Fünf Erkenntnisse zum Formel-1-Auftakt

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Die Formel 1 ist wieder da!

Der Sieg von Sebastian Vettel in Australien lässt die Fans der Königsklasse auf eine spannende Saison hoffen. Ist das Duell Ferrari gegen Mercedes um den WM-Titel damit eröffnet? Oder kann Red Bull Racing bald auch ganz vorne mitmischen?

Bei all der Euphorie um den roten Triumph wird der Unterhaltungswert des Renngeschehens in Melbourne auch kritisch betrachtet. Und bei McLaren nimmt die nächste Katastrophen-Saison ihren Lauf. Möglicherweise mit baldigen Folgen?

Das sind fünf Erkenntnisse zum Auftakt:

"Wir könnten eine Saison erleben, bei der wir vor keinem Rennen wissen welches Team gewinnt."

Martin Brundle

Der Kampf um die WM ist eröffnet

Nach der Pole Position von Lewis Hamilton glaubten viele an eine Fortsetzung der Mercedes-Dominanz. Nach der ersten absolvierten Renndistanz lautet die Erkenntnis: Ferrari hat sich tatsächlich gemausert und kann die Silberpfeile im Kampf um den Sieg voll fordern. "Sie haben vom Anfang bis zum Ende dominiert. Vettel hat das Tempo vorgegeben", musste Mercedes-Aufsichtsratsboss Niki Lauda neidlos anerkennen. Die Performance der Italiener kam für Valtteri Bottas durchaus unerwartet: "Ich muss sagen, dass ich ziemlich überrascht von der Pace von Ferrari bin. Wir müssen hart arbeiten, wenn wir sie schlagen wollen. Da müssen wir einige Dinge verbessern." Unter anderem den Umgang mit den Reifen, wie Motorsport-Chef Toto Wolff betont. Allerdings stellt der Albert Park diesbezüglich eine Besonderheit dar. Die endgültigen Kräfteverhältnisse werden erst die kommenden Rennen in China und Bahrain zeigen, wenn auf reinen Rennstrecken gefahren wird. "Wir könnten eine Saison erleben, bei der wir vor keinem Rennen wissen, welches Team gewinnt. Genau danach haben wir uns gesehnt", hofft Sky-Experte und Ex-Pilot Martin Brundle. Auch Lauda kann sich nichts Besseres für den Sport vorstellen: "Der Sieg von Ferrari war eine Sensation für den Sport, auch wenn es gegen mein Team ging. Aber wenn ich zu viel gewinne, langweile ich mich. Ich will einen Wettbewerb!"


"Momentan geht es nur um die Strategie und Boxenstopps."

Hamilton vermisst Duelle auf der Strecke

Weitere Prozessionen werden befürchtet

Der große Ferrari-Triumph in Melbourne ging mit dem Untertitel "Game on!" um die Welt, doch ist das Racing der neuen Formel 1 wirklich besser geworden? Überholmanöver waren äußerst selten zu sehen. Das liegt allerdings auch an der Charakteristik der Strecke in Melbourne, die Überholvorgänge seit jeher kaum zulässt. "Schon in den letzten Jahren war es aufgrund der Luftverwirbelungen schwer, innerhalb einer oder eineinhalb Sekunden hinter einem Auto zu bleiben. Jetzt, wo der Grip noch mehr von der Aerodynamik abhängt und die Autos breiter sind, ist da noch mehr sogenannte 'Dirty Air'. Da ist es schwierig, sogar innerhalb von zwei oder zweieinhalb Sekunden dranzubleiben", erklärt Bottas das Problem. Teamkollege Hamilton befürchtet weitere Prozessionen im Verlauf der Saison. "Ich weiß nicht, wie spannend es für euch anzusehen war. Aber für mich persönlich ist klar: Ich will näher an den Autos dran sein und Rad-an-Rad-Kämpfe sehen. Momentan geht es nur um die Strategie und Boxenstopps", bedauert der dreifache Weltmeister.


"Ich weiß nicht, ob er schlechter als Nico gewesen wäre, wenn der auch gefahren wäre."

Lob von Lauda für Bottas

Bottas macht Rosberg vergessen

In den ersten Trainings hatte es den Anschein, als würde eine schwierige Saison auf Valtteri Bottas warten. Über eine halbe Sekunde fehlte ihm auf Lewis Hamilton. Im Rennen konnte der Finne - wie Landsmann Kimi Räikkönen im Ferrari - das Tempo der beiden Führenden zunächst nicht mitgehen, was an Problemen mit der Ultrasoft-Reifenmischung lag. Auf Softs zeigte der Ex-Williams-Pilot seine Klasse und holte Stück für Stück auf Hamilton auf. "Valtteri hat ein beeindruckendes Wochenende hingelegt und sogar auf Lewis Zeit gutmachen können", lobt Motorsport-Chef Toto Wolff. Allerdings habe Mercedes bei Hamilton bewusst Tempo rausgenommen, als klar war, dass der Sieg unter normalen Umständen nicht mehr in Reichweite lag. Trotz kurzer Eingewöhnungszeit hat der 27-Jährige jedenfalls gezeigt, dass er sich schnell bei einem Top-Team zurechtfinden kann. "Er war eine Sensation. Ich weiß nicht, ob er schlechter als Nico gewesen wäre, wenn der auch gefahren wäre", zieht Niki Lauda seine Kappe.


"Chassismäßig schätze ich in drei Rennen. Motormäßig dauert es länger, leider bis Montreal."

Wann ist Red Bull konkurrenzfähig, Herr Marko?

Red Bull Racing hat noch viel zu tun

Allzu gerne hätten sich Daniel Ricciardo und Max Verstappen beim Auftakt auch in den Kampf um den Sieg in Australien eingemischt. Während der Lokalmatador großteils ein Wochenende zum Vergessen erlebte und nach einem Start aus der Box schließlich aufgeben musste, betrieb der junge Niederländer Schadensbegrenzung. "Der fünfte Platz war das Maximum. Ich war das gesamte Rennen an Kimi (Räikkönen, Anm.) dran, das sah zwar gut aus, aber wir waren nicht schnell genug", meint Verstappen im ORF-Interview. Zwar sei der Rennspeed der "Bullen" vielversprechender gewesen als jener im Qualifying, dennoch warte im Hinblick auf Motor und Chassis noch viel Arbeit auf das Team, wenn man sich mit Mercedes und Ferrari messen will. Allerdings müssen sich die Fans noch gedulden, wie Motorsportberater Helmut Marko verrät. Auf die Frage, wie schnell Red Bull den Rückstand aufholen kann, meint der Grazer: "Chassismäßig schätze ich in drei Rennen. Motormäßig dauert es länger, leider bis Montreal (7. Saisonrennen, Anm.)".


"Ich halte es absolut für möglich, dass Alonso nicht die ganze Saison fährt."

Mark Webber

McLaren-Honda versinkt im Chaos

Schöngeredet wird bei McLaren-Honda schon lange nichts mehr. Fernando Alonso, der in Australien überraschend lange gut mithalten konnte, ehe er mit einem Aufhängungs-Defekt ausschied, brachte die Situation auf den Punkt: "Unter normalen Bedingungen und auf einer normalen Strecke sollten wir Letzter und Vorletzter sein." Die Spekulationen um einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Honda-Deal mehren sich, werden bislang aber vonseiten McLarens - noch - dementiert. Möglicherweise kommt Alonso dem Team zuvor und wirft freiwillig das Handtuch. Ex-Pilot Mark Webber kann sich ein solches Szenario mittlerweile vorstellen. "Ich halte es absolut für möglich, dass Alonso nicht die ganze Saison fährt. Er ist sehr frustriert", sagt der Australier zur belgischen Nachrichtenagentur "Sporza". Dass Alonso sein Engagement bei McLaren als sinnvoll erachtet, darf nach seinen jüngsten Wortspenden ohnehin bezweifelt werden. "Wir sind McLaren-Honda. Wenn wir nicht in den Top 5 und auf dem Podium landen, ist das nur Zeitverschwendung", meinte er zuletzt.


Textquelle: © LAOLA1.at

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