifen, erstmals seit langem ist die Truppe so gut wie komplett. "Der Mannschaft ist einiges zuzutrauen", sagt Sportdirektor Patrick Fölser.

Wäre da nicht die Pandemie, würde man der fünften EM-Teilnahme bei der Zweiländerveranstaltung (13.-30. Jänner) entspannt entgegenblicken.

Doch die Erinnerungen an die Frauen-WM im Dezember, als sich eine durch Corona dezimierte ÖHB-Auswahl letztlich überraschend sogar zu Platz 16 kämpfte, sind noch frisch. "Sinnvoll ist es auf jeden Fall, es ist sogar dringend notwendig, solche Veranstaltungen abzuhalten", betont Markus Plazer, der sein Endrunden-Debüt als ÖHB-Präsident gibt.

Schon jetzt Corona-Ausfälle bei EM-Teams

Der Kärntner verwies auf den sportlichen Wert für die Akteure ebenso wie auf den Anreiz für die durch Corona stark gebremsten Breitensportler. Und schließlich gehe es schlicht um wirtschaftliche Aspekte: Drohende finanzielle Einbußen, "die sich auf die Förderung des Breiten- und Spitzensports auswirken".

Plazer war optimistisch: "Veranstalter, Organisatoren und Teilnehmer haben durch die bisherigen Erfahrungswerte ausreichend Präventionskonzepte, um die Risiken zu minimieren. Auch wenn uns Omikron leider zeigt, dass man nichts völlig ausschließen kann."

Das mussten jüngst einige EM-Teilnehmer bereits zur Kenntnis nehmen. So erwischte es bei Kroatien u.a. Regisseur Domagoj Duvnjak vom deutschen Meister THW Kiel, dem Klub von ÖHB-Aushängeschild Nikola Bilyk, weiters sind Dänemark, Schweden, Frankreich, Serbien, Montenegro und Portugal betroffen.

Infizierte Profis können sich frühestens fünf Tage nach dem ersten positiven Test. Deshalb dürfen die Mannschaften aus einem 35-Mann-Kader schöpfen. Alle Spieler müssen geimpft oder genesen sein. Diese Bedingungen dürfen nicht länger als sechs Monate zurückliegen. Während der EM werden alle zwei Tage PCR-Tests vorgenommen. Ob in den Spielorten in der Slowakei, Bratislava (Österreich) und Kosice, überhaupt Zuschauer zugelassen sind, soll erst am Sonntag von der slowakischen Regierung entschieden werden.

Angst vor Corona? "Wissen, dass wir nicht davonlaufen können"

Österreich hat sich aktuell in Stockerau "eingebunkert". "Wir haben bewusst Stockerau gewählt, weil das Umfeld sehr ruhig ist. Das Hotel gehört fast nur uns", berichtete Fölser. "Wir versuchen alles auszuschließen, auch wenn wir wissen, dass wir nicht davonlaufen können."

Bilyk gestand, allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz "schon ein bisschen Angst" vor Corona-Fällen zu haben. "Wenn man dann (bei Mannschaftskollegen im Klub, Anm.) nachfragt, wie es dazu kommen konnte, und keiner weiß es. Man kann es nicht zu 100 Prozent schaffen, am Ende des Tages gehört da wahrscheinlich auch ein bisschen Glück dazu."

Der 25-Jährige ist nach seinem Team-Comeback bei den Tests gegen Tschechien Anfang November heiß auf die EM. "Wir haben eine gute Mannschaft, sind erstmals seit sehr, sehr langer Zeit wieder einmal komplett", meinte der Rückraumakteur, der wegen eines Kreuzbandrisses ein gutes Jahr pausieren hatte müssen.

Den EM-Vorrunden-Duellen mit Polen (14. Jänner), Deutschland (16. Jänner) und Weißrussland (18. Jänner) blickte er mit Spannung entgegen. "Es ist eine sehr, sehr ausgeglichene Gruppe. Wir müssen schauen, dass wir gegen Polen unsere ersten zwei Punkte holen und uns in einen Rausch spielen."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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