NFL-Playoffs: Ohne Elite-QB kein Titel

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Vier der besten Quarterbacks der Gegenwart matchen sich am NFL Championship Sunday um den Einzug in die Super Bowl LI.

Matt Ryan fordert mit seinen Atlanta Falcons im NFC Title Game (ab 21:05 Uhr) die Green Bay Packers mit Aaron Rodgers.

Tom Brady empfängt mit seinen New England Patriots im AFC Title Game (ab 00:40 Uhr) die Pittsburgh Steelers mit Ben Roethlisberger.

Die Geschichte zeigt: Ohne Elite-QB (fast) keine Super-Bowl-Teilnahme oder -Sieg.

LAOLA1 blickt auf die letzten zehn Jahre zurück:

Die letzten 10 AFC Championship Games:

Saison Heim-Team QB Auswärts-Team QB Ergebnis
2007 Indianapolis Colts Peyton Manning New England Patriots Tom Brady 38:34
2008 New England Patriots Tom Brady San Diego Chargers Philip Rivers 21:12
2009 Pittsburgh Steelers Ben Roethlisberger Baltimore Ravens Joe Flacco 23:14
2010 Indianapolis Colts Peyton Manning New York Jets Mark Sanchez 30:17
2011 Pittsburgh Steelers Ben Roethlisberger New York Jets Mark Sanchez 24:19
2012 New England Patriots Tom Brady Baltimore Ravens Joe Flacco 23:20
2013 New England Patriots Tom Brady Baltimore Ravens Joe Flacco 13:28
2014 Denver Broncos Peyton Manning New England Patriots Tom Brady 26:16
2015 New England Patriots Tom Brady Indianapolis Colts Andrew Luck 45:7
2016 Denver Broncos Peyton Manning New England Patriots Tom Brady 20:18

In der AFC gab es in den vergangenen zehn Saisonen nur sieben Quarterbacks, die die 20 möglichen Spots füllten.

In erster Linie liegt das freilich daran, dass zwei lebende Legenden dieses Jahrzehnt bestimmt haben: Tom Brady und Peyton Manning, die gemeinsam elf dieser 20 Plätze einnahmen.

Wer oder was ist ein Elite-QB?

Sie erfüll(t)en zweifellos die Kriterien eines Elite-Quarterbacks, auch wenn es keine echte Definition dafür gibt. Deswegen ist es wohl auch so eine spannende Debatte.

Joe Flacco war drei Mal dabei und ist der derzeit drittteuerste Spielmacher pro Jahr (kassiert 24,13 Millionen pro Jahr), wird aber auch ob seiner mangelnden Konstanz nicht als Elite-Quarterback bezeichnet - auch wenn er das vielleicht anders sieht.

Zu seiner Verteidigung: In den Playoffs kann der 32-Jährige schon mal wie ein Elite-QB auftreten, tat er auch, als die Ravens 2013 in Denver, New England und schließlich gegen San Francisco die Super Bowl XLVII in New Orleans gewannen und Flacco als MVP ins Disney Land zog.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Sicher kein Elite-QB ist Mark Sanchez, der zuletzt der Backup von Tony Romo in Dallas war (also der Backup-Backup), aber auch dank eines guten Laufspiels und einer starken Verteidigung mit den New York Jets back-to-back ins Championship Game einzog - aber jeweils auch verlor.

Roethlisberger ist dieses Jahr zum dritten Mal dabei, hat auch schon zwei Super-Bowl-Ringe und gehört mit seinem Wurfarm, seinem Talent, sich Zeit zu erkaufen, und seinen Statistiken, die daraus resultieren, zweifelsohne zu den Besten seiner Zunft in der Gegenwart dieses Sports.

Das gilt auch für Philip Rivers und Andrew Luck, zwei Franchise-Quarterbacks (unumstrittener QB bei ihren Teams) - Luck ist erst seit 2012 in der Liga und hat das Zeug dazu, in Indianapolis in die siegreichen Fußstapfen von Peyton Manning zu steigen.

Brady vs. Roethlisberger

Auffällig: In den vergangenen zehn Saisonen setzte sich nur einmal die Gast-Mannschaft im AFC Title Game durch, das war auch das letzte Mal, das sich ein wirklicher Außenseiter durchsetzen konnte (Ravens in New England 2013).

Brady (MVP 2007 und 2010 sowie 4. bei All-Time-Yards) trifft also nun auf Roethlisberger.

Ersterer war zur Beginn der Saison wegen der Folgen von "Deflate-Gate" vier Spiele gesperrt, verlor dann nur eine Partie gegen Seattle und warf lediglich zwei Interceptions - wie aber dann auch im Divisional-Playoff gegen die Houston Texans.

Roethlisberger verpasste in der Regular Season zwei Partien wegen Verletzung, erzielte dennoch die sechstmeisten Touchdowns und hat am Ende Nerven wie Stahl - so wurde heuer auch die AFC North gegen Baltimore gewonnen. In der All-Time-Yards-Liste ist Roethlisberger nun Zehnter.

Die letzten 10 NFC Championship Games:

Saison Heim-Team QB Auswärts-Team QB Ergebnis
2007 Chicago Bears Rex Grossman New Orleans Saints Drew Brees 39:14
2008 Green Bay Packers Brett Favre New York Giants Eli Manning 20:23 OT
2009 Arizona Cardinals Kurt Warner Philadelphia Eagles Donovan McNabb 32:25
2010 New Orleans Saints Drew Brees Minnesota Vikings Brett Favre 31:28 OT
2011 Chicago Bears Jay Cutler Green Bay Packers Aaron Rodgers 14:21
2012 San Francisco 49ers Alex Smth New York Giants Eli Manning 17:20 OT
2013 Atlanta Falcons Matt Ryan San Francisco 49ers Colin Kaepernick 24:28
2014 Seattle Seahawks Russell Wilson San Franciso 49ers Colin Kaepernick 23:17
2015 Seattle Seahawks Russell Wilson Green Bay Packers Aaron Rodgers 28:22 OT
2016 Carolina Panthers Cam Newton Arizona Cardinals Carson Palmer 49:15

In der NFC gestaltet sich die Situation schon ein wenig anders.

Die wiederum insgesamt 20 Spots wurden von 14 verschiedenen Quarterbacks eingenommen. Keiner in der Zeitspanne war dabei mehrmals als zwei Mal dabei - bis kommenden Sonntag.

Denn dann wird Aaron Rodgers das dritte Mal versuchen, die Super Bowl zu erreichen. Einmal hat es Green Bays Superstar ja schon auf den Thron geschafft, 2011 setzte sich der heute 33-Jährige mit seinem Team im Endspiel gegen die Pittsburgh Steelers und Ben Roethlisberger durch.

Rodgers zum dritten Mal dabei

Vor zwei Jahren zogen die Packers nach einem Wahnsinns-Comeback der Seahawks den Kürzeren. Nichtdestoweniger wurde Rodgers wie 2011 zum MVP gewählt. Matt Ryan muss wie Roethlisberger bislang noch auf einen MVP-Titel warten.

Das könnte sich in diesem Jahr ändern, nachdem der 31-Jährige die beste Offense nach Punkten (33,8) anführte. Keiner verbuchte in der Regular Season zudem ein besseres Durchschnitts-Rating (117.1).

Der Quarterback hat sich über die Jahre definitiv in die Elite-Kategorie hochgearbeitet, muss nun aber auch seinem Spitznamen "Matty Ice" gerecht werden. Ryan war schon einmal in einem Championship Game, unterlag aber damals den 49ers mit Colin Kaepernick mit 24:28.

Ryan und der Aufstieg zum Elite-QB

Zwei (von sechs) Spiele gewann Ryan bislang in den Playoffs, beide gegen Seattle - zuletzt vergangene Woche auf imposante und ruhige Weise.

In den NFC Championship Games der jüngeren Vergangenheit waren viele QBs am Start, doch es handelte sich in der Regel auch um Top-QBs ihrer Zeit.

Brett Favre - Nummer 2 des All-Time-Yards-Ranking - war zwei Mal am Start, Kurt Warner (MVP 1999 und 2001) auf seine alten Tage auch noch einmal oder ihre Nachfolger Russell Wilson (2) und Cam Newton (MVP 2015) als jüngere Spielmacher.

Eli Manning wird niemand in einer Elite-QB-Diskussion als Erstes (oder Zweites, oder Drittes, oder...) nennen, doch wie sagte Teamkollege Justin Tuck einst: "You can't spell Elite without Eli". Zwei Super-Bowl-Ringe (jeweils zwei Mal gegen New England und Tom Brady, 2008 waren die Patriots ungeschlagen bis zum Endspiel) geben ihm Recht.

Eine simple Erkenntnis

Klar ist - und so einfach kann es im teilweise recht komplizierten NFL-Business manchmal sein: Die Quarterbacks, die im Championship Game stehen, gehören zumeist zu den absolut besten - und wenn nicht unterliegen sie spätestens im Endspiel.

Also, liebe Fans der Loser-Teams, ohne zumindest einen Franchise-Quarterback müsst ihr noch lange auf das Feiern eines Titels warten.

Textquelle: © LAOLA1.at

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