Seahawks-Sieg: Unglaublicher Catch, toller Rawls

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Die Seattle Seahawks werden in der Wildcard-Runde der NFL-Playoffs ihrer Favoritenrolle gerecht und besiegen die Detroit Lions 26:6.

Mann des Spiels ist Running Back Thomas Rawls. Mit seinen 161 Rushing Yards überlaufen die Seahawks ihren Kontrahenten, der RB scort zudem einen TD.

Der erste TD der Partie ist einer, über den man noch länger sprechen wird. Paul Richardson gelingt ein One-Handed-Catch, indem er um seinen Gegenspieler herumgreift. Makel: Mit der anderen Hand begeht er ein Facemask.

SEATTLE SEAHAWKS (3) vs. DETROIT LIONS (6) 26:6

SCORING:

Q1:

---

Q2:

7:0: Paul Richardson - 2-Yard-Pass (7:07 Minuten)

10:0: Steven Hauschka - 43-Yard-Field-Goal (2:00)

10:3: Matt Prater - 51-Yard-Field-Goal (00:25)

Q3:

10:6: Matt Prater - 53-Yard-Field-Goal (04:08)

Q4:

13:6: Steven Hauschka - 27-Yard-Field-Goal (14:15)

19:6: Thomas Rawls - 4-Yard-Lauf, Extrapunkt von Hauschka nicht gut (8:49)

26:6: Doug Baldwin - 13-Yard-Pass (3:36)

Die Referees übersehen dieses Vergehen jedoch und entscheiden auch in der einen oder anderen weiteren knappen Szene meist zu Gunsten der Hausherren.

Für Seattle geht es in den Divisional Playoffs nun zu den Atlanta Falcons.

Kein Videobeweis

Das Endergebnis wirkt klarer, als es der Spielverlauf ist. Der Gewinner der NFC West geht nur mit einer 10:6-Führung in das Schlussviertel, in dem man mit 16 Punkten jedoch alles klar macht.

Lange Zeit ist es eine Defensivschlacht, aus der auf der offensiven Seite des Balls Rawls heraussticht. Der Nachfolger von Marshawn Lynch, der in der Regular Season erst verletzt war beziehungsweise nach seinem Comeback in den vergangenen Wochen nicht so recht auf Touren kommen wollte, läuft und läuft und läuft.

Detroits Defense findet kein Gegenmittel gegen den Ballträger, weshalb auch Seahawks-QB Russell Wilson massiv entlastet wird. In Touchdowns ummünzen kann man diesen Vorteil in den ersten drei Vierteln jedoch nur bei Richardsons unglaublichem Catch.

SEATTLE SEAHAWKS

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
Russell Wilson 224 (2 TD) -3
Thomas Rawls 161 (1 TD) 1
Alex Collins 13 11
Doug Baldwin 6 104 (1 TD)
Paul Richardson 48 (1 TD)
Jimmy Graham 37
Jermaine Kearse 14
Marcel Reese 5
Luke Willson 4

Wie der Seahawks-Receiver Wilsons Pass mit einer Hand rund um den Körper von Tavon Wilson fängt, ist atemberaubend. Man könnte wohl von einem der besten Catches der jüngeren Vergangenheit sprechen, würde es nicht einen entscheidenden Schönheitsfehler geben. Richardson greift mit der anderen Hand in das Gesichtsgitter des Lions-Safetys. Gesehen haben die Referees diesen Regelverstoß live nicht, womit sich diese Szene in die mittlerweile bereits längere Geschichte diskussionswürdiger Entscheidungen in Seattle einreiht.

Jeder Touchdown muss per Videobeweis bestätigt werden. Ändern konnten die Schiedsrichter ihren Call jedoch nicht mehr, da dieser Bestandteil des Spielzugs nicht reviewable ist, wie Referee-Experte Mike Pereira aufklärt:

Nicht nur in dieser Szene haben die Lions Pech, unterm Strich können sie sich jedoch nicht auf die Leistung der Referees ausreden.

Einerseits finden sie defensiv kein Gegenmittel gegen Rawls, andererseits kommt auch ihre Offense nicht in die Gänge - vor allem je näher man der Endzone kommt. Mehr als zwei Field Goals von Matt Prater sind am Ende nicht drinnen.

Wilson nimmt spät Fahrt auf

Während das Laufspiel um Zach Zenner (34 Rushing-Yards) blass bleibt, bietet der nach wie vor durch seine Fingerverletzung gehandicapte Matthew Stafford (205 Passing-Yards) zwar eine solide und zumindest Turnover-lose Darbietung, die Effizienz fehlt jedoch.

DETROIT LIONS

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
Matthew Stafford 205 15
Zach Zenner 34 54
Marvin Jones 81
Golden Tate 25
Anquan Boldin 24
Eric Ebron 23
Matthew Mulligan

-2

 

Diese beginnt Seattle im Schlussviertel an den Tag zu legen. Erst scort Rawls den vorentscheidenden Touchdown zum 19:6 (Steven Hauschkas Extrapunkt-Versuch misslang), dann nimmt auch Wilson noch Fahrt auf.

Bevor er einen herrlichen 42-Yarder zu Doug Baldwin an den Mann bringt, hat er nur 105 Passing-Yards zu Buche stehen. Die Seahawks schließen diesen Drive durch einen 13-Yard-TD-Catch von Baldwin ab. Wilson beendet seinen Arbeitstag immerhin noch mit 224 Passing-Yards.

In den Divisionals muss Seattle auf den so wichtigen Heimvorteil verzichten, da man bei den Atlanta Falcons antreten muss.

Gewinnen die Seahawks dieses Duell und arbeiten sich auch die Green Bay Packers oder New York Giants bis ins Championship Game der NFC vor, könnte es zu einem weiteren Match im CenturyLink Field kommen.

Von Legenden bis zu Rookies - die Playoff-Quarterbacks dieser NFL-Saison bieten ein breites Spektrum. LAOLA1 mit einem Ranking der Spielmacher:

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12. CONNOR COOK (Oakland Raiders)

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Das nennt man ins kalte Wasser werfen! Der allererste Karriere-Start des Rookies steigt im Playoff-Duell mit Houston. Er muss ran, weil mit Derek Carr das Herz dieses Raiders-Teams genauso verletzt ist wie dessen Backup Matt McGloin. Letzter im Ranking, weil keiner genau weiß, was er kann. Vorteil: Kann nur positiv überraschen! Fun Fact: Cook wurde 35 Picks vor Dak Prescott gedraftet.

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11. BROCK OSWEILER (Houston Texans)

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Die Enttäuschung dieser Saison! Der 72-Millionen-Dollar-Neuzugang konnte die Erwartungen in Houston nie erfüllen und wurde kurz vor Saisonende gebencht. Startet nur, weil sich sein Ersatzmann Tom Savage eine Gehirnerschütterung zugezogen hat. Kurios: Zumindest der Papierform nach ist er gegen Oakland der bessere QB.

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10. MATT MOORE (Miami Dolphins)

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Der nächste Backup. Miami hofft bis zuletzt, dass Ryan Tannehill für das Duell in Pittsburgh fit wird. Es gibt schlechtere Backups als Moore, zumindest bringt er mit seinen 32 Jahren eine gewisse Routine mit. Und er gilt als Gamer. Also wer weiß...

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9. ALEX SMITH (Kansas City Chiefs)

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Smith wird nie die ganz großen Statistiken abliefern. Er ist der klassische Game Manager, der durch Effizienz besticht und bei guter Defense und gutem Laufspiel am besten zur Geltung kommt. Der frühere Nummer-1-Pick hat sich über die Jahre jedenfalls zu einem mehr als passablen Spielmacher gemausert.

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8. DAK PRESCOTT (Dallas Cowboys)

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Die Einordnung des Super-Rookies in diesem Ranking ist schwer. Alleine auf der aktuellen Saison basierend, stünde er weiter vorne. 23 TD-Pässe, nur 4 Interceptions hinter einer gigantischen O-Line - die Cowboys als Viertunden-Pick zur besten Bilanz der NFC geführt. Überragend! Aber Playoff-Football ist ein anderer Sport und so mancher vor ihm hat dort schon abgeliefert. Wir trauen Prescott jedoch eine Bestätigung zu!

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7. ELI MANNING (New York Giants)

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Apropos in den Playoffs abliefern. Auch in dieser Saison fiel Peytons kleiner Bruder zwischenzeitlich mit seiner Fehleranfälligkeit auf. Aber: Er hat zwei Super-Bowl-Ringe. Er kann Playoffs. Das hat er inzwischen nachhaltig bewiesen. Und er hat Odell Beckham Jr. Also sollte man ihn auch in dieser Postseason auf der Rechnung haben.

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6. MATTHEW STAFFORD (Detroit Lions)

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In einem knappen Spiel bei geringem Rückstand hätten wohl die meisten Teams gerne Stafford als QB am Feld. Alleine in dieser Saison hat Mr. Comeback acht Spiele gedreht - neuer NFL-Rekord. Und: Auch ohne Superstar Calvin Johnson hat er einen Schritt nach vorne gemacht. Aber: Im achten Karriere-Jahr ist es höchste Zeit, sein erstes Playoff-Spiel zu gewinnen. Seine bisherigen beiden Postseason-Matches hat er verloren. In Seattle wird dies nicht leicht.

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5. RUSSELL WILSON (Seattle Seahawks)

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Es war sicherlich nicht das Jahr von Russell Wilson, auch wenn sich 4219 Passing-Yards, 22 TD-Pässe und 11 Interceptions nicht katastrophal lesen. Aber hinter dieser wackligen O-Line und ohne adäquates Laufspiel hat er es auch schwerer als in der Vergangenheit. Er hat 2016 genügend Prügel bezogen. Aber: Über seine Qualität muss man nicht streiten. Er nennt bereits einen Super-Bowl-Ring sein eigen und ist meist besonders nervenstark, wenn es drauf ankommt.

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4. MATT RYAN (Atlanta Falcons)

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Das war absolut ein MVP-verdächtiges Jahr! 4944 Passing-Yards, 38 TD-Pässe und nur 7 Interceptions. Wow! Aber auch für ihn gilt: Es wird Zeit, auch in den Playoffs diese Klasse abzurufen. Vier Mal führte er die Falcons in seiner Karriere bisher in die Postseason, dabei gewann er bisher erst eine Partie. Auch das unterscheidet ihn von den vor ihm platzierten Herrschaften.

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3. BEN ROETHLISBERGER (Pittsburgh Steelers)

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Big Ben hat schon bessere Saisonen abgeliefert. Aber: Er ist zweifacher Super-Bowl-Champion, weiß also, wie man in den Playoffs gewinnt. Außerdem ist er der Chef von einer der besten Offensiv-Reihen der Liga. In der NFL gibt es derzeit nur wenig bessere Mischungen aus Routine und Können als beim 34-Jährigen.

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2. AARON RODGERS (Green Bay Packers)

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Ganz großer Sport, mit welchem Kraftakt in den finalen Wochen der Regular Season Rodgers die Packers in die Playoffs gerettet hat. Dass er längst einer der besten QBs aller Zeiten ist, bestreiten wohl die wenigsten. Aber: Es wird Zeit, das Brett-Favre-Schicksal (nur ein Super-Bowl-Triumph) zu vermeiden. Die Packers sind mit Rodgers seit 2009 jedes Jahr in der Postseason mit dabei, zum Titel hat es nur einmal gereicht - zu wenig bei seiner Klasse.

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1. TOM BRADY (New England Patriots)

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Muss man das erklären? Mit 28 TD-Pässen und nur 2 Interceptions nach seiner Sperre wieder eine MVP-Kaliber-Saison. Brady ist auch mit 39 Jahren noch das Maß aller Dinge auf seiner Position. Kein Quarterback in der NFL-Geschichte hat mehr Playoff-Spiele gewonnen als der vierfache Champion, nämlich deren 22. Er wird nicht ruhen, ehe er nicht mit fünf SB-Triumphen den Rekord gebrochen hat und jeder Finger seiner Hand ein Ring ziert.

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Textquelle: © LAOLA1.at

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