Wolff: "Wir kriegen brutal Watschn im Moment"

Wolff: Foto: © getty
 

Verzweifelt kauerte Lewis Hamilton neben seinem Mercedes.

Kurz davor hatte ein Hydraulikdefekt seinen Mercedes schon im ersten Qualifying-Abschnitt in Hockenheim gestoppt. Der Weltmeister muss den GP von Deutschland am Sonntag (15:10 Uhr im LIVE-Ticker) somit vom 14. Platz aus in Angriff nehmen - und einmal mehr Schadensbegrenzung betreiben.

Der Defekt in der Quali trat just auf, nachdem Hamilton nach einem heftigen Ausritt über die Curbs gebrettert war. Ist der Brite also selbst schuld an seinem frühen Aus?

"Die Hydraulik ist in Kurve eins ausgefallen", erklärt Hamilton direkt nach seinem Quali-Aus. Er glaubt nicht, dass es eine Folge seines Ausritts war: "Nein, ich denke der Schaden trat schon vorher auf."

Das bestätigt Mercedes am Samstagabend: "Wir hatten den Defekt in Kurve eins, als Lewis den Kerb 'normal' gefahren ist, wie ihn zu diesem Zeitpunkt des Qualifyings alle Fahrer benutzen. Dann, mit einer defekten Servolenkung infolge des Hydraulikdefekts, hatte er diese 'springenden' Momente, die am TV zu sehen waren, und die manche Leute vielleicht als Ursprung des Defekts vermutet haben, aber sie waren faktisch die Konsequenz", heißt es in einer Mitteilung.

Hamilton: "Die Stimmung ist im Keller"

Ungeachtet der Ursache des Defekt ist klar: Mercedes und Hamilton müssen erneut einen Rückschlag hinnehmen. "Die Stimmung ist nach so einem unvorhergesehenen Zwischenfall natürlich im Keller", sagt Hamilton.

Seit dem Sieg in Barcelona lief es für den Weltmeister nur in Le Castellet richtig rund. Immer wieder werfen die Silberpfeile Pannen und Fehler zurück.

"Wir kriegen schon brutal Watschn im Moment", sagt Wolff. "Ein Rennen nach dem anderen, dass durch unser eigenes Verschulden, einen Mangel an Pace oder das Verschulden anderer nicht so läuft, wie wir es wollen. Das ist schon charakterbildend.“

Auch Hamilton spricht die im Vergleich zu den vergangenen Saisonen häufigen Zwischenfälle an: "Wir hatten in diesem Jahr schon ein paar Probleme. Und es ist unmöglich, es mit einem Team aufzunehmen, das fehlerfrei agiert."

Damit meint der Brite Ferrari. In der Konstrukteurs-Wertung liegt die Scuderia 20 Punkte vor Mercedes, in der Fahrer-WM hat Hamilton vor dem Deutschland-GP acht Punkte Rückstand auf Pole-Setter Sebastian Vettel. Teamkollege Valtteri Bottas startet in Hockenheim immerhin von Platz zwei.

Aufholjagd wie 2014?

Hamilton übt sich vor dem Rennen in Zweckoptimismus. "Solche Dinge passieren. Du kannst da nur deine Gedanken sammeln und deine gesamte Energie – auch die negative Energie - und versuchen, alles in den nächsten Tag zu investieren. Neuer Tag, neue Chance – mit neuen Möglichkeiten."

Dem Weltmeister steht wie vor zwei Wochen in Silverstone eine Aufholjagd bevor. "Ich werde es probieren und am Sonntag alles geben. Und dann schauen wir einmal, wie weit nach vorne es gehen kann. Ich bin mir sicher, ich werde irgendwann durchkommen, doch so wie in Silverstone wird es nicht gehen", glaubt Hamilton.

Was ihm Hoffnung machen kann: Bereits 2014 ist Hamilton in Deutschland vom 20. Startplatz aus noch auf Rang drei gefahren.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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