Der "Sucker", obwohl Belichick verarscht wurde

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Immer noch unglaublich!

Die New England Patriots gewinnen Super Bowl LI gegen die Atlanta Falcons mit 34:28 nach Overtime - und das nach 3:28-Rückstand. Damit krönt sich das Team aus Boston mit Bill Belichick und Tom Brady zum fünften Mal zum Super-Bowl-Champion.

Soweit die Fakten. Dass diese Partie jede Menge Gesprächsstoff zu bieten hat, liegt auf der Hand.

Unser Mann im NRG Stadium in Houston, Peter Altmann, geht aus seiner Sicht auf die wichtigsten Aspekte einer unvergesslichen Super Bowl ein:

WHAT THE F...?!?

Könnt ihr inzwischen kapieren, was ihr in Super Bowl LI erlebt habt? Ich nicht. Die eine oder andere Stunde ist seit diesem dramatischen Thriller inzwischen vergangen, aber eine logische Erklärung lässt sich nach wie vor nicht finden. Wie auch? Liebe Freunde der NFL und des Sports im Allgemeinen: Mit diesem Match werden sich noch Generationen an Chronisten auseinandersetzen, es wird Dokumentationen noch und nöcher geben, hier eine Expertise, dort eine Expertise, hier eine Theorie, dort eine Theorie. Wir wurden Zeugen eines Ereignisses, von dem man sprichwörtlich noch seinen Enkel-Kindern erzählen wird - so wie den Field-Goal-Fail Buffalos, das 1-Yard-Drama Tennessees gegen St. Louis oder die Goalline-Interception der Patriots vor zwei Jahren gegen Seattle, um nur jene drei Beispiele zu nennen, die mir jetzt am spontansten eingefallen sind.

War es Brady-Magic? War es Atlantas Angst vor der eigenen Courage (meine Haupterklärung)? War es schlichtweg Glück? War es doch mehr Können? War es Schicksal? War es Belichicks Versagen (erste Halbzeit) und Belichicks Genie (zweite Halbzeit)? War es höhere Gewalt (Edelman)? Konnte es am Ende gar nicht anders sein, als dass sich Roger Goodell dem Canossa-Gang aufs Siegerpodium zu Tom Brady stellen musste, weil der Sport eben doch noch selbst seine besten Drehbücher schreibt? Vielleicht war es von allem ein bisschen. Aber eines war es gewiss: DAS war American Football! Das war, was diesen Sport so genial macht! Genau deswegen geht man - nach europäischer Zeit - bei einer Super Bowl nicht schlafen, auch wenn eine Partie früh entschieden scheint - noch dazu wenn der vermeintliche Verlierer-QB der tendenziell beste aller Zeiten ist und man ihm Aufholjagden jederzeit zutrauen muss.

Aber 25 Punkte in eineinhalb Vierteln? Daran habe ich ehrlich gesagt selbst nicht mehr geglaubt. Ich habe in meinem Leben schon drei, vier Football-Spiele gesehen und weiß daher, welche Verrücktheiten möglich sind. Aber zu dieser epochalen Darbietung fällt mir voerst auch nur eines ein: WTF! Ich fühle mich jedenfalls geehrt und stolz, im Stadion Zeuge dieses Irrsinns gewesen zu sein. Hier seht ihr die Chronologie des Super-Bowl-Sundays (und des Wahnsinns in der gesamten Woche) aus meiner Perspektive:

Super-Bowl-Tagebuch von Peter Altmann, Eintrag #7 - 5. Februar: Gameday!!!!! Der Tag, wegen dem dieser ganze Wahnsinn hier stattfindet. Das Match, auf das jeder hingefiebert hat.

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Damit, dass man nach Spielende der Vince-Lombardi-Trophy - in der Kabine der New England Patriots - so nahe kommen konnte, war zwischenzeitlich wahrlich nicht zu rechnen. Aber rollen wir den Super-Bowl-Tag aus meiner Perspektive von Anfang an auf.

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Bereits Stunden vor dem Kickoff setzt sich die Fan-Karawane in Richtung NRG Stadium in Bewegung. Super Bowl LI - Atlanta Falcons gegen New England Patriots, das größte Einzelsport-Ereignis der Welt.

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15 Jahre hat die Arena schon (für US-Verhältnisse)/erst (für österreichische Verhältnisse) auf dem Buckel. Ich würde meinen, es ist immer noch ein Schmuckkästchen, wenngleich es mit den neuesten US-Prunkbauten nicht mithalten kann.

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Der Place to be im Weltsport war das NRG Stadium an diesem Super Bowl Sunday aber so oder so. Die Nervosität unter den Tausenden Fans vor dem Stadion in den Stunden vor dem Match ist immer wieder nett mitzuerleben.

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Und es waren auch genügend Anhänger beider Teams da. Gut 70.000 Menschen durften sich glücklich schätzen, das Spiel aller Football-Spiele live im Stadion mitzuerleben.

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Dieses Foto täuscht ein wenig: Die Patriots stellten die klare Mehrheit der Fans. Dies machte später auch der Stimungstest im Stadion deutlich, da konnten die Falcons-Anhänger lautstärkentechnisch nicht mithalten.

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Wie gehabt wurde den Fans einiges geboten.

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Auch für die Ohren.

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Das NFL Network durfte sich über großartige Bilder freuen.

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Meine Wenigkeit genoss zwar die Atmosphäre vor dem Stadion, dies ist immer wieder ein Erlebnis. Aber so langsam will man dann auch das Innenleben der Arena kennenlernen. Also gemmas an!

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Ein paar Stockwerke höher bot sich ein netter Blick in Richtung Houston. Weil ich immer wieder gefragt werde, wie Houston eigentlich so ist: Nunja, als Tourist muss man die Metropole in Texas nicht unbedingt gesehen haben (Austin und San Antonio sind dafür sehr nett, nur so als Tipp!), leben lässt es sich hier aber vermutlich nicht so schlecht.

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Im Hintergrund sehen wir die Trainingshalle der Houston Texans. Im Vordergrund: Rauchen ist zwar pfui, aber für alle Süchtler war es natürlich eine erfreuliche Überraschung, dass ungewohnterweise eine Raucherzone in Gehreichweite eingerichtet wurde. Wobei man während es Matches eh nicht dazu kommt. Hört man...

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Wir nähern uns dem Spielbeginn, das Stadion füllt sich.

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Endlich am eigenen Platz angekommen. Vorletzte Reihe und trotzdem ein toller Blick. Den alljährlichen Happel-Stadion-Gag erspare ich mir in diesem Jahr, es hat ohnehin keinen Zweck. Mir fehlt langsam der Glaube, dass ich noch ein würdiges Nationalstadion erlebe...

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Während der Vortrag der Hymne und ihr Interpret schnell vergessen sein werden, wird dieses Match für lange Zeit in Erinnerung aller Football-Fans bleiben. Was für eine erste Halbzeit der Atlanta Falcons!

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Kurz vor der Haltime-Show wurde das einzige Mal an diesem Abend das Stadion-Dach geöffnet.

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Sonntag, 5. Februar 2017 - vielleicht ist das Datum gekommen, an dem ich mit Lady Gaga meinen Frieden schließen muss.

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Keine Ahnung, wie dieses Spektakel im TV rübergekommen ist, aber live vor Ort war es zugegeben bombastisch.

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Das Ranking meiner bisherigen Halftime-Shows. 1.) Lady Gaga 2.) Katy Perry (vermutlich weil der Gaga-Eindruck frischer ist, aber Left Shark wird für immer in meinem Herzen sein.) 3.) Beyonce. Dann lange nichts. Dann immer noch nichts. 4.) Coldplay. Ich habe wirklich nichts gegen Coldplay, aber das war im Vorjahr lahm und deplatziert. Zur Ehrenrettung von Coldplay: Ich musste mich wenigstens nie mit Bruno Mars als Hauptact herumärgern.

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Im Schlussviertel wurde die Partie entgegen aller Erwartungen zum Krimi. Ab ein paar Minuten vor Schluss hielt es das Publikum nicht mehr auf den Plätzen, Stehen war angesagt.

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Ich hoffe ja ehrlich, dass ihr alle brav durchgehalten habt und nicht schlafen gegangen seid!!! Im Football kann es schnell gehen, auch deshalb ist es so ein unglaublich faszinierender Sport. Und ja, die Patriots haben es nach 25 Punkten Rückstand tatsächlich noch in der ersten Overtime der Super-Bowl-Historie geschafft.

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Auch wenn mir selten ein Sport-Team so Leid getan hat wie die Atlanta Falcons an diesem Abend, kann man da nur herzlich gratulieren und bescheiden vor Dankbarkeit innehalten, dass man einer ewigen Sportgröße wie Tom Brady auf dem Weg zur endgültigen Unsterblichkeit zuschauen durfte.

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Die Siegerehrung wurde zum Spießrutenlauf für Commissioner Roger Goodell - Deflategate, Sperre von Brady, eh schon wissen. Ein wenig konnte ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen.

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Fest steht: Die ständig wachsende österreichische Delegation wurde Zeuge einer historischen Super Bowl: Thomas Nigl (OÖN), Mario Ruhmanseder (Krone), Daniel Jerovsek (Kleine) und meine Wenigkeit.

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Von der Tribüne ging es für uns flott in die Katakomben, um ein wenig dem siegreichen Coach Bill Belichick zu lauschen. Er ist nun der erfolgreichste Coach der Geschichte, an seiner "Mir-wurscht"-Attitüde ändert dies aber natürlich nichts.

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Julian Edelman wird die Geschichte seine Catches noch oft erzählen müssen. Sein Leben lang.

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Natürlich mussten auch die Verlierer vor die Medien treten. Hut ab vor Julio Jones, der den Sieg der Patriots äußerst fair anerkannte. Mir ist Cam Newtons patziger Auftritt aus dem Vorjahr noch in bester Erinnerung. Da kann sich der gute Cam etwas abschauen.

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Zum Abschluss ging es noch in die Kabine der Patriots. Im Lockerroom des frischgebackenen Champions zu stehen, ist für mich Jahr für Jahr der Moment der Super-Bowl-Woche, den ich am wenigsten begreifen kann. Aber auch wenn man sich zwickt, steht man immer noch da.

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Und man kommt der Lombardi-Trophy erstaunlich nahe.

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Auch für die Spieler ein begehrtes Fotomotiv. Aber das würde ich nicht anders handhaben.

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Und Tom Brady duftet tatsächlich nach Rosen (siehe Tagebuch-Eintrag vom Montag). Das war es von Super Bowl LI. Ich hoffe, ich konnte euch auch in diesem Jahr ein paar Einblicke hinter die Kulissen dieses Mega-Spektakels gewähren. Für mich war es wie gewohnt ein unvergessliches Abenteuer.

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Super-Bowl-Tagebuch von Peter Altmann, Eintrag #6 - 4. Februar: Was für ein Highlight! Der Besuch bei der Familie von Toni Fritsch.

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Darf ich vorstellen: Caroline, die 16-Jährige Enkelin von Toni Fritsch, und Hans, der Sohn des österreichischen Super-Bowl-Champions.

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Die Nachfahren des legendären "Wembley-Toni", der seine Karriere als Fußballer zu Gunsten einer Laufbahn als Kicker in der NFL aufgab, leben in The Woodlands, eine 90.000-Einwohner-Stadt rund 45 Kilometer nördlich von Houston. Gemeinsam mit den Kollegen von Puls4 und der Krone habe ich ihnen einen Besuch abgestattet.

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Caroline bestritt dabei gerade ein Fußball-Spiel. Irgendwie charmant, dass die Enkelin des früheren ÖFB-Teamspielers und Rapidlers quasi in dessen Fußstapfen tritt. 

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Das Match wurde zum Familien-Event. Mit Sonja schaut auch die frühere Ehefrau von Toni Fritsch und Mutter von Hans vorbei, genau wie dessen Gattin Jennifer.

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Ebenfalls mit von der Partie: Taylor, die ältere Tochter von Hans und somit ebenfalls eine Enkelin von Toni.

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Gemeinsam wurde Caroline angefeuert.

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Zwischenzeitlich blieb jedoch auch Zeit für ungewohnte Medienarbeit. Sonja schwelgte im Gespräch mit Mario Ruhmanseder von der "Krone" und meiner Wenigkeit in Erinnerungen.

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Danach ging es weiter ins Hause Fritsch, wo der Besuch aus der österreichischen "Heimat" extrem freundlich in Texas willkommen geheißen wurde.

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Diverse Erinnerungsstücke an Toni wurden hervorgekramt. Nur so nebenbei: Warum schreibe ich von "Toni"? In der Familie Fritsch nennt sich jeder gerne gegenseitig beim Vornamen. Geht es um Toni, wird er auch meistens Toni genannt und nicht etwa Dad.

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Diverse Zeitungsartikel, auch jene aus Österreich, wurden liebevoll archiviert.

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Das gilt auch für den ehemaligen Arbeitgeber meines Chefs Peter Rietzler aus einer analogen Epoche, in der man in Österreich noch täglich Alles erfuhr.

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Das Mannschaftsfoto der 75er Dallas Cowboys. Wer findet Toni?

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Kleine Orientierungshilfe: Er ist die Nummer 15.

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Ein Eck im Regal ist alleine den Errungenschaften von Toni gewidmet. Darauf besteht Hans: "Denn er hat den Grundstein für unser jetzigen Leben gelegt. Das dürfen wir nicht vergessen. Unsere Aufgabe ist es, das Beste daraus zu machen."

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Das ist der Game Ball, den sich Fritsch gleich in seinem ersten NFL-Spiel verdiente, als er die Cowboys zu einem 16:13-Erfolg gegen die St. Louis Cardinals schoss. Nette Anekdote: Die Cardinals-Spieler versuchten Toni vor seinem entscheidenden Kick zu verunsichern, bekamen jedoch von den Dallas-Spielern launig zugeraunt: "Spart euch eure Energie, er versteht nicht ein einziges Wort Englisch!"

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Nach fünf Saisonen in Dallas (1971 bis 1975) musste Fritsch 1976 zu den San Diego Chargers, von 1977 bis 1981 kickte er zurück in Texas für fünf Saisonen bei den Houston Oilers. 1982 ließ er seine NFL-Karriere bei den New Orleans Saints ausklingen. 1984 und 1985 feierte er in der USFL ein Comeback bei den Houston Gamblers.

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In die Geschichtsbücher der Dallas Cowboys hat er es unter anderem mit seiner Beteiligung am Gewinn von Super Bowl VI im Jänner 1972 gegen die Miami Dolphins geschafft. In Super Bowl X setzte es im Jänner 1976 eine Niederlage gegen die Pittsburgh Steelers. Es sollte das letzte Spiel von Fritsch für die Cowboys sein.

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Dass Toni daran beteligt war, die "Soccer-Style"-Schusstechnik in die NFL zu bringen, ist gut dokumentiert.

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Neben der erfolgreichen Zeit bei den Cowboys erlebte Fritsch seine beste Phase bei den Houston Oilers, wo laut Hans ein familiäres Klima herrschte. 1979 wurde Toni sogar in die Pro Bowl gewählt.

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Zu behaupten, die Familie Fritsch wäre gastfreundlich, wäre die Untertreibung des Jahrzehnts. Herzlichkeit, Begeisterungsfähigkeit und Stolz, mit der sie diese Reise in die eigene Vergangenheit gestaltete, hinterlassen fraglos einen bleibenden Eindruck.

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Vor allem Hans konnte gar nicht genug davon bekommen, uns mit Anekdoten über seinen berühmten Vater zu versorgen - und das übrigens in hervorragendem Deutsch, wenngleich er selbst von seinen Deutsch-Kenntnissen nicht restlos überzeugt ist.

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Zum Beispiel jene über seine Freundschaft zu Box-Legende George Foreman und die Begegnung mit Jahrhundert-Sportler Muhammad Ali.

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Auch Jennifer und Taylor nutzten die Gelegenheit, um sich an frühere Österreich-Aufenthalte zu erinnern.

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Tonis Karriere als Fußballer kommt übrigens auch nicht zu kurz. Insgesamt bestritt er neun Länderspiele für Österreich. Zur Legende wurde er bereits in seinem ersten, als er das ÖFB-Team im Oktober 1965 mit zwei Treffern zu einem sensationellen 3:2-Sieg gegen England im Londoner Wembley-Stadion schoss. Deshalb - nonetnana - auch der Spitzname "Wembley-Toni".

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Die Kollegen Phillip Hajszan und Julian Kurzwernhart führten übrigens noch ein unterhaltsames TV-Interview mit Hans, dessen Highlights im Vorlauf der Super-Bowl-Übertragung zu sehen sein werden. Man darf sich darauf freuen.

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Ich werde versuchen, in der schriftlichen Aufarbeitung diesem Treffen auch nur annähernd gerecht zu werden. Dies steht als nächstes auf meinem Programm. Ich hoffe, es wird für euch das passende Lesevergnügen am Super-Bowl-Sunday - und natürlich viel Spaß beim Endspiel selbst! Genießt Super Bowl LI, wo und mit wem auch immer ihr schaut! Es ist schließlich der höchste Football-Feiertag des Jahres!

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Familie Fritsch wird das Match bei Nachbarn schauen. Wir können nur sagen: Hoffentlich auf ein Wiedersehen - sei es in The Woodlands oder gerne in Österreich!

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Super-Bowl-Tagebuch von Peter Altmann, Eintrag #5 - 3. Februar: Ein Paradies für die Fans.

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Der Countdown läuft! Nur noch zwei Tage bis zu Super Bowl LI!

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Die Vorfreude steigt zusehends, genauso wie die Zuschauer-Massen in Houston, wo das Abenteuer Super Bowl auf recht kompaktem Raum stattfindet. Der Vorteil: Die Wege für alle Beteiligten sind relativ kurz.

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Auf einem Gelände namens Discovery Green befindet sich "Super Bowl Live", womit im Prinzip alle Outdoor-Aktivitäten gemeint sind.

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Eines darf man als Fakt annehmen: Die NFL versteht ihr Publikum nicht nur mit dem Sport auf dem Feld zu unterhalten, sondern auch mit ihren Entertainment abseits der Spiele. Es ist immer wieder erstaunlich, was rund um die Super Bowl auf die Beine gestellt wird, um den Zuschauern ein Abenteuer zu bieten.

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Logisch, dass sich auch die TV-Sender, die in der Super-Bowl-Woche mehr oder weniger in Dauerschleife senden, mitten ins Geschehen mischen. Das ergibt schließlich gute Bilder.

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In Houston drängt es sich zudem förmlich auf, mit der NASA einen Special Guest auf dem Gelände zu haben. Ein Teil des Vergnügungsparks ist der Raumfahrtbehörde gewidmet.

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So zieht etwa ein Modell des Mars-Rovers viele Blicke auf sich. 

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Das Gelände wirkt jedenfalls wie ein Magnet auf die Super-Bowl-Touristen. Richtig voll wird es am Samstag am Vorabend des Big Games. "Höhepunkt" wird der Auftritt der Band ZZ Top, die in Houston Heimvorteil genießt. Schön, dass die Liga auch für ältere Semester etwas im Programm hat, nachdem meine Generation im Vorjahr in San Francisco bei Alicia Keys auf ihre Kosten kam (Und ja eh, ZZ Top ist sicher auch ganz super).

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Im Prinzip sind es die simpelsten Ideen, die die beliebtesten Foto-Motive ergeben.

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Diese Helme gibt es übrigens für alle 32 Teams. Die längsten Schlangen findet man jedoch definitiv bei den New England Patriots und Gastgeber Houston Texans.

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Alle 32 Teams sind auch in diesem Jahr Indoor vertreten. Gleich angrenzend im George R. Brown Convention Center ist nicht nur das Medienzentrum untergebracht, sondern auch die NFL Experience, das NFL-Schlaraffenland für jung und alt. Und es ist Jahr für Jahr einfach nur großartig!

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Einmal im Lockerroom des Lieblingsteams vorbeischauen? Kein Problem!

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Eine Erneuerung, die sich als Publikums-Renner erweist, ist die Station des beliebten Spiels Madden, bei dem zwei Zuschauer gegeneinander antreten können und zwei Kommentatoren begleiten das Geschehen live. Man glaubt gar nicht, wie viele Leute anderen Menschen gerne beim Zocken zusehen. Im konkreten Beispiel hat Dallas mit QB Aaron Rodgers keine Chance gegen San Francisco mit QB Terrelle Pryor. Strange!

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Das Highlight bleiben die zahlreichen Möglichkeiten, selbst mit diesem wunderbaren Sport in Berührung zu kommen - sowohl für Kinder als auch Erwachsene.

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Wer gerne über misslungene Field-Goal-Versuche schimpft, darf sich gerne selbst als Kicker beweisen.

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Und ab in die Endzone! Das Gelände, auf dem sich dieser ganze Messe-artige Spaß befindet ist, übrigens riesig. Will man alles sehen, legt man schon ein paar Meter zurück.

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Auf der Autogramm-Bühne finden sich immer wieder mehr oder weniger bekannte (Ex-)Profis ein. Im konkreten Fall waren dies Washington-Backup-QB Colt McCoy und Joe Theismann, der die Redskins 1983 als QB zum Sieg in Super Bowl XVII geführt hat. Theisman ist übrigens der Schöpfer des genialen Zitats: "Nobody in football should be called a genius. A genius is a guy like Norman Einstein." (Er hat natürlich einen Schulkameraden gemeint...)

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Auch die Super-Bowl-Historie kommt nicht zu kurz. Apropos: Probiert unbedingt unser Super-Bowl-Quiz aus und beweist, wie gut ihr euch in der Geschichte dieses Spektakels auskennt!

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Man startet bei Helligkeit, beendet das Abenteuer bei Dunkelheit und hat trotzdem das Gefühl, bei eitem nicht alles gesehen zu haben. Das ist die NFL Experience.

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Super-Bowl-Tagebuch von Peter Altmann, Eintrag #4 - 2. Februar: Lady Gaga gibt sich geheimnisvoll. Plus: NFL-Legenden, NFL-Legenden, NFL-Legenden.

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Ja, ich habe Lady Gaga ein wenig verunglimpft, bevor sie im Vorjahr bei Super Bowl 50 die Hymne gesungen und dabei einen bombastischen Job abgeliefert hat. Also werde ich diesmal besonders respektvoll mit dieser großartigen Künstlerin umgehen. Selbstverständlich.

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Die 30-Jährige bekommt also einen Back-to-back-Super-Bowl-Auftritt. Nach der Hymne bestreitet sie diesmal die Halftime-Show, deren Protagonist sich traditionell am Donnerstag vor dem Big Game den Medienvertretern stellt.

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Zur Halftime-Show selbst hatte sie eigentlich nichts zu sagen, außer dass man so eine Show noch nie gesehen hat und dass sie aus Kostüm-Gründen eine Neuauflage von Nipplegate ausschließt. Nipplegate ist zwar inzwischen ein wahrlich abgedroschenes Thema, hat diesmal jedoch ein wenig Relevanz, weil Janet Jacksons Garderobenfehler damals ebenfalls in Houston passierte und ebenfalls die New England Patriots im Endspiel standen.

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Wem sie die Daumen drückt? Welche Lieder vorkommen werden? Irgendetwas Halftime-Show-Relevantes? Fehlanzeige. Ob Atlanta oder New England ihr Herz erobert haben, will sie aber zumindest nach dem Spiel verraten. Immerhin hatte ihr Auftritt den notwendigen Pathos.

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Auf der nach oben geschlossenen Katy-Perry-Unterhaltsamkeits-Skala bei Halftime-Show-Pressekonferenzen hat Gaga eine solide 7,3 erreicht.

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Hauptsächlich weil QB-Legende Terry Bradshaw sein Geschäft versteht und bei seiner Frage eine Show ablieferte - inklusive "Heiratsantrag" für Gagas Oma.

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Die Hymne singt diesmal übrigens Luke Bryan - ein Country-Sänger aus Georgia, der somit logischerweise Atlanta die Daumen drückt und gleichzeitig auf besonders schleimige Art und Weise versucht, die Sympathien seines Publikums in Boston nicht zu verlieren. Was? Ihr kennt ihn nicht?

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Tja, ich auch nicht. Nie gehört. (Und ich hoffe, ich habe jetzt nicht versehentlich erneut einen grenzgenialen Künstler beleidigt. Wenn doch: Sorry!)

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Der Ausflug auf das Society-Terrain, bei dem die Entertaiment-News-Kollegenschaft in ihrem Element ist, ist immer wieder interessant und amüsant. Wohler fühle ich mich definitiv auf folgendem Terrain: Das NFL Network lud kurz nach dem Gaga-Date zum Tischgespräch mit all seinen Superstars. Für langjährige NFL-Fans ist das stets ein Eldorado.

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Großartig vor allem die Analysen von Kurt Warner, der Tom Brady zutraut, bis 45 zu spielen, und für den Matt Ryan unter Druck steht, seine Elite-Saison 2017 zu untermalen. Sonst ginge es ihm wie Cam Newton, der nach Traum-Saison wieder in der Realität angelangt ist.

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Für Warner steht in dieser Woche übrigens auch einiges auf dem Spiel. Zum bereits dritten Mal hofft er auf seine Aufnahme in die Hall of Fame. Am Samstag wissen wir mehr. Ganz ehrlich: Ich verstehe, warum ihn nicht alle in Canton sehen, seine Karriere ist wirklich ein Spezialfall. Aber ich drücke ihm beide Daumen. Ich finde, er hat das beginnende Jahrtausend geprägt wie kaum ein anderer - und er tat dies mit zwei Teams.

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LaDainian Tomlinson hat sein Date mit Franz und Sissi (siehe Montag) offenbar verarbeitet.

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Reggie Wayne!!!

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Michael Irvin hätte vermutlich lieber seine Dallas Cowboys in der Super Bowl gesehen.

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Marshall Faulk wirkte nicht ganz ausgeschlafen.

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Deion Sanders wird tendenziell seinem Ex-Team aus Atlanta die Daumen drücken.

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Willie McGinest wiederum gewann mit Bill Belichick und Tom Brady drei Super Bowls. Seine Sympathien werden tendenziell bei den Patriots liegen.

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Terrell Davis war wohl im Vorjahr aufgeregter, als "seine" Denver Broncos im Big Game standen.

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Und Steve Mariucci ist sowieso immer aufgeregt. Der frühere Head Coach der San Francisco 49ers und Detroit Lions wirkt stets so, als stünde er unter Feuer.

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Wer kennt eigentlich diesen aus zwei Aspekten interessanten Herrn noch? Meine Güte, die Zeit vergeht... Wer das tatsächlich weiß, kann mir die Antwort gerne twittern. Zu "gewinnen" gibt es eine gratis Houston-Anstecknadel, die mir gerade in die Hand gedrückt wurde und die ich nicht wirklich brauche, haha. Ich würde sie natürlich brüderlich teilen. Vielleicht waren da jetzt Hinweise versteckt.

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Super-Bowl-Tagebuch von Peter Altmann, Eintrag #3 - 1. Februar: Der Big Boss ist im Haus - im Haus mit dem unfassbar guten Essen.

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Am Mittwoch vor der Super Bowl spricht Commissioner Roger Goodell traditionell zur NFL-Nation. Diesmal wurde dieser Medientermin mit noch mehr Spannung erwartet als in anderen Jahren.

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Goodell ist für Patriots-Fans eine Persona non grata, seit er Tom Brady gesperrt hat. Aber auch die zahlreichen Übersiedlungen von Teams machen ihm das Leben gerade nicht leicht. Entsprechend groß war das Interesse an seinen Ausführungen.

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Teilweise blieben im - eigentlich eh ziemlich riesigen - Saal nur Stehplätze übrig. Meine Wenigkeit ergatterte eine Sitzgelegenheit, allerdings recht weit hinten. Der Anspruch dieses Tagebuchs ist eigentlich eindrucksvoll zu beweisen, dass es für eine Fotografen-Karriere nie im Leben reicht und nur eigene Bilder zu nehmen. Im konkreten Fall mische ich allerdings Agentur-Pics mit rein - das wird auch morgen von Nöten sein, aber dazu später mehr.

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Zur Patriots-Causa: Goodell versuchte ganz auf Politiker mit einem "Deflategate haben wir hinter uns gelassen" durchzukommen. Tja, falsch gedacht. Frage um Frage drehte sich um sein gestörtes Verhältnis zu New England. Zumindest bekannte er sich dazu, erstmals seit dem Disput wieder ein Spiel in Foxborough besuchen zu wollen - sollte er eingeladen werden...

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Patriots-Owner Robert Kraft (2.v.l.) war übrigens unter den interessierten Zuhörern der Pressekonferenz von Goodell.

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Weniger Spießrutenlauf, aber durchaus ebenfalls teils unangenehm war die Relocation-Thematik. Vor allem der Verlust von San Diego als NFL-Stadt schmerzt den Boss. Goodell spricht von einer kollektiven Enttäuschung bei allen Beteiligten. Die Chargers sind ja bekanntlich nach Los Angeles übersiedelt.

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Ansonsten ging es wie immer um Gott und die NFL-Welt - ob Regeländerungen, die Zukunft des Donnerstags-Spiels, TV-Quoten, die Idee einer Entwicklungs-Liga für junge Spieler oder die Bekanntgabe eines erneuten Spiels in Mexiko (Raiders vs. Patriots). Mit nichtssagendem Blabla (Mein Fokus liegt auf der Super Bowl) zog sich der Republikaner beim Thema Trump und Flüchtlinge aus der Affäre.

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So ganz genau weiß man es natürlich nicht, aber ich habe zumindest einen Verdacht, welchem Team Goodell am Sonntag die Lombardi-Trophy lieber übereichen möchte. Sollte New England gewinnen, kann man sich getrost auf ein gewaltiges Pfeifkonzert der Patriots-Fans für Goodell gefasst machen!

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Für unsereinen gilt ja leider: Nur gucken, nicht anfassen! Aber dem Objekt der Begierde, um das sich in dieser Woche alles dreht, so nahe zu kommen, ist immer wieder cool. Man sieht ringsum jedenfalls viele leuchtende Augen - ein bisserl wie Weihnachten...

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Abgesehen vom Goodell-Termin lag der Fokus heute mal eher auf Schreibarbeit als einen Termin nach dem anderen wahrzunehmen - mit dem Bus durch Houston kennt man inzwischen. Gearbeitet wird übrigens im schmucken Media Center, dessen Eingang wir hier sehen.

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Das George R. Brown Convention Center, in dem sich neben dem Medienzentrum auch der NFL-Vergnügungspark befindet, ist ein durchaus geräumiges Gebäude. Immer wieder schön der Balkon, um bei 25 Grad ein bisschen Sonne zu tanken und die Aussicht zu genießen.

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Und um einmal ein Klischee zu bestätigen: Journalist wird man ja nur, damit man sich am Buffet bei Medienterminen den Magen voll schlagen kann. Warum auch sonst? Vergangene Super-Bowl-Veranstalter hielten sich diesbezüglich - in Wahrheit richtigerweise - vornehm zurück.

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Was die Freunde in Houston hier allerdings Tag für Tag hinzaubern, ist definitiv nicht selbstverständlich. Da muss man zwischendurch auch mal ganz artig Danke sagen!

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Mahlzeit!

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Ein kleiner Programmhinweis für Donnerstag: Lady Gaga wird im Haus sein und ihre Halftime-Show promoten - dies ist traditionell die am besten besuchte PK, da kommt normalerweise auch Goodell nicht mit. Ich bin mit zwei Vorhaben nach Texas geflogen: Erstens nicht den Veranstaltungsort und das Wort Problem in einem Satz verwenden. Zweitens nicht erneut Lady Gaga verunglimpfen. Das letztjährige Super-Bowl-Tagebuch ist mir eine Lehre, haha. Aber dazu morgen mehr!

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Super-Bowl-Tagebuch von Peter Altmann, Eintrag #2 - 31. Jänner: Medientermine, Medientermine, Medientermine oder der ganz normale Brady-Wahnsinn.

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Am Tag nach der Opening Night geht es für Coaches und Spieler der beiden Super-Bowl-Teams pressetechnisch erst so richtig los. Zum Beispiel in der Eishalle neben dem Hotel der Atlanta Falcons.

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Ist bei der Opening Night durchaus auch Platz für Klamauk, geht es bei den Medienterminen in den Team-Quartieren deutlich fachlicher zu. Beispielsweise bei der Pressekonferenz von Atlantas Head Coach Dan Quinn.

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Spieler müssen am Dienstag nicht alle präsent sein. Die Auserwählten wurden in der Eishalle jeweils auf einem Podium platziert.

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Beispielsweise Receiver-Shootingstar Taylor Gabriel.

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Im Rampenlicht stand einmal mehr Quarterback Matt Ryan - jedoch kein Vergleich zu dem Andrang, der wenig später bei seinem Patriots-Gegenüber Tom Brady herrschen sollte.

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Eine kurze Busfahrt mit Polizei-Eskorte später landete der Medientross auch schon im Patriots-Quartier.

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Die Sicherheitskontrollen gehen zügiger über die Bühne, als dieses Bild vermuten lässt. Es gibt in Österreich Fußball-Veranstaltungen, da braucht man für vier Herrschaften länger - bei gleich vielen Kontrollstationen wohlgemerkt.

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Auch bei den Patriots gehörte die Einzel-PK dem Head Coach. Wer immer noch glaubt, dass Bill Belichick stets mundfaul ist, der irrt gewaltig.

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Der hat die lebende Trainer-Legende zumindest noch nie gefühlt je fünf Minuten über Longsnaper, die Wichtigkeit von Situational Football oder die Lehren seines Vaters (wirklich interessant!) referieren gehört. Eh nicht blöd, mit Wohlfühl-Themen jene Redezeit aufzubrauchen, in der man auch Relevanteres unterbringen könnte. 

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Tom Brady in einer Super Bowl zu erleben, fällt ja nicht unbedingt unter die Kategorie Once in a Lifetime. Beim Trubel um seine Person könnte man jedoch auf die Idee kommen, Zeuge eines einzigartigen Erlebnisses zu sein.

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Was sich im Vorjahr im Vorfeld des Big Games rund um Peyton Manning abspielte, war schon erinnerungswürdig. Der Hype um Brady steht dem jedoch um nichts nach.

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Ich leide nicht an Platzangst, war aber nicht unglücklich, dass ich mich nicht in der Menschentraube postieren musste. Um mittendrin statt nur dabei einen Platz zu kriegen, hätte man unmittelbar davor den Falcons-Termin auslassen und sich in Stellung bringen müssen.

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Bei Bradys Kollegen ging es deutlich ruhiger zu. Es ist anzunehmen, dass sie nicht unglücklich darüber sind, dass ihnen ihr in Super-Bowl-Wochen erfahrener Leader viel an medialem Druck abnimmt.

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Aber Gesprächsthema ist die QB-Legende natürlich auch an anderen Tischen. Receiver Julian Edelman lobt seinen Spielmacher als Familienmenschen sowie leidenschaftlichen und positiven Typen. Na dann...!

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Ein kleiner Vergleich der Mikrofon-Anzahl an anderen Podien...

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Kein entscheidendes Detail, aber nicht uninteressant: Die Patriots-Spieler hockten in Privat-Klamotten da. Das ist nicht unbedingt üblich.

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Nach dem Ausflug zu den Patriots ging es im Eiltempo zurück in die Innenstadt Houstons, wo gleich der nächste Termin wartete. Ein Wort zum Wetter: Ja, es ist derzeit so schön, wie es auf diesem Bild wirkt - cirka 25 Grad. Aber kein Grund für Neid: Im Laufe der Woche soll der Regen kommen...

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Einer meiner Lieblings-Termine in der Super-Bowl-Woche ist traditionell jener des jeweiligen Host Broadcasters, der stets all seine berühmten Experten an den Start bringt. Super Bowl LI wird von Fox übertragen.

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Aber bevor wir zu den wirklichen Stars kommen, sind die nächsten Bilder einzig und alleine meinem geschätzten Touchdown-Tuesday-Kollegen Bernhard Kastler gewidmet - seines Zeichens Europas größter Fan von Erin Andrews und Joe Buck.

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Für die verschwindende Minderheit, die keine Ahnung hat, von wem ich rede: Andrews ist Sideline-Reporterin, Buck wird die Super Bowl kommentieren. 

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Für dich Kollege Kastler.

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Andrews-Kollegin Charissa Thompson war natürlich auch zugegen. Die beiden hatten viel Spaß bei einem Live-Einstieg, bei dem sie sich ausführlich über Mario Lopez von Saved by the Bell unterhielten - niemand unter 30 sollte wissen, wovon gerade die Rede ist...

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Kollege Kastler kennt Saved by the Bell natürlich, das weiß ich. Deswegen noch ein letztes Bild im Foto-Special für ihn, bevor wir uns wieder seriöseren Themen widmen können.

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Nein, doch nicht: Ein Buck für Bernie geht noch, haha. (Und ich weiß, dass ich das zurückbekomme. Den nächsten regulären Touchdown Tuesday gibt es leider, leider, leider erst im September...)

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So, nachdem wir ausnahmsweise mal Sportreporter als Stars abgefeiert haben, nun zu ihren Sidekicks - jener von Buck ist ein gewisser Troy Aikman, ehemaliger Quarterback und dreifacher Super-Bowl-Champion mit den Dallas Cowboys.

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Cris Carter! Cris Carter!

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Shannon Sharpe sollte jedem längergedienten NFL-Fan ein Begriff sein.

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Mike Pereira ist der Regel-Experte von Fox und fehlt in so gut wie keiner Übertragung - strittige oder zumindest enge Entscheidungen gehören nunmal zum Alltag im American Football.

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Und dieser Herr könnte am Sonntag seinen Langzeit-Rekord endgültig los sein. Derzeit ist Terry Bradshaw gleichauf mit Joe Montana und Tom Brady mit vier Super-Bowl-Ringen der erfolgreichste QB. Gewinnen die Patriots, hat Brady als erster Spielmacher der Geschichte eine Hand voller Ringe!

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Nicht unpraktisch ist ja, dass die Halle der Houston Rockets direkt um die Ecke des Pressezentrums liegt. Dort ging es dann am Abend auch hin - zum Kantersieg gegen die Sacramento Kings. Zumindest ein Abstecher zur NBA ist auch in der Super-Bowl-Woche erlaubt.

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Super-Bowl-Tagebuch, Eintrag #1: Peter Altmann ist für LAOLA1 in Houston vor Ort. Hier seine Erlebnisse vom Montag, 30. Jänner.

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Der Countdown läuft! Am Sonntag ist es endlich soweit und das alljährliche Spiel aller Football-Spiele steht auf dem Programm. In Super Bowl LI duellieren sich die Atlanta Falcons und die New England Patriots.

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Der erste absolute Höhepunkt der Super-Bowl-Woche ist ein traditioneller: Die Opening Night, in der sich alle Spieler und Coaches beider Teams, den sinnvollen und bisweilen auch weniger sinnvollen Fragen von tausenden Medienvertretern stellen müssen.

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Schauplatz dieses Spektakels war diesmal der Minute Maid Park, das Baseball-Stadion des MLB-Teams Houston Astros.

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Und ja, ich war tatsächlich da. LAOLA1 ist bereits zum sechsten Mal in Folge bei der Super Bowl vor Ort, für meine Wenigkeit ist es das vierte Big Game. Und es ist jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer, von dem ich euch in den kommenden Tagen unter anderem hier in diesem Tagebuch einen Eindruck vermitteln möchte.

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Offizielles Heimteam in der 51. Auflage der Super Bowl sind die Atlanta Falcons, also machten sie auch bei der Opening Night den Anfang und stellten sich der einstündigen Interview-Session, bei der auch Publikum im Stadion zugelassen war.

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Es ist nicht allzu schwer zu erraten, um wen das größte Gedränge herrschte...

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Als Quarterback steht man natürlich im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses - noch dazu, wenn man eine derart MVP-verdächtige Saison hingelegt hat wie Falcons-Spielmacher Matt Ryan.

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Da bekommt im Vergleich selbst ein Superstar-Receiver wie Julio Jones verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit.

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Die wichtigsten Spieler beider Teams sitzen jeweils auf einem Podium, vor dem sich die interessierten Journalisten aufbauen.

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Wie etwa Altstar Dwight Freeney...

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...oder Jungstar Vic Beasley Jr, der mit 15,5 Sacks die meisten in dieser Regular Season geschafft hat.

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Oder auch Mohamed Sanu, der kongeniale Receiver-Partner von Julio Jones.

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Die übrigen Kader-Spieler müssen sich frei auf dem Feld mitten unter den Journalisten bewegen.

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Logisch, um wen sich noch eine Menschentraube bildete: Offensive Coordinator Kyle Shanahan. Nicht nur, weil er Mastermind einer genialen Offense ist, sondern auch weil er nach der Super Bowl mit hoher Wahrscheinlichkeit Head Coach der San Francisco 49ers wird.

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Es gehört bei der Opening Night wie zum Amen im Gebet, dass auch so manche Journalisten selbst Schlagzeilen schreiben, indem sie sich kreativ kostümieren. Auffallen um jeden Preis quasi.

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Den Vogel schossen diesmal die Kollegen von Puls 4 ab, die sich als Kaiser Franz Joseph und Sissi verkleideten. Es ist keine Übertreibung, dass sie sich damit in den Mittelpunkt katapultierten.

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Mit dem früheren Superstar-Running-Back LaDainian Tomlinson, inzwischen für das NFL Network tätig, stellte sich sogar ein ehemaliger MVP der NFL artig um ein Interview an.

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Selbiges bekamen die Zuschauer in der Halle auf die riesige Leinwand übertragen.

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Küss die Hand, gnädige Frau (?)!

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Tomlinson selbst war selbstverständlich auch ein gefragter Interview-Partner.

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Und bevor Missverständnisse aufkommen: Franz und Sissi haben zwar viele Interviews gegeben, sind jedoch auch fleißig ihrer eigentlichen Aufgabe nachgekommen...

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...nämlich Interviews führen. Zum Beispiel mit diesen Spielern der New England Patriots, die relativ frei zugänglich waren.

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Die meiste Aufmerksamkeit beim Team aus Boston zog nämlich ein Mann auf sich, und es ist wohl nicht allzu schwer zu erraten welcher...

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Tom Brady, Tom Brady und nochmals Tom Brady, der diesbezüglich sogar sein Falcons-Gegenüber Matt Ryan in den Schatten stellte.

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In der Super-Bowl-Woche ist man mit viel Blödsinn konfrontiert. Aber wer diesen Hype zum siebten Mal miterlebt, weiß natürlich locker und souverän damit umzugehen. Wir wissen jetzt immerhin, dass er angeblich nach Rosen duftet.

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Zumindest den Versuch eines Selfies mit dem Großmeister kann man ja wagen. Die Betonung liegt auf Versuch...

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Für Bill Belichick ist dieser Arbeitstermin nach all den Jahren und all den Super Bowls auch kein Neuland mehr. Immerhin erschien der Patriots-Coach, entgegen seinem Ruf ein Mode-Muffel zu sein, mit Anzug und Krawatte.

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Nur als Vergleich zu Brady: Für so manchen Teamkollegen blieb erheblich weniger Aufmerksamkeit.

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Last but not least sei der Fairness halber natürlich darauf hingewiesen, dass nicht nur der heimische TV-Sender zugegen war, sondern auch die deutschen Kollegen ihren Star mit Sissi-Frisur schickten.

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TOM BRADY UND DER SUCKER:

"We're bringing this sucker home!" Meiomei, Brady war ganz schön enthusiasmiert bei seiner Ansprache an die Patriots-Fans. Wer will es ihm verübeln? Ich kann nicht mitreden, aber ich nehme an, Super-Bowl-Titel miteinander zu vergleichen ist wie die Frage, welches seiner Kinder man am liebsten hat. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass dieser Triumph vielleicht nicht emotionalste war (das ist traditionell der erste), aber der speziellste. Und einer, den der 39-Jährige unbedingt wollte. Denn viel gedemütigter, als vom NFL-Boss für vier Spiele aus dem Verkehr gezogen, kann man als lebende Legende nicht in eine Saison starten. Nicht dass man Brady extra motivieren müsste, aber einen größeren Gefallen konnte Goodell den Patriots gar nicht machen - spätestens nachdem sie merkten, wie gut ihr Team sein muss, wenn sie auch ohne ihre Lichtgestalt Siege einfahren können. Wie genial mussten sie dann erst mit ihm sein? Und mit dem Wir-gegen-den-Rest-der-Welt-Motiv, es der Liga-Leitung heimzuzahlen? Ein Psychologie-Student mit der Erfahrung eines Uni-Kurses hätte diesen Patriots-Haufen in dieser Saison motivieren können.

Ja, jetzt ist Brady endgültig unsterblich. Als erster QB hat er fünf Super-Bowl-Ringe, womit er nicht zuletzt unter anderem sein Idol Joe Montana hinter sich gelassen hat. Auch das war ihm wichtig. Die Diskussion, wer der größte QB aller Zeiten ist, mag aus unserer europäischen Sicht abgedroschen klingen, aber hier in den USA, wo es in alles und jedem einen Besten braucht, ist sie wichtig. Jeder führt sie. Bisher gab es Argumente gegen Brady. Aber sie werden fraglos immer weniger. Ab sofort geht es darum, wie weit der frühere Sechstrunden-Draft-Pick seine Legacy ausbauen kann. Eine Statistik, die mir gut gefällt: Seit Brady 2000 gedraftet wurde, wurden 45 QBs in der ersten Runde gedraftet - diese 45 kommen alle gemeinsam auf 15 TD-Pässe in Super Bowls, Brady schafft dies im Alleingang. Ohne Worte! Ohne (böse) Worte blieb auch der Superstar, und zwar in Richtung Goodell. In der Stunde des Sieges ließ er sich zu keinen provokanten Aussagen in Sachen Heimzahlen hinreißen. "This is all positive", sagt er. Neben dem Sucker-Spruch wohl seine zweite Kernaussage an diesem Abend. Die Klasse zu bewahren, ist wichtig. Was er sich denkt, weiß ohnehin jeder.

BELICHICK WURDE VERARSCHT:

Um meinen Eindruck klar und deutlich zu Papier zu bringen: Kyle Shanahan hat Bill Belichick verarscht! Eine reine Jubel-Arie auf die Genialität der Patriots kann dieser Text schon alleine deswegen nicht werden, weil sie dafür zu lange zu schlecht gespielt haben. Die große Frage vor dem Spiel war - und auch ich habe sie zur Kernfrage erhoben: Würde Shanahan, Atlantas Offensive Coordinator und der zukünftige Head Coach der San Francisco 49ers, mit seinem dominanten Angriff auch gegen New England durchkommen? Und wie er das tat! Dabei habe ich im Verlauf dieser Woche keinen anderen Satz öfter gehört als folgenden: "Uh, wenn Belichick zwei Wochen Zeit hat, einen Gameplan zu entwickeln, wird es selbst für die genialste Offense schwer." Denkste!

Selten konnte man in einer wichtigen Partie eine derart hilflose Patriots-Defense sehen. Die tröstliche Erkenntnis für die restliche NFL: Man kann auch "BB" outcoachen. Nur sollte man es halt durchziehen. Denn der größte Vorteil, den Belichick neben seiner Aura und seiner Genialität mitbringt, ist nunmal die Erfahrung. Wer seine siebte Super Bowl coacht, weiß während solch einer Partie die Dinge einzuschätzen. Sein In-Game-Coaching hat daher wesentlich besser funktioniert als der ursprüngliche Gameplan (welcher der Vollständigkeit halber auch offensiv die längste Zeit in die Hose ging, sonst gerät man nicht Mitte des dritten Viertels 3:28 in Rückstand).

"Just kept coaching and just kept trying to get better", erklärt er seine Herangehensweise. Immer weiter, immer weiter! Mit Erfolg! Erfolg ist ein ständiger Begleiter Belichicks, der mit seinem fünften Super-Bowl-Titel Chuck Noll endgültig hinter sich ließ. Dieser Umstand war ihm gewohnt wurscht. Es sei "all about the players". Es wäre auch wirklich verwunderlich, wenn er dazu etwas anderes sagen würde. Logisch, dass sich der 64-Jährige über diesen Triumph irrsinnig freut. Es würde mich aber überraschen, wenn er sich am Ende nicht mehr damit auseinandersetzen wird, was schief gegangen ist, als mit dem traumhaften Comeback. Was Playcaller Shanahan, Matt Ryan, Devonta Freeman, Julio Jones und Co. phasenweise mit seinem Team aufgeführt haben, wurmt ihn nämlich garantiert.

EDELMAN UND DER MIKROKOSMOS:

Späte Genugtuung? Wenigstens haben jetzt auch die New England Patriots ihren David-Tyree-Moment! Zwar war es kein Helmet-Catch wie bei den legendären Super-Bowl-Pleite gegen die New York Giants, aber diese artistische Einlage von Julian Edelman, bei dem er den Ball - keine Ahnung wie - noch an sich zog, wird in die Analen der Liga eingehen. Brady schwärmte: "Das war einer der großartigsten Catches, die ich je gesehen habe. Ich weiß wirklich nicht, wie zur Hölle er den gefangen hat. Ich glaube, das weiß niemand - nicht mal er selbst. Aber so etwas kommt vor."

Es hätte zu keinem besseren Moment passieren können, um die kleine Chance auf den Sieg am Leben zu erhalten. "Dieser Junge ist einer der besten Wettkämpfer, die ich je gecoacht habe", lobt Belichick. Edelman wiederum fiel nach der Partie als großer Philosoph auf: "Dieses Spiel zeigt, wie mental stark dieses Team ist. Es war der Mikrokosmos unseres Lebens." Aha! Sein Leben lang geträumt hat er jedenfalls von Momenten wie Super-Bowl-Triumphen: "Ich denke gerade daran, wie ich elf Jahre alt war und jeden Tag mit meinem Vater trainiert habe und dabei geweint, geblutet, geschwitzt und von diesem Moment geträumt habe."


"HATTRICK" UND REKORD FÜR JAMES WHITE:

Drei Touchdowns und mit 14 Catches ein neuer NFL-Rekord - und das als Running Back! Ob es vor dem Spiel überhaupt ein Wettbüro gegeben hat, dass diese Kombination angeboten hat? Nun ist es wirklich keine Neuigkeit, dass die Patriots von Spiel zu Spiel gerne unterschiedliche Spieler forcieren. Die großen Konstanten in diesem Angriff sind lediglich Edelman und der leider verletzte Rob Gronkowski (wie gut wären sie erst mit ihm?). Auch White hatte schon zuvor seine lichten Momente und in dieser Partie kam ihm fraglos die Passlastigkeit zu gute. Bei seinen beiden entscheidenden Touchdowns schlug er jedoch am Boden zu.

Der Matchwinner wäre kein Patriot, würde er sich zu sehr selbst loben. Das sei nur "gutes Playcalling von Josh McDaniels" gewesen. Außerdem "großartiges Teamwork". Denn: "Die O-Line hat einen tollen Job gemacht, ich habe nur den Weg in die Endzone gefunden." Dass White bei der Vielfalt an Möglichkeiten am RB-Sektor bei diesen Short-Yardage-Situationen überhaupt das Vertrauen ausgesprochen bekommen hat, erklärt Belichick so: "James ist ein guter Runer, er hat ein gutes Auge. Er überläuft vielleicht keine D-Liner, aber er ist schnell und ist in der Lage, die Löcher zu finden."

DER PATRIOTS-HORROR IM STARTVIERTEL:

0! Null! Sieben Mal stand New England in der Ära von Belichick und Brady in der Super Bowl, insgesamt haben sie in all diesen sieben Endspielen im Startviertel kombiniert null Punkte gescort. Nicht einen einzigen. Diese Statistik ist so verrückt, dass ich sie hervorstreichen möchte. Gut, wenn man gegen Matchende hin so gut ist, kann man den Beginn schon einmal verpennen. Vielleicht ist es inzwischen auch schon ein gutes Omen. Eine alte Weisheit besagt ja, dass Super Bowls zu Beginn zumeist eine zähe Angelegenheit sind (auch diesmal stand es nach 15 Minuten 0:0), weil beide Finalisten erst ihre Nervosität ablegen müssen. Aber bei den Patriots würde man meinen, dass sie diesbezüglich inzwischen genug Erfahrung haben. Diesmal lag es wohl weniger an der Aufregung, der Gameplan funktionierte schlichtweg nicht...

DAS PFEIFKONZERT GEGEN GOODELL:

Jede Wette, dass sich auch Roger Goodell schon erleichtert zurücklehnte, als Atlanta haushoch führte. Denn was ihm bei einem Super-Bowl-Triumph der New England Patriots drohen würde, wusste der NFL-Commissioner schon seit Monaten. Dann qualifizierte sich das Team aus Boston auch tatsächlich für das Endspiel und es war eines der Hauptthemen dieser Woche. "Deflategate" kann zwar niemand mehr hören und auch Goodell bemühte sich - vergeblich - bei seiner PK, mit dem Motto "move on" davon zu kommen, aber es war klar, dass dieses "Move on" aus Patriots-Sicht nur dann funktionieren kann, wenn sie zuvor aus den Händen des Buhmanns (aus ihrer Sicht) die Lombardi-Trophy entgegen nahmen.

Dieser Moment hatte es auch tatsächlich in sich. Ich hoffe, via TV ist das gnadenlose Pfeifkonzert bei den Worten von Goodell rübergekommen. Und Patriots-Owner Robert Kraft gab ihm, ganz Populist, schließlich den Rest, weil dies der "süßeste" Super-Bowl-Triumph sei, da ohnehin jeder wüsste, was in den letzten zwei Jahren passiert sei. Die Menge tobte, jubelte und applaudierte dem Boss. Bezüglich Goodell bleibt nur die Frage, was er in diesen Sekunden alles lieber gemacht hätte, als dort am Podium zu stehen und gute Miene zum aus seiner Sicht bösen Spiel zu machen? Vieles vermutlich.

WELCH EIN DRAMA! ATLANTA HAT ES SELBST VERGEIGT:

Wenn ich Hobby-Psychologe spielen müsste, würde ich folgende Diagnose stellen: Bei 25 Punkten Vorsprung fühlt man sich unterbewusst bereits als der sichere Sieger, dann punkten die Patriots doch noch ein wenig, die Beine werden schwerer, die Panik, es doch noch zu vergeigen, gleichzeitig größer, das Momentum ist längst weg - und plötzlich funktioniert gar nichts mehr, was zuvor auf beiden Seiten des Balles so hervorragend geklappt hat. Dann noch dieser verdammte Münzwurf vor der Overtime, den New England gewinnt, jetzt ist die Angst endgültig in Schockstarre umgeschlagen und man ist hilfloser Passagier auf dieser Reise ins Verderben. Kurzum: Der Kopf hat den Falcons einen gewaltigen Streich gespielt.

Wie gesagt, so ganz genau wird niemand wissen, was konkret in dieser epochalen Partie passiert ist, die eine Erklärung gibt es eben nicht, aber wie ganz oben angedeutet, ist dies mein schlüssigster Erklärungsversuch. Sprich: Atlanta hat es mehr vergeigt, als es New England gewonnen hat. Nun kann man davon ausgehen, dass jede Super-Bowl-Niederlage die schlimmste im Footballer-Leben ist. Jene der Falcons ist beinahe noch eine Steigerungsstufe, sie ist definitiv eine der bittersten der Geschichte dieses Sports. So nah dran! So lange so gut! Am Ende so traurig! Die Was-wäre-wenn-Frage wird alle Beteiligten ihr restliches Leben lang quälen. Was wäre, wenn wir uns kurz vor Schluss nicht durch einen Sack und eine dumme Strafe selbst aus der Field-Goal-Reichweite katapultiert hätten? Besagtes Field Goal verwerten und das Ganze wäre als Two-Score-Game wohl erledigt gewesen. Ich glaube, es ist einfacher zu verlieren, wenn man das Gefühl hat, das schlechtere Team gewesen zu sein. Kann man das bei Atlanta reinen Gewissens behaupten? Ich denke nicht. Wenn man zudem noch eine Franchise ist, die anders als die Patriots den Erfolg nicht gerade ihren treuen Begleiter nennen darf, ist es umso dramatischer.

Die Vince-Lombardi-Trophy hat bislang einen weiten Bogen um das Team aus Georgia gemacht. Dies war erst die zweite Chance, wieder wurde sie vernebelt. Solche Chancen sollte man nutzen, sie kommen nicht allzu oft. Ich bin gespannt, ob und wie schnell sich die Falcons erfangen. Solche Pleiten waren schon öfter ein Killer für aufstrebende Teams - siehe Vorjahres-Finalist Carolina. Mit Shanahan geht der offensive Mastermind, diverse Spieler werden ihren diesjährigen Leistungen konform bezahlt werden wollen, die Konkurenz ist gewarnter als in dieser Saison. Jetzt ist man nämlich Super-Bowl-Teilnehmer und nicht mehr die "Graue Maus". Andererseits verfügt diese Defense über so viele junge Playmaker, die noch besser werden dürften. Dazu bleibt der offensive Kern mit Matt Ryan und Julio Jones erhalten. Es wird schwierig, aber es kann schon klappen. Eines hat mir, wenn wir gerade eben schon bei Carolina waren, jedenfalls gefallen: Noch Cam Newtons peinlichen Auftritt im Vorjahr vor Augen kann man die sportliche Fairness von Jones nach dieser Pleite nicht hoch genug loben:

LADY GAGAS TRIUMPH:

Die Halftime-Show gehört zur Super Bowl wie das Amen zum Gebet, auch deshalb erreicht dieser Event Publikum über die eigentliche NFL-Zielgruppe hinaus. In diesem Jahr kann ich meine Ausführungen dazu kurz machen: Lady Gaga hat viel versprochen und alles gehalten. Im Stadion kam diese Show einfach nur bombastisch rüber - und wer glaubt, dass davon sowieso auszugehen ist, der irrt. Denn zuallererst ist dieses Mini-Konzert auf den TV-Zuschauer zugeschnitten, denn die über 100 Millionen "schlagen" so gesehen die 70.000 im Stadion. Warnendes Beispiel ist für mich dafür Beyonce, die ich vor vier Jahren im Stadion als solala empfunden habe, die von zu Hause jedoch großartige Kritiken bekam. Bezüglich Lady Gaga war das Urteil von zu Hause teils sogar hymnisch, weswegen ich davon ausgehe, dass die Show gut rübergekommen ist. Gaga betonte, dass sie schon seit sie ein Kind war auf diesen Moment hingearbeitet hat. Nun, sie hat ihn perfekt genutzt.

Die besten Bilder von Lady Gaga bei Super Bowl LI:

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EIN DANKESCHÖN:

Ich kann diese Super-Bowl-Woche nicht abschließen, ohne noch mal auf zwei Themen abseits dieses Klassikers einzugehen, schließlich hatte sie zwei weitere Highlights zu bieten, die mir im Gedächtnis bleiben werden. Erstens noch einmal Tausend Dank für diese mehr als gelungene Überraschung des User-Touchdown-Tuesdays. Ich denke, es ist angekommen, wie hin und weg Kollege Kastler und ich waren.

Zweitens noch einmal ein herzliches Dankeschön an Hans Fritsch und seine wunderbare Familie. Der Besuch bei den Angehörigen des legendären "Wembley-Toni" Fritsch am Samstag war so unglaublich amüsant und herzlich, dass man dem beim Aufschreiben der Geschichte kaum gerecht werden konnte. Aber Spaß hat es allemal gemacht. Ich habe euch diese beiden Stories hier noch einmal verlinkt. Für mich geht es nun weiter an die Westküste, mal schauen, was sich dort tut. Zuvor jedoch noch an alle, die sich regelmäßig bei uns über die NFL informieren und auch so angeregt mitdiskutieren, ein großes Danke! Das freut Kollegen Kastler und mich ungemein. Genauso wie wir uns bereits auf die Saison 2017 freuen. Hiermit erkläre ich das Titelrennen für alle 32 Teams für neu eröffnet. Viel Glück!

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