Verfahren gegen "unbekannte Täterschaft"
Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt im Fall der angeblich zweifelhaften Geschäfte von Gianni Infantino wegen des "Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung und eventuell der Veruntreuung". Das Strafverfahren richtet sich derzeit allerdings nicht gegen eine konkrete Person, heißt es in einer Stellungnahme.
Es stehe "in Zusammenhang mit dem Erwerb von TV-Übertragungsrechten und richtet sich gegen unbekannte Täterschaft", teilt die Behörde am Mittwoch mit. Die UEFA verwehrte sich erneut gegen Vorwürfe, die Organisation oder Infantino als Einzelperson hätten sich etwas zuschulden kommen lassen.
"Fairer und transparenter Prozess"
In einer separaten Stellungnahme heißt es, die Vergabe der Champions-League-Rechte an Cross Trading/Teleamazonas sei nach einem "fairen und transparenten Prozess" erfolgt, der von der in Luzern ansässigen Firma TEAM Marketing durchgeführt worden sei. Laut der Webseite des Unternehmens ist Infantino Mitglied des Aufsichtsrats.
Gemäß den Enthüllungen der "Panama Papers" soll die Briefkastenfirma Cross Trading, die im Besitz von Hugo und Mariano Jinkis ist, die Rechte für 110.000 US-Dollar erworben und für 311.000 Dollar an die ekuadorianische Firma Teleamazonas weiterverkauft haben. Laut einer Mitteilung von TEAM Marketing an die Nachrichtenagentur AFP hat Cross Trading in dem Verfahren im Auftrag von Teleamazonas gehandelt.