Bronzener Grochar: "Werde mir einen in die Rüstung römern"
In der Alpinen Super-Kombination gewinnen die ÖPC-Athleten gleich vier Medaillen, die sie auch richtig feiern wollen.
von Vincent Öfner
Am vierten Wettkampftag der Paralympischen Winterspiele 2026 kann Österreich über gleich vier Medaillen jubeln.
In der Alpinen Super-Kombination holen Veronika Aigner und Lilly Sammer Gold und Elina Stary und Stefan Winter Bronze in der Klasse der Sehbeeinträchtigten.
Ebenfalls Bronze gab es bei den Männern mit Sehbeeinträchtigung für Johannes Aigner/Nico Haberl und auch Thomas Grochar durfte sich in der stehenden Klasse über den dritten Platz freuen.
"Angst ist mitgefahren"
Während die Aigner-Geschwister über ihre jeweils dritte Medaille bei diesen Spielen jubeln, feiern die beiden Kärntner Stary und Grochar die jeweils erste paralympische Medaille in ihrer Karriere.
Für Stary ist Edelmetall eine besondere Genugtuung, denn im Super-G am Montag kam sie kurz vor dem Ziel am Weg zur Medaille zu Sturz.
"Ich hatte doch ein bisschen ein komisches Gefühl, vor allem beim Super-G. Gestern war ich so gut und dann ist der Sturz passiert. Deswegen ist natürlich die Angst mitgefahren", sagt die 19-Jährige.
Stary will nachlegen
Die Freude über die Medaille ist bei Stary groß, in ihren Paradedisziplinen Riesentorlauf und Slalom will sie weiter nachlegen.
"Es ist schon cool. Das ist ein unglaubliches Feeling. Ich freue mich sehr und ich hoffe, dass da noch ein bisschen was rausschaut die nächsten Tage", sagt die Kärntnerin.
Groß ist die Freude auch bei Guide Winter, den Erfolg will er sich jedoch nicht selbst auf die Fahne schreiben: "Es geht weniger um mich. Ich freue mich einfach für die Elina, und dass ich dann mit einem kleinen Anteil mithelfen durfte. Ich bin extrem stolz auf sie."
Premieren-Medaille für Grochar
Für die wohl größte Überraschung aus österreichischer Sicht sorgte Thomas Grochar, bei seinen letzten paralympischen Spielen darf er über den wohl bisher größten Erfolg seiner Karriere bejubeln.
"Ich habe schon eine Slalom-Kugel und ich bin einmal Vize-Weltmeister geworden, aber ich glaube, das ist schon ganz oben", sagt der 32-Jährige nach dem Rennen.
"Dann war aus bei mir"
Den Grundstein für die Medaille legte Grochar bereits im Super-G. Während er im Spezial-Rennen nicht über einen achten Platz hinauskam, lag er diesmal zur Halbzeit auf Rang zwei.
Im Slalom kam er dann allerdings nur als Dritter ins Ziel, wobei der Halbzeitführende Aleksei Bugaev noch oben war und mit über einer Sekunde Vorsprung in den Slalom ging. Allerdings kam der Russe am Weg zur Bestzeit kurz vor dem Ziel zu Sturz.
"Im Ziel hab' ich aufs Ergebnis geschaut und dann war ich Dritter. Ich dachte mir, scheiße jetzt steht noch einer der besten Slalomfahrer der Welt oben. In den ersten zwei Sektoren hat er nicht viel verloren. Dann wollte ich eigentlich weggehen, doch plötzlich hörte ich die Leute schreien und dann war aus bei mir", beschreibt Grochar seine emotionale Achterbahnfahrt.
"Wie man auf Italienisch sagt..."
Bei seinem Rennen konnte der gebürtige Klagenfurter auch auf die Unterstützung seiner Fans zählen. "Alle, die eine Österreich-Flagge haben, gehören zu mir", sagt er mit einem Augenzwinkern.
Für die Männer stehen nun zwei rennfreie Tage an, deshalb will es Grochar am Abend krachen lassen: "Heute werde ich mir, wie man auf Italienisch sagt, einen in die Rüstung römern."