NBA-Blase: Fischen, DJs & Essen zum Vergessen

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Weil die Mehrzahl der Basketball-Stars den Sozialen Netzwerken nicht abgeneigt ist, gibt es gut eine Woche vor dem Re-Start schon ein recht akkurates Bild vom NBA-Spielort in Orlando.

Die Blase im riesigen Disney-Komplex ist größer und auch dichter als die Formel-1-Szenerie, die zuletzt in Ungarn gastierte. Bescheiden erscheinen dagegen etwa die Maßnahmen der heimischen Fußball-Bundesliga.

Dass in den USA alles etwas größer ist, zeigt beispielsweise der Blick auf das Regelwerk: In Österreich umfasst das Corona-Konzept der Bundesliga, das von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) als Leitbild für andere Sportarten bezeichnet wurde, gut 20 Seiten - in der NBA sind es mehr als 100.

Ab 30. Juli soll die Saison mit 22 Teams in Florida fortgesetzt werden. 37 Personen umfasst die maximale Größe jeder Mannschaft inklusive Betreuer und Trainer.

Anonyme Hotline gegen Corona-Regelverstöße

Aller Anfang ist schwer - und die ersten zwei Tage fand wohl kein NBA-Profi toll. Denn so lange durften sich die Spieler nur auf ihren Zimmern aufhalten. Einige hatten dabei nicht einmal ein Fenster zum Öffnen. Erst nach zwei negativen Corona-Tests und dieser Frist war der Gang zum Training und auf andere Teile der Anlage erlaubt. Die Teams sind auf drei Hotels verteilt. Die Spieler dürfen dabei nur das eigene Hotel aufsuchen.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt.)

Wer wie Richaun Holmes von den Sacramento Kings oder Bruno Caboclo von den Houston Rockets die Blase unerlaubt verlässt, muss danach wieder zehn Tage in Quarantäne und negative Tests vorweisen. Mit einer Genehmigung kann diese Frist auch auf vier Tage verkürzt werden.

Eine strenge Politik herrscht in Sachen Mund-Nasen-Schutz. Lediglich während des Trainings beim Essen und auf dem eigenen Zimmer, das niemand anderes betreten darf, gilt keine Maskenpflicht. Ansonsten sind die Atemwege stets zu bedecken. Die NBA hat sogar eine anonyme Hotline eingerichtet, in der Regelverstöße gemeldet werden können. "Dazu sage ich lieber nichts", meinte der Deutsche Dennis Schröder von den Oklahoma City Thunder, als er danach gefragt wurde.

Golfanlage, Fischen und schlechtes Essen

Proteste gab es gleich zu Beginn der Kasernierung wegen des Essens, viele Profis beschwerten sich in den Sozialen Netzen darüber. Kleine Portionen, in Plastik abgepackt und insgesamt überhaupt nicht das, was die Basketballer gewohnt sind. "Das Essen war eine große Hilfe bei meinem Plan, ein paar Pfunde zu verlieren", scherzte Trainer Nick Nurse von den Toronto Raptors.

Seit dem Ende der Selbstisolation dürfte es aber besser sein. Jedes Team hat seinen eigenen Koch und Essensraum. Dazu dürfen die Spieler absehbar auch einige der Restaurants in Disney World nutzen und sich Essen von außerhalb bestellen - dafür allerdings nicht aus der Blase heraus, so wie Holmes es versehentlich tat.

Zur Zerstreuung neben den Trainingseinheiten gibt es für die NBA-Profis eine 18-Loch-Golfanlage. Auch Fischen ist möglich, und so mancher Modellathlet hat schon mit einem dicken Fisch vor der Handykamera posiert.

Mavericks-Coach Carlisle: "Fans einen Einblick geben"

Zudem gibt es Räume mit Videospielen, Tischtennis und Karten. Doppel im Tischtennis sind aber verboten, und nach jeder Kartenpartie wird ein frischer Satz an Spielkarten empfohlen.

Eines der beliebtesten Videos bisher: Maxi Kleber und Dwight Powell von den Dallas Mavericks simulierten auf ihrem Mini-Balkon mithilfe von Kopfhörern, Wasserflaschen und der passenden Bewegungen ein DJ-Set. Powell schnitt das Video zusammen und legte darunter den passenden Beat.

Auch vom Training kursieren einige Videoschnipsel, etwa mit beeindruckenden Würfen von Dallas-Star Luka Doncic. "Wir befinden uns in einer anderen Zeit", erklärte Mavericks-Trainer Rick Carlisle. "Wir müssen uns öffnen und unseren Fans einen starken Einblick geben."

Textquelle: © LAOLA1/APA

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