Eier kann man nicht kaufen

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Touchdown Tuesday: Eier kann man nicht kaufen

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W-E A-R-E B-A-C-K - aber jetzt mal so richtig!

Nach dem Preseason-TT gibt es nun die erste reguläre Ausgabe eures Lieblings-Football-Formats (wir glauben das einfach mal so...) nach dem ersten NFL-Wochenende der neuen Saison.

Nun denn: Die Ergebnisse sind euch allen freilich bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wie gewohnt widmet sich LAOLA1 den Auffälligkeiten des Spieltages.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen? 

Das ist der Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1 - Episode 1 der Saison 2016:

Wie immer haben sich einige Gewinner zum Saisonstart angeboten. Oakland und New England finden aber weiter unten ohnehin noch Erwähnung, deswegen schließen wir zum Auftakt den Kreis und heben hier die Denver Broncos zum ersten Gewinner der Saison. Dass der Titelverteidiger zum Auftakt bei der Super-Bowl-Neuauflage gegen die Carolina Panthers gewinnt, war alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Schließlich musste mit Trevor Siemian ein völlig unerfahrener Spielmacher die Offense führen - zum ersten Mal nach der Legende Peyton Manning. Gut, dass C.J. Anderson einen guten Tag erwischte - und Andy Janovich (Wer? Richtig!). Noch besser, dass es die Defense richtete. Cam Newton dürfte immer noch von ihr träumen. Die Super-Bowl-Titelverteidigung dürfte indes ein Traum für die Broncos bleiben, wenngleich mit der Defensive in dieser AFC sicher alles möglich ist. Aber mit einem QB-Bubi? Schwierig! Doch immerhin den Auftakt gewonnen. Und das nicht gegen irgendwen. Nicht vergessen: Die Panthers haben vergangenes Jahr nur zwei Spiele verloren. Eines in der Regular Season und eines in der Super Bowl - gegen Denver.

 

Okay, liebe Arizona Cardinals, sorry, lieber "mundafinga" - aber dieses Team hat sich diesen Platz hier in Woche eins redlich verdient. Ja natürlich kann man gegen die New England Patriots verlieren. Grundsätzlich immer. Aber nicht an diesem Sonntagabend. Tom Brady? Gesperrt! Rob Gronkowski? Verletzt! Heimspiel? Ja! Ist man selbst ein eigentlich sehr gutes Team? Natürlich! Und dennoch haben es die Cards zusammengebracht, beim Season Opener gegen die Gäste aus New England auszuschütten. Jung-QB Jimmy Garoppolo führte als Brady-Ersatz die Patriots ohne Fehler zum Sieg. Auch weil die Cardinals-Defensive kräftig mithalf: Garoppolos TD-Pass auf Chris Hogan war etwa einer der Sorte "leichte Übung". Natürlich hatten die Hausherren ihre Chancen auf den Sieg und wir lieben Larry Fitzgerald, gratulieren ihm auch zum 100. TD, aber an diesem Abend gegen diese Pats zu verlieren, ist extrem bitter. Bruce Arians ließ nach dem Spiel wissen, dass ihn Bill Belichick ausgecoacht hätte. Ja, der beste Mann dieser Franchise war nicht gesperrt und nicht verletzt... New England hat ohne seine beiden Superstars ein schweres Auswärtsspiel für sich entschieden, mit Miami, Houston und Buffalo warten nun nicht gerade die härtesten Brocken in der Brady-losen Zeit. Noch dazu sind das allesamt Heimspiele. Gut und gerne hätte New England hier auch einen Platz weiter oben einnehmen können.

 

Entweder man hat sie, oder man hat sie nicht. Ja, die Rede ist von Eiern. Jack Del Rio hatte sie. Und er kann froh sein, dass er hier nicht einen Platz weiter unten einnimmt. Warum? Weil sich der Head Coach der Oakland Raiders 47 Sekunden vor Ende der Partie in New Orleans beim Stand von 33:34 nach dem TD-Pass von Derek Carr auf Seth Roberts für eine Two-Point-Conversion entschied. Going for two? Really? Nachdem man ab dem zweiten Viertel ständig einem Rückstand nachlief? W-O-W! Und Del Rio konnte am Ende lachen! Warum? Weil Michael Crabtree mit seinem Catch für zwei Punkte sorgte, dann - natürlich - eine 15-Yards-Strafe wegen übertriebenen Jubels kassierte und Glück hatte, dass Kicker-Rookie Wil Lutz aus 61 Yards nur knapp verfehlte. Und wäre der Two-Pointer in die Binsen gegangen, wäre Del Rio ohnehin unten durch gewesen. So ist er Coach of the Week. Nein nicht "Weak", denn die Raiders melden in dieser Saison zurecht Playoff-Ambitionen an. Auch wenn noch viel Luft nach oben ist, vor allem defensiv.

Hatte jemand einen guten Kicker in seinem Fantasy-Team? Anyone? War an diesem Wochenende eher schwierig, weil die Kicker tendenziell ausließen. Beim Opener der Broncos gegen die Panthers verfehlte Graham Gano aus 50 Yards das Ziel - und das, obwohl die Luft im Mile High bekanntlich so schön dünn ist. Noch bitterer: Bei den Jets vergeigte Nick Folk erstmals in seiner Karriere einen PAT (der hätte zur Verlängerung gegen die Bengals gereicht) sowie wurde ein Field-Goal-Versuch aus 22 Yards (das hätte zum Sieg gereicht) geblockt. Ja, sein Pendant Mike Nugent verfehlte auch, aber aus 52 Yards. Das ist nachvolllziehbar, ebenso wie der gescheiterte 61-Yard-Versuch von Saints-Rookie Wil Lutz am Ende. Chandler Catanzaro schaffte es aus 47 Yards nicht, den Sieg gegen die Patriots zu fixieren. Ja, war nicht das Auftakt-Wochenende der Kicker...

Gutsy!!! Man könnte meinen, dass ich jetzt sieben Monate Zeit zum Überlegen hatte, mit welchem Wort ich meinen ersten TT-Beitrag dieser Saison einleite, Jack Del Rio und Derek Carr haben mir das Nachdenken abgenommen. Was für ein famos-fantastisch-beeindruckend-mutiger Call! Eier kann man sich wie Mut nicht kaufen! Das ist die NFL! Das ist die Saison 2016! Willkommen zurück im Touchdown Tuesday! Ich hoffe, ihr hattet mit dem 1. Spieltag eine ähnliche Freude wie ich - da waren einige richtige Thriller dabei, nicht nur jener der Oakland Raiders in New Orleans. Dabei sollte diese Saison ja eigentlich eine ziemlich langweilige werden. Denn vergangene Woche habe ich irgendwo - ich meine, es war die NFL-Homepage - gelesen, dass eigentlich eh nur neun Teams ernsthafte Super-Bowl-Ansprüche anmelden: Green Bay, Arizona, Seattle und Carolina in der NFC, New England, Pittsburgh, Kansas City, Cincinnati und - trotz allem - Denver in der AFC. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Ich denke, die eine oder andere Überraschung wird auch diese Spielzeit parat haben, wenngleich man die Beobachtung, dass sich in dieser Liga, die sich selbst der Ausgeglichenheit verschrieben hat, einige Teams durch ihre gute Arbeit einen bemerkenswerten Vorsprung erarbeitet haben, unterschreiben kann. Schon das Vorjahr war in Sachen Playoff-Race ja nicht unbedingt das spannendste aller Zeiten. Wie dem auch sei, der Aufruf an alle 32 Teams kann nur lauten: Widerlegt die Prognosen aller Experten, selbstverständlich auch unsere! Denver hat diesbezüglich im Super-Bowl-Rematch einen guten Anfang gemacht. Trevor Siemian hat sicherlich nicht die beste QB-Leistung aller Zeiten abgeliefert, was bei den Broncos bekanntlich schon länger nicht mehr notwendig ist, zum Sieg hat es dennoch gereicht (Wobei ich schon betonen möchte, dass sicherlich auch ein schwächelnder Peyton Manning bei gegnerischen Defenses tendenziell Respekt hervorgerufen hat). Aber Siemian hat zumindest unsere Headline im Preseason-TT Lügen gestraft, weshalb wir die nach dem Schlager Sturm gegen Rapid in der Mixed Zone öffentlich geäußerte Kritik eines Bundesliga-Torhüters, möglicherweise ist er gerade Tabellenführer, an dieser Einschätzung natürlich gerne einstecken. Liebe Grüße an dieser Stelle!

Mein Super-Bowl-Tipp im Preseason-TT war Green Bay vs. New England. Ich hab lange mit mir selbst gerungen, ob ich statt der Patriots nicht lieber die Pittsburgh Steelers hinschreiben sollte. Ich traue Ben Roethlisberger und Co. in dieser Saison jedenfalls einiges zu. Zumindest wenn man nach der Rückkehr von Le'Veon Bell vielleicht, unter Umständen, möglicherweise, endlich mal halbwegs in offensiver Bestbesetzung spielen könnte. Keine Frage, DeAngelo Williams ist - wie in Washington bewiesen - so ziemlich das Geilste, was dir als Backup-RB passieren kann, aber Bell steht noch einmal eine Stufe darüber. Und ein "dreiköpfiges Monster" mit Roethlisberger, Bell und dem fantastischen Antonio Brown - na bravo, was willst du mehr? Da lässt sich sogar die Sperre von Martavis Bryant verkraften. Interessante Statistik: 2015 standen "RBB" (Roethlisberger, Bell und Brown) nur bei 58 Snaps gemeinsam am Feld, das entspricht gerade einmal 5,7 Prozent aller offensiven Spielzüge. Gar nicht auszudenken, wenn... Sperren und Verletzungen verhinderten mehr gemeinsame Auftritte des Trios, derzeit sitzt Bell wieder mal eine "Nachdenkpause" ab. Ich würde mir wünschen, dass die Steelers-Protagonisten in dieser Saison fit bleiben. Der souveräne Auftritt bei den Redskins deutete zudem eine defensive Steigerung an, wenngleich ich hier noch vorsichtig wäre.

So, Mitteilungen in eigener Sache verkünde ich normalerweise in meinem ersten Eintrag, aber dort sollte diesmal das sportliche Geschehen im Mittelpunkt stehen. Es gibt jedoch einiges zu besprechen! Wie ihr im Preseason-Special vielleicht mitbekommen habt, haben wir eine TT-Fantasy-Liga gegründet. Herzlichen Dank für die Rückmeldungen, wir haben immerhin 28 Teams zusammenbekommen. Angeschrieben wurde jeder, der sein Interesse bekundet hat - ich hoffe, dass alle Email-Adressen up to date waren. Ich nehme an, dass vor zwei Wochen nicht alle, die gerne mitgespielt hätten, von dieser Aktion Notiz genommen haben. Falls ihr diese Saison nicht mit dabei seid, bitte nicht traurig sein. Wie heißt es so schön: There's always a next year! Und wir hoffen, diese Liga wird eine lieb gewordene Tradition. In diesem Jahr haben wir es aus Zeitgründen - Kollege Kastler war im Urlaub (Wie war's eigentlich :-) ?), ich hatte einen Ausflug nach Georgien - nicht geschafft, diese Fantasy-Sache intensiver zu bewerben. Ein wenig ärgerlich finde ich, dass der Anbieter einen Saison-Start auf dem Niveau der Rams erwischt hat - technisch funktioniert das nicht gerade reibungslos. Sorry dafür an alle, die dabei sind, aber das liegt leider wirklich nicht in unserem Verantwortungsbereich (alte ORF-Ausrede, hahaha). Last but not least möchte ich noch darauf hinweisen, dass ihr im Rahmen von "LAOLA1Meins" natürlich auch der NFL folgen könnt. Ein Klick auf den nun gleich folgenden Teaser und ihr bekommt es sofort aufs Handy, wenn wir irgendetwas zum Thema NFL produzieren. Aus rein egoistischen Gründen hoffen wir natürlich, dass euch dieses Instrument vor allem an jedem verdammten Dienstag zur Lektüre unserer Zeilen verleitet und ihr am Touchdown Tuesday auch 2016 so viel Spaß habt wie wir beim Schreiben! Und unser spezieller Dank gilt natürlich schon im Vorhinein all jenen, die sich die Zeit nehmen und im Kommentar-Bereich die TT-Community aktiv bereichern! Dank, danke, danke!

PS.: Worte über meinen durschnittlichen Fantasy-Start erspare ich mir diese Woche und ärgere mich viel lieber über zwei Last-Minute-Umstellungen. Aber ich nehme an, Kollege Kastler hat zu seiner Performance in Woche 1 ohnehin mehr zu sagen als ich. Also freue ich mich schon darauf *grins*! Ich wette, aus dem Tabellenkeller kommen ein paar gute Mimimimi-Ausreden!

LAOLA Meins

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Die Tränen des Keenan Allen! Ouch, das tut weh! Eben erst ist der Receiver der San Diego Chargers aus einer Verletzungspause zurückgekehrt, da reißt er sich schon in Week 1 das Kreuzband. Wie sinnbildlich für den fürchterlichen Arbeitstag der Südkalifornier. Eine 24:3-Führung auswärts beim favorisierten AFC-West-Rivalen Kansas City noch aus der Hand zu geben, ist schlichtweg brutal. Ich hätte auch bei einem Sieg nicht geglaubt, dass San Diego in dieser Saison ein ernsthaftes Wörtchen um den Division-Sieg mitgeredet hätte, aber ein Statement, dass man sich wieder in die richtige Richtung bewegt, wäre es allemal gewesen. Und selbiges hat Mike McCoy auch dringend notwendig. Den farblosen Chargers-Coach halte ich in der öffentlichen Meinung für ein wenig unterschätzt. Noch eine 4-12-Saison wird er sich bei aller fachlichen Wertschätzung aber nicht erlauben können. Aber gut, wenigstens scheint Melvin Gordon nach seinem Horror-Rookie-Jahr gerade noch in die richtige Spur gefunden zu haben. Und zu früh abschreiben müssen wir die Chargers nicht, denn erinnern wir uns: Die Kansas City Chiefs haben nach Katastrophen-Start und ohne Jamaal Charles 2015 ja auch noch die Kurve gekriegt - allerdings mit einem in der Breite wesentlich besser besetzten Kader. Und Gratulation zu dieser fantastischen Aufholjagd vom Sonntag natürlich!

Vorverurteilungen sind eine alte journalistische Krankheit, aber dem Trade der Minnesota Vikings für Sam Bradford kann ich schon vor dessen ersten Pass für das Team aus Minneapolis nur wenig abgewinnen. Und zwar weniger, weil ich Bradford für überschätzt halte (das tue ich nach all seinen bisherigen NFL-Jahren bis zum Beweis des Gegenteils), sondern weil er schlichtweg zu teuer war! Einen Erstrunder und einen Viertrunder nach Philadelphia zu schicken für einen Spielmacher, dem die Eagles (warum eigentlich?) vor dem NFL-Draft einen recht teuren 36-Millionen-Vertrag für zwei Jahre gegeben haben (26 davon garantiert), nur um sich dann - ebenfalls durch einen sündteuren Trade mit Cleveland - die Rechte an Carson Wentz zu sichern? Mich ereilt der Verdacht, das wäre billiger gegangen. Um es übersetzt auf den Punkt zu bringen: Philly hat Bradford nicht mehr gebraucht, und wenn maximal als Brücke zu Wentz, die man nun schon frühzeitig guten Gewissens einreißen konnte. Soll heißen: In meinen Augen hatte Philly keine allzu gute Verhandlungsposition. Aber gut, immerhin haben die Eagles nun einen Erstrunden-Pick für den Draft 2017, der in Philadelphia stattfinden wird. Wäre ja zu schade gewesen, wenn das Team der Veranstalterstadt an Tag 1 dieser Show quasi nur Zaungast gewesen wäre. Minnesota wiederum hat nach der schrecklichen Verletzung von Teddy Bridgewater nun natürlich eine bessere Lösung als den alten Haudegen Shaun Hill, das stimmt schon. Und dass die Vikings-Defense Spiele im Alleingang gewinnen kann, konnte man beim Auftakt gegen Tennessee beobachten. Der Bradford-Deal ist zumindest eine klare Ansage in Richtung: Win now! Ich bin gespannt, ob dieser Poker aufgeht.

Hmmmm, ich sag mal so: 0 Punkte hätte Jared Goff auch zusammengebracht, net wahr?!? Ich will hier sicher nicht von meiner üblichen Argumentationslinie, Rookie-Quarterbacks Zeit zu geben und sie nicht zu früh zu verheizen, abgehen. Aber ich kann den Ärger der Rams-Fans verstehen, wenn sie zusehen müssen, wie mit Carson Wentz die Nummer 2 des Drafts Philadelphia zum Sieg führt, wie mit Dak Prescott in Dallas ein Viertrunden-Pick vielversprechende Anlagen zeigt, und wie gleichzeitig ihre eigene Offense mit Case Keenum under Center ein derartiges Totalversagen wie beim 0:28 in San Francisco abliefert. Keenum ist in meinen Augen ein klassischer Backup-QB, den man zur Not schon mal aufs Feld schicken kann, aber sicher kein Starter in der NFL. Dementsprechend wenig Respekt zeigte die Niners-Defense vor der "Gefahr", die von ihm ausging, stellte die Box zu, nahm so RB-Wunderkind Todd Gurley aus dem Spiel - und blubblubblub, die Rams-Offense ist abgesoffen. 13 Mal hatte man den Ball: 10 Mal musste man punten, dazu zwei Interceptions und ein nicht verwerteter 4. Versuch. Gute Nacht! Gerade wenn man Freiräume für Gurley schaffen will, braucht man halbwegs adäquates QB-Spiel. Wenn man den Einser-Pick im Draft (und einiges mehr, um ihn zu bekommen) investiert, kann man selbiges schon mal erwarten - und nicht nur aus Marketing-Gründen, um die neue Fanbase in Los Angeles von Beginn an zu begeistern. Interessante Randnotiz: Rund um den Draft war eines der Hauptargumente zahlreicher Experten für Goff und gegen Wentz als Nummer 1, dass er eher "NFL-ready" sei. Nun ja, die Antwort darauf hätten wir nun. Die Frage, die sich jetzt aufdrängt ist, ob Los Angeles Goff ins kalte Wasser werfen sollte. Da wäre ich zurückhaltend. Aus einer Notsituation heraus und aus reinem Populismus ein Talent zu verheizen, bringt noch weniger. Was mir bei bei Goff viel mehr Sorgen macht, ist der Umstand, dass er in den Händen von Jeff Fisher ist - für mich bekanntlich der angestaubteste Coach der Liga. Aber gut, das könnte sich nach dieser Saison ohnehin erledigen, denn 7-9 will der Rams-Trainer ja nicht mehr gehen und momentan wundert man sich eher darüber, wie die Rams überhaupt auf sieben Siege kommen wollen. Aber gut, noch mal: Es ist Woche 1, es kann sich noch viel tun. Und dieser Hinweis sei auch in Richtung San Francisco gegeben. Die Vorsaison eröffneten die 49ers mit einem überzeugenden Sieg gegen Minnesota - der Rest der Geschichte ist bekannt: Die Niners stürzten ab, die Vikings landeten in den Playoffs. Ich denke, die Handschrift von Neo-Coach Chip Kelly wird man im Saison-Verlauf immer mehr zu sehen bekommen, aber 28:0 hin oder her - QB Blaine Gabbert muss viel präziser agieren. Denn zwischenzeitlich lebten die 49ers mehr von der Rams-Schwäche als von der eigenen Stärke.

Ein Urlaub ist ja traditionell zu kurz, aber wenn der letzte Tag der erste #NFLSunday der neuen Saison ist, dann ist es auch überhaupt nicht schlimm, wenn der Urlaub endet. In drei Worten: Endlich wieder Football! Endlich wieder die gewohnten Gesichter (Aaron Rodgers, Larry Fitzgerald, enttäuschte Browns) sehen, den gewohnten Stimmen (Jim Nantz, Phil Simms, Joe Buck, Troy Aikman) lauschen und das gewohnte Wellental der Gefühle (zwischen Flüge zur Super Bowl suchen bis Beenden der Saison nach dem ersten Spiel ist im Freundeskreis alles dabei) erleben. Alles gehört dazu. Selbst die genialen Werbungen, die man via Gamepass mitbekommt. Peyton Manning als Pensionist ist schon jetzt Kult. Aber wer folgt ihm als Super-Bowl-Winning-Quarterback? Das lässt sich freilich nach einem Spieltag noch nicht sagen. Aber die neuen QBs haben sicherlich überzeugt. Allen voran natürlich Carson Wentz, der für den ersten Sonntags-TD in der neuen Saison sorgte. Jimmy Garoppolo präsentierte sich teilweise schon wie ein junger Tom Brady, abgeklärter, souveräner als erwartet. Respekt. Dak Prescott machte den Cowboys auch keine Schande. Und Trevor Siemian durfte mit den Broncos seinen ersten Sieg im ersten Spiel einfahren. Aber bleiben wir am Boden. Wie schrieb mein liebster Beat Reporter: "The biggest over-reaction day in sports - the Monday after NFL openers." Und heute ist ja schon Dienstag. Kurzum: Sie werden alle noch ihr Lehrgeld bezahlen. Das gehört einfach dazu. Ich gratuliere allen zu ihren Leistungen im Season Opener, aber jetzt heißt es einfach weiterarbeiten. In 16 Wochen sehen wir dann weiter und dann sehen wir, wer wirklich schon NFL-ready ist.

NFL-ready waren und sind Jordy Nelson (Packers) und Victor Cruz (Giants), beide haben sich auch schon einen Super-Bowl-Ring an den Finger gesteckt, beide waren aber zuletzt auch lange verletzt. Am ersten Spieltag der neuen Saison gaben sie ihr Combeack und fingen gleich jeweils Touchdown-Pässe. Als wären sie nie weg gewesen. Beide gewannen auch ihre Spiele mit ihren Teams in Jacksonville und in Dallas - Cruz fing den Game-Winning-TD-Pass vom letzten Manning in der Liga - Eli. Das ist meine Feel-Good-Story dieses Wochenendes. Zumal ich Nelson ein Jahr in meinem Fantasy-Keeper-Team "mitschleppte" und das aber auch sehr gerne tat. Weiter unten nehme ich dann zu meiner Salary-Cap-Pleite in Week 1 Stellung. Oh Boy, habe ich wieder irgendwas zusammengestellt. Das ist wahrlich eine Feel-Bad-Story - aber dazu unten noch viel mehr. 

Hut ab Kansas City Chiefs! Ich hab die Partie nur in der allseits geliebten "Red Zone" gesehen, aber mir lange Zeit gedacht: Was ist denn mit denen los? Die sind ja schlechter als ich in unserer Fantasy League... Und dann zeigte mir die Mannschaft von Head Coach Andy Reid einmal mehr ihren Charakter. (Jenen, den auch mein Fantasy-Team zeigen wird, aber dazu wirklich unten mehr.) Denn es ist keine Selbstverständlichkeit, schon gar nicht zum Auftakt-Wochenende, an dem man einfach noch nicht so weit ist wie in Woche 7, dass man einen 21-Punkte-Rückstand im dritten Viertel noch aufholt und die Overtime für sich entscheidet. Ich hoffe für die so lauten Chiefs-Fans, dass keiner vorher das Stadion verlassen hat. Sonst hat er an diesem Sunday Opener etwas verpasst. Nämlich das historisch größte Comeback der Franchise-Geschichte. Kann man mal zum Auftakt bringen! Was man übrigens auch mal so bringen kann: Den Pool der Jacksonville Jaguars im Stadion. Zwar hat man den Auftakt gegen die Packers verloren, aber das macht nichts, weil der Gegner eben dieser Gegner war. Die Jags haben ausreichend gezeigt, warum sie als heißes Team dieser Saison gelten. Vor allem offensiv. Defensiv kann man sicher noch zulegen. Das wird kommen. Jacksonville landet heuer in den Playoffs, wenn die Defense mit der Offense mithält. Und ein heißes Team braucht eben einen Pool...

Ich möchte mich an dieser Stelle einer interessanten Partie aus dem Pool der 19-Uhr-Spiele widmen, nämlich jener zwischen den New York Jets und der Cincinnati Bengals. Wie erwartet war es eine enge Partie, die in beide Richtungen hätte ausgehen können. Die Jets sind ein Win-Now-Team, die Bengals eine alljährliche Größe, wenn nicht gerade Jänner ist. Doch ein paar Auffälligkeiten gab es: Bei den Jets muss man immer mehr feststellen, dass Darrelle Revis (31) nicht mehr der Jüngste ist. A.J. Green - zugegeben, einer der besten seiner Zunft in der NFL - hat "Revis Island" nicht nur kurz besucht, sondern mehrere Stunden Urlaub dort gemacht. 180 Yards sind für die Secondary aber einfach inakzeptabel und das betrifft auch das Coaching rund um Defensiv-Apostel Todd Bowles. Der hat auch schon letztes Jahr gesehen, was das junge Gemüse (Sammy Watkins wird am Donnerstag gleich der nächste Prüfstein sein...) mit dem zukünftigen Hall-of-Famer anrichten kann. Da braucht es Safety-Hilfe und die hat Revis auch sichtlich gesucht. Es war jetzt nur mal ein Spiel und man kann ein schlechtes haben, aber bei Revis wird man in dieser Saison genau hinsehen müssen, was er noch drauf hat. Auf der anderen Seite hat sich die Frage ergeben: Ist die O-Line der Bengals so schlecht? Oder die D-Line der Jets so gut? Auch das wird die nahe Zukunft weisen, doch sieben Sacks waren in jedem Fall eine Geschichte, die beide Teams (und vor allem A.J. Dalton) so schnell nicht vergessen. Apropos: Steve McLendon machte Damian "Snacks" Harrison vergessen, zu Muhammad Wilkerson und Leonard Williams (jeweils Erstrunden-Picks) gesellt sich ab Donnerstag auch Sheldon Richardson (auch ein Erstrunden-Pick) nach Sperre wieder dazu. Man darf gespannt sein! 

Terrance Williams, ach Terrance Williams. Terrance, Terrance Wiliams. Ja, Fehler passieren. Aber in so einem Fall ist es natürlich bitter. Denn ein Field Goal und der Sieg wäre für die Cowboys gegen die Giants noch möglich gewesen. Wenn, ja wenn, Terrance Williams nach Zuspiel von Dak Prescott hinausläuft und die Uhr, die gegen Null lief, anhält. Tony Romo verletzt und die Cowboys patzen. Irgendwie wiederholt sich die Geschichte immer und immer wieder...

Dave Dameshek, Paper Bag of Shame zu mir, bitte! Ja, ich bin nach Woche 1 Letzter in unserer LAOLA1-Touchdown-Tuesday-Fantasy-Liga. Oh ja, da müssten fast zwei oder vier rote Pfeile für meine Auftakt-Leistung links stehen. Tja, das kommt davon, wenn man erst eine Stunde vor Beginn am Sonntag aufstellt und feststellt, dass man nicht der einzige auf der Welt ist, der das gerade macht. Nicht nur einmal war die Seite down. Mein Zeitfenster wurde dadurch limitiert und ich traf gewiss nicht die günstigsten Entscheidungen, etwa Rueben Randle und Andre Caldwell aufzustellen. Das ist der Nachteil, wenn man die zwei Wochen vor Saisonstart auf Urlaub ist und nicht jedes Detail mitbekommt. Ja, auch ich zahle nach wie vor Lehrgeld beim Fantasy-Sport, möchte aber nur eines anmerken: Ich war in unserer Keeper-League vergangene Saison deutlich vor Kollege Altmann. #Mimimimi Und so wird es auch in dieser Saison wieder sein! (Hoffe ich mal...) Auch hier! (Mal nicht übertreiben...) Wie auch immer, was absolut positiv ist, dass wir hier eine große Liga haben und mich der eine oder andere auch persönlich kontaktiert hat. Das freut mich, denn ihr kennt mein Motto wohl inzwischen: Together we make football! (Siehe Tom Brady, der sogar eine Sperre zu einem Highlight werden lassen kann...)

Wir picken jede Woche die Teilnehmer der Super Bowl LI, die am 5. Februar kommenden Jahres in Houston, Texas, stattfinden wird.

Das NRG Stadium war bereits einmal Schauplatz eines NFL-Endspiels - die New England Patriots bezwangen dort 2004 die Carolina Panthers mit 32:29.

Wir sind wie immer zuversichtlich, in irgendeiner Woche mit einem Pick richtig zu liegen - spätestens nach den Conference Finals...

BERNHARD KASTLER und sein Week-1-Pick:

Arizona Cardinals vs. Pittsburgh Steelers

Natürlich nehme ich meinen Pick aus dem Preseason-Special mit und gehe damit in Woche 1 an den Start. Während die Steelers mir wenig Grund zum Zweifel gaben - sie haben einfach unglaubliche Einzelspieler - hätten die Cardinals schon deutlich Super-Bowl-iger spielen können. Aber kein Grund zum Panik. Es ist noch eine lange Saison und auch wenn New England stark ersatzgeschwächt war, kann man dem Mastermind Bill Belichick auch in dieser Konstellation unterliegen. Bruce Arians wird daraus lernen. Beide Teams haben Luft nach oben, gehören aber sicher zu den besten Teams ihrer Conference. Würde mich nicht überraschen, wenn ich gleich mal richtig liege. (Natürlich würde mich das überraschen, an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an Kollegen Altmann, der vergangene Saison in Woche 12 mit Denver-Carolina richtig lag... *müdesklatschen*)

PETER ALTMANN und sein Week-1-Pick:
 
GREEN BAY PACKERS vs. NEW ENGLAND PATRIOTS

Das war mein Pick im Preseason-Special, also kann ich ihn wohl schlecht abändern. Ich sehe auch wenig Grund dazu. Denn das große Fragezeichen bei diesem Tipp war naturgemäß New England. Aber wer ohne die beiden besten Spieler, Tom Brady und Rob Gronkwoski, bei Arizona gewinnen kann, wird schon nicht zu Unrecht hoch eingeschätzt. Green Bay wiederum fand ich in Woche 1 beim Sieg in Jacksonville nicht restlos überzeugend, aber alleine die Offense sollte in diesem Jahr wieder eine ganz andere Figur als letztes Jahr machen. Aber auch hier: Die Saison ist - Gott sei Dank - noch lange! Und keine Sorge, Kollege Kastler, bis Woche 12 lasse ich mir diese Woche nicht Zeit, um dich wie gewohnt zu besiegen!

In dieser Kategorie lassen sich die beiden NFL-Redakteure von LAOLA1 zu "Bold Predictions" für Woche 2 hinreißen - wie immer ohne Gewähr!

BERNHARD KASTLER über Week 2

  • Tom Brady spielt am Wochenende nicht nur mit Gisele Bündchen, seiner Model-Ehefrau, Football (wer kennt die Situation nicht?), sondern auch mit ihren Model-Freundinnen. Die Fumble-Quote steigt dabei. Und die Patriots gewinnen indes auch ohne Bill Belichick zu Hause gegen Miami mit einem High-School-Team aus Boston.
  • Die Jacksonville Jaguars nehmen ihren Pool nach San Diego mit.
  • Aaron Rodgers zerschießt beim Debüt im nigelnagelneuen Super-Stadion der Vikings die Glasfassade mit einer Hail Mary.
PETER ALTMANN über Week 2
  • Rex Ryan - Buffalo-Coach, der in seinem Leben schon mal mit den New York Jets in Berührung kam - lässt im Thursday Night Game alle Pässe in Richtung Darrelle Revis werfen.

  • Jared Goff führt die Rams beim ersten NFL-Spiel in Los Angeles in diesem Jahrtausend zur Sensation gegen Seattle.

  • San Francisco gelingt auch in Carolina ein Shutout. Yes, they Cam!


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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