Doppler/Horst auf letzter Mission?

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"Wir haben uns selbst nicht erträumt, dass wir mit unserem Sport so eine Welle der Begeisterung auslösen können."

Wenn Clemens Doppler und Alexander Horst über die Heim-WM auf der Wiener Donauinsel im vergangenen Jahr sprechen, leuchten ihre Augen nach wie vor. Österreichs bestes Beachvolleyball-Duo hat nach der Silbermedaille noch nicht genug - im Gegenteil: Das nächste Ziel heißt Olympia 2020

"Das Einzige, das uns noch fehlt, ist eine Olympiamedaille", sagt Doppler. Auch Horst hat mit den fünf Ringen noch eine Rechnung offen: "Nach einer EM- und WM-Medaille ist die Motivation natürlich klar – eine Olympia-Medaille. Dann höre ich auf!"

Auch für Doppler wäre im Fall von olympischem Edelmetall wohl Schluss: "Das wäre ein Grund, dann aufzuhören." Nachsatz: "Vielleicht aber auch nicht, wer weiß. 2021 gibt es wieder eine WM - mal schauen."

Ein Zeichen zum Weitermachen

Die Entscheidung, dem Ziel Olympia noch einmal alles unterzuordnen, ist dem Duo nicht sonderlich schwer gefallen. "Mir gar nicht, ich bin ja noch jung", scherzt Horst.

Dabei war Mitte vergangener Saison noch nicht klar, ob und wie es für Österreichs Top-Paarung weitergeht. "Wir haben nicht gewusst, was im Verband unter dem neuen Präsidenten passiert, da gab es viele Fragezeichen", spricht Doppler eine vom Verband angedachte Trennung der beiden an. 

"Das war für uns das klare Zeichen, dass es noch weitergeht."

Doppler über WM-Silber

Mit dem Gewinn der Silbermedaille bei der Heim-WM war das Thema Trennung und das Karriereende vom Tisch. "Das war für uns das klare Zeichen, dass es für uns noch weitergeht", erklärt Doppler.

Die Motivation weiterzumachen sei nach wie vor groß, auch wenn der 37-Jährige anmerkt: "Es wird nicht leichter, je älter man ist. Aber wir haben gemerkt, was für einen Impact die WM-Medaille mit der Welle der Begeisterung für uns gehabt hat."

Zwar wollen Doppler/Horst "von Saison zu Saison schauen", aber "im Endeffekt wissen wir genau, dass wir Tokio 2020 in Angriff nehmen wollen".

OP verhindert Karriereende

Im Falle einer erfolgreichen Qualifikation für Olympia, die bereits im September beginnt, wäre Doppler zum Zeitpunkt der Spiele 39 und Horst 37 Jahre. "Das ist eigentlich das beste Beachvolleyball-Alter", sagt Doppler, der die Gesundheit jedoch als Grundvoraussetzung für eine Fortsetzung der Karriere bis 2020 nennt. 

Dass der gebürtige Oberösterreicher nach wie vor topfit auf dem Platz steht, grenzt aufgrund seiner Verletzungsgeschichte an ein Wunder. Nach drei Kreuzbandrissen 2004, 2006 und 2013 spielte er die Heim-WM im Vorjahr mit einer schmerzhaften Entzündung des rechten Kniegelenks und einem Muskelriss im Oberschenkel.

"Ich habe mich während des Turniers ohne Hilfe nicht einmal mehr hinsetzen können", erzählt Doppler. Mit der Euphorie, dem Adrenalin und reichlich Schmerzmitteln habe er sich aber über das Turnier gerettet. Außerdem war vor der WM entdeckt worden, dass sich sein Kreuzband im linken Knie mit den Jahren komplett aufgelöst hatte.

Diese niederschmetternde Diagnose vor dem Höhepunkt habe vielleicht sogar zum späteren Erfolg beigetragen. "Das dürfte im Kopf ein Wurstigkeitsgefühl ausgelöst haben", so Doppler. Im Herbst sei ein Eingriff aber unumgänglich gewesen. "Das war nur ein kleines Service, eine Kleinigkeit, aber ohne diese Operation würde ich wahrscheinlich nicht mehr spielen, es hat einfach keinen Spaß mehr gemacht."

VIDEO - Doppler/Horst spielen AUF dem Wiener Riesenrad:

(Text wird unterhalb fortgesetzt) 

Nach erfolgreicher OP und gutem Saisonaufbau ist Doppler längst wieder schmerzfrei und laut aktuellen Testergebnissen wie Horst fit wie selten zuvor. Aufgrund des im September operierten Knies von Doppler und des neuen Entry-Ranking Systems wurde in dieser Saison zum Start aber bewusst ein reduziertes Turnierprogramm gewählt. Die bisherigen Leistungen stimmen zuversichtlich, mit Platz 5 beim 4-Stern-Event in Xiamen spielte sich das Duo ins Viertelfinale.

Ein Highlight jagt das nächste

Mit den Baden Open am kommenden Wochenende (14. bis 17. Juni - LIVE bei LAOLA1.tv) beginnt für Doppler\/Horst nun eine sechswöchige Turnierserie. In Niederösterreich sind die Vizeweltmeister aufgrund der untersten FIVB-Turnierkategorie (1 Stern) nicht so starken Besetzung die Top-Favoriten.

"Natürlich ist es das Ziel, das Turnier zu gewinnen. Wir sind als Nummer 1 gesetzt, also sind wir laut Punkten die Favoriten. Aber es sind einige gute Teams da, die auf dem harten Boden jeden schlagen können. Wir wollen aber natürlich ganz vorne dabei sein", bekräftigt Horst. Auch Trainer Robert Nowotny merkt an: "Dass man sich Gold einfach abholt, wird's nicht spielen."

Das Turnier in Baden absolviert das Duo, das ab sofort für den Badener Beachvolleyball Verein (BBV) spielt, quasi als Test nach einer längeren Pause und vor den wichtigsten Events im Sommer. "Es ist gut, dass wir mit einem 1-Stern-Turnier starten, um die Motoren wieder in Gang zu bringen und bei den Highlights so richtig in Form zu sein", sagt Nowotny. 

Nach Baden folgen die 4-Stern-Events in Ostrava (Tch), Warschau (Pol) und Espinho (Por), bevor das Major in Gstaad sowie die EM in Rotterdam (Gruppe mit Prudel/Szalankiewicz (Pol), Semenov/Leshukov (Rus) und Niederländern (Wildcard) warten. In der ersten August-Woche (1. bis 5.8.) gibt es dann das Wiedersehen auf der Wiener Donauinsel. 

Doppler/Horst wollen die Donauinsel wieder rocken

"Ein Major-Turniersieg ist natürlich auch noch ein großes Ziel", sagt Horst und freut sich bereits wieder auf die Stimmung in Wien. "Es wird sicher wieder bummvoll. Der Hype von der WM hat bis heute nicht aufgehört." Und er könnte weiter fortgesetzt werden. 

"Clemens und Alex kommen immer besser in Schuss, sie haben wieder eine Sicherheit gefunden. Wir werden die ersten Turniere nun zur weiteren Formsteigerung nutzen um dann in Gstaad, Rotterdam und vor allem in Wien wieder rocken zu können. Ich bin positiv gestimmt, dass die nächsten sechs Wochen einen schönen Outcome bringen", sagt Nowotny. 

Da ist die nächste Welle der Begeisterung wohl schon im Anmarsch. 

Baden Open - ab Mittwoch LIVE bei LAOLA1.tv>>>

Textquelle: © LAOLA1.at

Beachvolleyball-Turnier auf Wiener Donauinsel bis 2020

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