Formel E: Alles Wissenswerte zur vierten Saison

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Am Samstag startet in Hongkong die mit Hochspannung erwartete vierte Saison der Formel E. Die ausschließlich mit Elektromotoren betriebenen Chassis sausen wieder durch die Metropolen rund um den Globus.

Vielen ist die Rennserie noch kein Begriff, dabei schlummert dort ein innovatives Potenzial, das die Zukunft des Motorsports verändern könnte. Vor Saisonbeginn bietet LAOLA1 einen Überblick über alles, was man zur vierten Auflage der Meisterschaft wissen sollte.

Wo wird gefahren?

Die Formel E zu Gast in Paris
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Die 14 Rennen im Formel-E-Kalender nennen sich "ePrix" und werden ausschließlich auf Stadtstrecken in 12 Weltmetropolen ausgetragen. In der Formel 1 ein optisches Highlight, in der Formel E längst Standard. Der Saisonauftakt findet heuer, wie schon letztes Jahr, in Hongkong statt. Premiere feiert die Formel E diese Saison in Rom, Santiago de Chile und Zürich - es ist das erste Autorennen seit über 60 Jahren überhaupt in der Schweiz. Das Formel-E-Debüt in Sao Paulo wird vorerst um ein Jahr verschoben, da die Privatisierung des geplanten Geländes noch nicht abgeschlossen ist. Kommende Woche soll ein Ersatzort präsentiert werden.

Alle Stationen im Überblick:

02. Dezember 2017 - Hongkong (Hongkong)
03. Dezember 2017 - Hongkong
13. Januar 2018 - Marrakesch (Marokko)
03. Februar 2018 - Santiago de Chile (Chile)
03. März 2018 - Mexiko-Stadt (Mexiko)
17. März 2018 - Ersatzort für Sao Paulo wird gesucht
14. April 2018 - Rom (Italien)
28. April 2018 - Paris (Frankreich)
19. Mai 2018 - Berlin (Deutschland)
10. Juni 2018 - Zürich (Schweiz)
14. Juli 2018 - New York (USA)
15. Juli 2018 - New York
28. Juli 2018 - Montreal (Kanada)
29. Juli 2018 - Montreal

VIDEO: Highlights der letzten Saison:

Wer fährt?

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In der kommenden Saison gibt es mit Audi ein (fast) neues Team in der Formel E. Der deutsche Autobauer übernimmt sämtliche Anteile am "Team Abt Sportsline" und geht ab sofort als "Audi Sport ABT Schaeffler" an den Start. Zudem sind Größen wie Renault und Jaguar vertreten. Auch Virgin Racing, ehemals in der Formel 1 unterwegs, stellt ein Team.

Eine Formel-1-Vergangenheit haben auch einige Piloten: Viele waren als Testfahrer unterwegs, während Heidfeld, Kobayashi, Piquet Jr., Buemi, Di Grassi, Vergne und D'Ambrosio auch aktiv Grand-Prix gefahren sind.

Ab 2019 werden zudem Porsche, BMW und Mercedes in die Formel E einsteigen. Selbst Ferrari-Boss Marcchione kündigte unlängst an, in die Formel E eintreten zu wollen, da er den elektrischen Hybrid-Antrieb als "Teil unserer Zukunft" sieht.

Das gesamte Fahrerfeld im Überblick:

Andretti Formula E:
Kamui Kobayashi (JPN), Antonio Felix da Costa (POR)
Audi Sport ABT Schaeffler:
Lucas Di Grassi (BRA), Daniel Abt (GER)
Dragon Racing:
Neel Jani (SUI), Jerome D'Ambrosio (BEL)
DS Virgin Racing:
Sam Bird (GBR), Alex Lynn (GBR)
Mahindra Racing:
Felix Rosenqvist (SWE), Nick Heidfeld (GER)
NIO Formula E Team:
Oliver Turvey (GBR), Luca Filippi (ITA)
Panasonic Jaguar Racing:
Nelson Piquet Jr. (BRA), Mitch Evans (NZE)
Renault e.dams:
Nicolas Prost (FRA), Sebastien Buemi (SUI)
Techeetah:
Andre Lotterer (GER), Jean-Eric Vergne (FRA)
Venturi Formula E Team:
Edoardo Mortara (ITA), Marco Engel (GER)

Wie wird gefahren?

Der Wettbewerb, der weltweit als einzige Motorsport-Serie mit reinen Elektromotoren ausgetragen wird, soll neben sportlichem Wettstreit und Unterhaltung auch einen Anreiz bieten, in die Entwicklung von Elektroautos zu investieren.

Im Gegensatz zu einem Formel-1-Wochenende findet ein ePrix samt Training und Qualifying an nur einem Samstag statt.

Für das Qualifying werden die Fahrer per Losverfahren in vier Gruppen à fünf Fahrern eingeteilt, die je sechs Minuten Zeit haben, zwei gewertete Runden zu fahren. Eine Runde mit 180 Kilowatt (Rennleistung) und eine mit 200 kW (Qualifying-Modus). Die schnellsten fünf treten noch einmal in der sogenannten "Superpole" gegeneinander an, in der mit Einzelfahrzeiten die ersten fünf Startplätze ausgefahren werden.

Im Rennen müssen die Fahrer nach der Hälfe der absolvierten Runden das Fahrzeug wechseln - die Batterie-Kapazität reicht noch nicht aus, um die komplette Renndistanz von ca. 100 Kilometern durchzuhalten. Ein weiterer Unterschied zu klassischen Rennserien ist, dass aus Energiespargründen auf eine Einführungsrunde verzichtet wird.

Bis letzte Saison erhielt der Fahrer mit der schnellsten Rennrunde einen zusätzlichen Punkt für die Gesamtwertung. Da Fahrer, die noch um den Sieg mitfahren, aber genauer auf ihre verbleibende Restenergie achten müssen, holte sich den Punkt immer ein Pilot, der bereits wusste, dass er das Rennen nicht beenden wird. Um das zu vermeiden, wird der Extrapunkt ab sofort nur mehr vergeben, wenn der schnellste Mann am Ende des Rennens auch in den Top-10 steht.

Was ist noch besonders?

Rennen in Marrakesch
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Der vielleicht einzigartigste Unterschied zu klassischen Rennserien, ist der "FanBoost". Die Zuschauer können aktiv auf das Renngeschehen einwirken, indem sie über ein Voting-System für ihren Liebling abstimmen.

Die drei Fahrer mit den meisten Stimmen haben – vereinfacht ausgedrückt – kurzzeitig zusätzliche Antriebskraft. In der Vorsaison war man mit 170 Kilowatt unterwegs, ab kommender Saison mit 180 kW. Der FanBoost erhöht diese Leistung um weitere 10 bis 20 kW. Der Fahrer kann selbst entscheiden, ob er den Bonus für einen starken Schub oder längere, aber dafür weniger intensive Schübe nutzen möchte - meist wird der Boost für ein schnelles Überholmanöver aktiviert. Der Fahrer darf diesen allerdings erst nach dem Autowechsel zur Rennmitte verwenden.

Das Voting-Prozedere wurde im Lauf der Jahre immer wieder verändert, um es vor Manipulation zu schützen. Aktuell kann man über die FanBoost-Homepage, über die Formel-E-App oder per Hashtag auf Twitter ab sechs Tage vor dem Rennen bis sechs Minuten nach dem Start abstimmen. Die Ergebnisse werden dann live im Rennen verkündet.

Wer sind die Favoriten?

Sebsatien Buemi, Sam Bird und Lucas di Grassi
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In der Erstauflage 2014/15 setzte sich der ehemalige Formel-1-Pilot Nelson Piquet Jr. hauchdünn mit einem Punkt vor dem Schweizer Sebastien Buemi durch. Dieser konnte sich in der darauffolgenden Saison, ebenfalls knapp, mit zwei Punkten vor Lucas di Grassi behaupten. Wie schon 2015/16 holte der Vizemeister der Vorsaison auch im nächsten Jahr den Titel. Durch den Sieg von di Grassi sind die Brasilianer vorerst die erfolgreichste Fahrer-Nation der Formel E.

Sollte sich die Vizemeister-Serie fortsetzen, müsste es diesmal wieder Sebastien Buemi schaffen, der sich dann "Rekordsieger" der Formel E nennen dürfte.

Neben den drei Granden ist auch mit dem Vorjahres-Dritten Felix Rosenqvist und Sam Bird vom wiedererstarkten Team "Virgin Racing" zu rechnen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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