Zum 300er: Die größten Rennen von Fernando Alonso

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Fernando Alonso erreicht an diesem Wochenende einen Meilenstein in seiner Karriere.

Zum insgesamt 300. Mal nimmt der Spanier beim Grand Prix von Kanada (ab 20:10 Uhr im LAOLA1-LIVE-Ticker) an einem Formel-1-Wochenende teil. Damit ist er erst der vierte Fahrer nach Rubens Barrichello (326), Jenson Button (309) und Michael Schumacher (308), dem das gelingt.

Im Alter von 19 Jahren begann Alonso seine Karriere bei Minardi. Es folgten erfolgreiche Jahre bei Renault mit zwei Fahrer-WM-Titeln, ein Jahr voller Aufreger und interner Spannungen bei McLaren, die erneute Rückkehr zu Renault, sowie die Stationen Ferrari und schließlich McLaren.

Bei 297 Rennstarts feierte er 32 Siege, holte 22 Pole Positions und fuhr 22 schnellste Rennrunden.

"Vor ein paar Jahren, als Rubens den Rekord von 326 Grand Prix gebrochen hat, habe ich gedacht, er ist ein bisschen verrückt. Aber jetzt komme ich der Marke selbst nahe", sagt Alonso, dessen Zukunft noch offen ist.

Im Interview mit "Sky Sports F1" sagt er, angesprochen auf die Frage, ob er auch 2019 in der Formel 1 an den Start gehen wird: "Ich weiß es nicht. 2019 ist noch weit weg. Normalerweise versuche ich, nach der Sommerpause eine Entscheidung zu fällen. Das wird in diesem Jahr nicht anders sein. Das wird eine wichtige Entscheidung, ganz klar."

Zuvor erinnert sich der 36-Jährige aber noch auf "Formula1.com" an die vier größten Rennen seiner bisherigen Karriere.

GRAND PRIX VON UNGARN 2003 - Der erste Sieg

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Bereits in seinem zweiten Grand Prix für Renault landete Alonso in Malaysia als Dritter auf dem Podest, sein erster Triumph folgte beim viertletzten Rennen der Saison auf dem Hungaroring - und was für einer. Der Spanier überflügelte bereits im Qualifying alle und sicherte sich zwei Zehntel vor Ralf Schumacher die Pole Position. Das Rennen dominierte der Asturier schließlich nach Belieben und distanzierte die Konkurrenz um fast eine Sekunde pro Runde. Am Ende gewann er 16 Sekunden vor Kimi Räikkönen (McLaren) und 34 Sekunden vor Juan Pablo Montoya (BMW). Durch den Triumph war Alonso damals der jüngste Grand-Prix Sieger aller Zeiten mit 22 Jahren und 26 Tagen. Heute liegt dieser Rekord bei Max Verstappen, der 2016 in Spanien im Alter von 18 Jahren und 228 Tagen gewann.

Alonso über Ungarn 2003: "In der Formel 1 zu gewinnen war etwas, was für mich undenkbar war, als ich noch Go-Kart bzw. in kleineren Kategorien gefahren bin. Den ersten Sieg vergisst niemand. Es war ein total unerwarteter Sieg. Es fühlte sich zuerst einfach nicht real an, ein Sieger in der Formel 1 zu sein."

GRAND PRIX VON BRASILIEN 2005 - Der erste Weltmeistertitel

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Zwei Jahre nach dem ersten Sieg dann der ganz große Wurf: Mit einem dritten Platz in Interlagos sicherte sich Alonso den ersten von zwei Fahrer-Weltmeistertiteln. Sein einziger Gegner in dieser Saison war Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes, der aber drei Rennen vor Ende nur noch theoretische Chancen auf den Titel hatte. Alonso holte sich zwar die Pole Position, musste im Rennen aber beide McLaren passieren lassen und wurde hinter Montoya und Räikkönen sicherer Dritter. Nach dem jüngsten Rennsieger war Alonso auch der damals jüngste Weltmeister der Geschichte mit 24 Jahren. Diese Bestmarke luchste ihm fünf Jahre später ein gewisser Sebastian Vettel (23 Jahre und 134 Tage) ab.

Alonso über Brasilien 2005: "Wir haben das beste aus dem Rennen herausgeholt und sind am Ende Weltmeister geworden. Das kann man nicht beschreiben. Du realisierst es langsam, sprichst mit dem Team auf der In-Lap, stellst das Auto ab und dann sind da einfach nur diese Sekunden Stille. Ich habe den Helm abgenommen und einfach geschrien. Es ist ein Moment, für den ich einfach nur dankbar bin. Danach habe ich jede Sekunde genossen."

GRAND PRIX VON MONACO 2006 - Der lang ersehnte Sieg im Fürstentum

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In Monaco fällt eine Vorentscheidung für den Rennausgang zumeist schon am Samstag. Und die war im Jahr 2006 speziell. Denn Michael Schumacher führte im Ferrari wenige Minuten vor Ende des Qualifyings die Zeitenliste an. Alle Top-Piloten waren noch einmal auf der Jagd nach einer schnellen Rundenzeit. Schumachers Konkurrenz fuhr die schnellsten Sektorzeiten, während ihm ein Zehntel fehlte. Dann passierte es: Der Deutsche verpasste in der Rascasse den Einlenkpunkt und löste somit eine Gelbphase aus. Damit waren die Top-Runden von Alonso und Co. im Eimer. Schumacher befürchtete zunächst nichts, doch nach achtstündiger Beratung der Stewards wurden ihm aufgrund absichtlicher Behinderung der Konkurrenten alle Quali-Zeiten gestrichen. So stand Alonso auf der Pole und konnte die Führung durch die engen Gassen auch erfolgreich verteidigen.

Alonso über Monaco 2006: "Das war speziell - nicht nur aufgrund des Sieges, sondern auch wegen der vergebenen Möglichkeiten in den Jahren davor. 2003 waren wir dem Sieg ganz nahe, 2004 kämpfte ich um den Sieg, dann hatte ich im Tunnel einen Unfall mit Ralf Schumacher. 2005 waren wir Weltmeister und sehr stark auf allen Strecken - außer Monaco. Das war einfach frustrierend. Immerhin ist Monaco DAS Rennen, das du gewinnen willst. Nach dem WM-Titel ist es das Größte, was du erreichen kannst."

GRAND PRIX VON EUROPA 2012 - Die Aufholjagd in der Heimat

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Die Ferrari-Jahre von Alonso waren nicht vom ganz großem Erfolg gekrönt. 2012 und 2013 reichte es am Ende hinter Vettel im Red Bull nur für den Vize-Weltmeistertitel. Einer seiner denkwürdigsten und mit Sicherheit emotionalsten Rennerfolge gelang dem Mann aus Oviedo aber in Rot, noch dazu beim Heimrennen in Valencia. Zunächst sah es nach einem ausgesprochen bitteren Wochenende aus. Alonso verpasste den Sprung in Q3 und konnte nur als Elfter starten. Am Sonntag ließ er es aber so richtig krachen, überholte gleich am Start drei Autos. Nach und nach ließ Alonso die Konkurrenz hinter sich und gewann letztlich vor Kimi Räikkönen und Michael Schumacher. Am Podium wurde das Temperamentbündel von seinen Emotionen überwältigt und kämpfte mit den Tränen.

Alonso über Europa 2012: "In deiner Heimat zu gewinnen und das von Startplatz elf aus war unglaublich. Mir ist auf der Inlap der Sprit ausgegangen und ich blieb direkt vor der Fantribüne stehen. Das war perfekt, um mit der Menge zu feiern. Ich wäre am liebsten hinauf gelaufen und hätte alle umarmt, aber das war nicht erlaubt. Dann musste ich auf das Safety Car warten, das mich zurückgebracht hat. Diese Momente waren sehr speziell mit den ganzen Fans."


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