Die Schlüssel zum Sieg in den Championship Games

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Super Bowl LI oder Urlaub?

Die Erfüllung eines Lebenstraums oder eine Offseason mit der bitteren Frage: Was wäre gewesen wenn?

In den beiden Championship Games der NFL wird am Sonntag entschieden, welche beiden Teams die Reise zum Spiel aller Football-Spiele am 5. Februar in Houston antreten dürfen.

Hochspannung ist garantiert, wenn vier der besten Quarterbacks der Gegenwart die Klingen kreuzen. Den Anfang machen um 21:05 Uhr in der NFC die Atlanta Falcons und die Green Bay Packers. Ab 0:40 Uhr folgt in der AFC der Showdown zwischen den New England Patriots und den Pittsburgh Steelers.

LAOLA1 stimmt euch mit den Matchups auf die wichtigsten Aspekte dieser Duelle ein:

ATLANTA FALCONS (2) vs. GREEN BAY PACKERS (4)

(Sonntag, 22. Jänner, 21:05 Uhr)

AUSGANGSSITUATION: Mit angesagten Shootouts ist es wie bei Revolutionen, sie finden bisweilen nicht statt. Aber wenn dieser NFC-Showdown nicht ein von den beiden Offenses geprägtes Punkte-Festival ergeben sollte, wäre dies doch extrem verwunderlich. Das Rezept ist vermeintlich relativ einfach: Beide Teams verfügen über herausragende Angriffs-Reihen, während die Qualität der beiden Defenses eher durchschnittlich ist. Die Falcons setzen auf QB Matt Ryan, der eine MVP-verdächtige Saison hingelegt hat. Packers-Spielmacher Aaron Rodgers bastelte in den vergangenen Wochen ohnehin in unvergleichlicher Manier an seiner eigenen Legende. Wie so oft in den diesjährigen Playoffs gab es auch dieses Duell bereits in der Regular Season und das Duell von Ende Oktober dürfte ein Vorgeschmack darauf gewesen sein, was uns am Sonntag erwarten könnte: Punkte, Punkte, Punkte! Atlanta siegte dank eines Touchdowns 31 Sekunden vor Schluss mit 33:32. Ebenfalls ein Indiz für ein Shootout: Winterliche Wetterbedingungen können im Georgia Dome logischerweise kein Spielverderber sein. Es wird definitiv der letzte Falcons-Auftritt in ihrem erst 25 Jahre "alten" Stadion - ein emotionaler Randaspekt dieser Partie.

SCHLÜSSEL ZUM SIEG:

Atlanta Falcons: Für beide Teams gilt: Jene Defense, welche die gegnerische Offense besser kontrolliert, wird dieses Spiel entscheiden. Die junge Falcons-Abwehr hat in der Regular Season eine Spur mehr Punkte zugelassen (25,4 zu 24,3), sich mit zunehmender Erfahrung im Saisonverlauf jedoch gesteigert. Ihr Vorteil: Mangels imposanten Laufspiels agiert Green Bay im Angriff ein wenig eindimensionaler. Der Nachteil: Einen Rodgers in Überform haben in den vergangenen Wochen und Monaten schon ganz andere Defenses nicht in den Griff bekommen. Der Packers-QB hat eine Neigung entwickelt, magische Momente hinzuzaubern. Man darf gespannt sein, wie sehr ihn die jungen Playmaker der Falcons - angeführt von Vic Beasley, dem Sack-Leader der NFL - unter Druck setzen können. Grundvoraussetzung für einen Sieg des Teams aus Georgia ist ohnehin, dass die Offense wieder die Urgewalt dieser Saison aufs Feld bringt. Mit im Schnitt 35 Punkten überrollten die Falcons ihre Gäste vor heimischem Publikum. Dabei ist man mit den beiden Running Backs Devonta Freeman und Tevin Coleman am Boden kaum ungefährlicher als mit dem von Ryan orchestrierten Passangriff. Ärgerlich ist natürlich, dass mit Julio Jones einer der besten Receiver der Liga unter der Woche durch eine Zehenverletzung angeschlagen war. Der Superstar wird spielen und die Falcons schwören, dass er im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Stimmt dies nicht, wäre es ein schwerer Rückschlag.

Green Bay Packers: Der Schlüssel schlechthin zum Sieg für Green Bay ist und bleibt Rodgers. Eh klar. Die Abhängigkeit der Packers von ihm ist größer als jene der Falcons von Ryan. Das Laufspiel spielt bei den Packers eine eher untergeordnete Rolle, also obliegt es Rodgers und seinem Wurfarm, zu passen, was das Zeug hält, und im richtigen Moment so zu improvisieren wie zuletzt. Ein mentaler Vorteil: Rodgers weiß bereits, wie es sich anfühlt, die Super Bowl zu gewinnen. Sein Gegenüber Ryan ist der einzig verbliebene Spielmacher in diesen Playoffs, der dies nur vom Hörensagen kennt, seine Postseason-Bilanz ist überschaubar erfreulich. Auf dem Weg zum Triumph 2011 montierten Rodgers und Co. dabei auch die Falcons in Atlanta mit 48:21 ab. Dass Jordy Nelson nach seiner Rippenverletzung zurückkehren könnte, ist eine gute Nachricht. Wie fit er ist, bleibt abzuwarten. Mit Davante Adams und Geronimo Allison sind zwei weitere Receiver angeschlagen. Die medizinische Abteilung hat alle Hände voll zu tun. Mit Randall Cobb steht jedoch ein weiterer starker Passemfänger zur Verfügung, zuletzt spielte sich auch Tight End Jared Cook in den Vordergrund. Gegen die Falcons wird man - egal wie - viele Punkte aufs Scoreboard bringen müssen, um eine Chance zu haben. Wie viele? Das ist die große Frage. Entsprechend wird auch bei Green Bay die Defense ein entscheidender Schlüssel. Im Saisonverlauf teilweise inferior, steigerte sich auch die Packers-Abwehr zuletzt, aber gegen diese Falcons-Offense muss ein Ausnahmetag her. Auf dieser Seite des Balls kann man im Vorfeld schon Kopfschmerzen bekommen. Stellvertretend sei Rookie-Cornerback LaDarius Gunter herausgepickt. Vor einer Woche gegen Cowboys-Superstar Dez Bryant sah er wie der Anfänger aus, der er eben auch ist. In der Runde zuvor machte er gegen Giants-Superstar Odell Beckham Jr. einen guten Job. Gegen Julio Jones ist (je nach Fitness) wieder ein Sterntag von Nöten. Und dies gilt für alle seine Defense-Kollegen.

LAOLA1-TIPP:

Peter Altmann: 37:34 ATL

Bernhard Kastler: 34:31 ATL

NEW ENGLAND PATRIOTS (1) vs. PITTSBURGH STEELERS (3)

(Montag, 23. Jänner, 0:40 Uhr)

AUSGANGSSITUATION: Viele jüngere NFL-Fans wissen gar nicht, wie sich ein AFC-Championship-Game ohne die New England Patriots anfühlt - kein Wunder, sie sind auch schon zum sechsten Mal in Folge mit dabei, und zum elften Mal insgesamt in der Ära von Head Coach Bill Belichick und Quarterback Tom Brady. Auch für Rekord-Super-Bowl-Champion Pittsburgh Steelers ist der Vorhof zum "Big Game" naturgemäß kein unbekannter Ort. Zum fünften Mal in der Ära von Quarterback Ben Roethlisberger hat man sich dafür qualifiziert. Zum direkten Aufeinandertreffen von zwei der erfolgreichsten Franchises dieses Jahrtausends kam es im AFC-Finale interessanterweise jedoch nur ein Mal, und zwar vor zwölf Jahren, als die Patriots "Big Ben" in dessen Rookie-Saison seine erste NFL-Niederlage als Starter überhaupt zugefügt haben. Brady und Roethlisberger sind inzwischen zu den Elder Statesmen der Liga gereift, entsprechend spannend wird das Kräftemessen in diesem Karriere-Stadium. Wie könnte es anders sein, auch diese beiden Teams duellierten sich im Saison-Verlauf bereits. Die Vorzeichen sind diesmal jedoch komplett andere als beim 27:16-Sieg der Patriots in Pittsburgh Ende Oktober. Denn damals fehlte erstens Roethlisberger verletzungsbedingt, zweitens waren die Steelers inmitten einer hartnäckigen Krise (inzwischen sind sie seit neun Spielen in Folge ungeschlagen) und drittens steigt das Match diesmal in Foxborough. Dies ist gerade in der AFC kein unwesentlicher Fakt, denn in neun der letzten zehn Championship Games setzte sich die Heim-Mannschaft durch. Fest steht: Zum zehnten Mal in diesem Jahrtausend wird eine dieser beiden Franchises in der Super Bowl stehen.

SCHLÜSSEL ZUM SIEG:

New England Patriots: Für Taktik-affine NFL-Fans könnte dieses Duell um den Einzug in Super Bowl LI ein Volksfest werden. Man darf nämlich echt gespannt sein, welchen Plan Pariots-Guru Belichick ausheckt, um das dreiköpfige Steelers-Monster Roethlisberger, RB Le'Veon Bell und WR Antonio Brown zu stoppen. Kaum ein Team ist so gut darin, dem Kontrahenten die größte offensive Stärke wegzunehmen. Das hieße gegenwärtig, dass New England versuchen wird, Bell so gut es geht aus dem Spiel zu nehmen. Der RB spielte in den vergangenen Wochen wie von einem anderen Stern. Gelingt es tatsächlich, ihn und seinen unnachahmlichen Laufstil zumindest weitestgehend zu neutralisieren, liegt es an Roethlisberger, das Spiel zu gewinnen. Dazu ist er mit seiner Routine und seinem Können in der Lage, schließlich hat von den aktiven NFL-Quarterbacks mit Brady (23) nur einer mehr Playoff-Siege als die 13 von "Big Ben" zu Buche stehen. Gänzlich sattelfest wirkte er jedoch gerade auswärts in dieser Saison nicht immer. Für die Patriots heißt es vor allem, seine Hauptwaffe Brown zu kontrollieren. Dies ist ein Fall für Cornerback Malcolm Butler, dem dies durchaus zuzutrauen ist. Keine Defense ließ in der Regular Season weniger Punkte zu als jene New Englands (im Schnitt 15,6 Gegenpunkte), zudem stellte man die drittbeste Laufverteidigung. Das sind gute Voraussetzungen, wenngleich diese Stats auch daran liegen können, dass man nicht unbedingt die besten Offense-Reihen zum Gegner hatte. Trotzdem: Erledigt die Abwehr halbwegs ihren Job, steht auf der offensiven Seite des Balls immerhin noch ein gewisser Brady. Und dazu muss man vermutlich nicht mehr sagen. Eine vernünftige Defense plus dieser Quarterback, und das vor heimischer Kulisse...

Pittsburgh Steelers: ...um dem etwas entgegensetzen zu können, wird eine Ausnahmeleistung der Steelers auf beiden Seiten des Balls notwendig sein. Wichtig: Am Selbstvertrauen wird es angesichts der Siegesserie nicht scheitern. Streicht man bei den Patriots Belichick hervor, wird es bei Pittsburgh daran liegen, welchen Gameplan Offensive Coordinator Todd Haley aus dem Hut zaubert. Zwei Dinge müssen unter allen Umständen gelingen: Erstens muss Bell trotz zu erwartender Sonderbehandlung der Patriots in Szene gesetzt werden - gelingt dies nicht auf dem Boden, muss man seine Vorzüge als Passempfänger ausnützen. Er ist ein Playmaker, der auch aus wenig viel machen kann. Zweitens müssen auch Receiver, die nicht auf den Nachnamen Brown hören, aufwachen. Von Eli Rogers, Cobi Hamilton oder Darrius Heyward-Bey kam zuletzt zu wenig und es wäre naiv davon auszugehen, in Foxborough mit den drei Offense-Superstars alleine gewinnen zu können. Wobei Brown nach seiner Dummheit vor einer Woche sicher extramotiviert sein wird. Pittsburgh stand schon einmal mehr für Defense (Steel Curtain) als in der Gegenwart, aber zuletzt agierte die Steelers-Abwehr gefällig. Es ist kein Staatsgeheimnis, dass man Brady so intensiv wie nur möglich unter Druck setzen muss - die Houston Texans haben vor einer Woche durchaus angedeutet, wie es gehen kann. Genau wie Denver im letztjährigen Championship Game. Ob Steelers-Coach Mike Tomlin dies diesmal hinkriegt? Folgende Statistik ist ein Horror für alle Pittsburgh-Fans: Tomlin ist seit zehn Jahren im Amt. In sechs Duellen mit Brady warf die Patriots-Legende 19 TD-Pässe, 0 Interceptions, das Passer-Rating beträgt 127,5 (sein höchstes gegen einen Coach, gegen den er zumindest drei Mal spielte) und die Completion Percentage 71,2 Prozent. Im Durchschnitt passte Brady für 314,8 Yards. Kann man diese Statistik nicht deutlich aufhübschen, dann Gute Nacht!

LAOLA1-TIPP:

Peter Altmann: 23:20 NE

Bernhard Kastler: 31:27 NE

Textquelle: © LAOLA1.at

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