Leclerc-Drama in Bahrain: Ferrari tappt im Dunkeln

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Wenige Runden haben gefehlt und die Formel 1 wäre um ein neues, strahlendes Siegergesicht reicher gewesen.

Charles Leclerc führte im Ferrari den Grand Prix von Bahrain souverän an, als ihn die Technik seines Boliden neun Runden vor Schluss im Stich ließ.

Anders als zunächst vermutet, lag das Problem aber nicht an der MGU-H, sondern am Verbrennungsmotor des Autos. Ein Zylinder war ausgefallen.

Daher schmolz der Vorsprung auf Lewis Hamilton dahin, am Ende reichte es mit Glück noch zu Platz drei.

"Das ist schwer zu verdauen. Aber ich will mich dennoch bei meinem Team für das Auto an diesem Wochenende bedanken. Ich bin mir sicher, dass wir stärker zurückkommen werden", sagt ein sichtlich geknickter Monegasse.

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Problem? Ferrari hat "kein klares Anzeichen"

"Das ist traurig, wenn du von einem Sieg in der Formel 1 träumst. Aber hoffentlich kommt der Tag noch in der Zukunft. Ich werde darauf hinarbeiten, genau wie das Team. Wir werden zurückschlagen", so Leclerc weiter.

Tatsächlich lief der SF90 von Leclerc bis zum plötzlichen Defekt einwandfrei. Daher tappt man am Kommandostand der Scuderia nach dem Rennen noch im Dunklen.

"Wir müssen uns die Daten des Motors anschauen. Wir haben noch kein klares Anzeichen", erklärt Teamchef Mattia Binotto, der versucht, seinen Youngster zu trösten.

Hamilton adelt Leclerc: "Er war um so viel schneller als sein Teamkollege"

"Wir haben zumindest das Rennen noch auf Platz drei beendet - das sind Punkte, die zählen. Charles hat zudem noch die schnellste Runde gedreht. Er ist ein großartiges Rennen gefahren", so Binotto.

Leclerc bleiben an diesem Abend nur die aufmunternden Worte. FIA-Präsident Jean Todt sprach von einem "grausamen Rennen".

"Er wird aber in Zukunft noch Gelegenheiten haben, viele Erfolge einzufahren", sagt der Franzose. Als fairer Gewinner am Sonntag erweist sich Lewis Hamilton, der Leclerc besonders lobt.

"Er war am ganzen Wochenende außerordentlich stark. Auch im Vergleich mit seinem Teamkollegen war er so viel schneller. Er hat so viele positive Dinge, die er mitnehmen kann und wir werden hart arbeiten müssen, um mit ihm mithalten zu können", sagt der fünffache Weltmeister.

Mercedes sieht sich trotz des Doppelsiegs weiterhin nur als zweite Kraft. "Wenn es Ferrari gelingt, das Leistungsniveau zu halten, in Shanghai, auf einer so leistungsintensiven Strecke, dann sind sie dort die Favoriten. Denn dort gewinnst du damit noch mehr Rundenzeit als in Bahrain", sagt Motorsportchef Toto Wolff.

Aber Motorleistung ist nicht alles. Es gilt bei Ferrari auch, Eigenfehler abzustellen. Eine Kritik, die an diesem Wochenende - einmal mehr - Sebastian Vettel betrifft.

Vettel entschuldigt sich für Dreher

Wie schon in der Vorsaison unterläuft dem Deutschen auch in Sakhir ein folgenschwerer Fehler im Zweikampf. Nach seinem selbst verschuldeten Dreher im Kampf um Platz zwei mit Hamilton riss ihm auch noch der Frontflügel auf der Gerade ab. Am Ende blieb nur Platz fünf.

"Ich wurde überrascht und habe das Heck verloren. Es tut mir wirklich leid", so ein kleinlauter Vettel. "Ich wollte eigentlich auf der Innenseite zurückkommen und dann habe ich schlagartig das Auto verloren. Unterm Strich ist das mein Fehler."

Warum sich dann auf der Gerade sein Frontflügel verabschiedete? "Durch den Dreher habe ich die Reifen so sehr beschädigt, dass ich ziemlich viele Vibrationen hatte, was dann später zum Frontflügelschaden führte", so Vettel, der sich das ganze Rennen über nicht wohlgefühlt hat.

"Charles hat sich das ganze Rennen über leichter getan", muss Vettel den Kampf gegen die Konkurrenz im eigenen Team aufnehmen. Und jener um die WM wird schon nach zwei Rennen zur Herausforderung. Auf Leader Valtteri Bottas fehlen Vettel schon 22 Punkte.

"Die Pace, wenn alles zusammenkommt, ist nicht so schlecht, aber reicht noch nicht", sagt Vettel.

Textquelle: © LAOLA1.at

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