Touchdown Tuesday: Die große Endabrechnung

Aufmacherbild Foto: © getty
 

Und da sind wir schon wieder!

Die Ergebnisse sind euch allen freilich bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wie gewohnt widmet sich LAOLA1 den Auffälligkeiten des Spieltages.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen?

Das ist der Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1 - Episode 17 der Saison 2016:

"R-E-L-A-X"! Hattet ihr wirklich gedacht, die Green Bay Packers würden die Playoffs verpassen? Ha! Da haben die Käse-Meister aus Wisconsin uns alle ordentlich in die Irre geführt. Nach vier Niederlagen in Folge in Woche 8, 9, 10 und 11 schrieben wir sie alle ab, doch es folgten sechs Siege, um sich zum neunten Mal "Kings of the North" nennen zu dürfen. Die Packers stehen zum achten Mal in Folge in der Postseason und Aaron Rodgers befindet sich in blendender Form - die letzte Interception warf der Quarterback am 13. November - remember, bei den Titans? Ob seiner 40 TDs und 7 INTs sowie der Tatsache, dass er die Packers aus dem Tief in die Playoffs geführt hat, ist auch Rodgers Thema für den MVP-Titel 2016. An dieser Stelle möchten wir aber auch den Detroit Lions gratulieren. Auch sie sind Gewinner, haben sie es doch in die Playoffs geschafft - und wer hätte vor dieser Saison damit gerechnet?

"HOW YOU LIKE ME NOW?!?" Ähm, naja, hmmmmm. Na, du bist eh immer noch ein klasser Kerl, lieber Kirk Cousins. Aber dein Spruch in Richtung Redskins-GM Scot McCloughan wirkt nach den etwas wechselhaften Leistungen der vergangenen Wochen wie aus einer anderen Epoche. Nennen wir wie gewohnt das Kind beim Namen: Grauslich, wie du und deine Washington Redskins die Playoff-Teilnahme verschenkt habt! Nicht nur, aber vor allem auch gegen die New York Giants, für die es in dieser Partie um Haselnüsse ging und vielleicht auch ein bisschen darum, einem Division-Rivalen ein Bein zu stellen. Vor allem offensiv war diese Leistung eine Vorgabe. Kirk, du willst - von deinen Statistiken her nach einer 4917-Yards-Saison nicht ganz unberechtigt - wie ein Superstar bezahlt werden. Ach was, wie ein Ausnahmekönner-Elite-Quarterback. Solche liefern allerdings genau dann ab, wenn es meisten zählt. Man spricht nicht umsonst bisweilen von Money Time. Den Beweis, dass du auch in solchen Situationen dein Geld wert bist, bist du bis auf weiteres schuldig geblieben. Leider.

"Mein Block! Mein Block! Mein Block!" Ja, da fällt uns nur der Sido ein, wenn wir an diesen Monster-Block von Michael Floyd denken. Wumm! Da träumt Miamis Tony Lippett noch heute davon. Und Julian Edelman darf sich über einige Tinder-Matches mehr freuen. Das war nämlich sein längster Lauf zu einem Touchdown nach einer Reception überhaupt. 77 Yards für die Ewigkeit, auch weil Tom Brady ausgerechnet in Miami QB-Legende Dan Marino (61.361) an Passing Yards übertraf und nun mit 61.582 Yards Nummer 4 der ewigen Bestenliste ist. Vor ihm liegen "nur" noch Drew Brees (66.111), Brett Favre (71.838) und Peyton Manning (71.940). Aber zurück zu Michael Floyd, der Mitte Dezember von den Arizona Cardinals entlassen wurde (Gefängnisaufenthalt, nachdem er alkoholisiert am Lenkrad seines Autos eingeschlafen war) und tagsdrauf von den Patriots geholt wurde. Floyd fing in Miami seinen ersten Touchdown für die Patriots - nach einem 14-Yards-Pass setzte sich der 27-Jährige am Ende gegen sechs Verteidiger durch. Auch ein Play of the Week. In jedem Fall gratulieren wir den New England Patriots zu einem 14-2-Record, dem besten der abgelaufenen Saison. Chapeau!

Weinen um die Saison der Oakland Raiders, Teil 2. Gerade erst haben wir uns vom Schock der Derek-Carr-Verletzung so halbwegs erholt, dann das: Eine offensive Vorgabe in Denver, den Gewinn der AFC West an Kansas City verschenkt, damit die Bye-Week und das Heimrecht in der ersten Playoff-Runde vergeben und stattdessen nur die Nummer 5 im AFC-Playoff-Ranking. Gleichzeitig ist all die Hoffnung und Vorfreude nun endgültig der schrecklichen Ungewissheit gewichen, ob es Matt McGloin oder Connor Cook (ja wer denn nun?) auch nur halbwegs hinbekommen können, das Raiders-Schiff auf Kurs zu halten. Wir gestehen natürlich fairerweise ein, dass die Passverteidigung der Broncos hier ein äußerst undankbarer Maßstab ist und eine weitere Bewährungsprobe (in den Playoffs, in Houston) von Nöten ist. Aber all die Hoffnung, all die Vorfreude... Belehrt uns eines Besseren! Gebt uns Oakland betreffend den Optimismus zurück. Bis dahin bleiben wir bei einem nicht endenwollenden Oh Boy!


Jeder im (Playoff-)Bild?


Sagen wir, wie es ist. Ich werde mich mit Woche 17 in meinen Beiträgen nur am Rande aufhalten, denn der ganz große Nervenkitzel war das irgendwie nicht, oder? Aber da sag noch mal einer, dass die guten, alten Altmann-Jinxes nicht funktionieren, oder "Offseason-Modus-Neo" *grins*? Ich schreibe es natürlich ein bisserl mehr mir zu, dass es die Detroit Lions in die Playoffs geschafft haben und weniger diesem merkwürdigen Versagen der Washington Redskins. Wer jetzt keine Ahnung hat, wovon ich rede, liest sich die letzte Bold Prediction aus Woche 16 durch. Meine letzte Bold Prediction der Saison war schätzungsweise meine einzig richtige - und so bold war sie ja nicht. Richtung Playoffs gibt es diese Rubrik ob der wenigen Matches wie gehabt nicht, dafür haben wir diese Woche unsere traditionelle Saison-Abschluss-Wer-war-super?-Wer-eher-nicht-so?-Tabelle im Programm (siehe unten). Ich denke, ein paar Anmerkungen sind von Nöten, da so manche Entscheidung nicht ganz eindeutig war (Nein, du bist nicht gemeint, Brock Osweiler!). Ich habe MVP und besten QB trotz selber Position gesplittet, um beide zu würdigen. Auch mir schlafen bei Brady als MVP vor Langeweile die Finger ein, aber seine Leistung in dieser (verkürzten) Saison war angesichts von nur zwei Interceptions nun mal nahe an der Perfektion. Die Konstanz von Matt Ryan war dafür überragend, ein QB-Rating von 117,1 spricht für sich. Aaron Rodgers kam für beides in Frage, aber der überragende Schlussspurt hat die zwischenzeitlich etwas wackligere Phase im Vergleich nicht ganz vergessen gemacht. Aber das ist jammern auf hohem Niveau. Warum nicht die beiden Super-Rookies aus Dallas als MVP? Ihre Leistung war geil, aber der "MVP" dieses Teams ist für mich die O-Line. David Johnson steht hier wegen seinen Allround-Fähigkeiten. Wer 15 Spiele mit mehr als 100 Scrimmage-Yards hinlegt und das 16. nur wegen einer Verletzung verpasst (und mir somit den Fantasy-Sieg kostet), ist schon sehr genial. Aber auf dieser Position ist es heuer so, als müsste man zwischen Schoko, Vanille und Erdbeere entscheiden, man kann nicht falsch liegen. Auf der WR-Position gab es dafür für mich mehrere Kandidaten. Antonio Brown ist und bleibt für mich jedoch der kompletteste Receiver. Der beste Head Coach ist extreme Geschmacksache - ich habe mich jedoch (wie im Vorjahr) für Andy Reid entschieden, da ich das Gefühl habe, dass Kansas City ohne ihn nicht in diesen Sphären wäre, während ein Jason Garrett oder Jack Del Rio da schon eine Spur mehr vom Personal abhängig sind. Adam Gase in Miami stand für mich auch noch zur Auswahl - Bill Belichick führe ich persönlich hier außer Konkurrenz, der coacht in einer anderen Liga, haha. Die Coordinatoren sind extreme Geschmacksache, aber McDaniels verdient sich wieder einmal die Beförderung zum Head Coach und Steve Spagnuolo machte das, was er am besten kann: Giftige Giants-Defenses kreieren. Beim Offensive Rookie sticht Ezekiel Elliott für mich Dak Prescott bei aller Wertschätzung klar aus, wenngleich ich vor einem Viertrunder mit solch einer Performance alle Hüte in meinem Besitz ziehe. Aber Elliott ist Elliott, das wird nicht sein einziger Rushing Title bleiben. Die zweite Saison-Hälfte von Tyreek Hill sollte man in dieser Kategorie nicht verschweigen. Defensive Rookie war für mich eine 51:49-Entscheidung für Joey Bosa und gegen Jalen Ramsey (Jacksonville). Schade, dass Bosa die ersten Spiele ausgelassen hat. Das ist echt ein außergewöhnlicher Spieler. Dafür halte ich die Cornerback-Position für Rookie für schwieriger, weswegen auch Ramseys Performance umso bemerkenswerter ist. Er wird gegnerische Receiver auf Jahre hinaus schlecht aussehen lassen. Alles andere war für mich mehr oder weniger eindeutig, wenngleich man natürlich über die Defense-Awards für Denver und Broncos-Star Von Miller diskutieren kann, aber diese Abwehr gehört trotz des Verpassens der Playoffs gewürdigt.

Urlaub ist ja an sich etwas sehr Gutes. In der NFL sehen das 20 Teams freilich weniger so, wenn sie ihn schon Anfang Jänner antreten. Entlassungen sind ja an sich etwas ganz Schlechtes, in der NFL gehören sie aber (bei angemessenem "Schmerzensgeld") zur Tagesordnung und bieten uns die Gelegenheit, neben der Vorfreude auf die Playoffs, das aufregende Trainer-Karussell mitzuverfolgen. Wir haben hier einen Überblick über das aktuelle Geschehen. Ich verkneife es mir jetzt, auf alle Gerüchte und Varianten einzugehen, denn erstens sind es zu viele und zweitens geht es mir ansonsten wie letzte Woche, wo Rex Ryan nur Stunden nach meinem Hinweis, dass seine Zeit abgelaufen sein sollte, tatsächlich gefeuert wurde - soll heißen: Wer weiß, ob meine Zeilen kurz nach der Veröffentlichung noch aktuell wären. Auf die eine oder andere Personalie möchte ich jedoch eingehen. Zuerst einmal mein Respekt vor Gary Kubiak. Er mag vielelicht nicht der größte Coaching-Guru aller Zeiten sein, aber ich konnte letzte Saison rund ums AFC-Finale und dann bei der Super Bowl aus nächster Nähe miterleben, mit welch einer Bierruhe er die Broncos zum Titel geleitet hat. Ein freiwilliger Rücktritt ist immer schwer, aber es bedarf auch einer gehörigen Portion Mut, seine eigenen (gesundheitlichen) Grenzen nicht nur zu erkennen, sondern auch solch eine einschneidende Konsequenz zu ziehen. Der Trainerstuhl bei den Broncos wird tendenziell der begehrteste dieser Offseason sein. Josh McDaniels scheidet dafür eher aus, weil er ihn vor einigen Jahren schon inne hatte und grandios scheiterte. Aber inzwischen ist er "schon" 40 und verdient längst seine zweite Chance - er wird sie bekommen. "nicomadi" träumt in Buffalo von Sean Payton. Der Saints-Coach hat ja schon vor einem Jahr heftig fremdgeflirtet, ehe er New Orleans seine Treue geschworen hat. Jetzt tut er es schon wieder, allerdings nicht mit den Bills, sondern mit den Rams. So reizvoll es sein mag, in Hollywood zu coachen (und man darf gespannt sein, welcher "Big Name" es bei den Rams wird), aber man kann Payton nur raten: Entweder wirklich mal den Absprung wagen und sich in ein neues Abenteuer stürzen oder sich ein für allemal zu den Saints bekennen! Dieser Zickzack-Kurs kommt nicht gut. Ein weiterer Name, den ich von euch letzte Woche gelesen habe (falls ich einen übersehen habe, sorry!), ist jener von Kyle Shanahan - "muehli17" wünscht ihn sich bei seinen San Francisco 49ers, und zwar in Kombination mit Papa Mike. So sehr ich die Shanahan-Nostalgie in San Francisco nachvollziehen kann, bin ich kein ganz großer Fan vom "alten" Shanahan. Dem "jungen" Shanahan hat es indessen sehr gut getan, sich nach der gemeinsamen Zeit in Washington in den vergangenen Jahren wieder vom Papa zu emanzipieren. Mit 37 ist er noch recht jung, seine Arbeit in Atlanta ist hervorragend - warum also nicht einmal eine Chance als Head Coach? Immer wieder genannt wird zudem auch Vance Joseph, der als DC in Miami gute Arbeit geleistet hat. Ich schätze mal, wie beinahe jedes Jahr wird auch noch der eine oder andere freie Posten, von dem wir jetzt noch nichts ahnen, dazu kommen. Bill O'Brien in Houston zum Beispiel. Spannende Wochen!

Apropos spannende Wochen! Football gespielt wird ja auch noch. Playoff-Time! Das bedeutet gleichzeitig nach 17 Episoden wieder Abschied nehmen vom Touchdown Tuesday. Ab kommender Woche gibt es unser Format wieder als "Playoff Monday" zu lesen. Kollege Kastler und ich teilen uns das Wildcard- (Altmann) und Divisional-Wochenende (Kastler) auf, um zeitnah zu berichten, während der jeweils andere ein komplettes Wochenende ohne Arbeitsstress Playoff-Football genießen kann - einer wird also montags ausgeruht hier berichten, der andere etwas unter Schlafmangel leiden, haha. Mir "gehören" die Wildcards und ich denke, das wird aufregend! Kurze Gedanken: Das Beste kommt zum Schluss. Green Bay gegen New York Giants. Da war doch mal was! Auf dem Weg zu ihrem letzten Super-Bowl-Triumph haben die Giants 2011/12 den Packers ihre 15-1-Saison zerstört - auswärts im Lambeau Field. Das haben Aaron Rodgers und Co. garantiert nicht vergessen. Die Defense der New Yorker erinnert indes extrem an damals. Wer auch immer dieses Duell gewinnt, kann es in diesen Playoffs weit bringen. Das Langweiligste kommt zu Beginn. Die "Carr-Bowl" Houston gegen Oakland könnte ohne Derek Carr mühsam werden, da werden auch die Erinnerungen an die Zeit von Bruder David in Houston nix ändern. Die QB-Sorgen der Raiders sind riesig, Houston spielt generell eher unattraktiv. Schaumamal. Seattle gegen Detroit ist auf dem Papier eine klare Sache, aber so anfällig wie sich die Seahawks in letzter Zeit präsentieren - ohne Earl Thomas auch defensiv -, könnte sich das Wachbleiben lohnen. Aber ein Heimspiel ist für Seattle nunmal ein Trumpf-Ass. Pittsburgh gegen Miami könnte ganz lustig werden, wenn Dolphins-QB Ryan Tannehill doch noch rechtzeitig fit wird. Vergessen wir eines nicht: Miami hat Pittsburgh in der Regular Season ganz mies aussehen lassen (allerdings in Florida), gerade Jay Ajayi ist den Steelers um die Ohren gerannt. Ich erwarte mir durchaus mehr Spannung, als man derzeit auf den ersten Blick glauben würde. Wie auch immer: Genießt den Auftakt in die schönste Football-Jahreszeit!

Ihr habt bereits gelesen, dass meine Vorfreude auf Houston gegen Oakland überschaubar groß ist - und das, obwohl ich seit Wochen dem Postseason-Comeback der Raiders entgegenfiebere. Aber was wir am Wochenende, speziell auf der QB-Position, von beiden Teams geboten bekommen haben, war - wie formuliert man es höflich? - schwierig. Houston hatte gegen Marcus-Mariota-lose Tennessee Titans (die mit Mariota der verdiente AFC-South-Champ gewesen wären) keinen Meter. Brock-Osweiler-Ersatz Tom Savage zog sich früh eine Gehirnerschütterung zu, weshalb doch wieder Osweiler ran musste. Schön anzusehen war das nicht. Wen lässt man da gegen Oakland starten? Denn so richtig super war Savage auch nicht, ebenso höflich formuliert. Noch dramatischer ist jedoch der Absturz auf dieser Position in Oakland. Matt McGloin warf gerade einmal für 21 Yards, ehe er sich an der Schulter verletzte. Mit der Nummer drei Connor Cook musste schließlich der neunte Rookie-QB dieser NFL-Saison ran. Gut, es gibt 30 leichtere Aufgaben als die Passverteidigung der Broncos (noch dazu in Mile High), und dafür schlug sich Cook bei seinem Debüt gar nicht mal so schlimm, aber alles in allem tat es schon weh, wie hilflos Oakland die Bye-Week an Kansas City verschenken musste. Meine Hoffnung bleibt irgendwie nur, dass wir gerne eines Besseren belehrt werden, wenn wir genug raunzen. Also vielleicht doch ein Highscoring-Game mit vielen Pass-TDs am Samstag, haha? Der Vollständigkeit halber sei natürlich hinzugefügt: Beide Roster verfügen über hoch interessante Spieler, die solch ein Match entscheiden können. Beide Teams sind jedoch gleichzeitig der Beweis, warum es in dieser Liga erste Bürgerpflicht ist, die QB-Position vernünftig zu besetzen. Bei den als komplettes Team irrsinnig stark aufgestellten Raiders scheint halt leider doch eine Person den Unterschied auszumachen. Und somit ein letztes PS zu Carr: So traurig es ist, aber dieses von der NFL veröffentlichte Filmchen ist ganz großes Kino. Ich nehme an, viele von euch werden es schon gesehen haben, da es letzte Woche durch diverse NFL-Medien ging, allen anderen kann ich es nur empfehlen. Carr ist ein absoluter Leader. Und der Moment, als er sofort realisiert, dass er sich einen Bruch zugezogen hat, ist einfach nur arg ("It's broke! It's broke!"). Die mediale Inszenierung dieser Liga? 1A.

Eine weitere Feedback-Runde gefällig? Ich mache mal ein "Speed-Dating" mit einigen Teams, die bei mir in den letzten Wochen etwas zu kurz gekommen sind oder die mangels Head-Coach-Suche wohl auch in den kommenden Wochen zu kurz kommen werden. Ein Dank an die Philadelphia Eagles, dass sie einen der schönsten Momente von Woche 17 zugelassen haben, nämlich den TD-Pass von Tony Romo bei seinem Kurzauftritt. Herzerwärmend! Ansonsten war es ungefähr das, was man in einer Übergangs-Saison mit Rookies als Head Coach und QB erwarten darf, mit 7-9 vielleicht sogar besser als erwartet, wenngleich nach dem starken Beginn die Carson-Wentz-Euphorie spürbar nachgelassen hat. Ich sehe bei diesem Team jedoch trotzdem genügend Anzeichen für Besserung. Die Washington Redskins werden trotzdem nicht umhinkommen, Kirk Cousins zu bezahlen. Wenn sie es nicht tun, wird es eine andere Franchise machen. Mehr Sorgen würde ich mir bezüglich seiner Anspielstationen machen. DeSean Jackson und Pierre Garcon sind Free Agents. Ob man sich beide leisten kann/will? Das ist wohl eher auszuschließen, da man mit Josh Doctson einen Nachfolger bereits gedraftet hat. Problem: Ob er tatsächlich die notwendige Klasse hat, weiß nach seiner Rookie-Saison niemand so genau, da er sie verletzungsbedingt mehrheitlich versäumte. Die Art und Weise, wie man gegen die Giants, die sich teilweise im Schonungs-Modus befanden (Odell Beckham!), die Playoffs vermurkste, hinterlässt aber so oder so einen sehr bitteren Nachgeschmack. Den Arizona Cardinals und mit ihnen Urlauber "mundafinga" wünsche ich, dass sie erstens gesunden und zweitens die richtige Entscheiudng bezüglich Carson Palmer treffen - sie werden selbst am besten wissen, ob es ausschließlich beginnende Altersschwäche war. Mir ist es noch zu früh für den Panik-Modus - ob mit oder ohne Larry Fitzgerald, mit diesem Team und diesem Coach geht noch ein Anlauf. Mir persönlich ist Fitzgerald zu jung für einen Rücktritt, vor allem weil die eine oder andere WR-Legende weitermachen sollte, nachdem es Andre Johnson und nun auch Steve Smith heuer bleiben ließen - das wird sonst ein ziemlicher Stau bei diesem Hall-of-Fame-Jahrgang. Smith "hinterlässt" Baltimore Ravens, die auf dem Sprung sind, aber 2016 noch nicht konstant genug waren. Geht Kenneth Dixon kommende Saison wie erhofft auf, erwarte ich offensiv einen spürbaren Schritt nach vorne. Für unseren "Go_Bears" hat das Leiden nun auch ein Ende. Die Chicago Bears waren in dieser Spielzeit sicherlich nicht konkurrenzfähig, aber wenn die erhoffte Offense mehr oder weniger nie gemeinsam auf dem Feld steht, wird es auch schwierig. Die Ära von Jay Cutler ist vorbei, dieser Neustart tut beiden Parteien gut. Mit RB Jordan Howard hat man jedoch einen speziellen Spieler gefunden. Die Receiver sind zumindest auf dem Papier eh da. Logisch, dass die Wahl des richtigen Spielmachers entscheidend wird. In der Defense gab es durchaus Fortschritte, weshalb ich auch Head Coach John Fox noch ein weiteres Jahr der Aufbauarbeit gönnen würde. Den New York Jets wünsche ich, dass sie diesmal die richtige QB-Entscheidung treffen - und wenn schon nicht die richtige, dann zumindest nicht bis in den Hochsommer warten, denn diese Hängepartie mit Ryan Fitzpatrick war überschaubar klug. Dass die Cincinnati Begals und Marvin Lewis sich Stand jetzt gegenseitig die Treue geschworen haben, halte ich für richtig. Dieser Rückschritt kam nicht unerwartet - zumindest für mich. Wenn ich schon sonst keine Ahnung habe, zumindest damit bin ich in unserem Preseason Special nicht falsch gelegen. Für meine Anordnung Atlantas in der NFC South geniere ich mich natürlich unendlich, wobei mich der Blick auf die AFC East von Kollegen Kastler zumindest ein wenig tröstet, haha. Alles in allem jedoch recht unterhaltsam zu lesen, wie sich die NFL-Welt seit Ende August in nur vier Monaten weiterentwickelt hat.

Zum Abschluss noch ein Danke an "muehli17" für den Schmunzler, den du mir mit deiner Draft-Liste des letzten Jahrzehnts beschert hast. Mal abgesehen davon, dass sie inhaltlich höchst interessant war, sind da einige "spektakuläre" Namen aufgetaucht. An meinen Draft-Bust-Liebling JaMarcus Russell (ihn schlägt bei mir nur Ryan Leaf) denke ich immer wieder gerne *grins*. Aber im Ernst: Diese schöne Auflistung zeigt, dass der Draft trotz aller Vermessungen, Bewerbungsgespräche und Video-Analysen irgendwo auch eine Lotterie ist - selbst in diesen Regionen, weil man eben doch nie ganz so genau weiß, wie sich ein Talent entwickeln wird, wie viel Herz es mitbringt und ob es in Stadt, Franchise und System passt. Außerdem sollte man nicht im "falschen" Jahr schlecht sein (siehe Draft 2013, der zwar recht tief, aber an der Spitze dürftig war). Zwei Einschätzungen picke ich mir heraus. Eure Suh-Diskussion ist insofern spannend, da sie stellvertretend für das höchstinteressante NFL-Business ist. Natürlich ist er ein sehr guter Spieler, das steht außer Frage, aber wie angesprochen ist das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu den ganz großen Kalibern schon zu hinterfragen. Bei "meinem" lieben Reggie Bush (hier ein - leider nicht komplett chronologisch in unser neues Redaktionssystem überspieltes - Interview von mir mit ihm aus dem Jahr 2012) lege ich gegen die Bust-Kategorisierung ein dezentes Veto ein. Ja, die Michael-Jordan-Einstufungen, die ihn während seiner College-Zeit begleiteten, hat er natürlich nie bestätigt. Bei weitem nicht. Ich würde jedoch den Ruck, der durch die Organisation der New Orleans Saints ging, als er ihnen 2006 in den Schoß fiel, nicht unterschätzen. Für eine am Boden liegende Franchise war auch das (neben der Verpflichtung von Drew Brees) ein Turbo, der letztlich im Super-Bowl-Triumph mündete. Und so katastrophal war er gerade in seinen ersten Karriere-Jahren nicht. Den rechtzeitigen Absprung aus der Liga hat er indes verpasst. Denn die laufende Saison mit -3 Rushing-Yards zu beenden, ist natürlich peinlich.


Die traditionelle "Wer-war-super?-Wer-eher-nicht-so?-Tabelle" nach der Regular Season:

Kategorie

Peter Altmann Bernhard Kastler
MVP Tom Brady (New England) Aaron Rodgers (Green Bay)
Bester Quarterback Matt Ryan (Atlanta) Tom Brady (New England)
Bester Running Back David Johnson (Arizona) Ezekiel Elliott (Dallas)
Bester Wide Receiver Antonio Brown (Pittsburgh) Julio Jones (Atlanta)
Bester Tight End Travis Kelce (Kansas City) Travis Kelce (Kansas City)
Bester Kicker Justin Tucker (Baltimore) Justin Tucker (Baltimore)
Bester Defense-Spieler Von Miller (Denver) Khalil Mack (Oakland)
Beste Defense Denver Broncos Houston Texans
Bester Head Coach Andy Reid (Kansas City) Adam Gase (Miami)
Schwächster Head Coach Rex Ryan (Buffalo) Chip Kelly (San Francisco)
Bester Offensive Coordinator Josh McDaniels (New England) Terry Robiskie (Tennessee)
Bester Defensive Coordinator Steve Spagnuolo (New York Giants) Matt Patricia (New England)
Offensive Rookie Ezekiel Elliott (Dallas) Ezekiel Elliott (Dallas)
Defensive Rookie Joey Bosa (San Diego) Jalen Ramsey (Jacksonville)
Überraschungsteam Dallas Cowboys Detroit Lions
Enttäuschendstes Team Carolina Panthers Arizona Cardinals
Beste Division AFC West AFC West
Schlechteste Division AFC South NFC West
Bester Neuzugang DeMarco Murray (Tennessee) Martellus Bennett (New England)
Schlechtester Neuzugang Brock Osweiler (Houston) Brock Osweiler (Houston)
Bitterste Verletzung Derek Carr (Oakland) Tony Romo (Dallas)
Größte Fantasy-Überraschung Tyreek Hill (Kansas City) Kirk Cousins (Washington)
Größte Fantasy-Enttäuschung Todd Gurley (Los Angeles) Eddie Lacy (Green Bay)
Bold Prediction für 2017 Buffalo entthront New England in AFC East Browns haben einen Winning Record

Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Aaron Rodgers for MVP! Ja, vor wenigen Wochen hätte ich das sicher nicht geschrieben, aber ich bin beeindruckt. Jener Mann, der "R-E-L-A-X" hauchte, meinte in der Krise: "We can run the table." Und das taten die Packers. Einfach eindrucksvoll und so ist diese Leistung für mich wertvoller als jene von Tom Brady und seinen 14-2-Patriots. Ich habe in der Saison-Abschluss-Wer-war-super?-Wer-eher-nicht-so?-Tabelle auch deswegen Martellus Bennett als besten Neuzugang gewählt, weil so gut wie jeder Neuzugang dort einfach aufgeht - siehe Michael Floyd als jüngstes Beispiel. Das spricht für den besten Head Coach aller Zeiten, der auf eines schaut: Alles dem Team unterzuordnen. So wie es sein soll. Was möchte ich noch kurz erklären? Chip Kelly hatte vielleicht einen miesen Roster, aber in vier Saisonen NFL konnte er nicht das halten, was er als Oregon-HC versprach. Die große NFL-Revolution blieb letztlich aus...

Ich lasse mich mal überraschen, wer die vakanten HC-Posten bekommt, freue mich aber, dass der Black Monday relativ entspannt über die Bühne ging. Vor allem haben die Browns erkannt, dass Hue Jackson wirklich einen guten Job macht und sich eine weitere Chance verdient. Dort, wo man handeln musste, wurde richtig gehandelt. Ansonsten nach einer durchwachsenen Saison nicht überreagiert. Das ist ein gutes Zeichen. Bleibt die Frage: Wer bekommt Josh McDaniels? Alle Coaches von Teams, die eine Bye haben, dürfen an diesem Wochenende mit anderen Teams sprechen. Da wird sich schon was herauskristallieren. Es bleibt also auch abseits des Rasens nicht fad. Gefällt mir!

Spieler, die mich in dieser Saison glücklich machten: Schön, dass Melvin Gordon so ein Jahr hinlegte, nachdem er in seiner Rookie-Saison keinen TD erlief. Auch für Jimmy Graham freut es mich, dass es in Seattle nun deutlich besser klappt als noch 2015. Und Jordy Nelson kam so zurück, wie ich mir das erhoffte. Ich "schleppte" ihn in meinem Fantasy Team eine Saison mit, es machte sich heuer mit meinem ersten Titel bezahlt. Dieses Trio bekommt von mir ein virtuelles High Five.

Teams, die mich in dieser Saison traurig machten: Allen voran die Jacksonville Jaguars, die es nicht schafften, aus einer vielversprechenden Vorsaison mit guten Draft-Picks (Jalen Ramsey, Yannick Ngakoue) und teuren Neuverpflichtungen mehr zu machen als 3-13. Ich bin gespannt, ob es der Nachfolger von Gus Bradley besser macht - kommt aber sicher auch auf das vorhandene Personal 2017 sowie Blake Bortles' Form an. Die San Diego Chargers kamen am Ende auch nur auf 5 Siege und hatten einfach mehr drauf. Schade, aber viele Verletzungen machten den Kaliforniern einen Strich durch die Rechnung. Es könnte das letzte Spiel in San Diego gewesen sein. Noch mehr schade, weil es eine tolle Stadt mit besonderem Flair ist. Aber auch klar, und ich sah es mit meinen eigenen Augen, es braucht einfach ein neues Stadion.

Die Buffalo Bills sind mehr Sauhaufen als ich dachte. Dass die Pegulas das Sagen haben ist klar, aber dass sich am Montag GM Doug Whaley bei einer bizarren Pressekonferenz hinstellt und sagt, er wisse nicht warum Rex Ryan gefeuert wurde und er habe sich auch keine Gedanken darüber gemacht, ist mehr als schräg. Er wurde nur darüber informiert, dass es der Fall ist. Die Pegulas würden auch den neuen Head Coach bestimmen. Er selbst habe de facto keine Verantwortung für das Anstellen oder Feuern von Rex Ryan. Meine Güte. Und das in der NFL. Mir scheint, als würden die Eigentümer in der AFC East so ihre Probleme haben. Außer natürlich Bobby Kraft...

UND ich habe da ja so ein weiteres Gefühl, warum die AFC East immer an die New England Patriots geht...

Wir picken jede Woche die Teilnehmer der Super Bowl LI, die am 5. Februar dieses Jahres in Houston, Texas, stattfinden wird.

Das NRG Stadium war bereits einmal Schauplatz eines NFL-Endspiels - die New England Patriots bezwangen dort 2004 die Carolina Panthers mit 32:29.

Wir sind wie immer zuversichtlich, in irgendeiner Woche mit einem Pick richtig zu liegen - spätestens nach den Conference Finals...

BERNHARD KASTLER und sein Week-17-Pick:

Seattle Seahawks vs. New England Patriots

Ich blicke gar nicht mehr auf jene Tipps, die wir schon alle hatten. Wenn bis jetzt nicht der Richtige dabei war, dann haben wir in der Offseason ohnehin einiges zu überlegen. Also gehe ich jetzt einfach nach meinem Gefühl: Seattle! New England! Die Seahawks mögen zwar aktuell verwundbar wirken, doch Obacht! Es ist in der Postseason nun mal so: Wer weiß, wie man weiterkommt, hat einen Vorteil. Und die Seahawks haben in jüngerer Vergangenheit schon mittlere Wunder vollbracht, frage nach bei den Packers. Sie haben das Selbstbewusstsein, jeden überall schlagen zu können. Also die Lions zu Hause und dann die Falcons auswärts, um dann auch auswärts die Cowboys oder zu Hause wen auch immer zu biegen. New England detto. Es ist Postseason-Zeit - also Zeit für Nerven aus Stahl und Playmaker. Diese beiden Teams haben die nötige Winner-Mentalität und auf die kommt es am Anfang des Jahres in der National Football League an.

Week

NFC-Team AFC-Team
01 Arizona Cardinals Pittsburgh Steelers
02 Seattle Seahawks Denver Broncos
03 Philadelphia Eagles New England Patriots
04 Minnesota Vikings Denver Broncos
05 Dallas Cowboys New England Patriots
06 Atlanta Falcons New England Patriots
07 New York Giants San Diego Chargers
08 Green Bay Packers Kansas City Chiefs
09 Seattle Seahawks Buffalo Bills
10 Seattle Seahawks Kansas City Chiefs
11 New York Giants Oakland Raiders
12 Tampa Bay Buccaneers Oakland Raiders
13 Tampa Bay Buccaneers New England Patriots
14 Green Bay Packers Pittsburgh Steelers
15 Green Bay Packers Oakland Raiders
16 Dallas Cowboys Miami Dolphins

PETER ALTMANN und sein Week-17-Pick:
Dallas Cowboys vs. New England Patriots
Ich beende die Regular Season gerne mit jenem Tipp, an den ich vor den Playoffs wirklich glaube, aber ich kann mich vor den Wildcards nicht entscheiden (Woche 1 oder Woche 12), also begebe ich mich eben auf die Gag-Ebene. Mir ist ja skandalöserweise Kollege Kastler mit Dallas gegen New England zuvorgekommen (die einzige Patriots-Variante, mit der er mich besiegen kann). Ich möchte dieses Matchup hier trotzdem noch nachreichen. Warum? Weil ich seiner Logik über all die Jahre nach (leider ein Insider und ich beziehe mich nicht nur auf das Super-Bowl-Tippspiel) dann am Ende gerichtlich wenigstens noch ein Unentschieden einfordern kann, hahaha. PS.: Mein sentimentaler Favorit ist übrigens mein Tipp aus Woche 11 - ich hab's nicht vergessen, "DallasCowboy"!

Week

NFC-Team AFC-Team
01 Green Bay Packers New England Patriots
02 Carolina Panthers New England Patriots
03 Minnesota Vikings New England Patriots
04 Seattle Seahawks New England Patriots
05 Arizona Cardinals New England Patriots
06 Atlanta Falcons New England Patriots
07 Green Bay Packers Denver Broncos
08 Seattle Seahawks Oakland Raiders
09 Dallas Cowboys Oakland Raiders
10 Seattle Seahawks New England Patriots
11 Dallas Cowboys Kansas City Chiefs
12 New York Giants New England Patriots
13 Seattle Seahawks Baltimore Ravens
14 Detroit Lions New England Patriots
15 New York Giants Pittsburgh Steelers
16 Dallas Cowboys Pittsburgh Steelers

Textquelle: © LAOLA1.at

Copa del Rey: Das Achtelfinale LIVE bei LAOLA1.tv

Zum Seitenanfang»

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare