Das verrückte Fahrerkarussell der Formel 1

Das verrückte Fahrerkarussell der Formel 1
 

So chaotisch ging es schon lange nicht mehr zu!

Die vierwöchige Sommerpause der Formel 1, die mit dem Grand Prix von Belgien in Spa (So., ab 15:10 Uhr im LIVE-Ticker) zu Ende geht, markiert traditionell den Startschuss für die größten Rochaden am Fahrermarkt.

Mit dem Wechsel von Daniel Ricciardo und dem Abschied von Fernando Alonso hat es bereits Knaller gegeben, die aber fast noch mehr Staub aufgewirbelt als gelegt haben.

Vor der entscheidenden WM-Phase 2018 sind nur acht der 20 Cockpits für nächstes Jahr offiziell besetzt. Während sich bei manchem Team die Optionen häufen, gehen sie andernorts aus.

LAOLA1 bietet einen Überblick über das aktuelle Chaos und was sich aus jetziger Sicht für 2019 erwarten lässt:

MERCEDES

Beim Weltmeister-Team steht die Fahrer-Paarung für 2019 fest: Sie lautet wie in diesem Jahr Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Hamilton hat seinen Vertrag bei den Silberpfeilen nach längeren Verhandlungen bis Ende 2020 verlängert, auch Bottas darf noch mindestens ein Jahr im Mercedes sitzen. Der Finne erhielt einen neuen Kontrakt für 2019, inklusive Option für eine weitere Saison.

Mercedes
Fahrer 1 Lewis Hamilton
Fahrer 2 Valtteri Bottas

FERRARI

Bei der Scuderia ist Sebastian Vettel gesetzt, der Deutsche besitzt bei den Italienern noch einen Vertrag bis 2020. Wer 2019 der zweite Fahrer bei Ferrari sein wird, ist allerdings noch offen. Kimi Räikkönens Kontrakt läuft nur noch bis zum Ende der aktuellen Saison, laut italienischen Medien soll die Scuderia nach den zuletzt überzeugenden Ergebnissen weiter auf den 38-Jährigen vertrauen. Spätestens in Monza soll die Vertragsverlängerung offiziell werden - wohl sehr zur Freude von Sebastian Vettel und Teamchef Maurizio Arrivabene. Als Alternative zu Räikkönen wird schon seit Längerem Charles Leclerc gehandelt. Der 20-jährige monegassische Ferrari-Youngster bestreitet aktuell seine erste Formel-1-Saison im Sauber.

Ferrari
Fahrer 1 Sebastian Vettel
Fahrer 2 Kimi Räikkönen? Charles Leclerc?

RED BULL RACING

Der Wechsel von Daniel Ricciardo zu Renault (Das waren die Gründe) war die Überraschung der Formel-1-Sommerpause und sorgte für Bewegung am Fahrer-Markt. Red Bull reagierte prompt auf den Abgang des Australiers und zog Pierre Gasly vom Schwesternteam Toro Rosso hoch, zuvor soll Fernando Alonso ein Angebot bekommen haben, welches er ablehnte (HIER nachlesen). Der 22-jährige Franzose bildet 2019 gemeinsam mit Max Verstappen das Fahrer-Duo beim österreichischen Rennstall. Der Niederländer, der noch einen Vertrag bis 2020 besitzt, ist damit im kommenden Jahr die klare Nummer eins bei den "Bullen".

Red Bull Racing
Fahrer 1 Max Verstappen
Fahrer 2 Pierre Gasly

RENAULT

Mit Daniel Ricciardo hat Renault ab 2019 einen absoluten Top-Fahrer an Bord. Carlos Sainz jr., der von Red Bull gewissermaßen "ausgeliehen" war und mit dem Ende der Zusammenarbeit etwas in der Luft hing, musste seinen Platz räumen. Neben Ricciardo muss sich Niko Hülkenberg beweisen. Der Deutsche, der seit 2017 im Renault sitzt und aktuell seine achte Formel-1-Saison bestreitet, wartet nach wie vor auf seinen ersten Podestplatz in der Königsklasse.

Renault
Fahrer 1 Daniel Ricciardo
Fahrer 2 Nico Hülkenberg

HAAS F1

Gleich zwei Fragezeichen in Hinblick auf die Fahrer für die kommenden Saison gibt es bei Haas. Weder Romain Grosjean noch Kevin Magnussen besitzen einen Vertrag für 2019 und müssen noch um ihr Cockpit zittern, wobei Haas eine Option auf Magnussen besitzt. Auch aufgrund seiner bisherigen Ergebnisse ist davon auszugehen, dass der Däne seinen Platz im Team behalten wird. Anders sieht die Lage bei Grosjean aus: Der Franzose steht nach durchwachsenen und fehlerhaften Auftritten in dieser Saison vor dem Aus. Er soll laut italienischen Medien 2019 von Charles Leclerc (derzeit Sauber) ersetzt werden, der damit in das derzeit sportlich höher einzuschätzende Ferrari-Partnerteam wechseln würde, um ihn auf die ganz große Aufgabe bei der Scuderia vorzubereiten.

HAAS F1
Fahrer 1 Kevin Magnussen?
Fahrer 2 Romain Grosjean? Charles Leclerc?

MCLAREN

Die Nachfolge von Fernando Alonso wurde schnell geklärt: Ein Spanier kommt für den Spanier, Carlos Sainz jr. wechselt von Renault zu McLaren, die mit den Triebwerken der Franzosen im Heck unterwegs sind. Der in Kürze 24-Jährige verkörpere nach bald vier Jahren in der Königsklasse die perfekte Mischung aus Jugend und Erfahrung und wurde mit einem mehrjährigen Vertrag ausgestattet. Ob er wirklich ein Team-Leader sein und den Traditionsrennstall zurück nach vorne führen kann, bleibt mangels bisheriger Großtaten noch abzuwarten. Das Rennen um das zweite Cockpit gestaltet sich offen: Das ehemalige Supertalent Stoffel Vandoorne konnte in drei F1-Jahren selten beeindrucken und könnte schon nach dem Heimrennen in Belgien weichen müssen, sollte sich Esteban Ocon auf die Suche nach einem neuen Cockpit begeben. Mittelfristig scharrt mit Ersatzfahrer Lando Norris das nächste Supertalent in den Startlöchern, aber wäre der Brite mit 19 Jahren schon 2019 weit genug für den Stammplatz? Er darf jetzt mal als Freitagstester ran.

MCLAREN
Fahrer 1 Carlos Sainz jr.
Fahrer 2 Lando Norris? Stoffel Vandoorne? Esteban Ocon?

TORO ROSSO

Alles offen beim Red-Bull-Juniorteam! Nach der Beförderung von Pierre Gasly ist ein Cockpit auf jeden Fall vakant, Brendon Hartley war und ist schon während der Saison 2018 mangels Output und aufgrund häufiger Ausfälle - den meisten im Feld - am Schleudersitz. Nur: Im Red-Bull-Nachwuchskader drängt sich aktuell niemand so wirklich für die Formel 1 auf. Die vergangenen schwierigen Monate haben den Neuseeländer Hartley motiviert, seine letzte Chance noch zu nutzen. Findet er zurück in die Spur, könnte er 2019 doch im Sattel bleiben. Und daneben? Ex-Toro-Rosso Fahrer Jean-Eric Vergne macht sich in der Formel E gut und berichtete zuletzt von vorliegenden F1-Angeboten. Vielleicht eine Rückkehr, um Erfahrung einzubringen? Der 23-jährige Jake Dennis durfte in Ungarn einen Red Bull testen und hat viel Simulator-Erfahrung, gilt aber nicht als Supertalent. Dazu wollte man Lando Norris schon diese Saison einmal ins Cockpit stecken, McLaren blockte jedoch ab. Vielleicht hat sich die dortige Meinung geändert. Der nächste aufstrebende Red-Bull-Junior ist der 19-jährige Brite Daniel Ticktum, der die Formel-3-EM anführt. Er dürfte bis 2019 aber nur schwer an genügend Superlizenz-Punkte herankommen, um in der Königsklasse fahren zu dürfen.

TORO ROSSO
Fahrer 1 und 2 Brendon Hartley? Jean-Eric Vergne? Jake Dennis? Daniel Ticktum?

SAUBER

Dass Super-Rookie Charles Leclerc noch eine Saison beim neuen Ferrari-Zweitteam verbringt, ist nicht ausgeschlossen, eine "Beförderung" zu Haas scheint aber wahrscheinlicher. Davon ist eine weitere Zukunft von Marcus Ericsson beim Schweizer Rennstall schwer abhängig. So gern die Millionen des schwedischen Paydrivers gesehen sind, der seit 2014 in der Formel 1 herumdümpelt: Scuderia-Ersatzfahrer Antonio Giovinazzi soll zu Renneinsätzen kommen. Bleibt Leclercs Cockpit besetzt, würde der Italiener Ericssons Platz stark gefährden. Fast auszuschließen scheint das Gerücht, Kimi Räikkönen würde auf seine alten Tage zu seinem ersten F1-Team zurückkehren, um seine Karriere dort ausklingen zu lassen. Auch für Sergio Perez wäre Sauber nur eine Notlösung.

SAUBER
Fahrer 1 und 2 Charles Leclerc? Marcus Ericsson? Antonio Giovinazzi? Kimi Räikkönen? Sergio Perez?

WILLIAMS

Sergey Sirotkin scheint fast gesetzt. Das liegt absolut nicht an den Leistungen des einzigen punktelosen Fahrers der laufenden Saison. Sondern daran, dass der Russe, der am Tag nach dem Belgien-GP 23 Jahre alt wird, angeblich auf einem mehrjährigen Vertrag sitzt und jährlich 15 Millionen Euro zum Budget des finanziell schwer angeschlagenen, einst so stolzen Teams beiträgt. Lance Stroll ist hingegen so gut wie weg, läuft die Force-India-Übernahme durch seinen Vater halbwegs nach Plan. Die vernünftige und populäre Variante wäre: Testfahrer Robert Kubica endlich zu seinem F1-Comeback zu verhelfen. Der Pole zeigt trotz Handicaps immer wieder, dass er eigentlich schneller als die aktuellen Einsatzfahrer ist. Die Risiko-Alternative: George Russell. Der Brite führt die Formel-2-Wertung an und wäre von Motorenpartner Mercedes gerne eine Etage höher gesehen. Aber würde es das Krisenteam wirklich voranbringen, schon wieder einen Rookie ins Auto zu setzen?

WILLIAMS
Fahrer 1 Sergey Sirotkin?
Fahrer 2 Lance Stroll? Robert Kubica? George Russell?

RACING POINT FORCE INDIA

Fast erstaunlich: Rund um die Cockpits des nun ehemaligen Force-India-Teams herrscht beinahe weniger Verwirrung, als um die Besitzverhältnisse und sogar den Namen des Teams. Neo-Mitbesitzer Lawrence Stroll hat den pinken Rennstall wohl primär als neues Spielzeug für Sohnemann Lance gekauft, der schon nächstes Wochenende in Monza statt Esteban Ocon bei "Racing Point Force India", so der wohl vorübergehende Name, fahren könnte. Da können beide Familienmitglieder halbherzig dementieren, was sie wollen. Sergio Perez liefert weder aus sportlicher, noch aus finanzieller Sicht - er bringt eine Mitgift mit - große Gründe, an ihm zu zweifeln. Vor dem Besitzerwechsel stand eine Vertragsverlängerung schon im Raum. Die Belegschaft ist ihm außerdem dankbar, hat der Mexikaner über eine Firma doch gewichtigen Anteil an der Rettung des insolventen Unternehmens.

RACING POINT(?) FORCE INDIA(?)
Fahrer 1 Sergio Perez?
Fahrer 2 Lance Stroll? Esteban Ocon?

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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