Überraschungs-Pole nach Crash-Quali in Baku

Überraschungs-Pole nach Crash-Quali in Baku Foto: © getty
 

Nichts wird es mit der Pole Position zum Grand Prix von Aserbaidschan in Baku (So., ab 14:00 Uhr im LIVE-Ticker) für Max Verstappen und Red Bull Racing!

Charles Leclerc sichert sich im Ferrari nach Monaco zum zweiten Mal en suite die erste Startposition vor Lewis Hamilton, der im Mercedes nach schwachen Trainings-Leistungen mit Rang zwei überrascht. Verstappen, nach den Trainings klarer Pole-Favorit, muss sich mit Startplatz drei begnügen.

Ursächlich dafür ist auch eine Rote Flagge zum Abschluss: Yuki Tsunoda (AlphaTauri) kracht in die Bande, womit alle Fahrer ihren letzten schnellen Versuch nicht vollenden können. Es ist zu diesem Zeitpunkt die insgesamt vierte Rote Flagge des Qualifyings, nachdem auch Lance Stroll (Aston Martin), Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) und Daniel Ricciardo (McLaren) Unterbrechungen auslösen. Erst zum zweiten Mal in der F1-Geschichte nach Ungarn 2016 muss das Qualifying viermal unterbrochen werden.

Die Top Ten der Startaufstellung werden von Pierre Gasly (AlphaTauri), Carlos Sainz (Ferrari), Lando Norris (McLaren), Sergio Perez (Red Bull), Yuki Tsunoda (AlphaTauri), Fernando Alonso (Alpine) und Valtteri Bottas (Mercedes) komplettiert. Sebastian Vettel startet im Aston Martin von Rang elf.

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Leclerc mit Runde gar nicht zufrieden

Die vierte und letzte Rote Flagge spielt Leclerc in die Karten, der sich früh im letzten Qualifying-Abschnitt perfekt hinter Hamiltons Auto positioniert und sich mithilfe des Windschattens letztlich die neunte Pole Position seiner Karriere holt.

Vor zwei Wochen hatte Leclerc in seiner Heimat Monaco ebenfalls die schnellste Runde gedreht, war danach aber in die Mauer gekracht und konnte letztlich nicht im Rennen starten.

Diesmal ist für den 23-Jährigen in den Häuserschluchten von Baku alles drin. Zuvor aber muss der Polesetter "eine ziemliche Scheiß-Runde" zugeben. "Ich habe in zwei oder drei Kurven Fehler gemacht, dann hat mir Lewis im letzten Sektor einen Windschatten gegeben, der hat mir geholfen."

Leclerc hatte nicht erwartet, dass Ferrari am Kaspischen Meer "so konkurrenzfähig sein" würde. "Es fühlt sich besser an als Monaco."

"Heureka-Moment" für Mercedes

Hamilton hat ebenfalls wieder einmal Grund zur Freude. "Das ist ein monumentales Ergebnis für uns, weil wir so viele Schwierigkeiten hatten, dass wir das gar nicht glauben konnten", sagt der Titelverteidiger. Nach schwachen Trainings deutete wenig darauf hin, dass die Silberpfeile insbesondere Red Bull am Samstag wirklich Paroli würden bieten können.

Teamchef Toto Wolff erzählt von einem "Heureka-Moment" im dritten Training und meint angesichts der guten Ausgangsposition seines Stars für das Rennen: "Wir haben alle Chancen, wenn das Auto hält."

Restlos zufrieden kann der Wiener nach Rang zehn für Valtteri Bottas freilich nicht sein.

Taktieren ist in Baku nicht drin

Für den Red-Bull-Rennstall endet der Tag am Kaspischen Meer ein wenig so, wie er angefangen hatte. Verstappen hatte schon im Abschlusstraining einen Dämpfer hinnehmen müssen, als er nach einem Fahrfehler in Kurve 15 in die Begrenzung rauschte.

Gut zwei Stunden später war der Wagen wieder rennbereit, doch Kurve 15 sollte auch anderen Fahrern Probleme bereiten.

Schon in Q1 demolieren sich Lance Stroll (Aston Martin) und Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) an selber Stelle ihre Boliden und sorgen damit für minutenlange Unterbrechungen. Q2 beendet Daniel Ricciardo (McLaren) mit seinem Einschlag in Kurve 3 frühzeitig, durch die dritte Rote Flagge bleibt etwa Sebastian Vettel (Aston Martin) um 29 Tausendstelsekunden als 11. auf der Strecke.

In Q3 dann der Unfall Tsunodas, der RB-Motorsportberater Helmut Marko im ORF eine "Quintessenz" finden lässt: "Taktik kann man in Baku vergessen, man muss vorne raus und schauen, dass man so schnell wie möglich eine schnelle Runde hinkriegt".

Denn Platz eins wäre für Verstappen möglich gewesen, meint Marko. "Wir hatten ziemlich als einziges Team noch zwei Satz neue Reifen. Den ersten Satz vorsichtiger und im zweiten attackieren." Zu der geplanten Attacke kam es aber nicht mehr.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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