Formel 1 - Termine/Ergebnisse>>>
Leclerc mit Runde gar nicht zufrieden
Die vierte und letzte Rote Flagge spielt Leclerc in die Karten, der sich früh im letzten Qualifying-Abschnitt perfekt hinter Hamiltons Auto positioniert und sich mithilfe des Windschattens letztlich die neunte Pole Position seiner Karriere holt.
Vor zwei Wochen hatte Leclerc in seiner Heimat Monaco ebenfalls die schnellste Runde gedreht, war danach aber in die Mauer gekracht und konnte letztlich nicht im Rennen starten.
Diesmal ist für den 23-Jährigen in den Häuserschluchten von Baku alles drin. Zuvor aber muss der Polesetter "eine ziemliche Scheiß-Runde" zugeben. "Ich habe in zwei oder drei Kurven Fehler gemacht, dann hat mir Lewis im letzten Sektor einen Windschatten gegeben, der hat mir geholfen."
Leclerc hatte nicht erwartet, dass Ferrari am Kaspischen Meer "so konkurrenzfähig sein" würde. "Es fühlt sich besser an als Monaco."
"Heureka-Moment" für Mercedes
Hamilton hat ebenfalls wieder einmal Grund zur Freude. "Das ist ein monumentales Ergebnis für uns, weil wir so viele Schwierigkeiten hatten, dass wir das gar nicht glauben konnten", sagt der Titelverteidiger. Nach schwachen Trainings deutete wenig darauf hin, dass die Silberpfeile insbesondere Red Bull am Samstag wirklich Paroli würden bieten können.
Teamchef Toto Wolff erzählt von einem "Heureka-Moment" im dritten Training und meint angesichts der guten Ausgangsposition seines Stars für das Rennen: "Wir haben alle Chancen, wenn das Auto hält."
Restlos zufrieden kann der Wiener nach Rang zehn für Valtteri Bottas freilich nicht sein.
Taktieren ist in Baku nicht drin
Für den Red-Bull-Rennstall endet der Tag am Kaspischen Meer ein wenig so, wie er angefangen hatte. Verstappen hatte schon im Abschlusstraining einen Dämpfer hinnehmen müssen, als er nach einem Fahrfehler in Kurve 15 in die Begrenzung rauschte.
Gut zwei Stunden später war der Wagen wieder rennbereit, doch Kurve 15 sollte auch anderen Fahrern Probleme bereiten.
Schon in Q1 demolieren sich Lance Stroll (Aston Martin) und Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) an selber Stelle ihre Boliden und sorgen damit für minutenlange Unterbrechungen. Q2 beendet Daniel Ricciardo (McLaren) mit seinem Einschlag in Kurve 3 frühzeitig, durch die dritte Rote Flagge bleibt etwa Sebastian Vettel (Aston Martin) um 29 Tausendstelsekunden als 11. auf der Strecke.
In Q3 dann der Unfall Tsunodas, der RB-Motorsportberater Helmut Marko im ORF eine "Quintessenz" finden lässt: "Taktik kann man in Baku vergessen, man muss vorne raus und schauen, dass man so schnell wie möglich eine schnelle Runde hinkriegt".
Denn Platz eins wäre für Verstappen möglich gewesen, meint Marko. "Wir hatten ziemlich als einziges Team noch zwei Satz neue Reifen. Den ersten Satz vorsichtiger und im zweiten attackieren." Zu der geplanten Attacke kam es aber nicht mehr.