Sonnenfinsternis in Graz

Aufmacherbild
 

Sonnenfinsternis in Graz

Aufmacherbild
 

Nur drei Runden nach der Verlängerung des Vertrags von Trainer Franco Foda brennt in Graz der Hut. Der Sportchef macht nun Druck, auch weil er offensichtlich das Gefühl hat, es würde bei den Schwarz-Weißen nicht gemeinsam an einem Strang gezogen.

Unglaublich, eigentlich. Nur drei Runden nachdem beim SK Sturm der Vertrag mit Franco Foda um zwei Jahre bis 2019 verlängert worden ist, hängt der Verein in den Seilen wie ein angeschlagener Boxer. Im Frühjahr setzte es drei Niederlagen in ebenso vielen Spielen und großteils wurden inferiore Leistungen abgeliefert. Dass plötzlich das Wort Krise über den Schwarz-Weißen schwebt, hat irgendwie alle auf dem falschen Fuß erwischt.

Aber warum eigentlich? Wenn man die nackte Statistik bemüht, hat die Talfahrt im Spätherbst 2016 längst begonnen. Aus den letzten zwölf Spielen wurden nur elf Punkte geholt. Es ist also nicht so, als wären schlechte Leistungen wie die Sintflut über den SK Sturm hereingebrochen. Das Wasser ist eher langsam gesickert und jetzt geht der Kübel eben über. Bei neun dieser zwölf Spiele waren Uros Matic und Bright Edomwonyi übrigens noch mit von der Partie. Das sei all jenen ins Stammbuch geschrieben, die jetzt die Milchmädchenrechnung anstellen und die Performance ausschließlich am Fehlen dieser Spieler festmachen.

Sich trotz Verschwiegenheitsvereinbarung mit dem Hinweis auf ein geringeres Gehalt selbst in ein besseres Licht zu rücken, ist ein Foul. Das ist der 'alte Foda', die Ich-AG, dem sein eigenes Ansehen und Standing über alles geht.

Überraschend kam die Krise wohl eher deshalb, weil allerorts von Top-Neuverpflichtungen und einer super Vorbereitung schwadroniert wurde. Dem Vernehmen nach war die Stimmung prächtig, Foda ließ wissen, er habe noch nie so gerne mit einer Mannschaft gearbeitet. Es hatte außerdem den Anschein, Sportchef Günter Kreissl und Foda hätten sich – trotz aller persönlichen Differenzen – im Zuge der langwierigen Verhandlungen zur Vertragsverlängerung zusammengerauft. Beide Seiten zeigten sich in der Winterpause auch zunehmend überzeugter voneinander. Viel war von Wertschätzung und „Fachmann sein“ die Rede.

Aber dann, schon bei der Präsentation der Verlängerung, wieder die erste Irritation: Nachdem der Geschäftsführer Sport zunächst über die Verschwiegenheit hinsichtlich Vertragsdetails sprach, posaunte Foda in seinem Statement frank und frei heraus, er wäre dem Verein entgegengekommen und würde jetzt sogar weniger verdienen. Günter Kreissls Miene neben ihm auf dem Podium sprach Bände. Auch bei Präsident Christian Jauk soll diese Aussage alles andere als gut angekommen sein.

Die Spieler- und bisherige Trainerkarriere des neuen ÖFB-Teamchefs im Rückspiegel.

Bild 1 von 114 | © GEPA

Franco Fodas Profilaufbahn beginnt 1983 in Kaiserslautern. Über Bielefeld und Saarbrücken kommt der Libero 1993 zu Leverkusen, wo dieses Bild entsteht.

Bild 2 von 114 | © getty

Foda gewinnt drei Mal den DFB-Pokal. 1990 (1. FCK), 1993 (Leverkusen/siehe Bild) und 1997 (VfB Stuttgart).

Bild 3 von 114 | © getty

Stuttgart ist seine letzte Station in Deutschland. Nach einem kurzen Aufenthalt in Basel zieht es den gebürtigen Mainzer nach Österreich.

Bild 4 von 114 | © getty

Er landet in Graz beim SK Sturm. Im Sommer 1997 verpflichtet Präsident Hannes Kartnig neben Foda unter anderem Ranko Popovic, Joe Spiteri oder Tomislav Kocijan.

Bild 5 von 114 | © GEPA

In der Wintertransferzeit darf Foda mit Markus Schupp in der Steiermark einen Landsmann begrüßen.

Bild 6 von 114 | © GEPA

Fodas Einstand bei Sturm misslingt. Das Duell mit Wüstenrot Salzburg um den ÖFB-Supercup geht mit 0:1 verloren. (Tor: Aufhauser/78.)

Bild 7 von 114 | © GEPA

Dafür ist der schwarz-weiße Anhang wenige Tage später bei der Eröffnung des Arnold-Schwarzenegger-Stadions verzückt.

Bild 8 von 114 | © GEPA

Sturm schießt den Stadtrivalen GAK mit 4:0 ab. Es sollte der Startschuss für eine bemerkenswerte Spielzeit sein.

Bild 9 von 114 | © GEPA

Im gesamten Herbst gewint Sturm in 15 von 21 Runden und verliert nur einmal. Foda ist als Libero gesetzt. Die Winterkrone wird demenstprechend gefeiert.

Bild 10 von 114 | © GEPA

Am 13. April 1998 krönt sich Sturm in Runde 29 (!) mit einem 5:0-Heimsieg gegen Austria Wien erstmals zum Österreichischen Meister.

Bild 11 von 114 | © GEPA

Zur Feier der Teller-Übergabe wagt Foda ein Tänzchen mit Kollegen Popovic.

Bild 12 von 114 | © GEPA

Die Meister-Party Marke Kartnig - für die Spieler ein Genuss.

Bild 13 von 114 | © GEPA

Die Mannschaft 1999, mit der Sturm das Projekt Titelverteidigung startet.

Bild 14 von 114 | © GEPA

Die Schwarz-Weißen schaffen erstmals den Sprung in die Champions League. Foda läuft im Heimspiel gegen Real Madrid neben Robert Jarni (CRO) ein.

Bild 15 von 114 | © GEPA

Der Deutsche gilt als zuverlässiger Verteidiger. Manchmal gibt er nicht nur sein letztes Hemd, sondern auch die letzte Hose.

Bild 16 von 114

Am Ende der Saison 1999 darf doppelt gejubelt werden. Es gelingt der Triumph in Cup und Meisterschaft.

Bild 17 von 114

Das Finalspiel entscheidet Sturm gegen LASK im Elfmeterschießen für sich. Entscheidender Schütze: Franco Foda.

Bild 18 von 114

Die Meisterschaft wird auf dramatische Art und Weise errungen. Hier jubelt Sturm über das 2:1 von Jan-Pieter Martens (90.+3) gegen GAK in Runde 35 - die Vorentscheidung zugunsten der Grazer.

Bild 19 von 114

Der Belgier erhält besonderen Dank für seinen Treffer von seinem Abwehrkollegen.

Bild 20 von 114

Ein 3:0 über den FC Tirol sichert der Mannschaft von Ivica Osim in der Schlussrunde endgültig Titel Nummer zwei und damit erstmals das Double.

Bild 21 von 114

Der Schmäh rennt beim damaligen Krösus der Österreichischen Bundesliga.

Bild 22 von 114

Man bewundert sich gegenseitig auf der eigens zusammengestellten Meister-VHS-Kassette.

Bild 23 von 114

Titelsammler Sturm bekommt zu dieser Zeit nicht genug: Sieg im Super-Cup im Juni 1999 gegen den LASK (6:5 n.E.).

Bild 24 von 114

In der Liga müssen Foda und Co. sich daraufhin aber der Konkurrenz aus Tirol beugen.

Bild 25 von 114

Dafür erklingt erneut die CL-Hymne in Liebenau. Foda im Duell mit Dwight Yorke von Manchester United.

Bild 26 von 114

Die Grazer erreichen in der Gruppe mit Man. Utd, Marseille und Zagreb Platz drei und spielen im Europacup weiter. Dort folgt ein denkwürdiges Aus in Runde 3.

Bild 27 von 114

Nach einem 1:2 auswärts gegen den topbesetzten AC Parma (Cannavaro, Thuram, D. Baggio, Di Vaio,...) führt Sturm in der Verlängerung 3:1 ehe Josef "Pepi" Schicklgruber eine Flanke von Mario Stanic laut Ansicht des Schiedsrichterteams hinter der Torlinie fängt. Die Aufregung - auch bei Foda - ist riesig, hilft aber nichts. Das Tor zählt, das Spiel endet 3:3 und Sturm scheidet aus.

Bild 28 von 114

Im Folgejahr hat man international wesentlich mehr zu lachen.

Bild 29 von 114

Das Teamfoto vor der Saison 2000/01. Die denkwürdigste CL-Saison sollte folgen.

Bild 30 von 114

Foda und Kartnig buchen das Ticket für die Gruppenphase in Rotterdam.

Bild 31 von 114

2:1 zuhause und 1:1 auswärts lauten die Ergebnisse. Danach wird angestoßen. Hier Foda mit Kocijan.

Bild 32 von 114

Und mit der gesamten Mannschaft.

Bild 33 von 114

Gewissenhafte Reisevorbereitung der Herren Strafner, Feldhofer und Foda. In der Gruppenphase geht es gegen Glasgow Rangers, AS Monaco und Galatasaray.

Bild 34 von 114

Mit Foda auf der Bank bejubelt Sturm nach Heimsiegen gegen Galatasaray, Monaco und die Rangers ein 2:2 im Ali-Sami-Yen-Stadion, gewinnt die Gruppe und steht unter den besten 16 Klubs Europas.

Bild 35 von 114

Der Empfang von Sturm in Graz nach diesem Sieg ist noch vielen Anhängern in Erinnerung. Anschließend scheitert man in der zweiten Gruppenphase an Manchester United, Panathinaikos und Valencia. Foda spielt keine Rolle mehr unter Osim, macht sein letztes Pflichtspiel für Sturm am 27. September 2000 beim 0:5 in Monaco.

Bild 36 von 114

Foda bleibt aber in Graz und wechselt umgehend ins Betreuerteam von Ivica Osim.

Bild 37 von 114

14. September 2002: Sturm verliert zuhause gegen den FC Kärnten 1:3. Es herrscht große Unruhe im Verein, Osim hat genug und beendet seine Tätigkeit in Graz unmittelbar nach dem Spiel.

Bild 38 von 114

Poltergeist Kartnig befördert Foda zum Cheftrainer.

Bild 39 von 114

Der Jungcoach darf unter anderem Millionen-Flop Charles Amoah trainieren.

Bild 40 von 114

Das Trainer-Debüt ist erfolgreich. Sturm gewinnt in der 1. Runde des UEFA Cups gegen den FC Livingston aus Schottland mit 5:2 (Sturm-Tore: Wetl, Szabics, Dag, Mujiri/2). Erst in Runde drei kommt gegen Lazio Rom das Aus (1:3, 1:0).

Bild 41 von 114

Foda - hier beim Beachsoccer im Jahr 2005 - muss nach der Saison 2002/03 wieder in die zweite Reihe und wird Trainer der Amateure.

Bild 42 von 114

Nach einem großen Missverständnis namens Gilbert Gress und einem verhinderten Abstieg unter Michael Petrovic wird Foda im Juni 2006 erneut zum Cheftrainer ernannt.

Bild 43 von 114

Die Saison ist geprägt vom Konkursverfahren der Grazer, das mit einem Zwangsausgleich beendet wird. Eine schwierige Situation, die zusammenschweißt.

Bild 44 von 114

Angesichts der finanziellen Probleme muss Sturm und damit Foda auf den eigenen Nachwuchs setzen.

Bild 45 von 114

Nicht nur am, sondern auch abseits des Rasens bildet die Sturm-Mannschaft eine Einheit. Hier beim Verkauf von Sonder-Fanartikeln für die Rettung des Vereins.

Bild 46 von 114

Sturm bekommt - wie Stadtrivale GAK - infolge des Konkursverfahrens einen Punkteabzug aufgebrummt.

Bild 47 von 114

Ohne Punkteabzug wäre man Vierter geworden, so beendet man die Saison 06/07 auf Rang sieben. Der GAK steigt ab.

Bild 48 von 114

In der Saison geht auch der Stern von Christoph Leitgeb so richtig auf. Er verlässt die Grazer anschließend Richtung RB Salzburg.

Bild 49 von 114

Foda scheint sich damals mit Paul Gludovatz noch gut zu verstehen.

Bild 50 von 114

Der Kader wird weiter verjüngt. Sturms junge Truppe sorgt auch 2007/08 für Aufsehen.

Bild 51 von 114

Vielen Fans in Erinnerung bleibt der 15. September 2007. Die Grazer spielen wie entfesselt auf und zerlegen Rapid in Hütteldorf mit 5:1.

Bild 52 von 114

Fodas Erfolge werden auch bei Trainer-Wahlen honoriert.

Bild 53 von 114

Weitere Talente schaffen ihren Durchbruch. Jakob Jantscher zum Beispiel.

Bild 54 von 114

Oder Daniel Beichler.

Bild 55 von 114

Über Routinier Mario Haas kann sich Trainer Foda öfters freuen. Besonders, wenn er mit der Ferse trifft wie an diesem Abend in Wien-Favoriten.

Bild 56 von 114

Foda - hier mit Ehefrau Andrea - hat überhaupt gut lachen in dieser Zeit.

Bild 57 von 114

Erstmals wird er - wie hier auf einer GEPA-Montage - auch mit dem ÖFB-Teamchefposten in Verbindung gebracht.

Bild 58 von 114

Nicht immer herrscht aber Einigkeit. Wie hier bei einer Busblockade der Fans nach einem müden 0:0 in Mattersburg.

Bild 59 von 114 | © GEPA

Das Team der Saison 2009/10. Trainer Foda wird am Ende über einen Titel jubeln dürfen.

Bild 60 von 114 | © GEPA

Davor wird aber einmal der Vertrag verlängert.

Bild 61 von 114 | © GEPA

Foda sieht nicht nur national Erfolgen entgegen.

Bild 62 von 114 | © GEPA

Dank eines 1:0-Sieges bei Metalist Kharkiv erreicht die Sturm-Truppe die Gruppenphase der Europa League.

Bild 63 von 114 | © GEPA

Foda kehrt dort als Trainer nach Istanbul zurück, neben Galatasaray heißen die Gegner Panathinaikos und Dinamo Bukarest. Sturm gelingt ein Sieg und ein Remis.

Bild 64 von 114 | © GEPA

Der Hauptsponsor - ein treuer Begleiter.

Bild 65 von 114 | © GEPA

2010 bahnt sich Sturm den Weg ins Cup-Endspiel. Unter anderem durch einen 2:0-Sieg im Liebenauer Schneetreiben gegen RB Salzburg.

Bild 66 von 114 | © GEPA

Foda beweist in dieser Zeit ein Händchen für anderswo aussortierte Spieler - zum Beispiel Klemen Lavric.

Bild 67 von 114 | © GEPA

In der Liga herrscht zwischendurch große Aufregung - wie hier beim Gastspiel bei der Austria. Stichwörter: Roland Linz und Abseits. Klingelts?

Bild 68 von 114 | © GEPA

In Klagenfurt wird ein paar Wochen später gefeiert. Sturm schlägt den SC Wiener Neustadt mit 1:0 und ist Cupsieger!

Bild 69 von 114 | © GEPA

Foda bejubelt seinen ersten großen Triumph als Trainer.

Bild 70 von 114 | © GEPA

Held des Nachmittags ist Goldtorschütze Lavric.

Bild 71 von 114 | © GEPA

Sturm bereitet sich beim Rafting auf die Saison 2010/11 vor. Nass sollte es auch am Ende dieser Spielzeit wieder werden.

Bild 72 von 114 | © GEPA

Foda bezieht sein neues Büro. Das Trainingszentrum in Graz-Messendorf zeigt sich nach der Renovierung runderneuert.

Bild 73 von 114 | © GEPA

Zur Saisonvorbereitung kann man unter anderem den FC Arsenal mit Star-Coach Arsene Wenger begrüßen.

Bild 74 von 114 | © GEPA

Sturm zählt vor der Saison nicht zu den ganz großen Titel-Favoriten.

Bild 75 von 114 | © GEPA

Als Cup-Sieger liefert man sich in der Europa-League-Quali einen packenden Fight mit Juventus. Ein gewisser Florian Kainz sorgt erstmals für Aufsehen. Sturm scheitert mit dem Gesamtscore von 1:3.

Bild 76 von 114 | © GEPA

In der Liga gibt es mehr zu jubeln. Unter anderem avanciert Roman Kienast nach seiner Heimkehr von Norwegen nach Österreich zum Top-Torjäger.

Bild 77 von 114 | © GEPA

Wenn er es für nötig hält - wie hier bei der Generalversammlung - ist Foda ein Mann klarer Worte.

Bild 78 von 114 | © GEPA

Am Feld darf er die Faust ballen. Sturm hat im Saisonfinale die besten Chancen auf den Titel.

Bild 79 von 114 | © GEPA

Die Vorentscheidung fällt an einem heißen Mai-Nachmittag in Wiener Neustadt.

Bild 80 von 114 | © GEPA

Vor tausenden Sturm-Fans gewinnen die Blackies durch ein Elfertor von Samir Muratovic.

Bild 81 von 114 | © GEPA

Wenige Tage später macht Sturm den Meistertitel perfekt. Foda ist am vorläufigen Trainer-Höhepunkt angelangt.

Bild 82 von 114 | © GEPA
Bild 83 von 114 | © GEPA

Stolz präsentiert er den Fans den Meisterteller.

Bild 84 von 114 | © GEPA

Die Spieler verpassen ihrem Coach zunächst mehrere Bierduschen...

Bild 85 von 114 | © GEPA

...dann müssen die Haare ab!

Bild 86 von 114 | © GEPA

"Es schaut furchtbar aus!", meint Sky-Moderator Jörg Künne, als Foda anschließend zum Interview kommt.

Bild 87 von 114 | © GEPA

Der Gewinn des Titels wird auch in der Grazer Innenstadt voll ausgekostet.

Bild 88 von 114 | © GEPA

In der darauffolgenden CL-Quali will es nicht klappen. Endstation ist im Playoff gegen BATE Borisov.

Bild 89 von 114 | © GEPA

Als Meister tut sich Sturm in der Liga schwer, kann gestiegenen Erwartungen nicht erfüllen.

Bild 90 von 114 | © GEPA

Das vereinsinterne Klima wird angespannter. Zunächst deutet alles auf eine erneute Vertragsverlängerung hin, dann überlegt es sich Foda anders und will den Klub im Sommer verlassen. Laut dem damaligen Präsident Stockenhuber ist die von Foda geforderte Möglichkeit, jederzeit aus dem neuen Kontrakt aussteigen zu können, schuld.

Bild 91 von 114 | © GEPA

Foda ist daraufhin als Geschäftsführer Sport und Trainer in Personalunion im Gespräch, Sturm entscheidet sich aber für Paul Gludovatz als neuen Leiter.

Bild 92 von 114 | © GEPA

Fodas Ära endet aber früher als geplant. Nach dem 2:4 im Cup-Viertelfinale gegen Hartberg setzen die Verantwortlichen den Chefcoach vor die Tür.

Bild 93 von 114 | © GEPA

In einer improvisierten Pressekonferenz auf dem Parkplatz des Trainingszentrum erklärt sich Foda anwesenden Journalisten.

Bild 94 von 114 | © GEPA
Bild 95 von 114 | © GEPA

Foda macht den Schritt in seine Heimat. Ex-Klub Kaiserslautern bestimmt ihn zum Chefcoach in Liga zwei.

Bild 96 von 114 | © gettyGEPA

Die "Roten Teufel" kommen in die Relegation, scheitern dort an der TSG Hoffenheim. Anfang der Saison 2013/14 folgt das prompte Aus. Als Grund wird das zerrüttete Verhältnis Fodas zur Mannschaft genannt. 

Bild 97 von 114 | © GEPA

Als Sky-Experte kehrt er nach Österreich zurück und hospitiert zudem bei verschiedenen Vereinen.

Bild 98 von 114 | © GEPA

Ende September 2014 steht Sturm nach dem Wechsel von Darko Milanic zu Leeds ohne Trainer da. Die Schwarz-Weißen entschließen sich nach "Männergesprächen" zwischen Foda und Präsident Jauk zu einer Rückholaktion.

Bild 99 von 114 | © GEPA

Es ist eine überraschende Rückkehr, die nicht nur positiv kommentiert wird.

Bild 100 von 114 | © GEPA

Foda hat zu Beginn seiner dritten Amtszeit Erfolg.

Bild 101 von 114 | © GEPA

Das Team gibt erst im letzten Spiel der Saison 2014/15 Platz drei aus der Hand.

Bild 102 von 114 | © GEPA

Für die Saison 2015/16 wird dem Trainer so mancher Spielerwunsch erfüllt.

Bild 103 von 114 | © GEPA

Ein Schritt nach vorne ist nicht zu erkennen, zudem scheitert man in der EL-Quali an Rubin Kazan.

Bild 104 von 114 | © GEPA

Der Unmut über die sportliche Entwicklung in Graz wird mit Fortdauer der Saison größer. Die Kritik richtet sich auch an General Manager Gerhard Goldbrich.

Bild 105 von 114 | © GEPA

Die Fangruppen vermissen eine Entwicklung im Verein, stellen den organisierten Support schließlich im Frühjahr ein.

Bild 106 von 114 | © GEPA

Franco Foda zeigt sich davon nach außen hin unbeeindruckt.

Bild 107 von 114 | © GEPA

Im Mai 2016 nimmt Günter Kreissl seinen neuen Job als Geschäftsführer Sport bei Sturm auf. Wenig später trennen sich die Schwarz-Weißen von Goldbrich.

Bild 108 von 114

Eine runderneuerte Sturm-Mannschaft spielt sich im Herbst 2016 in einen Rausch. Auch das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans scheint wieder intakt.

Bild 109 von 114 | © GEPA

Im Dezember dürfen sich die Fans der Grazer über den Herbstmeistertitel freuen. Vor dem Frühjahrsstart liegt Sturm drei Punkte hinter Tabellenführer Altach.

Bild 110 von 114

Den Frühjahrs-Auftakt vergeigen die Grazer völlig, danach erfängt man sich aber und sichert sich Platz drei und somit einen internationalen Startplatz.

Bild 111 von 114

In der Europa-League-Qualifikation scheidet die Foda-Elf nach der gemeisterten Hürde Mladost Podgorica gegen Fenerbahce Istanbul aus.

Bild 112 von 114

In der Bundesliga läuft es dafür erneut bestens. Sturm stellt unter Foda mit sechs Siegen zum Auftakt und 31 Punkten nach 13 Runden neue Vereinsrekorde auf.

Bild 113 von 114

Am 30. Oktober wird Franco Foda schließlich als neuer ÖFB-Teamchef bekanntgegeben.

Bild 114 von 114

Die jüngste Niederlage in St. Pölten veranlasste Kreissl nun dazu, sich Luft zu machen und vor allem seinen Trainer gehörig in die Pflicht zu nehmen. Dieser hätte die Alleinverantwortung und müsste nun auch für einen Weg aus diesem Schlamassel sorgen. Sollte es nun am Samstag gegen Altach auch nicht mit einem Erfolgserlebnis klappen, wolle er „umrühren. Dass da auch – oder vor allem - die Personalie des Trainers gemeint ist, liegt nach den jüngsten Aussagen auf der Hand.

In unglaublich kurzer Zeit hat sich die aufziehende Morgendämmerung zwischen Kreissl und Foda wieder verfinstert und es geht eher in Richtung Sonnenfinsternis. Vor allem die Rolle von Franco Foda löst mehr und mehr Kopfschütteln aus. Sich trotz Verschwiegenheitsvereinbarung bei einer Pressekonferenz mit dem Hinweis auf ein geringeres Gehalt selbst in ein besseres Licht zu rücken, ist ein Foul. Das ist der „alte Foda“, die Ich-AG, dem sein eigenes Ansehen und Standing über alles geht. Diese mangelnde Sensibilität sickert nun auch wieder in anderen Bereichen durch. Nichts mehr zu bemerken, vom „neuen Foda“, den er selbst bei seiner Rückkehr angekündigt hatte.

Es sollen etwa nicht immer alle nötigen Informationen bis zum Sportchef gelangen und auch von Auffassungsunterschieden hinsichtlich der gewählten Aufstellungen ist die Rede.

Beim Bauernbundball, einer vielbeachteten Veranstaltung in Graz, zeigte sich Foda demonstrativ mit Ex-Geschäftsführer Gerhard Goldbrich. Es ist kein Geheimnis, dass die beiden vor Goldbrichs – nicht ganz freiwilligem – Abgang ein sehr gutes Verhältnis hatten. Auch das ist ein Foul, weil der Trainer ganz genau weiß, wie das im Verein wahrgenommen wird. Zudem brodelt die Gerüchteküche im Umfeld der Grazer, es sollen etwa nicht immer alle nötigen Informationen bis zum Sportchef gelangen und auch von Auffassungsunterschieden hinsichtlich der gewählten Aufstellungen ist die Rede.

Präsident Christian Jauk hat sich bisher tapfer zurückgehalten und sich nicht eingemischt, was ihn große Anstrengung gekostet haben muss. Er versucht, seine geschaffene Struktur mit zwei Geschäftsführern, die am Ende des Tages ja auch für die Entscheidungen haften, mit Leben zu erfüllen. Er hält daran fest, obwohl während der schwierigen Vertragsverhandlungen der eine oder andere an ihn herangetreten sein soll, er solle sich doch einschalten. Jauk hätte aber auf seinen Geschäftsführer Sport verwiesen. Lange wird er sich die Mätzchen des Trainers aber wohl nicht mehr in aller Stille ansehen.

Entweder Foda unterliegt einem akuten Größenwahn und meint, er könne hier einen internen Machtkampf für sich entscheiden. Oder er hat schlicht nicht verstanden, was sein Verhalten bewirken könnte.

Unterm Strich bleibt schlicht und einfach der Verdacht im Raum, dass Foda die neue Hierarchie nicht akzeptieren kann und Kreissl, wo er nur kann, zu umgehen versucht. Was er damit bezweckt, oder was er sich erwartet, bleibt dabei ein Rätsel. Entweder er unterliegt einem akuten Größenwahn und meint, er könne hier einen internen Machtkampf für sich entscheiden. Oder er hat schlicht nicht verstanden, was sein Verhalten bewirken könnte. Kreissl hätte wohl kein Pressestatement abgegeben und Druck auf seinen Trainer ausgeübt, hätte er das Gefühl, dieser würde mit ihm an einem Strang ziehen und gemeinsam am Weg aus der Krise arbeiten. Eines ist jedenfalls gewiss, wie an dieser Stelle zig Mal angemerkt: Fodas wahres Gesicht zeigt sich immer erst in einer Krisensituation.

In jedem Fall spitzt sich die Lage an der Mur zu. Die beiden anstehenden Heimspiele gegen Altach und Rapid dürften Schicksalsspiele für den Grazer Langzeittrainer werden. Viele sprachen nach seiner erneuten Verlängerung schon von „Pragmatisierung“. Aufgrund der Tabellenplatzierung und dem Fußball, der teilweise 2016 gezeigt wurde, war eine Verlängerung trotz einiger Fragezeichen – insbesondere jenem, ob Kreissl und Foda miteinander können und wollen – ohne wirklich sinnvolle Alternative. Man sieht aber wieder, wie schnell sich im Fußball die Vorzeichen ändern können. Mittlerweile wackelt Fodas Stuhl bedenklich. Und: Leisten kann man sich bei Sturm eine Beurlaubung nach den Transfers im Winter auch.

Jürgen Pucher war Gründungsmitglied der Plattform „Sturm12.at“ und hat dort über Jahre hinweg mit seiner Kolumne „12 Meter“ die Diskussionen rund um den Grazer Verein und den österreichischen Fußball extrem bereichert. Nun beschäftigt er sich als Betreiber der Podcast-Plattform "blackfm.at" mit den Geschehnissen bei den Schwarz-Weißen. Bei LAOLA1 verfasst er in regelmäßigen Abständen Gastkommentare zum Geschehen im heimischen Kick.

Kontakt: blackfm1909@gmail.com

Textquelle: © LAOLA1.at

Juventus gibt ein Angebot für Arsenals Alexis Sanchez ab

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare