Touchdown Tuesday: Plus/Minus der NFL Free Agency

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Gut einen Monat nach der Super Bowl geht es wieder rund in der NFL.

Okay, bis wir den ersten Touchdown der Saison 2017 erleben, dauert es noch knapp ein halbes Jahr.

Aber, und das ist ein großes ABER: Zu diskutieren, analysieren und spekulieren gibt es jetzt schon genügend! Denn die Teams rüsten sich mit wichtigen Personalentscheidungen für die nächste Super-Bowl-Jagd.

Kurzum: Die Vorfreude steigt und steigt und steigt. Doch wer sind die bisherigen Winner und Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen?

Die merklich ungeduldigen NFL-Redakteure von LAOLA1 haben sich daher entschlossen, auch in diesem Jahr abseits der Regular Season einen Touchdown Tuesday zu produzieren.

Im guten, alten Privatfernsehen würde man von einem Special sprechen. Bitte sehr!

Irgendwie hat man das Gefühl, bereits in der Super-Bowl-Woche hat Bill Belichick die Pläne der New England Patriots für die Free Agency vorbereitet oder wohl schon finalisiert. Selten zuvor waren die Patriots so aggressiv und dennoch haben sie wieder allen gezeigt, warum sie fünf Titel in 15 Jahren geholt haben. Martellus Bennett ist weg, dafür Dwayne Allen da. Das Tight-End-Package mit einem gewissen Rob "Irgendwann sicher wieder mal fit" Gronkowski ist gesichert. Mit Stephon Gilmore nicht nur einen derbesten Corner in der Liga geholt, sondern gleichzeitig auch einen Konkurrenten in der AFC East geschwächt. U-N-D mit dem 32. Draft-Pick in diesem Jahr (genau, dem letzten in der ersten Runde) einen Herren namens Brandin Cooks, einen angehenden Receiver-All-Star, geschnappt. Und im Vorbeigehen noch Kony Ealy aus Carolina unter Vertrag genommen. Ja, die Patriots gewinnen einfach mal weiter und ownen - der eine oder andere (drohende) Abgang hin oder her - diese Free Agency!

Merke: Die Free Agency ist kein Fantasy-Draft, in dem Running Backs früh - teilweise unverhältnismäßig früh - gezogen werden! Habt ihr schon mal von Adrian Peterson gehört? Immer noch arbeitslos. Jamaal Charles? Arbeitslos. LeGarrette Blount, der 2016 seinen Hauptwohnsitz in gegnerischen Endzonen hatte und so nebenbei Super-Bowl-Champion wurde? Arbeitslos. Latavius Murray? Arbeitslos. Und so weiter und so fort. Herzliche Gratulation so gesehen an Eddie Lacy zum Job in Seattle! Dass sein Deal mit 5,5 Millionen Dollar (davon nur drei garantiert) ziemlich lausig ist, wenn man ihn mit der teils drastischen Überbezahlung auf anderen Positionen vergleicht, passt ins Bild. Ja eh, jeder der genannten Herrschaften wirft auf seine Art und Weise Fragezeichen auf. Trotzdem: Das echte NFL-Leben und Fantasy sind eben zwei paar Schuhe. Virtuell gefragt, werden die Ballträger in der Realität immer mehr zum Ladenhüter. Kein neuer Trend, aber diese Free Agency offenbart ihn schonungslos. Steht auf so mancher Position als Free Agent der große Payday an, müssen einige Herrschaften dieser verletzungsgefährdeten Berufsgruppe im Poker sehr viel Geduld aufbringen und in vielen (jüngeren) Fällen wohl auch auf einen Langzeit-Vertrag verzichten.

Moneyball! Moneyball! Moneyball! Dass die Cleveland Browns mit dem Engagement von Baseball-Zahlen-Guru Paul DePodesta neue NFL-Wege beschreiten würde, lag auf der Hand. Aber einen derart bahnbrechenden Deal wie jenen rund um Brock Osweiler, der die Liga-Landschaft der kommenden Jahre einschneidend verändern könnte, hat wohl kaum jemand erwartet. Das war ein Play, wie es im Business-Playbook steht! Für diejenigen, die es verpasst haben: Mit über 100 Millionen Spielraum unter der Salary Cap erlöste Cleveland die Houston Texans vom sündteuren Free-Ageny-Missverständnis und ließ sich diesen Gefallen mit einem Zweitrunden-Pick 2018 bezahlen. Und um der Welt unmissverständlich klar zu machen, worum es ging und Osweiler erst gar keine falschen Hoffnungen zu machen, twitterten die Browns es auch genau in dieser Reihenfolge: "Browns acquire 2018 second round pick and QB Brock Osweiler in trade with Texans." Ein Riesen-Autsch für Osweiler natürlich! Aber ein umso interessanteres Experiment für die Browns! Man muss natürlich abwarten, ob dieser Schachzug aufgehen wird. Wenn ja, wird es Nachahmer geben! Moneyball ist auch die Kunst, Ineffizienzen im ligaübergreifenden Business zu erkennen und versuchen, kreative Vorteile für sich daraus zu ziehen. Für einen guten Draft-Pick quasi zu bezahlen und dabei die Notlage eines Konkurrenten auszunutzen (und Houston stand bei Mega-Flop Osweiler nun mal mit dem Rücken zur Wand, dies war tatsächlich die eleganteste Variante, ihn loszuwerden), gehört dazu. Und ja, wir wissen, dass ein Trade nicht per se unter die Kategorie Free Ageny fällt, aber wir legen dies in diesem Special mal großzügig als Transfermarkt aus.

Die Washington Redskins haben noch kein Spiel gespielt und dennoch schon verloren. Ja, der gute, alte Free-Agency-Witz geht um diese Jahreszeit immer. Aber eigentlich ist es ja traurig, zumindest in Washinghton. Denn wer am ersten Tag der Free Agency seinen General Manager (!) stanzt, hat offensichtlich Probleme. Mit Pierre Garcon und DeSean Jackson sind auch noch die zwei besten Receiver weg. Okay, man holte immerhin Terrelle Pryor, aber mit dieser Chose rund um Quarterback Kirk Cousins, dem man noch immer keinen Langzeit-Vertrag gegeben hat und an dem neuerlich die Franchise Tag verschwendet wurde, macht die Entwicklung dieser Franchise gehörig Halt. Oh Boy!

Dies ist ja bekanntlich nicht die erste Spezial-Ausgabe des Touchdown Tuesday in diesem Jahr. Es ist uns ein Anliegen uns hier auch noch einmal auf offiziellem Wege für diese grandiose Überraschung des User-Touchdown-Tuesdays zu bedanken. Einfach fantastisch! Meine Einstellung zur Free Agency kennen treue Leser inzwischen vermutlich. Für alle anderen sei sie noch einmal in einem Satz zusammengefasst: Als Journalist liebe ich sie - Transfermarkt bleibt Transfermarkt, aus Fan-Perspektive verfolge ich sie eher skeptisch, weil ich schlichtweg nicht glaube, dass man sich ein Titel-Team auf dem Transfermarkt zusammenkaufen kann (die Ausnahme Denver 2016 bestätigt die Regel). Durch die ständig steigende Salary Cap wird mein Hauptkritikpunkt, nämlich die teilweise viel zu üppigen Verträge, ein wenig aufgeweicht. Im Gegenteil: Inzwischen wird Untätigkeit knallhart bestraft - dies hat man inzwischen auch in Green Bay kapiert (nice Move mit Martellus Bennett!). Und außerdem befeuert es ein Salz in der Suppe, das der NFL im Gegensatz zu den anderen US-Profi-Ligen bislang weitestgehend schmerzlich abgegangen ist: Trades, Trades, Trades! So ein Geld-Fress-Trade wie jener zwischen Cleveland und Houston bezüglich Brock Osweiler (siehe oben) wäre noch vor kurzer Zeit unmöglich gewesen. Aber wenn man wie die Browns um Unsummen unter der Gehaltsobergrenze liegt, kann man diesen Spaß schon einmal machen. Aber, auch wenn es fad ist: Am schlauesten auf diesen "neuen" Business-Aspekt der NFL haben sich zur Abwechslung Bill Belichick und seine New England Patriots eingestellt. Den Cooks-Deal halte ich schlichtweg für genial, jenen für Tight End Dwayne Allen für zu Unrecht unterschätzt und Kody Ealy bekam man ohnehin mehr oder weniger für lau (acht Spots im Draft nach hinten gerückt). Wetten, dass diese drei Herren im Patriots-Dress aufgehen werden? Und wenn ja, folgende Anschlusswette: Dann dürfen wir uns in der Nachmacher-Liga NFL endgültig auf noch mehr Trades gefasst machen. Und last but not least: Wetten, dass ein gewisser Tom B. seinen Spaß hat, in Zukunft beim Zielen und Werfen zwischen Gronkowski, Edelman, Cooks, Allen, Mitchell, Hogan und den im Passspiel starken Running Backs White und Lewis wählen zu können? Wahnsinn! Das ist fast schon a bisserl unfair!

Einer meiner Lieblings-Deals der bisherigen Free Agency? Die Unterschrift von DeSean Jackson bei den Tampa Bay Buccaneers - aus diversen Gründen. Okay, man kann darüber diskutieren, ob man einem 30-jährigen Receiver für einen Dreijahres-Vertrag 20 Millionen Dollar garantiert überweisen muss, wenn andere große WR-Namen "nur" Prove-It-Deals bekommen (siehe unten). Aber die anderen Facetten dieses Deals gefallen mir. Erstens: Die Bucs und ihr talentierter QB Jameis Winston haben nun endlich eine Deep Threat. "D-Jax" führte die Liga in der Wertung Yards pro Catch mit 17,9 an - zum bereits dritten Mal in seiner Karriere. Die Buccaneers wiederum waren 2016 das einzige Team der Liga, das keinen Passspielzug über 50 Yards oder mehr zusammengebracht hat. Jackson schaffte für die Washington Redskins in der Vorsaison im Alleingang deren vier - man zähle eins und eins zusammen. Zweitens, und das ist mir der wichtigste Punkt: Je mehr Freiräume andere vernünftige Anspielstationen für Mike Evans öffnen (oder umgekehrt), desto besser. Evans gehört zu den aufregendsten Jungstars der NFL, wenngleich er hierzulande noch nicht den Bekanntheitsgrad eines Odell Beckham Jr. hat. Drittens sollte ein Jackson in Normalform den Bucs helfen, den nächsten Schritt zu machen. Mit zwei Super-Bowl-Teilnehmern der vergangenen beiden Jahre (Carolina, Atlanta) bzw. dem stets gefährlichen Drew Brees in der Division, hat es Tampa Bay ohnehin nicht so leicht. Dennoch zählen sie für mich zu den heißesten Kandidaten, um 2017 einen spürbaren Sprung zu machen.

Ich hoffe, es gibt nicht allzu viele Beschwerden, dass wir nicht auf alle interessanten Deals und Aspekte der bisherigen Free Agency eingehen können, dafür sind es einfach zu viele. Und bisweilen sind auch nicht die "wichtigsten" Deals die charmantesten. Extrem charmant finde ich nämlich die Rückkehr von Julius Peppers zu den Carolina Panthers. Im Alter von 37 Jahren ist er im echten Leben zwar nicht soooo alt (das muss ich als hauchdünn Älterer jetzt sagen), aber für einen NFL-Spieler not named Tom Brady natürlich ein Methusalem. Natürlich steht er in dieser Karriere-Phase nur mehr situativ auf dem Spielfeld, aber dass er die Quarterback-Jagd immer noch drauf hat, beweisen seine 7,5 Sacks für Green Bay in der vergangenen Saison. Eine Spielzeit mit weniger als sieben Sacks hat sich Peppers in 15 Jahren NFL ohnehin erst einmal erlaubt, das beweist, wie gut er ist. Die ersten acht Jahre seiner NFL-Laufbahn hat er in Carolina verbracht, dort avancierte der neunfache Pro Bowler zum Superstar, ehe er erst nach Chicago und dann nach Green Bay weiterzog. Jetzt kehrt er für ein Jahr zum Freundschaftspreis von 3,5 Millionen Dollar dorthin zurück, wo seine Hall-of-Fame-Karriere ihren Ausgang nahm. Ein Transfers fürs Herz. Welcome back!

Meiomei, ein Drama-Team muss es also in jeder Offseason geben! In diesem Jahr sind es die Washington Redskins, und das halte ich für schade, da in der Hauptstadt zuletzt keine so schlechte Arbeit geleistet wurde und diese Offense eine fürs Auge war, der ich recht gerne zugeschaut habe. Davon bleibt nunmehr relativ wenig übrig. Aber dazu gleich mehr. Zu Beginn sei die Soap-Opera-Entlassung von General Manager Scot McCloughan erwähnt, dessen Alkoholismus-Vergangenheit kein Geheimnis ist. Dass diese Vorwürfe nun wieder auftauchen, ist logisch. Ich lasse dies mal dahingestellt. Was ich zu beurteilen wage: Die Kompetenz von McCloughan wird den Redskins fehlen. Mit DeSean Jackson (Tampa Bay) und Pierre Garcon (San Francisco 49ers) suchten die beiden besten Receiver das Weite. Nach San Francisco würde auch QB Kirk Cousins, an dem sich das Drama am besten manifestieren lässt, am liebsten abhauen, aber die Redskins haben dem mit der Franchise Tag (vorerst) den Riegel vorgeschoben. In der Bay Area lässt Kyle Shanahan, der Cousins aus seiner Zeit als Redskins-OC bestens kennt, gemeinsam mit Neo-GM John Lynch keinen Stein auf dem anderen. Schon möglich, dass sich die 49ers bis 2018 gedulden und Brian Hoyer nur die Brücke zu Cousins ist. Aber gut möglich, dass Hoyer auch nur die Brücke zu einem anderen QB darstellt, sollte San Francisco via Draft oder auf anderem Weg eine Spielmacher-Lösung finden. Dann wäre Cousins endgültig der Verlierer. Noch dazu, weil alles andere als garantiert ist, dass er mit seinen 2017er-Anspielstationen eine ähnlich gute Chemie entwickelt. Terrelle Pryor könnte eine smarte Verpflichtung sein, Jamison Crowder hat sehr gute Ansätze, aber der letztjährige Rookie Josh Doctson ist völlig ungeprüft. Kann alles klappen, kann aber auch gewaltig in die Hose gehen, wenn man bedenkt, wie viel in einem NFL-Jahr passieren kann. Dank 23,9 Millionen Euro Schmerzensgeld für ein Jahr muss man nicht unbedingt Mitleid mit Cousins haben. Aber die standhafte Weigerung seines Arbeitgebers, ihm einen langfristigen Deal anzubieten, verärgert ihn nicht zu Unrecht. Aber auch dieses Thema fällt inzwischen unter die Kategorie Soap Opera.

Den Wirtschafts-Nobel-Preis werde ich in diesem Leben - vermutlich - nicht mehr abstauben, aber die Sache mit Angebot und Nachfrage verstehe ich natürlich so halbwegs. Ich verstehe auch die Falle, die sich daraus ergibt. Weniger verstehe ich, dass so viele Teams mit Ansage wie die Lemminge in selbige tappen. Ich will auf die unvernünftigen Preise, die für O-Liner bezahlt werden, hinaus und versuche dies im Vergleich mit der Berufsgruppe der Running Backs zu verdeutlichen. Dass es viele verdiente Ballträger in dieser Free Agency (erneut) schwer haben würden, vernünftige Verträge abzustauben, war im Vorhinein klar (siehe oben). RBs lassen sich derzeit nicht allzu schwer auftreiben, im Draft wartet ein guter RB-Jahrgang - soll heißen: Das Angebot für die Teams ist bestens, keine Not, die aktuellen Free Agents überzubezahlen. Absolut einverstanden! Bei den O-Linern schaut es anders aus. Die diesjährige Draft-Klasse gilt als auffallend schwach, gute Pass- oder Lauf-Blocker lassen sich schwer finden. Dabei ist die Nachfrage für diese wichtige Funktion riesig. Was also tun, wenn das Angebot leider qualitativ endenwollend hochwertig ist? Na klar, überbezahlen, und zwar um jeden Preis! Matt Kalil, der in Minnesota alles hatte, aber keine gute Nachrede, streift in Carolina 25 Millionen garantiert ein. Die Vikings wiederum, deren O-Line 2016 eine Katastrophe war, reagieren unter anderem mit der Verpflichtung von Riley Reiff mit 26,3 Millionen garantiert. Die Detroit Lions ersetzen Reiff wiederum mit Rick Wagner, der einen 47,5-Millionen-Deal abstaubt (14,5 davon als Signing-Bonus). Russell Okung vergoldete seinen klangvollen Namen bei den Los Angeles Chargers mit 25 garantierten Millionen - und das nach Horror-Saison in Denver. Mega-Draft-Bust Luke Joeckel ist den Seattle Seahawks acht Millionen Dollar für ein Jahr wert - ungefähr so viel wie die komplette (miese) O-Line der Vorsaison. Diese Liste ließe sich noch um einiges fortsetzen, aber ihr versteht das Prinzip. Ich verstehe wiederum, dass man als Franchise das Selbstvertrauen haben kann, dass der eigene Coaching-Staff mehr aus einem Spieler rausholt, als er andernorts abrufen konnte. Aber die Grundfrage müsste doch lauten: Gibt es da vielleicht einen Grund, warum all diese Herrschaften auf dem Free-Agents-Markt landeten? Die wirklich guten Spieler auf dieser gefragten Position werden von ihren Teams mit Langzeit-Verträgen unter Verschluss gehalten. Hier werden Spieler, die zuletzt maximal für Durschnitt standen (und das ist bei manchen Fällen wohlwollend ausgedrückt) mit Superstar-Cash bedacht. Verzweiflung lässt einen manchmal das Hirn ausschalten, wenn Verzicht bei allem Bedarf schlauer wäre.

Noch sind nach knapp einer Woche viele - für mein Gefühl sogar ungewöhnlich viele - prominente Namen auf dem Markt. Für eine endgültige Beurteilung ist es daher zu früh. Anknüpfend an den letzten Punkte möchte ich jedoch auf einen weiteren Trend eingehen, nämlich den bei Wide Receivern. Einige von ihnen haben für sie durchaus erfreuliche und für ihre neuen Arbeitgeber möglicherweise weniger erfreuliche Deals eingestreift (Robert Woods, Kenny Britt oder Markus Wheaton zum Beispiel), aber einige Mitglieder der Spitze der WR-Klasse haben sich augenscheinlich verpokert oder ihren Marktwert überschätzt. So mussten sie Prove-It-Deals eingehen. Keine Frage, ich verstehe, dass man bei Alshon Jeffery (für ein Jahr und 9,5 Millionen zu Philadelphia) und Terrelle Pryor (für ein Jahr und sechs Millionen zu Washington) vorsichtig sein kann. Aber wenn man bei fragwürdigen O-Linern ein derartiges Risiko eingeht, könnte man auch bei Jeffery über seine Verletzungsprobleme hinweg sehen und ihn mit einem Langzeit-Vertrag bedenken - ein Receiver mit seinem Potenzial landet in diesem noch eher jungen Alter nur selten auf dem freien Markt. Bleibt er verletzungsfrei, hätte sein neuer Arbeitgeber den Jackpot geknackt. So geht das Spielchen in einem Jahr von neuem Los. Auch bei Pryor kann man einwenden, dass seine erste WR-Saison in Cleveland nur Zufall war. Aber was, wenn nicht? Wie gesagt: Wer auf anderen Positionen so viel riskiert... Mit Torrey Smith war ein anderer guter Receiver-Name nach zwei schrecklichen Jahren in San Francisco gezwungen, in Philadelphia einen äußerst teamfreundlichen Kontrakt zu unterzeichnen. Womit ich zum Abschluss, um meine Ausführungen mit einer positiven Note zu beenden, bei einem ganz großen Gewinner der bisherigen Free Agency wäre: Philadelphias Quarterback Carson Wentz war in seiner Rookie-Saison nicht gerade mit einer hochwertige Riege an Passempfängern konfrontiert. 2017 darf er Bälle zu Jeffery werfen, als Deap Threat steht Smith zur Verfügung und Jordan Matthews kann wieder als Slot-Receiver agieren. Das kann ein cooles Trio werden und Wentz helfen, auf das nächste Level zu kommen. Nice!


Super-Bowl-Tagebuch von Peter Altmann, Eintrag #7 - 5. Februar: Gameday!!!!! Der Tag, wegen dem dieser ganze Wahnsinn hier stattfindet. Das Match, auf das jeder hingefiebert hat.

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Damit, dass man nach Spielende der Vince-Lombardi-Trophy - in der Kabine der New England Patriots - so nahe kommen konnte, war zwischenzeitlich wahrlich nicht zu rechnen. Aber rollen wir den Super-Bowl-Tag aus meiner Perspektive von Anfang an auf.

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Bereits Stunden vor dem Kickoff setzt sich die Fan-Karawane in Richtung NRG Stadium in Bewegung. Super Bowl LI - Atlanta Falcons gegen New England Patriots, das größte Einzelsport-Ereignis der Welt.

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15 Jahre hat die Arena schon (für US-Verhältnisse)/erst (für österreichische Verhältnisse) auf dem Buckel. Ich würde meinen, es ist immer noch ein Schmuckkästchen, wenngleich es mit den neuesten US-Prunkbauten nicht mithalten kann.

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Der Place to be im Weltsport war das NRG Stadium an diesem Super Bowl Sunday aber so oder so. Die Nervosität unter den Tausenden Fans vor dem Stadion in den Stunden vor dem Match ist immer wieder nett mitzuerleben.

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Und es waren auch genügend Anhänger beider Teams da. Gut 70.000 Menschen durften sich glücklich schätzen, das Spiel aller Football-Spiele live im Stadion mitzuerleben.

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Dieses Foto täuscht ein wenig: Die Patriots stellten die klare Mehrheit der Fans. Dies machte später auch der Stimungstest im Stadion deutlich, da konnten die Falcons-Anhänger lautstärkentechnisch nicht mithalten.

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Wie gehabt wurde den Fans einiges geboten.

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Auch für die Ohren.

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Das NFL Network durfte sich über großartige Bilder freuen.

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Meine Wenigkeit genoss zwar die Atmosphäre vor dem Stadion, dies ist immer wieder ein Erlebnis. Aber so langsam will man dann auch das Innenleben der Arena kennenlernen. Also gemmas an!

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Ein paar Stockwerke höher bot sich ein netter Blick in Richtung Houston. Weil ich immer wieder gefragt werde, wie Houston eigentlich so ist: Nunja, als Tourist muss man die Metropole in Texas nicht unbedingt gesehen haben (Austin und San Antonio sind dafür sehr nett, nur so als Tipp!), leben lässt es sich hier aber vermutlich nicht so schlecht.

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Im Hintergrund sehen wir die Trainingshalle der Houston Texans. Im Vordergrund: Rauchen ist zwar pfui, aber für alle Süchtler war es natürlich eine erfreuliche Überraschung, dass ungewohnterweise eine Raucherzone in Gehreichweite eingerichtet wurde. Wobei man während es Matches eh nicht dazu kommt. Hört man...

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Wir nähern uns dem Spielbeginn, das Stadion füllt sich.

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Endlich am eigenen Platz angekommen. Vorletzte Reihe und trotzdem ein toller Blick. Den alljährlichen Happel-Stadion-Gag erspare ich mir in diesem Jahr, es hat ohnehin keinen Zweck. Mir fehlt langsam der Glaube, dass ich noch ein würdiges Nationalstadion erlebe...

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Während der Vortrag der Hymne und ihr Interpret schnell vergessen sein werden, wird dieses Match für lange Zeit in Erinnerung aller Football-Fans bleiben. Was für eine erste Halbzeit der Atlanta Falcons!

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Kurz vor der Haltime-Show wurde das einzige Mal an diesem Abend das Stadion-Dach geöffnet.

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Sonntag, 5. Februar 2017 - vielleicht ist das Datum gekommen, an dem ich mit Lady Gaga meinen Frieden schließen muss.

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Keine Ahnung, wie dieses Spektakel im TV rübergekommen ist, aber live vor Ort war es zugegeben bombastisch.

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Das Ranking meiner bisherigen Halftime-Shows. 1.) Lady Gaga 2.) Katy Perry (vermutlich weil der Gaga-Eindruck frischer ist, aber Left Shark wird für immer in meinem Herzen sein.) 3.) Beyonce. Dann lange nichts. Dann immer noch nichts. 4.) Coldplay. Ich habe wirklich nichts gegen Coldplay, aber das war im Vorjahr lahm und deplatziert. Zur Ehrenrettung von Coldplay: Ich musste mich wenigstens nie mit Bruno Mars als Hauptact herumärgern.

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Im Schlussviertel wurde die Partie entgegen aller Erwartungen zum Krimi. Ab ein paar Minuten vor Schluss hielt es das Publikum nicht mehr auf den Plätzen, Stehen war angesagt.

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Ich hoffe ja ehrlich, dass ihr alle brav durchgehalten habt und nicht schlafen gegangen seid!!! Im Football kann es schnell gehen, auch deshalb ist es so ein unglaublich faszinierender Sport. Und ja, die Patriots haben es nach 25 Punkten Rückstand tatsächlich noch in der ersten Overtime der Super-Bowl-Historie geschafft.

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Auch wenn mir selten ein Sport-Team so Leid getan hat wie die Atlanta Falcons an diesem Abend, kann man da nur herzlich gratulieren und bescheiden vor Dankbarkeit innehalten, dass man einer ewigen Sportgröße wie Tom Brady auf dem Weg zur endgültigen Unsterblichkeit zuschauen durfte.

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Die Siegerehrung wurde zum Spießrutenlauf für Commissioner Roger Goodell - Deflategate, Sperre von Brady, eh schon wissen. Ein wenig konnte ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen.

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Fest steht: Die ständig wachsende österreichische Delegation wurde Zeuge einer historischen Super Bowl: Thomas Nigl (OÖN), Mario Ruhmanseder (Krone), Daniel Jerovsek (Kleine) und meine Wenigkeit.

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Von der Tribüne ging es für uns flott in die Katakomben, um ein wenig dem siegreichen Coach Bill Belichick zu lauschen. Er ist nun der erfolgreichste Coach der Geschichte, an seiner "Mir-wurscht"-Attitüde ändert dies aber natürlich nichts.

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Julian Edelman wird die Geschichte seine Catches noch oft erzählen müssen. Sein Leben lang.

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Natürlich mussten auch die Verlierer vor die Medien treten. Hut ab vor Julio Jones, der den Sieg der Patriots äußerst fair anerkannte. Mir ist Cam Newtons patziger Auftritt aus dem Vorjahr noch in bester Erinnerung. Da kann sich der gute Cam etwas abschauen.

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Zum Abschluss ging es noch in die Kabine der Patriots. Im Lockerroom des frischgebackenen Champions zu stehen, ist für mich Jahr für Jahr der Moment der Super-Bowl-Woche, den ich am wenigsten begreifen kann. Aber auch wenn man sich zwickt, steht man immer noch da.

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Und man kommt der Lombardi-Trophy erstaunlich nahe.

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Auch für die Spieler ein begehrtes Fotomotiv. Aber das würde ich nicht anders handhaben.

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Und Tom Brady duftet tatsächlich nach Rosen (siehe Tagebuch-Eintrag vom Montag). Das war es von Super Bowl LI. Ich hoffe, ich konnte euch auch in diesem Jahr ein paar Einblicke hinter die Kulissen dieses Mega-Spektakels gewähren. Für mich war es wie gewohnt ein unvergessliches Abenteuer.

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Super-Bowl-Tagebuch von Peter Altmann, Eintrag #6 - 4. Februar: Was für ein Highlight! Der Besuch bei der Familie von Toni Fritsch.

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Darf ich vorstellen: Caroline, die 16-Jährige Enkelin von Toni Fritsch, und Hans, der Sohn des österreichischen Super-Bowl-Champions.

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Die Nachfahren des legendären "Wembley-Toni", der seine Karriere als Fußballer zu Gunsten einer Laufbahn als Kicker in der NFL aufgab, leben in The Woodlands, eine 90.000-Einwohner-Stadt rund 45 Kilometer nördlich von Houston. Gemeinsam mit den Kollegen von Puls4 und der Krone habe ich ihnen einen Besuch abgestattet.

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Caroline bestritt dabei gerade ein Fußball-Spiel. Irgendwie charmant, dass die Enkelin des früheren ÖFB-Teamspielers und Rapidlers quasi in dessen Fußstapfen tritt. 

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Das Match wurde zum Familien-Event. Mit Sonja schaut auch die frühere Ehefrau von Toni Fritsch und Mutter von Hans vorbei, genau wie dessen Gattin Jennifer.

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Ebenfalls mit von der Partie: Taylor, die ältere Tochter von Hans und somit ebenfalls eine Enkelin von Toni.

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Gemeinsam wurde Caroline angefeuert.

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Zwischenzeitlich blieb jedoch auch Zeit für ungewohnte Medienarbeit. Sonja schwelgte im Gespräch mit Mario Ruhmanseder von der "Krone" und meiner Wenigkeit in Erinnerungen.

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Danach ging es weiter ins Hause Fritsch, wo der Besuch aus der österreichischen "Heimat" extrem freundlich in Texas willkommen geheißen wurde.

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Diverse Erinnerungsstücke an Toni wurden hervorgekramt. Nur so nebenbei: Warum schreibe ich von "Toni"? In der Familie Fritsch nennt sich jeder gerne gegenseitig beim Vornamen. Geht es um Toni, wird er auch meistens Toni genannt und nicht etwa Dad.

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Diverse Zeitungsartikel, auch jene aus Österreich, wurden liebevoll archiviert.

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Das gilt auch für den ehemaligen Arbeitgeber meines Chefs Peter Rietzler aus einer analogen Epoche, in der man in Österreich noch täglich Alles erfuhr.

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Das Mannschaftsfoto der 75er Dallas Cowboys. Wer findet Toni?

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Kleine Orientierungshilfe: Er ist die Nummer 15.

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Ein Eck im Regal ist alleine den Errungenschaften von Toni gewidmet. Darauf besteht Hans: "Denn er hat den Grundstein für unser jetzigen Leben gelegt. Das dürfen wir nicht vergessen. Unsere Aufgabe ist es, das Beste daraus zu machen."

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Das ist der Game Ball, den sich Fritsch gleich in seinem ersten NFL-Spiel verdiente, als er die Cowboys zu einem 16:13-Erfolg gegen die St. Louis Cardinals schoss. Nette Anekdote: Die Cardinals-Spieler versuchten Toni vor seinem entscheidenden Kick zu verunsichern, bekamen jedoch von den Dallas-Spielern launig zugeraunt: "Spart euch eure Energie, er versteht nicht ein einziges Wort Englisch!"

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Nach fünf Saisonen in Dallas (1971 bis 1975) musste Fritsch 1976 zu den San Diego Chargers, von 1977 bis 1981 kickte er zurück in Texas für fünf Saisonen bei den Houston Oilers. 1982 ließ er seine NFL-Karriere bei den New Orleans Saints ausklingen. 1984 und 1985 feierte er in der USFL ein Comeback bei den Houston Gamblers.

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In die Geschichtsbücher der Dallas Cowboys hat er es unter anderem mit seiner Beteiligung am Gewinn von Super Bowl VI im Jänner 1972 gegen die Miami Dolphins geschafft. In Super Bowl X setzte es im Jänner 1976 eine Niederlage gegen die Pittsburgh Steelers. Es sollte das letzte Spiel von Fritsch für die Cowboys sein.

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Dass Toni daran beteligt war, die "Soccer-Style"-Schusstechnik in die NFL zu bringen, ist gut dokumentiert.

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Neben der erfolgreichen Zeit bei den Cowboys erlebte Fritsch seine beste Phase bei den Houston Oilers, wo laut Hans ein familiäres Klima herrschte. 1979 wurde Toni sogar in die Pro Bowl gewählt.

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Zu behaupten, die Familie Fritsch wäre gastfreundlich, wäre die Untertreibung des Jahrzehnts. Herzlichkeit, Begeisterungsfähigkeit und Stolz, mit der sie diese Reise in die eigene Vergangenheit gestaltete, hinterlassen fraglos einen bleibenden Eindruck.

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Vor allem Hans konnte gar nicht genug davon bekommen, uns mit Anekdoten über seinen berühmten Vater zu versorgen - und das übrigens in hervorragendem Deutsch, wenngleich er selbst von seinen Deutsch-Kenntnissen nicht restlos überzeugt ist.

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Zum Beispiel jene über seine Freundschaft zu Box-Legende George Foreman und die Begegnung mit Jahrhundert-Sportler Muhammad Ali.

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Auch Jennifer und Taylor nutzten die Gelegenheit, um sich an frühere Österreich-Aufenthalte zu erinnern.

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Tonis Karriere als Fußballer kommt übrigens auch nicht zu kurz. Insgesamt bestritt er neun Länderspiele für Österreich. Zur Legende wurde er bereits in seinem ersten, als er das ÖFB-Team im Oktober 1965 mit zwei Treffern zu einem sensationellen 3:2-Sieg gegen England im Londoner Wembley-Stadion schoss. Deshalb - nonetnana - auch der Spitzname "Wembley-Toni".

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Die Kollegen Phillip Hajszan und Julian Kurzwernhart führten übrigens noch ein unterhaltsames TV-Interview mit Hans, dessen Highlights im Vorlauf der Super-Bowl-Übertragung zu sehen sein werden. Man darf sich darauf freuen.

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Ich werde versuchen, in der schriftlichen Aufarbeitung diesem Treffen auch nur annähernd gerecht zu werden. Dies steht als nächstes auf meinem Programm. Ich hoffe, es wird für euch das passende Lesevergnügen am Super-Bowl-Sunday - und natürlich viel Spaß beim Endspiel selbst! Genießt Super Bowl LI, wo und mit wem auch immer ihr schaut! Es ist schließlich der höchste Football-Feiertag des Jahres!

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Familie Fritsch wird das Match bei Nachbarn schauen. Wir können nur sagen: Hoffentlich auf ein Wiedersehen - sei es in The Woodlands oder gerne in Österreich!

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Super-Bowl-Tagebuch von Peter Altmann, Eintrag #5 - 3. Februar: Ein Paradies für die Fans.

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Der Countdown läuft! Nur noch zwei Tage bis zu Super Bowl LI!

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Die Vorfreude steigt zusehends, genauso wie die Zuschauer-Massen in Houston, wo das Abenteuer Super Bowl auf recht kompaktem Raum stattfindet. Der Vorteil: Die Wege für alle Beteiligten sind relativ kurz.

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Auf einem Gelände namens Discovery Green befindet sich "Super Bowl Live", womit im Prinzip alle Outdoor-Aktivitäten gemeint sind.

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Eines darf man als Fakt annehmen: Die NFL versteht ihr Publikum nicht nur mit dem Sport auf dem Feld zu unterhalten, sondern auch mit ihren Entertainment abseits der Spiele. Es ist immer wieder erstaunlich, was rund um die Super Bowl auf die Beine gestellt wird, um den Zuschauern ein Abenteuer zu bieten.

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Logisch, dass sich auch die TV-Sender, die in der Super-Bowl-Woche mehr oder weniger in Dauerschleife senden, mitten ins Geschehen mischen. Das ergibt schließlich gute Bilder.

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In Houston drängt es sich zudem förmlich auf, mit der NASA einen Special Guest auf dem Gelände zu haben. Ein Teil des Vergnügungsparks ist der Raumfahrtbehörde gewidmet.

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So zieht etwa ein Modell des Mars-Rovers viele Blicke auf sich. 

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Das Gelände wirkt jedenfalls wie ein Magnet auf die Super-Bowl-Touristen. Richtig voll wird es am Samstag am Vorabend des Big Games. "Höhepunkt" wird der Auftritt der Band ZZ Top, die in Houston Heimvorteil genießt. Schön, dass die Liga auch für ältere Semester etwas im Programm hat, nachdem meine Generation im Vorjahr in San Francisco bei Alicia Keys auf ihre Kosten kam (Und ja eh, ZZ Top ist sicher auch ganz super).

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Im Prinzip sind es die simpelsten Ideen, die die beliebtesten Foto-Motive ergeben.

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Diese Helme gibt es übrigens für alle 32 Teams. Die längsten Schlangen findet man jedoch definitiv bei den New England Patriots und Gastgeber Houston Texans.

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Alle 32 Teams sind auch in diesem Jahr Indoor vertreten. Gleich angrenzend im George R. Brown Convention Center ist nicht nur das Medienzentrum untergebracht, sondern auch die NFL Experience, das NFL-Schlaraffenland für jung und alt. Und es ist Jahr für Jahr einfach nur großartig!

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Einmal im Lockerroom des Lieblingsteams vorbeischauen? Kein Problem!

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Eine Erneuerung, die sich als Publikums-Renner erweist, ist die Station des beliebten Spiels Madden, bei dem zwei Zuschauer gegeneinander antreten können und zwei Kommentatoren begleiten das Geschehen live. Man glaubt gar nicht, wie viele Leute anderen Menschen gerne beim Zocken zusehen. Im konkreten Beispiel hat Dallas mit QB Aaron Rodgers keine Chance gegen San Francisco mit QB Terrelle Pryor. Strange!

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Das Highlight bleiben die zahlreichen Möglichkeiten, selbst mit diesem wunderbaren Sport in Berührung zu kommen - sowohl für Kinder als auch Erwachsene.

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Wer gerne über misslungene Field-Goal-Versuche schimpft, darf sich gerne selbst als Kicker beweisen.

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Und ab in die Endzone! Das Gelände, auf dem sich dieser ganze Messe-artige Spaß befindet ist, übrigens riesig. Will man alles sehen, legt man schon ein paar Meter zurück.

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Auf der Autogramm-Bühne finden sich immer wieder mehr oder weniger bekannte (Ex-)Profis ein. Im konkreten Fall waren dies Washington-Backup-QB Colt McCoy und Joe Theismann, der die Redskins 1983 als QB zum Sieg in Super Bowl XVII geführt hat. Theisman ist übrigens der Schöpfer des genialen Zitats: "Nobody in football should be called a genius. A genius is a guy like Norman Einstein." (Er hat natürlich einen Schulkameraden gemeint...)

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Auch die Super-Bowl-Historie kommt nicht zu kurz. Apropos: Probiert unbedingt unser Super-Bowl-Quiz aus und beweist, wie gut ihr euch in der Geschichte dieses Spektakels auskennt!

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Man startet bei Helligkeit, beendet das Abenteuer bei Dunkelheit und hat trotzdem das Gefühl, bei eitem nicht alles gesehen zu haben. Das ist die NFL Experience.

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Super-Bowl-Tagebuch von Peter Altmann, Eintrag #4 - 2. Februar: Lady Gaga gibt sich geheimnisvoll. Plus: NFL-Legenden, NFL-Legenden, NFL-Legenden.

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Ja, ich habe Lady Gaga ein wenig verunglimpft, bevor sie im Vorjahr bei Super Bowl 50 die Hymne gesungen und dabei einen bombastischen Job abgeliefert hat. Also werde ich diesmal besonders respektvoll mit dieser großartigen Künstlerin umgehen. Selbstverständlich.

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Die 30-Jährige bekommt also einen Back-to-back-Super-Bowl-Auftritt. Nach der Hymne bestreitet sie diesmal die Halftime-Show, deren Protagonist sich traditionell am Donnerstag vor dem Big Game den Medienvertretern stellt.

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Zur Halftime-Show selbst hatte sie eigentlich nichts zu sagen, außer dass man so eine Show noch nie gesehen hat und dass sie aus Kostüm-Gründen eine Neuauflage von Nipplegate ausschließt. Nipplegate ist zwar inzwischen ein wahrlich abgedroschenes Thema, hat diesmal jedoch ein wenig Relevanz, weil Janet Jacksons Garderobenfehler damals ebenfalls in Houston passierte und ebenfalls die New England Patriots im Endspiel standen.

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Wem sie die Daumen drückt? Welche Lieder vorkommen werden? Irgendetwas Halftime-Show-Relevantes? Fehlanzeige. Ob Atlanta oder New England ihr Herz erobert haben, will sie aber zumindest nach dem Spiel verraten. Immerhin hatte ihr Auftritt den notwendigen Pathos.

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Auf der nach oben geschlossenen Katy-Perry-Unterhaltsamkeits-Skala bei Halftime-Show-Pressekonferenzen hat Gaga eine solide 7,3 erreicht.

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Hauptsächlich weil QB-Legende Terry Bradshaw sein Geschäft versteht und bei seiner Frage eine Show ablieferte - inklusive "Heiratsantrag" für Gagas Oma.

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Die Hymne singt diesmal übrigens Luke Bryan - ein Country-Sänger aus Georgia, der somit logischerweise Atlanta die Daumen drückt und gleichzeitig auf besonders schleimige Art und Weise versucht, die Sympathien seines Publikums in Boston nicht zu verlieren. Was? Ihr kennt ihn nicht?

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Tja, ich auch nicht. Nie gehört. (Und ich hoffe, ich habe jetzt nicht versehentlich erneut einen grenzgenialen Künstler beleidigt. Wenn doch: Sorry!)

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Der Ausflug auf das Society-Terrain, bei dem die Entertaiment-News-Kollegenschaft in ihrem Element ist, ist immer wieder interessant und amüsant. Wohler fühle ich mich definitiv auf folgendem Terrain: Das NFL Network lud kurz nach dem Gaga-Date zum Tischgespräch mit all seinen Superstars. Für langjährige NFL-Fans ist das stets ein Eldorado.

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Großartig vor allem die Analysen von Kurt Warner, der Tom Brady zutraut, bis 45 zu spielen, und für den Matt Ryan unter Druck steht, seine Elite-Saison 2017 zu untermalen. Sonst ginge es ihm wie Cam Newton, der nach Traum-Saison wieder in der Realität angelangt ist.

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Für Warner steht in dieser Woche übrigens auch einiges auf dem Spiel. Zum bereits dritten Mal hofft er auf seine Aufnahme in die Hall of Fame. Am Samstag wissen wir mehr. Ganz ehrlich: Ich verstehe, warum ihn nicht alle in Canton sehen, seine Karriere ist wirklich ein Spezialfall. Aber ich drücke ihm beide Daumen. Ich finde, er hat das beginnende Jahrtausend geprägt wie kaum ein anderer - und er tat dies mit zwei Teams.

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LaDainian Tomlinson hat sein Date mit Franz und Sissi (siehe Montag) offenbar verarbeitet.

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Reggie Wayne!!!

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Michael Irvin hätte vermutlich lieber seine Dallas Cowboys in der Super Bowl gesehen.

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Marshall Faulk wirkte nicht ganz ausgeschlafen.

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Deion Sanders wird tendenziell seinem Ex-Team aus Atlanta die Daumen drücken.

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Willie McGinest wiederum gewann mit Bill Belichick und Tom Brady drei Super Bowls. Seine Sympathien werden tendenziell bei den Patriots liegen.

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Terrell Davis war wohl im Vorjahr aufgeregter, als "seine" Denver Broncos im Big Game standen.

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Und Steve Mariucci ist sowieso immer aufgeregt. Der frühere Head Coach der San Francisco 49ers und Detroit Lions wirkt stets so, als stünde er unter Feuer.

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Wer kennt eigentlich diesen aus zwei Aspekten interessanten Herrn noch? Meine Güte, die Zeit vergeht... Wer das tatsächlich weiß, kann mir die Antwort gerne twittern. Zu "gewinnen" gibt es eine gratis Houston-Anstecknadel, die mir gerade in die Hand gedrückt wurde und die ich nicht wirklich brauche, haha. Ich würde sie natürlich brüderlich teilen. Vielleicht waren da jetzt Hinweise versteckt.

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Super-Bowl-Tagebuch von Peter Altmann, Eintrag #3 - 1. Februar: Der Big Boss ist im Haus - im Haus mit dem unfassbar guten Essen.

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Am Mittwoch vor der Super Bowl spricht Commissioner Roger Goodell traditionell zur NFL-Nation. Diesmal wurde dieser Medientermin mit noch mehr Spannung erwartet als in anderen Jahren.

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Goodell ist für Patriots-Fans eine Persona non grata, seit er Tom Brady gesperrt hat. Aber auch die zahlreichen Übersiedlungen von Teams machen ihm das Leben gerade nicht leicht. Entsprechend groß war das Interesse an seinen Ausführungen.

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Teilweise blieben im - eigentlich eh ziemlich riesigen - Saal nur Stehplätze übrig. Meine Wenigkeit ergatterte eine Sitzgelegenheit, allerdings recht weit hinten. Der Anspruch dieses Tagebuchs ist eigentlich eindrucksvoll zu beweisen, dass es für eine Fotografen-Karriere nie im Leben reicht und nur eigene Bilder zu nehmen. Im konkreten Fall mische ich allerdings Agentur-Pics mit rein - das wird auch morgen von Nöten sein, aber dazu später mehr.

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Zur Patriots-Causa: Goodell versuchte ganz auf Politiker mit einem "Deflategate haben wir hinter uns gelassen" durchzukommen. Tja, falsch gedacht. Frage um Frage drehte sich um sein gestörtes Verhältnis zu New England. Zumindest bekannte er sich dazu, erstmals seit dem Disput wieder ein Spiel in Foxborough besuchen zu wollen - sollte er eingeladen werden...

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Patriots-Owner Robert Kraft (2.v.l.) war übrigens unter den interessierten Zuhörern der Pressekonferenz von Goodell.

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Weniger Spießrutenlauf, aber durchaus ebenfalls teils unangenehm war die Relocation-Thematik. Vor allem der Verlust von San Diego als NFL-Stadt schmerzt den Boss. Goodell spricht von einer kollektiven Enttäuschung bei allen Beteiligten. Die Chargers sind ja bekanntlich nach Los Angeles übersiedelt.

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Ansonsten ging es wie immer um Gott und die NFL-Welt - ob Regeländerungen, die Zukunft des Donnerstags-Spiels, TV-Quoten, die Idee einer Entwicklungs-Liga für junge Spieler oder die Bekanntgabe eines erneuten Spiels in Mexiko (Raiders vs. Patriots). Mit nichtssagendem Blabla (Mein Fokus liegt auf der Super Bowl) zog sich der Republikaner beim Thema Trump und Flüchtlinge aus der Affäre.

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So ganz genau weiß man es natürlich nicht, aber ich habe zumindest einen Verdacht, welchem Team Goodell am Sonntag die Lombardi-Trophy lieber übereichen möchte. Sollte New England gewinnen, kann man sich getrost auf ein gewaltiges Pfeifkonzert der Patriots-Fans für Goodell gefasst machen!

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Für unsereinen gilt ja leider: Nur gucken, nicht anfassen! Aber dem Objekt der Begierde, um das sich in dieser Woche alles dreht, so nahe zu kommen, ist immer wieder cool. Man sieht ringsum jedenfalls viele leuchtende Augen - ein bisserl wie Weihnachten...

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Abgesehen vom Goodell-Termin lag der Fokus heute mal eher auf Schreibarbeit als einen Termin nach dem anderen wahrzunehmen - mit dem Bus durch Houston kennt man inzwischen. Gearbeitet wird übrigens im schmucken Media Center, dessen Eingang wir hier sehen.

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Das George R. Brown Convention Center, in dem sich neben dem Medienzentrum auch der NFL-Vergnügungspark befindet, ist ein durchaus geräumiges Gebäude. Immer wieder schön der Balkon, um bei 25 Grad ein bisschen Sonne zu tanken und die Aussicht zu genießen.

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Und um einmal ein Klischee zu bestätigen: Journalist wird man ja nur, damit man sich am Buffet bei Medienterminen den Magen voll schlagen kann. Warum auch sonst? Vergangene Super-Bowl-Veranstalter hielten sich diesbezüglich - in Wahrheit richtigerweise - vornehm zurück.

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Was die Freunde in Houston hier allerdings Tag für Tag hinzaubern, ist definitiv nicht selbstverständlich. Da muss man zwischendurch auch mal ganz artig Danke sagen!

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Mahlzeit!

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Ein kleiner Programmhinweis für Donnerstag: Lady Gaga wird im Haus sein und ihre Halftime-Show promoten - dies ist traditionell die am besten besuchte PK, da kommt normalerweise auch Goodell nicht mit. Ich bin mit zwei Vorhaben nach Texas geflogen: Erstens nicht den Veranstaltungsort und das Wort Problem in einem Satz verwenden. Zweitens nicht erneut Lady Gaga verunglimpfen. Das letztjährige Super-Bowl-Tagebuch ist mir eine Lehre, haha. Aber dazu morgen mehr!

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Super-Bowl-Tagebuch von Peter Altmann, Eintrag #2 - 31. Jänner: Medientermine, Medientermine, Medientermine oder der ganz normale Brady-Wahnsinn.

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Am Tag nach der Opening Night geht es für Coaches und Spieler der beiden Super-Bowl-Teams pressetechnisch erst so richtig los. Zum Beispiel in der Eishalle neben dem Hotel der Atlanta Falcons.

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Ist bei der Opening Night durchaus auch Platz für Klamauk, geht es bei den Medienterminen in den Team-Quartieren deutlich fachlicher zu. Beispielsweise bei der Pressekonferenz von Atlantas Head Coach Dan Quinn.

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Spieler müssen am Dienstag nicht alle präsent sein. Die Auserwählten wurden in der Eishalle jeweils auf einem Podium platziert.

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Beispielsweise Receiver-Shootingstar Taylor Gabriel.

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Im Rampenlicht stand einmal mehr Quarterback Matt Ryan - jedoch kein Vergleich zu dem Andrang, der wenig später bei seinem Patriots-Gegenüber Tom Brady herrschen sollte.

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Eine kurze Busfahrt mit Polizei-Eskorte später landete der Medientross auch schon im Patriots-Quartier.

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Die Sicherheitskontrollen gehen zügiger über die Bühne, als dieses Bild vermuten lässt. Es gibt in Österreich Fußball-Veranstaltungen, da braucht man für vier Herrschaften länger - bei gleich vielen Kontrollstationen wohlgemerkt.

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Auch bei den Patriots gehörte die Einzel-PK dem Head Coach. Wer immer noch glaubt, dass Bill Belichick stets mundfaul ist, der irrt gewaltig.

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Der hat die lebende Trainer-Legende zumindest noch nie gefühlt je fünf Minuten über Longsnaper, die Wichtigkeit von Situational Football oder die Lehren seines Vaters (wirklich interessant!) referieren gehört. Eh nicht blöd, mit Wohlfühl-Themen jene Redezeit aufzubrauchen, in der man auch Relevanteres unterbringen könnte. 

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Tom Brady in einer Super Bowl zu erleben, fällt ja nicht unbedingt unter die Kategorie Once in a Lifetime. Beim Trubel um seine Person könnte man jedoch auf die Idee kommen, Zeuge eines einzigartigen Erlebnisses zu sein.

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Was sich im Vorjahr im Vorfeld des Big Games rund um Peyton Manning abspielte, war schon erinnerungswürdig. Der Hype um Brady steht dem jedoch um nichts nach.

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Ich leide nicht an Platzangst, war aber nicht unglücklich, dass ich mich nicht in der Menschentraube postieren musste. Um mittendrin statt nur dabei einen Platz zu kriegen, hätte man unmittelbar davor den Falcons-Termin auslassen und sich in Stellung bringen müssen.

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Bei Bradys Kollegen ging es deutlich ruhiger zu. Es ist anzunehmen, dass sie nicht unglücklich darüber sind, dass ihnen ihr in Super-Bowl-Wochen erfahrener Leader viel an medialem Druck abnimmt.

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Aber Gesprächsthema ist die QB-Legende natürlich auch an anderen Tischen. Receiver Julian Edelman lobt seinen Spielmacher als Familienmenschen sowie leidenschaftlichen und positiven Typen. Na dann...!

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Ein kleiner Vergleich der Mikrofon-Anzahl an anderen Podien...

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Kein entscheidendes Detail, aber nicht uninteressant: Die Patriots-Spieler hockten in Privat-Klamotten da. Das ist nicht unbedingt üblich.

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Nach dem Ausflug zu den Patriots ging es im Eiltempo zurück in die Innenstadt Houstons, wo gleich der nächste Termin wartete. Ein Wort zum Wetter: Ja, es ist derzeit so schön, wie es auf diesem Bild wirkt - cirka 25 Grad. Aber kein Grund für Neid: Im Laufe der Woche soll der Regen kommen...

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Einer meiner Lieblings-Termine in der Super-Bowl-Woche ist traditionell jener des jeweiligen Host Broadcasters, der stets all seine berühmten Experten an den Start bringt. Super Bowl LI wird von Fox übertragen.

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Aber bevor wir zu den wirklichen Stars kommen, sind die nächsten Bilder einzig und alleine meinem geschätzten Touchdown-Tuesday-Kollegen Bernhard Kastler gewidmet - seines Zeichens Europas größter Fan von Erin Andrews und Joe Buck.

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Für die verschwindende Minderheit, die keine Ahnung hat, von wem ich rede: Andrews ist Sideline-Reporterin, Buck wird die Super Bowl kommentieren. 

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Für dich Kollege Kastler.

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Andrews-Kollegin Charissa Thompson war natürlich auch zugegen. Die beiden hatten viel Spaß bei einem Live-Einstieg, bei dem sie sich ausführlich über Mario Lopez von Saved by the Bell unterhielten - niemand unter 30 sollte wissen, wovon gerade die Rede ist...

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Kollege Kastler kennt Saved by the Bell natürlich, das weiß ich. Deswegen noch ein letztes Bild im Foto-Special für ihn, bevor wir uns wieder seriöseren Themen widmen können.

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Nein, doch nicht: Ein Buck für Bernie geht noch, haha. (Und ich weiß, dass ich das zurückbekomme. Den nächsten regulären Touchdown Tuesday gibt es leider, leider, leider erst im September...)

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So, nachdem wir ausnahmsweise mal Sportreporter als Stars abgefeiert haben, nun zu ihren Sidekicks - jener von Buck ist ein gewisser Troy Aikman, ehemaliger Quarterback und dreifacher Super-Bowl-Champion mit den Dallas Cowboys.

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Cris Carter! Cris Carter!

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Shannon Sharpe sollte jedem längergedienten NFL-Fan ein Begriff sein.

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Mike Pereira ist der Regel-Experte von Fox und fehlt in so gut wie keiner Übertragung - strittige oder zumindest enge Entscheidungen gehören nunmal zum Alltag im American Football.

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Und dieser Herr könnte am Sonntag seinen Langzeit-Rekord endgültig los sein. Derzeit ist Terry Bradshaw gleichauf mit Joe Montana und Tom Brady mit vier Super-Bowl-Ringen der erfolgreichste QB. Gewinnen die Patriots, hat Brady als erster Spielmacher der Geschichte eine Hand voller Ringe!

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Nicht unpraktisch ist ja, dass die Halle der Houston Rockets direkt um die Ecke des Pressezentrums liegt. Dort ging es dann am Abend auch hin - zum Kantersieg gegen die Sacramento Kings. Zumindest ein Abstecher zur NBA ist auch in der Super-Bowl-Woche erlaubt.

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Super-Bowl-Tagebuch, Eintrag #1: Peter Altmann ist für LAOLA1 in Houston vor Ort. Hier seine Erlebnisse vom Montag, 30. Jänner.

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Der Countdown läuft! Am Sonntag ist es endlich soweit und das alljährliche Spiel aller Football-Spiele steht auf dem Programm. In Super Bowl LI duellieren sich die Atlanta Falcons und die New England Patriots.

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Der erste absolute Höhepunkt der Super-Bowl-Woche ist ein traditioneller: Die Opening Night, in der sich alle Spieler und Coaches beider Teams, den sinnvollen und bisweilen auch weniger sinnvollen Fragen von tausenden Medienvertretern stellen müssen.

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Schauplatz dieses Spektakels war diesmal der Minute Maid Park, das Baseball-Stadion des MLB-Teams Houston Astros.

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Und ja, ich war tatsächlich da. LAOLA1 ist bereits zum sechsten Mal in Folge bei der Super Bowl vor Ort, für meine Wenigkeit ist es das vierte Big Game. Und es ist jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer, von dem ich euch in den kommenden Tagen unter anderem hier in diesem Tagebuch einen Eindruck vermitteln möchte.

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Offizielles Heimteam in der 51. Auflage der Super Bowl sind die Atlanta Falcons, also machten sie auch bei der Opening Night den Anfang und stellten sich der einstündigen Interview-Session, bei der auch Publikum im Stadion zugelassen war.

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Es ist nicht allzu schwer zu erraten, um wen das größte Gedränge herrschte...

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Als Quarterback steht man natürlich im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses - noch dazu, wenn man eine derart MVP-verdächtige Saison hingelegt hat wie Falcons-Spielmacher Matt Ryan.

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Da bekommt im Vergleich selbst ein Superstar-Receiver wie Julio Jones verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit.

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Die wichtigsten Spieler beider Teams sitzen jeweils auf einem Podium, vor dem sich die interessierten Journalisten aufbauen.

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Wie etwa Altstar Dwight Freeney...

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...oder Jungstar Vic Beasley Jr, der mit 15,5 Sacks die meisten in dieser Regular Season geschafft hat.

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Oder auch Mohamed Sanu, der kongeniale Receiver-Partner von Julio Jones.

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Die übrigen Kader-Spieler müssen sich frei auf dem Feld mitten unter den Journalisten bewegen.

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Logisch, um wen sich noch eine Menschentraube bildete: Offensive Coordinator Kyle Shanahan. Nicht nur, weil er Mastermind einer genialen Offense ist, sondern auch weil er nach der Super Bowl mit hoher Wahrscheinlichkeit Head Coach der San Francisco 49ers wird.

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Es gehört bei der Opening Night wie zum Amen im Gebet, dass auch so manche Journalisten selbst Schlagzeilen schreiben, indem sie sich kreativ kostümieren. Auffallen um jeden Preis quasi.

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Den Vogel schossen diesmal die Kollegen von Puls 4 ab, die sich als Kaiser Franz Joseph und Sissi verkleideten. Es ist keine Übertreibung, dass sie sich damit in den Mittelpunkt katapultierten.

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Mit dem früheren Superstar-Running-Back LaDainian Tomlinson, inzwischen für das NFL Network tätig, stellte sich sogar ein ehemaliger MVP der NFL artig um ein Interview an.

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Selbiges bekamen die Zuschauer in der Halle auf die riesige Leinwand übertragen.

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Küss die Hand, gnädige Frau (?)!

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Tomlinson selbst war selbstverständlich auch ein gefragter Interview-Partner.

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Und bevor Missverständnisse aufkommen: Franz und Sissi haben zwar viele Interviews gegeben, sind jedoch auch fleißig ihrer eigentlichen Aufgabe nachgekommen...

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...nämlich Interviews führen. Zum Beispiel mit diesen Spielern der New England Patriots, die relativ frei zugänglich waren.

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Die meiste Aufmerksamkeit beim Team aus Boston zog nämlich ein Mann auf sich, und es ist wohl nicht allzu schwer zu erraten welcher...

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Tom Brady, Tom Brady und nochmals Tom Brady, der diesbezüglich sogar sein Falcons-Gegenüber Matt Ryan in den Schatten stellte.

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In der Super-Bowl-Woche ist man mit viel Blödsinn konfrontiert. Aber wer diesen Hype zum siebten Mal miterlebt, weiß natürlich locker und souverän damit umzugehen. Wir wissen jetzt immerhin, dass er angeblich nach Rosen duftet.

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Zumindest den Versuch eines Selfies mit dem Großmeister kann man ja wagen. Die Betonung liegt auf Versuch...

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Für Bill Belichick ist dieser Arbeitstermin nach all den Jahren und all den Super Bowls auch kein Neuland mehr. Immerhin erschien der Patriots-Coach, entgegen seinem Ruf ein Mode-Muffel zu sein, mit Anzug und Krawatte.

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Nur als Vergleich zu Brady: Für so manchen Teamkollegen blieb erheblich weniger Aufmerksamkeit.

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Last but not least sei der Fairness halber natürlich darauf hingewiesen, dass nicht nur der heimische TV-Sender zugegen war, sondern auch die deutschen Kollegen ihren Star mit Sissi-Frisur schickten.

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Ja, die Green Bay Packers waren tatsächlich aktiv. Kaum vorstellbar, aber umso schöner für die "Cheeseheads". Denn mit Martellus Bennett kommt nicht irgendein Tight End, sondern einer der besseren in dieser Liga. Und nie vergessen: Aaron Rodgers macht sie alle besser, vielleicht noch mehr als Tom Brady. Mit Jared Cook war vergangene Saison kein untalentierter Tight End in Green Bay, doch 377 Yards und ein Touchdown lassen erahnen, dass die Packers nach einer wirklichen Waffe gesucht haben. Bennett, der 2016 sieben TDs von Brady fing, sollte mit Rodgers für noch mehr Gefahr sorgen. Die braucht es auch, um den Titel zu holen. Gute Verstärkung!

Okay, wir wissen, wie es vergangene Saison gelaufen ist, aber die Jacksonville Jaguars haben wieder ordentlich in die Taschen gelangt und ich sage: Zurecht! 68 Millionen Dollar, allesamt garantiert, für Safety Barry Church, Cornerback A.J. Bouye und Defensive End Calais Cambell auszugeben, ist (wie vergangene Saison die Ausgaben von 64 Millionen Dollar) ein Risiko-Investment, aber ich habe einfach das Gefühl, das funktioniert. Alleine das Cornerback-Tandem Bouye und Jalen Ramsey könnte in der AFC South für Furore sorgen. Das große Fragezeichen in Jacksonville bleibt die Offense (was kann Bortles wirklich?), aber die Verteidigung wird besser sein.

Auch ein Move, der mir sehr gut gefällt: Die New York Giants haben Brandon Marshall verpflichtet. Der hatte nicht weit, spielte er doch bei den Jets, und unterschrieb einen Vertrag, der zwölf Millionen Dollar wert ist. Marshall war vergangene Saison nicht so gut drauf wie eines davor, als er im letzten Spiel bei den Bills seine erstmalige Playoff-Teilnahme verpasste. Aber er hat es immer noch drauf, ist mit 32 Jahren eine absolute Waffe. Eli Manning kann Pässe werfen und Marshall wird sie fangen. Dass Receiver-Duo Odell Beckham jr. und Brandon Marshall wird in der kommenden Saison die Giants-Offense noch einmal explodieren lassen. Kurzum: Gefällt mir!

Ich weiß, es ist das Geschäft und es gehört dazu, aber das hat sich Tony Romo nicht verdient. Erst soll er einfach nur entlassen werden, was einfach fair gewesen wäre, nachdem, was er für die Dallas Cowboys geleistet hat. Nun steht er weiter unter Vertrag bei "America's Team", das per Trade was abstauben will. Und es gibt ja natürlich potenzielle Spots, wo der 36-Jährige durchaus Sinn macht, allen voran Denver und das "benachbarte" Houston. Oder wird es "Fox Sports"? Karriere beenden und Neo-49ers-GM John Lynch als Analyst beerben? Nein, ich will Romo noch einmal bei einem anderen Team sehen. Die Cowboys sollten ihn bei fehlenden Trade-Perspektiven entlassen. Es geht auch um 14 Millionen Dollar an Cap Space. Ich weiß, es ist das Geschäft, aber Indy hat Manning auch nicht getradet. (Und ja, Romo ist nicht Manning...)

Es ist nur so ein Gefühl, aber ich denke, die Arizona Cardinals werden kommende Saison noch ein größeres Problem haben als vergangene. Es gibt sicher schlimmere Situationen, aber es gibt einfach Abgänge, die noch sehr sehr schwer wiegen könnten. Allen voran Calais Campbell, der in neun Saisonen nicht weniger als 56,5 Sacks produzierte. In der Secondary sind Tony Jefferson (Bravo Baltimore, das auch Brandon Williams behielt und Danny Woodhead verpflichtete) und D.J. Swearinger dahin. Defensiv wird das kommende Saison nicht einfach für Arizona, auch wenn Chandler Jones gehalten werden konnte. Das Gute: Offensiv haben die Cards sehr viel Glück, dass Carson Palmer zurückkehrt. Da können sie mal durchatmen. Ebenso dank Larry Fitzgerald. Doch die defensiven Abgänge überwiegen für mich die offensiven "Zugänge".

Eigentlich passt dieser rote Pfeil nicht, weil ich den Plan der New York Jets eigentlich gut finde. Rebuilding ohne Wenn und Aber. Volle Kanone. Ohne Kompromisse. Nick Mangold weg, Darrelle Revis weg, Nick Folk weg, Brandon Marshall weg. Ryan Fitzpatrick sowieso weg. General Manager Mike Maccagnan verfolgte mit Head Coach Todd Bowles einen Zweijahres-Plan. Die Playoff-Teilnahme scheiterte beide Male, weswegen nun "Ausverkauf" angesagt war. Neuanfang. Kommt nun Jay Cutler als Quarterback? Abgeschriebenes Team für abgeschriebenen QB? Da würde ich lieber auf Bryce Petty setzen und Christian Hackenberg weiter heranführen. Oder kommende Saison so abstinken (wovon ohnhein auszugehen ist), so dass Sam Darnold (USC) der nächste QB-Versuch werden könnte. Auf diesen Rebuild in New York bin ich gespannt.

Textquelle: © LAOLA1.at

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