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Antonellis Popularität ist nach Heimsieg in neuen Sphären

Der Monza-Triumph von Startplatz 19 bringt zudem zusätzlichen Rückenwind in der WM. Wolff: "Er ist ein Riesenphänomen in Italien, das wird jetzt noch größer werden"

Antonellis Popularität ist nach Heimsieg in neuen Sphären Foto: © IMAGO / SOPA Images
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Kimi Antonelli ist vor zwei Wochen gerade einmal 20 Jahre alt geworden. Mit seinem Heimsieg am Sonntag in Monza hat er sich in Italien aber Heldenstatus erarbeitet.

Italienische Medien suchten nach Superlativen für ihren neuen Liebling, der sich anschickt, der jüngste Formel-1-Weltmeister der Geschichte zu werden. Ob sich der in Monza lange führende George Russell von einem weiteren zweiten Platz hinter seinem Mercedes-Teamkollegen erholen kann, bleibt abzuwarten.

Eines seiner besten Rennen bisher

Antonellis Triumph vom 19. Startplatz aus hat Wirkung gezeigt. "Wir waren am ganzen Wochenende klar das beste Team, das hat mir geholfen", betonte der WM-Leader, der die Tifosi mit nicht weniger als 26 Überholmanövern verzückt hatte.

"Das war eines der besten Rennen, die ich bisher gefahren bin - und eines, an das ich mich für immer erinnern werde." Ob es das beste Rennen seiner gesamten Karriere gewesen sei? "Das Beste kommt noch", sagte Antonelli grinsend.

66 Punkte Vorsprung auf Russell nimmt er mit nach Madrid, wo schon am Sonntag auf dem neuen Straßenkurs in der Nähe des Flughafens der 14. von 23 WM-Läufen auf dem Programm steht. Mehr als die Hälfte der bisherigen Grands Prix hat Antonelli gewonnen, darunter auch die Klassiker in Monaco und Spa.

"Es ist definitiv ein sehr starkes Jahr bis jetzt, aber es sind noch viele Rennen und es kann alles passieren", meinte der Jungstar. "Wir haben in dieser Saison schon gesehen, wie schnell sich die Dinge drehen können."

Ein Moment, der bleibt

Vor und nach der Sommerpause hatte McLaren-Weltmeister Lando Norris in Ungarn und Zandvoort gewonnen. Das beste Gesamtpaket scheint aber nach wie vor Mercedes zu haben - und einen Antonelli in Überform. "Er ist noch einmal über allen anderen gestanden, was den Speed betrifft", lobte Mercedes-Teamchef Toto Wolff seinen Youngster.

Dabei hatte dieser vor zwei Jahren in seinem ersten Freien Training im Autodromo Nazionale noch das Auto weggeworfen. "Das war vielleicht der schwierigste Moment in seiner Karriere für ihn und seine Familie. Ein Moment, wo jeder Zweifel hatte, auch er selbst", erinnerte sich Wolff.

Der Wiener übergab das Cockpit beim Abgang von Lewis Hamilton zu Ferrari Anfang 2025 dennoch in die Hände des Ausnahmetalents, das er jahrelang mitaufgebaut hatte. Der gewonnene Grand Prix in Monza werde laut Wolff in aller Zukunft einer von Antonellis größten Momenten bleiben. "Auch wenn er noch 200 gewinnt, dieser bleibt speziell."

Schon jetzt mit Tomba und Rossi verglichen

Die Tifosi haben - nicht zuletzt wegen der strauchelnden Ferraris - in Antonelli einen neuen Helden. "Er ist ein Riesenphänomen in Italien, das wird jetzt noch größer werden", meinte Wolff auf Sky.

"Aber er hat eine tolle Familie, die schützen ihn davor, vom Boden abzuheben." Vater Marco und Mutter Veronica wichen zuletzt nur selten von der Seite des Filius. Sollte es notwendig sein, würde auch er selbst "einmal ein bisschen runterdrücken", sagte Wolff. "Aber ich glaube nicht, dass das eine große Gefahr bei ihm ist."

Dabei nannte die "Gazzetta dello Sport" Antonelli nach einem "legendären Rennen" bereits in einem Atemzug mit italienischen Sportikonen: "Italien hat einen neuen Champion im Stile von Alberto Tomba, im Stile von Valentino Rossi. Und die Formel-1-WM liegt immer mehr in seinen Händen."

Verstappen hat wenig Spaß

Dass sich Russell nach dem neuerlichen Rückschlag erhole, sei schwer vorstellbar, urteilte die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. Und Max Verstappen im Red Bull, der Antonelli herausfordern könnte, habe nicht das passende Auto.

Verstappen bestätigte, dass sein Team vor allem auf den Geraden mit Problemen zu kämpfen habe. Es mache nicht viel Spaß, "wenn die Leute an dir vorbeifahren, als wärst du eine Schildkröte", sagte der Niederländer nach Rang drei. "Aber das Auto ist gut auf den Bremsen, da kann man etwas ausrichten. Wir wissen, dass es noch einige Bereiche gibt, in denen wir uns verbessern müssen."

Anerkennung von Russell

Russell beschäftigt sich laut eigenen Angaben längst nicht mehr mit einem WM-Comeback. "Kimi hat es unter Kontrolle, und er hat es verdient unter Kontrolle", erklärte der Engländer.

"Er performt unglaublich gut. Diesen Rückstand aufzuholen, wird eine außergewöhnliche Herausforderung, also nehme ich es so, wie es ist." Zu Saisonbeginn hatte noch Russell als Favorit gegolten, eine Pechsträhne vor der Sommerpause brachte ihn aber ins Hintertreffen. "Ich sehe es positiv, dass es jetzt zumindest wieder besser läuft."

Unterschiedliche Strategien manövrierten Antonelli mit neueren Reifen letztlich an seinem Teamkollegen vorbei. Vier Runden vor Schluss musste der spätere Sieger im Infight ins Kiesbett ausweichen. "Dieser eine Moment, das hätten wir versuchen müssen zu vermeiden", meinte Wolff.

"Ich weiß noch nicht genau, wie wir daraus lernen. Aber bis dahin haben sie gut miteinander gefightet. Sie haben gezeigt, dass sie hart miteinander fahren können, ohne sich abzuschießen." Das lässt auch für die nahe Zukunft auf Duelle hoffen.

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