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Queiroz erhebt schwere Vorwürfe gegen Jürgen Klinsmann

Der Trainer der iranischen Nationalmannschaft kritisiert Klinsmanns Aussagen bei BBC aufs Schärfste.

Queiroz erhebt schwere Vorwürfe gegen Jürgen Klinsmann Foto: © getty

Jürgen Klinsmann steht nach seinen Aussagen über den Iran bei "BBC" in der Schusslinie.

Klinsmann sorgt mit seinen Kommentaren über Irans harte Spielweise für Zündstoff: "Das ist kein Zufall, es ist Teil ihrer Kultur, wie sie spielen", behauptet er. "Sie haben auf den Schiedsrichter eingewirkt. Sie wirken auf die Linienrichter und den vierten Offiziellen ein, sie liegen ihnen konstant im Ohr."

"Das ist ihre Kultur, sie nehmen dich aus deinem Spiel", so Klinsmann weiter. Außerdem kritisiert er die Trainerfähigkeiten von Carlos Queiroz und meint, dass dieser auch in Südamerika und Ägypten gescheitert sei.

Vor seinem Comeback bei der iranischen Nationalmannschaft, welche er zwischen 2011 und 2019 schon zu zwei WM-Teilnahmen geführt hatte, blieb Queiroz bei Ägypten und Kolumbien großer Erfolg verwehrt.

Queiroz bekommt Zuspruch auf Twitter

Der 69-jährige Trainer meldet sich nach Klinsmanns Aussagen auf der Nachrichtenplattform zu Wort: "Unabhängig davon, dass ich Sie für ihre sportlichen Erfolge auf dem Platz respektiere, aber diese Bemerkungen über die iranische Kultur, die iranische Nationalmannschaft und meine Spieler sind eine Schande für den Fußball", schreibt er. 

Er lädt Klinsmann in den Iran ein, um sich ein Bild von der Kultur und den Menschen zu machen, fordert aber auch seinen Austritt aus der Technical Study Group (TSG) der FIFA.

Der iranische Verband schließt sich am Sonntag dieser Forderung an. Er verlangt von Klinsmann eine Entschuldigung und bittet die FIFA um eine Klärung. Das iranische Team lade ihn zu einem Vortrag "über die tausendjährige persische Kultur und die Werte von Fußball und Sport" in ihr Trainingslager ein, erklärt der Verband weiter. Als früherer Fußballer werde Klinsmann auch nicht nach seinen "berühmten dramatischen Diver" beurteilt.

Queiroz erhält auf Twitter viel Zuspruch von Usern, die Klinsmann Fremdenfeindlichkeit oder gar Rassismus vorwerfen. Andere verteidigen den Deutschen: Der Ex-Nationalspieler habe sich in seinen Aussagen einzig auf die Spielweise bezogen, nicht auf das Land Iran oder dessen Kultur kritisieren zu wollen. Auch die "BBC" muss sich Kritik gefallen lassen, weil in der Expertenrunde neben Klinsmann zwar zwei Waliser, aber kein Iraner Platz genommen hatten.

Das iranische Team steht bei der WM aufgrund der Proteste in der Heimat weiterhin im Fokus. Am Dienstag geht es im letzten Gruppenspiel gegen die USA um den Aufstieg ins Achtelfinale.

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