Ricciardo-Coup: So geht es am Fahrer-Markt weiter

Aufmacherbild Foto: © getty
 

Nach sieben Jahren im Dienste der "Bullen" bei Toro Rosso bzw. Red Bull Racing macht Daniel Ricciardo Schluss.

Der Australier bringt mit seinem überraschenden Wechsel zu Renault ab der kommenden Saison das Fahrer-Karussell in der Formel 1 so richtig in Schwung.

Nachdem der erste Dominostein gefallen ist, stellt sich die Frage, welche weiteren Wechsel nun bevorstehen.

Trotz der laufenden Sommer-Pause bis 24. August dürfte der Transfer-Sommer auch in der Königsklasse des Motorsports ein heißer werden.

Alle Teams und Fahrer der Formel-1-Saison 2019:

Team Fahrer 1 Fahrer 2
Mercedes Lewis Hamilton Valtteri Bottas
Ferrari Sebastian Vettel offen
Red Bull Racing Max Verstappen offen
Renault Daniel Ricciardo Nico Hülkenberg
Haas offen offen
Force India offen offen
McLaren offen offen
Toro Rosso offen offen
Sauber offen offen
Williams offen offen

Ein Blick auf das aktuelle Fahrer-Tableau für 2019 zeigt, dass noch einige Cockpits zu besetzen sind. Einzig Weltmeister Mercedes hat - neben Renault am Freitag - kürzlich mit den Vertragsverlängerungen von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas alles klar gemacht.

Diese Fragen drängen sich nun auf:

Wer ersetzt Daniel Ricciardo bei Red Bull?

Dass der Rennstall mit österreichischer Lizenz Top-Talent Max Verstappen, der erst im Vorjahr bis 2020 verlängert hat, zum Weltmeister machen will, ist unbestritten. Teamchef Christian Horner spricht nach dem Abgang von Ricciardo von "verschiedenen Optionen", die das Team evaluieren werde. Die realistischerweise größten Chancen hat aktuell wohl Pierre Gasly. Der 22-jährige Franzose zeigt in seinem ersten vollen F1-Jahr bei Toro Rosso starke Leistungen, fuhr in Bahrain auf Platz vier und zuletzt in Ungarn auf Position sechs. Wesentlich erfahrener wäre Carlos Sainz, der aktuell an Renault verliehen ist. Sportlich wäre Verstappen-Sainz ein vielversprechendes Duo, allerdings sind die zwischenmenschlichen Probleme zwischen beiden Fahrer-Lagern offenbar nur schwer zu überwinden, weshalb Red Bull wohl von einer Neuauflage des Toro-Rosso-Duos von 2015 absieht.

Was passiert dann mit Carlos Sainz?

Gibt es erwartungsgemäß kein Red-Bull-Comeback für Sainz, stünde der Spanier ohne Cockpit da. Allerdings könnte er mit McLaren bei einem anderen Team mit Renault-Motoren landen. Zak Brown bestätigte unlängst das Interesse von McLaren am 23-Jährigen, das nun konkret werden könnte. Was sich sonst bei McLaren tut, hängt zuallererst von den Zukunftsplänen von Fernando Alonso ab, der zuletzt mit einem Wechsel in die Indy-Car-Serie liebäugelte.

Wie geht es bei Toro Rosso weiter?

Sollte Gasly zum Einser-Team aufsteigen, bräuchte das Juniorenteam der "Bullen" zumindest einen neuen Piloten für die kommende Saison. Allerdings hat sich auch Brendon Hartley in diesem Jahr bislang nicht auszeichnen können. Nur woher sollen die Fahrer kommen? Der aktuell erfolgreichste Nachwuchspilot ist der Brite Dan Ticktum, der gegen Ferdinand Habsburg in der europäischen Formel 3 antritt. Allerdings dürften ihm die fehlenden Punkte für die Super-Lizenz zum Problem werden. Darüber hinaus wird Toro Rosso mit McLaren-Talent Lando Norris in Verbindung gebracht.

Wie entscheidet sich Ferrari?

Das Ableben von Boss Sergio Marchionne war ein Schock für die Scuderia und hat auch die Fahrer-Wahl für die kommende Saison verzögert. Der Ex-Präsident von Ferrari galt als großer Fan von Charles Leclerc und hätte den aktuellen Sauber-Piloten am liebsten schon in dieser Saison befördert. Allerdings regte sich in Person von Sebastian Vettel und Teamchef Maurizio Arrivabene Widerstand an diesem Vorhaben und nicht zuletzt überzeugt Oldie Kimi Räikkönen in dieser Saison sportlich mit verlässlichen Top-Resultaten. In den letzten fünf Rennen vor der Sommerpause stand der "Iceman" immer am Podest und holte in diesem Zeitraum sogar zehn Punkte mehr als Vettel. Bleibt Räikkönen ein weiteres Jahr, könnte Leclerc zum nächsthöheren Ferrari-Kundenteam Haas aufsteigen.

Und wer ist sonst noch auf der Suche?

Die Ricciardo-Entscheidung wirkt sich indirekt auch auf Mercedes aus. Motorsport-Chef Toto Wolff hätte gerne Junior Esteban Ocon bei Renault platziert. Nun sieht es nach einem Verbleib bei Force India aus, wobei eine valide Prognose beim Rennstall, der aktuell auf einen neuen Käufer wartet, schwierig ist. Mit Sergio Perez könnte sich ein Pilot Richtung Haas verabschieden, wo Romain Grosjean als umstritten gilt. Bei Sauber könnte neben Marcus Ericsson, der dank seiner Sponsoren als gesetzt gilt, Antonio Giovinazzi aufsteigen. Williams blickt seit dieser Saison bekanntlich primär auf die finanzielle Mitgift, wobei auch Robert Kubica seine Comeback-Pläne noch nicht ad acta gelegt hat.


Textquelle: © LAOLA1.at

Ärzte nach Lungen-OP bei Niki Lauda "sehr zufrieden"

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare