Einzelkritik zu Nordmazedonien gegen Österreich

 

Das ÖFB-Team feiert in der EM-Quali in Nordmazedonien einen souveränen 4:1-Auswärtssieg (Spielbericht >>>), der gut und gerne auch wesentlich höher ausfallen hätte können.

Dementsprechend gut fallen auch die Noten für die ÖFB-Kicker aus:

LAOLA1 analysiert die Leistung aller ÖFB-Akteure und verteilt Noten (1=Sehr Gut, 2=Gut, 3=Befriedigend, 4=Genügend, 5=Nicht Genügend).


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HEINZ LINDNER (Grasshopper Zürich/28 Länderspiele), 90 Minuten, Note: 3

Oje! Lindner und Hinteregger werden selbst am besten wissen, wer hier ein Kommando verschlafen hat, aber solch ein Eigentor wie jenes zum 0:1 macht definitiv kein gutes Bild. Logisch, dass vor allem der Goalie schlecht aussieht, auch wenn es womöglich gar nicht sein Versäumnis war. Ansonsten hatte Österreichs Nummer eins wie gegen Slowenien nicht allzu viele Gelegenheiten, um sein Können unter Beweis zu stellen, allerdings auch das eine oder andere Mal das Glück, dass Nordmazedonien zu wenig Zielgenauigkeit bewiesen hat – beispielsweise bei der Topchance von Pandev in Minute 31.

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STEFAN LAINER (Red Bull Salzburg/15/0), 90 Minuten, Note: 3

Der Rechtsverteidiger hat im ÖFB-Dress defensivere Aufgaben als in Salzburg, was jedoch nicht heißt, dass er sich beim phasenweisen ÖFB-Powerplay gar nicht nach vorne traute. Nennenswerte Akzente konnte er im Spiel nach vorne jedoch kaum setzen, wenn man von seinem Gewaltschuss über das Tor in Minute 78 absieht. Dass das Nationalteam verhältnismäßig kompakt stand, ist jedoch mit auch sein Verdienst.

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ALEKSANDAR DRAGOVIC (Bayer Leverkusen/74/1), 45 Minuten, Note: 1

Zum zehnjährigen Nationalteam-Jubiläum nach seinem Debüt in Serbien im Juni 2009 präsentierte sich Dragovic in Topform, diesmal jedoch leider wegen einer Adduktorenverletzung nur 45 Minuten. Schon gegen Slowenien stark, lieferte er in Skopje eine tolle Halbzeit ab. Baute sich wie ein Turm gegen die nordmazedonischen Offensivkräfte auf, störte, wo es nur ging, brachte immer wieder ein Bein dazwischen und hatte zwischenzeitlich auch noch Zeit für überlegten Spielaufbau. Wenn sich wie unmittelbar vor dem Pausenpfiff mal eine schlechte Szene einschlich, besserte er es selbst umgehend aus. Dass "Drago" zur Halbzeit verletzt in der Kabine bleiben musste, war so gesehen natürlich eine schlechte Nachricht. In persönlicher Hinsicht jedoch ein Gewinner des Lehrgangs.

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MARTIN HINTEREGGER (Eintracht Frankfurt/41/3), 90 Minuten, Note: 2

Oh nein! Was für eine Slapstick-Einlage. Der Innenverteidiger brachte Nordmazedonien mit 1:0 in Führung – ein Eigentor nach schlimmem Missverständnis mit Lindner. Das kann passieren, sollte es aber natürlich keinesfalls. Der Frankfurt-Legionär biss angesichts seiner Rippenverletzung generell auf die Zähne, das ist lobenswert und spricht für seinen Charakter. Abseits des Eigentors spielte er seinen Part trocken runter, was wichtig war. Dass er sich durch den Lapsus aus der Ruhe bringen lässt, war ohnehin nicht zu erwarten. Nachdem in Halbzeit eins noch eher Dragovic den Lead hatte, führte Hinteregger nach der Pause Debütant Posch umsichtig.

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ANDREAS ULMER (Red Bull Salzburg/12/0), 90 Minuten, Note: 3

Warum so zögerlich? In Minute 50 hatte Ulmer die Gelegenheit, einfach mal draufzuknallen, traute sich jedoch nicht. Aber wenn sich die Vorderleute beim Toreschießen lange Zeit schwer tun, kann man es schon mal probieren. Gut probierte es der Linksverteidiger gleich in der ersten Minute, als er die frühe Chance von Arnautovic mit einem schönen Pass vorbereitete. Am 1:1 war er an der Entstehung beteiligt. Diesen positiven Szenen stand jedoch auch Leerlauf gegenüber – wohl auch, weil über links diesmal generell lange Zeit weniger ging als gewohnt.

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KONRAD LAIMER (RB Leipzig/2/0), 90 Minuten, Note: 1

Wie stark, aber auch wie feinfühlig! Schon sein gefühlvoller Schuss Richtung langes Kreuzeck in Minute 26 hätte sich mehr verdient. Letztlich half seine wunderbare Flanke auf Lazaro beim 1:1 den rot-weiß-roten Bann zu brechen. Doch der Leipzig-Legionär konnte auch anders. Nach seinem hervorragenden Debüt gegen Slowenien durfte der Leipzig-Legionär naturgemäß ein weiteres Mal ran und fiel immer wieder auch durch seine für ihn typische Aggressivität auf. Als Achter aufgeboten, hatte er offensiv immer wieder seine Beine im Spiel, stopfte aber auch defensiv Löcher. Es war sein feiner Doppelpass mit Sabitzer, der den Elfmeter zum 2:1 ermöglichte. Später gehörte ihm das 4:1 zwar nicht, aber das Eigentor des Gegners geht weitestgehend auf sein Konto. Wieder eine bemerkenswert gute Darbietung – zwei Länderspiele, zwei tolle Leistungen. Man fragt sich unweigerlich: Warum ließ sein Debüt so lange auf sich warten?

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STEFAN ILSANKER (RB Leipzig/33/0), 90 Minuten, Note: 2

Dass der Leipzig-Legionär der Alaba-Ersatz wurde, war eine kleine Überraschung, machte jedoch Sinn, um einer bei Standards zuletzt anfälligen, eher kleinen Elf bei ruhenden Bällen Stabilität zu verleihen. So zumindest die Grundidee. Zudem ist er quasi der achte "Red-Bull-Brother" in der Startelf, in der in einem erstmals gewählten 4-3-3-System den Sechser gab. Diese Rolle erfüllte er umsichtig und brachte vor allem seine gewohnten Kämpferqualitäten ein, zeichnete sich durch diverse Ballgewinne aus. Der Routinier leitete jedoch auch im Spiel nach vorne die Bälle immer wieder gut weiter, besonders auffällig in der Anfangsphase bei der ersten Topchance von Sabitzer. Alles in allem zahlte sich seine Hereinnahme definitiv aus.

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XAVER SCHLAGER (Red Bull Salzburg/11/1), 90 Minuten, Note: 2

Der Salzburg-Kicker geht als "Mr. Balleroberung" durch – leider schlichen sich vor allem am Anfang neben einigen gut verteilten Bällen aber auch immer wieder Fehlpässe ein, teils auch ziemlich unnötige. Mit Fortdauer des Spiels steigerte sich jedoch die Präzision, er war offensiv wie defensiv präsent und generell kann man inzwischen schon die Meinung vertreten, dass der Blondschopf nur noch schwer aus der Startelf wegzudenken ist. Sein Turbo und sein unermüdlicher Einsatz tun diesem Team fraglos gut.

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VALENTINO LAZARO (Hertha BSC/23/2), 90 Minuten, Note: 1

Provokant gesagt, könnte man meinen, dass Lazaro der größte "Profiteur" des Fehlens von Alaba ist. Geht im ÖFB-Team sonst viel über den Bayern-Star, sprich über links, war diesmal die rechte Seite die wesentlich dominantere. Der Hertha-Legionär fand auch viele Räume vor, die er immer wieder zu nutzen wusste – wie etwa bei seinem Querpass nach Konter zum Sitzer von Arnautovic. Irgendwie war es dann auch folgerichtig, dass Lazaro als einziger vor der Pause die Nerven vor dem gegnerischen Tor bewahrte und das 1:1 erzielte. Nach der Pause agierte auch er zu zögerlich im Abschluss. Dennoch ein guter Auftritt.

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MARKO ARNAUTOVIC (West Ham/81/24), 89 Minuten, Note: 1

Staubtrocken! Zumindest beim Elfmeter – Arnautovic übernahm beim Strafstoß, wie es einem Kapitän und Goalgetter gebührt, die Verantwortung und verwertete souverän. Gut so – ebenso wie der von ihm vollendete Konter zum 3:1! Aber ob ein Spieler mit einem derart ausgeprägten Torriecher mit der Ausbeute aus dieser Partie trotz Doppelpacks komplett zufrieden ist? Schon nach 38 Sekunden behielt er vor dem nordmazedonischen Tor nicht die Nerven, in Minute 24 scheiterte er in noch aussichtsreicherer Position gleich doppelt. Ein wenig mehr Konzentration und es hätte eine entspanntere Partie werden können – und er selbst hätte sein Torkonto neben den Länderspiel-Toren 23 und 24 weiter auffetten können. Abseits dieser Szenen kann Arnautovic ohnehin niemand vorwerfen, dass die Schleife für ihn zu schwer war. Im 81. Länderspiel zum dritten Mal Kapitän, holte er im letzten Pflichtspiel der Saison noch einmal alles aus sich heraus und darf nun den wohlverdienten Urlaub fortsetzen.

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MARCEL SABITZER (RB Leipzig/37/5), 89 Minuten, Note: 2

Handshake-Gate ist vergessen – Foda schenkte dem Leipzig-Legionär erneut das Vertrauen. Diesmal agierte er jedoch nicht im Zentrum, sondern rückte auf den linken Flügel. Zumindest in Toren konnte Sabitzer das Vertrauen nicht zurückbezahlen. Und das war ein Kunststück! Gleich drei Mal vernebelte er in aussichtsreichster Position – ob seine Zielsicherheit, die Stange oder Goalie Dimitrievski, Sabitzer fand stets seinen Meister. Sein letztes ÖFB-Tor datiert aus dem Herbst 2017, als er beim Foda-Einstand gegen Uruguay traf. Das sollte ihm zum Denken geben. Positiv natürlich andere Szenen: Nach schönem Doppelpass mit Laimer holte er den Elfmeter zum 2:1 heraus, und das war natürlich ganz viel wert. Sein Assist zum 3:1 half, den Deckel drauf zu machen.

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Stefan Posch (TSG Hoffenheim/1/0), 45 Minuten, Note: 2

Der Hoffenheim-Legionär ersetzte mit Beginn der zweiten Halbzeit den verletzten Dragovic und feierte somit sein A-Team-Debüt. Den starken und vor allem routinierten Leverkusen-Legionär als Rookie zu ersetzen, war fraglos keine einfache Aufgabe. Der Steirer fügte sich jedoch relativ gelassen wirkend in die ÖFB-Elf ein. Nervosität war ihm jedenfalls nicht anzumerken.

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GUIDO BURGSTALLER (Schalke/25/2), 1 Minute - zu kurz eingesetzt

Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit kam der Schalke-Stürmer für Arnautovic aufs Feld.

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LOUIS SCHAUB (1. FC Köln/12/5), 1 Minute - zu kurz eingesetzt

Er ersetzte Sabitzer in der Nachspielzeit und brachte es auf drei, vier Ballkontakte im Mittelfeld.

Textquelle: © LAOLA1.at

EM-Quali: ÖFB holt verdienten Pflichtsieg in Nordmazedonien

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