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ÖFB-Frauen kassieren bittere Last-Minute-Niederlage

Die Generalprobe für die anstehende Nations League gegen Island endet mit einer unglücklichen Niederlage und einer weiteren Verletzten.

ÖFB-Frauen kassieren bittere Last-Minute-Niederlage Foto: © GEPA

Österreichs Frauen-Nationalteam hat im letzten Test vor dem Start in die Nations League eine bittere Last-Minute-Niederlage kassiert.

Die stark ersatzgeschwächte ÖFB-Auswahl hielt am Dienstagabend vor 2.300 Zuschauern in Wiener Neustadt gegen Island lange Zeit eine Nullnummer, ehe Hafrun Rakel Halldorsdottir in der 90. Minute noch traf.

Die Gastgeberinnen hatten die besseren Chancen, mussten aber trotzdem die zweite Niederlage im sechsten Länderspiel 2023 hinnehmen. Trotzdem überwog nach der Partie, in der Sarah Puntigam zum ersten Mal als offizielle Kapitänin fungierte, das Positive.

Neue Alternativen in Außenverteidigung gefunden

In der Abwehr konnten neue Alternativen auf den Außenseiten gefunden werden. Allerdings vergrößerte sich auch die Verletzungsmisere durch den frühen Ausfall von Rechtsverteidigerin Claudia Wenger.

Die Nations League startet am 22. September bei WM-Teilnehmer Norwegen. Da wird hoffentlich auch Julia Hickelsberger-Füller wieder fit sein, die vor der Partie als Fußballerin des Jahres 2022 geehrt worden war.

Nach den Ausfällen von Laura Wienroither, Katharina Schiechtl, Katharina Naschenweng und Verena Hanshaw war Irene Fuhrmann auf den Außenverteidiger-Positionen zum Improvisieren gezwungen. Rechts bekam Wenger die Chance, links verteidigte die sonst im Zentrum agierende Marina Georgieva.

Nach kurzer Zeit war allerdings in der erstmals in dieser Besetzung agierende Abwehr wieder eine Änderung nötig. Wenger schied mit Verdacht auf eine Muskelverletzung aus. Für sie kam Mittelfeldspielerin Annabel Schasching auf ungewohnter Position zum Einsatz.

Höbinger hat mit Lattenschuss Pech

Bis zu dem Zeitpunkt war es auf beiden Seiten je einmal gefährlich geworden. Ein Puntigam-Schuss verfehlte das Tor, im Gegenzug musste Manuela Zinsberger bei einem Vilhjalmsdottir-Abschluss am kurzen Eck retten (jeweils 9.). Sonst präsentierte sich die ÖFB-Defensive größtenteils sattelfest und ließ kaum Gefährliches zu. Der Führungstreffer lag eher auf der anderen Seite in der Luft.

Barbara Dunst (20.), die an vorderster Front aufgebotene Viktoria Pinther (21.) und vor allem Marie-Therese Höbinger mit einem Schuss aus der zweiten Reihe an die Latte (36.) deuteten ihre Gefährlichkeit an. Kurz vor der Pause ließ Cecilia Runarsdottir einen Dunst-Schuss abklatschen, Pinther brachte den Abstauber aber nicht ins Tor.

Nach Wiederbeginn gab es beinahe gleich einen Nackenschlag. Island-Starspielerin Sveindis Jonsdottir wurde einmal außer Acht gelassen, hob den Ball aber hauchdünn am Tor vorbei (48.). Auf der anderen Seite prüfte die starke Höbinger Islands Torfrau (55.). Drei Minuten später hätte Dilja Zomers die Gäste voranbringen können, ließ aber die nötige Effizienz vermissen (58.). In der Folge hatten die Heimischen gefühlt mehr vom Spiel, konnten daraus aber kein Kapital schlagen.

Bei der besten Chance schoss Schasching drüber (84.). Neo-Leipzig-Legionärin Michela Croatto kam zu ihrem Debüt. Das endete aber nicht mit einem Remis, da Halldorsdottir eine Unachtsamkeit in der ÖFB-Abwehr noch ausnützen konnte und aus kurzer Distanz traf.

Fuhrmann: Ergebnis spiegelt die Leistung "auf keinen Fall wider"

Damit endete das zweite Aufeinandertreffen mit Island nach dem fulminanten 3:0 bei der EM 2017 ohne Erfolgserlebnis.

"Ich denke, dass das Ergebnis die Leistung auf keinen Fall widerspiegelt. Meiner Meinung nach war es ein sehr glücklicher Sieg von Island", resümierte Fuhrmann.

Ihr Team habe in dieser ungewohnten Zusammenstellung "extrem souverän und reif gespielt. Dahingehend kann ich dem Team für den Auftritt nur ein Kompliment machen, auch wenn die Niederlage sehr bitter ist."

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