Chase Budinger - aus der NBA zum Beachvolley-Pro

Aufmacherbild Foto: © Montage - FIVB/getty
 

Erinnern wir uns zurück: Vor knapp einem Jahr sorgte mit Ivan Perisic ein Fußballer mit seinem Antreten bei einem Beachvolleyball-Turnier für Schlagzeilen.

Aktuell macht ein ehemaliger NBA-Profi seine ersten Schritte am Beach – mit deutlich weniger Aufmerksamkeit.

Dabei meint es Chase Budinger, im Gegensatz zu Perisic, ernst und plant eine Karriere als Beachvolleyball-Profi. Und das nach 407 Partien in der NBA und kurz vor seinem 30. Geburtstag.

In Luzern hat er bei seinem zweiten World-Tour-Turnier an der Seite von US-Routinier Sean Rosenthal Platz neun belegt.

NBA - Spanien - Strand

Wie ist es zum doch ungewöhnlichen Sportarten-Wechsel gekommen?

Begonnen hat alles damit, dass Budinger nach einem Jahr bei den Phoenix Suns keinen Vertrag in der NBA bekam. Er wechselte in der Folge nach Spanien. Glücklich wurde er dort aber nicht.

"In diesem Jahr habe ich entschieden, dass ich nicht mehr Basketball spielen will. Ich hatte keine Möglichkeit, zurück in die NBA zu gehen und in Übersee wollte ich nicht spielen“, so Budinger.

Also besann er sich seiner Wurzeln: Im College spielte er neben Basketball auch Volleyball – in der Halle und am Beach.

Anfrage von Rosenthal

Ein Anruf von Sean Rosenthal im Jänner brachte den Ball ins Rollen. "Ich war mir da allerdings noch nicht zu 100 Prozent sicher, dass ich mit Basketball aufhören will. Er hat mich aber nicht unter Druck gesetzt und mir Zeit gelassen.“

Es folgten erste gemeinsame Trainings. "Nach drei Wochen habe ich zu ihm gesagt: Weißt du was, es macht Spaß. Machen wir es!“

Gespräche mit seinem Bruder, selbst Volleyball-Profi, haben bei der Entscheidung geholfen. „Er hat gemeint: Es wird ein harter Weg, aber er ist sicher, dass ich für die Herausforderung bereit bin.“

Nervosität "zerstört“ Debüt

Die Härte bekam Budinger bei seinem ersten Turnier in Huntington Beach voll zu spüren. Nach einem Freilos kassierte er mit Rosenthal in seinen ersten beiden Partien zwei klare Niederlagen.

"Ich war da sehr nervös und habe schlecht gespielt. Das ist lustig, denn ich erinnere mich an mein erstes NBA-Spiel und auch da war ich fürchterlich. Ich war damals so aufgeregt und dann kam die Zeit… Manchmal übernehmen die Nerven einfach die Kontrolle über dich. So war es auch beim ersten Turnier. Wir haben daheim gespielt, vor Familie und Freunden. Der Hype und alles rundherum waren so überwältigend, also haben wir es nicht gut gemacht.“

Das Motto ist "lernen“

Gut gemacht haben Budinger und Rosenthal es beim zweiten Turnier in Luzern. Nach erfolgreicher Quali gelangen im Hauptbewerb zwei Siege, womit am Ende Rang neun zu Buche stand.

Ein erstes Erfolgserlebnis, das Lust auf mehr macht: "Es macht Spaß. Die Turniere sind großartig, ich reise gerne“, so der Umsteiger.

Wobei für ihn das erste Jahr unter dem Motto "lernen“ steht. "Es geht darum, so viele Spiele wie möglich zu bekommen, weil man ohne Spiele nicht besser werden kann. Du brauchst die Spielpraxis gegen verschiedene Gegner und unterschiedliche Spielstile. Ich werde den ganzen Sommer über viel lernen. Ich habe einen großartigen Partner an meiner Seite, der für mich da ist.“

Olympia als Traum und Ziel

Am Ende des Lernprozesses soll die Erfüllung eines Sportler-Traums stehen: "Ich will eines Tages bei Olympia dabei sein. Ich bin immer ein Träumer und setze mir Ziele. Dabei strecke ich mich immer nach dem Himmel.“

Der Fokus sei aber auf die Gegenwart gerichtet: "Ich versuche, von Turnier zu Turnier besser zu werden. Hoffentlich kann ich in ein oder zwei Jahren mein bestes Volleyball spielen.“

Textquelle: © LAOLA1.at

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