Hintergrund

Binder vor KTM-Abschied: "Die letzten zwei Jahre waren schwierig"

Der Südafrikaner wird KTM verlassen. Das Wetter in Spielberg weckt Erinnerungen an seinen Regentanz von 2021. Heuer hofft er auf einen Befreiungsschlag.

Binder vor KTM-Abschied: "Die letzten zwei Jahre waren schwierig" Foto: © GEPA
Kommentare

Regen? Da war doch was.

Vor fünf Jahren hat Brad Binder am Red Bull Ring einen beinahe legendären Regentanz auf Trockenreifen hingelegt und KTM den letzten Heimsieg in Spielberg beschert.

"Ich habe über dieses Rennen mehr als über jedes andere Rennen gesprochen. Es war eines meiner Highlights, hier auf dem Red Bull Ring für KTM zu gewinnen", sagt der Südafrikaner bei "Sport und Talk im Hangar-7".

Trennung nach zwölf Jahren

Heuer kehrt der 31-Jährige mit gemischten Gefühlen in die Steiermark zurück.

Binder wird KTM nach zwölf gemeinsamen Jahren, davon sieben in der Königsklasse, mit Saisonende verlassen. "Leider kommen alle guten Dinge einmal zu einem Ende", meint er.

test
2021 siegte Brad Binder im Regen von Spielberg.
Foto: ©GEPA

Über viele Jahre war Binder das Aushängeschild im MotoGP-Projekt der Mattighofener, doch seit 2025 zeigt seine Leistungskurve nach unten. In der aktuellen Fahrerwertung fehlen ihm 126 Punkte auf Teamkollege Pedro Acosta.

Schwierige Zeit

"Die letzten zwei Jahre waren schwierig", gesteht Binder in einer Medienrunde am Red Bull Ring. "Wenn ich wissen würde, was genau los war, hätte ich das Problem inzwischen behoben. Es waren sicher harte Tage dabei."

Beim Grand Prix von San Marino am vergangenen Wochenende in Misano erlebte der ehemalige Moto3-Champion einen seiner Tiefpunkte.

Im Qualifying kam Binder nicht über Platz 19 hinaus, im Rennen betrieb er mit Rang elf immerhin Schadensbegrenzung. Rückblickend sagt Binder: "Es war ein absolut fürchterliches Wochenende."

Er habe von der ersten Session an nie die Pace gefunden, die es für eine bessere Platzierung gebraucht hätte.

Neustart in Österreich

In Österreich hofft Binder auf einen Neustart. Er grinst: "Die Strecke liegt meinem Fahrstil deutlich besser. Unser Bike sollte hier ebenfalls gut funktionieren."

Sein Ziel sei, vom ersten Training konkurrenzfähig zu sein und sich im Qualifying bestmöglich für den Sprint und das Rennen zu klassifizieren.

Das wäre ein Gamechanger.

Brad Binder

Die KTM RC16 würde bessere Platzierungen jedenfalls zulassen. An den vergangenen Rennwochenenden hätte sich das Motorrad besser als zu Saisonbeginn angefühlt, in Misano seien die Probleme eher auf seiner Seite gelegen, meint er.

Das würde alles verändern

Binder glaubt: "Wenn ich an einem Wochenende wirklich gut starten kann, das Tempo finde und ein gutes Qualifying hinlege, wird das alles verändern."

Von weiter vorne ins Rennen gehen zu können, würde einen entscheidenden Unterschied machen. "Das wäre ein Gamechanger", betont Binder.

Warum? "Wenn der Vorderreifen im Verkehr heiß wird, schießt der Reifendruck durch die Decke - dann muss man früher bremsen. Man verliert Grip und gerät quasi in einen Teufelskreis", erklärt der Südafrikaner.

Zukunft außerhalb der MotoGP

Diesem Teufelskreis möchte Binder in Spielberg tunlichst entkommen und den Grundstein für ein starkes Saisonende legen.

Seine Zukunft liegt indes außerhalb der MotoGP: Der zweifache Rennsieger wechselt 2027 in die Superbike-WM und teilt sich mit seinem ehemaligen Teamkollegen Miguel Oliveira die Garage bei BMW.

"Ich werde meine Crew vermissen", sagt Binder und blickt seinem neuen Abenteuer mit Vorfreude entgegen. "Ich bin schon sehr gespannt. Es wird alles neu – ein neues Bike, neue Strecken und neue Reifen."

Die denkwürdigsten MotoGP-Momente in Spielberg

Kommentare