Einzelkritik zu Österreich gegen Slowakei

Einzelkritik zu Österreich gegen Slowakei Foto: © GEPA
 

Wieder keine Tore erzielt, diesmal aber zumindest die Null gehalten.

Österreich kommt in der EURO-Generalprobe im Ernst-Happel-Stadion vor 3.000 lautstarken Fans nicht über ein 0:0 gegen die Slowakei hinaus (Spielbericht >>>).

Vor allem die mangelnde Chancenverwertung und die fehlende Durchschlagskraft im letzten Angriffsdrittel verhinderten bei viel Ballbesitz einen erfolgreichen Ausgang. Der eine konnte mehr, der andere weniger Eigenwerbung in Richtung EM-Startplatz machen.

LAOLA1 analysiert die Leistung aller ÖFB-Akteure und verteilt Noten (1=Sehr Gut, 2=Gut, 3=Befriedigend, 4=Genügend, 5=Nicht Genügend).

Das sind die Noten für die ÖFB-Kicker:


Foto: © GEPA

Daniel Bachmann (Watford/2 Länderspiele), 90 Minuten, Note: 1

Beste Werbung in eigener Sache! Vor dem Spiel bestätigte Teamchef Franco Foda den England-Legionär noch als Nummer 1 für die EURO (alle Infos >>>). Mit diesem Druck konnte der Watford-Rückhalt in seinem zweiten Länderspiel hervorragend umgehen. Er agierte lautstark, dirigierte die Abwehr vor sich, strahlte Ruhe und Sicherheit aus und ließ sich keinen Schnitzer in der Generalprobe ankreiden. In der 27. Minute parierte er einen tückischen Volley, zwischendurch begrub er einige schwierige Bälle trocken in seinen Handschuhen. Die größte Aktion hatte Bachmann in der 74. Minute, als er nach einem missglückten Trimmel-Querpass ins 1-gegen-1 musste und bravourös den Gegentreffer verhindert. Bachmann ist bereit für die EURO und bestätigte seinen Nummer-1-Status.


Foto: © GEPA

CHRISTOPHER TRIMMEL (Union Berlin/13/0), bis 78. Minute, Note: 3

Auffällige und engagierte Partie des Union-Kapitäns, der für Stefan Lainer in die Startelf rutschte. Wurde vor allem immer wieder auf der rechten Flanke aufgrund seiner Stärke bei Flanken gesucht und sorgte damit mehrmals für Gefahr. Mit einem Kopfball scheiterte er früh selbst, danach brachte er immer wieder mal den Ball gefährlich in den Strafraum, wo jedoch zu wenig daraus gemacht wurde. Defensiv schloss er die Räume und agierte gut mit der Innenverteidigung. Nur ein Fehlpass in der 74. Minute hätte böse enden können, doch Bachmann bügelte seinen Fehler im 1-gegen-1 aus.


Foto: © GEPA

PHILIPP LIENHART (SC FREIBURG/4/0), 90 Minuten, Note: 3

Anstellte von Aleksandar Dragovic sammelte der Freiburg-Legionär in seinem vierten Länderspiel für Österreich Spielpraxis und erledigte seine Aufgabe an der Seite von Hinteregger brav und unaufgeregt. Glänzte mit gutem Stellungsspiel, harmonierte mit Nebenmann Hinti und schaltete sich auch aktiv in den Spielaufbau ein. Defensiv wenig gefordert, da die Slowaken über weite Strecken harmlos blieben. Wenn er gefordert wurde, war er jedoch da und zeigte dem Teamchef, dass mit ihm zu rechnen ist.


Foto: © GEPA

MARTIN HINTEREGGER (Eintracht Frankfurt/55/4), 90 Minuten, Note: 3

Dirigierte seine Viererkette ohne große Probleme gegen die tiefstehenden Slowaken, die nur vereinzelte Chancen vorfanden. War präsent, kopfball- und zweikampfstark und teilte seine Nebenleute gut ein. Als Aufbauspieler Nummer eins war er darum bemüht, Linien von hinten zu überwinden, was ihm auch gut gelang. In der zweiten Hälfte wollte er noch mehr, stieß sogar mehrmals in die gegnerische Hälfte vor und fütterte etwa Arnautovic mit einer super Flanke zum Volley (71.). Gute Leistung, wenn auch die Prüfsteine bei der EURO schwieriger werden.


Foto: © GEPA

ANDREAS ULMER (Red Bull Salzburg/24/0), 90 Minuten, Note: 4

Wieder mal als Linksverteidiger im ÖFB-Team aufgeboten, leistete sich der Meister und Cupsieger mit Salzburg viele Ungenauigkeiten, viele Fouls und konnte mit seinem gewohnten Pressingspiel im Nationalteam wieder einmal nicht die richtige Mischung finden. Versuchte sich immer wieder auch offensiv einzuschalten und fand bei Wechselpässen durchaus Ballaktionen am gegnerischen Strafraum vor. Flanken und mehr Eigenverantwortung hätten jedoch nicht geschadet, vieles wirkte Alibi-mäßig, um die Bälle Alaba, Baumgartner und Co. zu servieren.


Foto: © GEPA

VALENTINO LAZARO (Inter Mailand/31/3), bis 78. Minute, Note: 3

Der Rückkehrer von Gladbach zu Inter Mailand war sehr aktiv, viel unterwegs, jedoch mit wenig Durchschlagskraft. Besonders zu Beginn der Partie lief viel über die rechte Seite, wo Lazaro eine der Anlaufstellen im Kombinationsspiel war. Nicht immer allerdings war Teamchef Franco Foda mit seinem Schützling zufrieden. In einer Aktion regte sich der Deutsche extrem auf und gab dem Offensivspieler seine Anregungen lautstark auch noch in die Kabine mit. Wie für viele an diesem Abend galt, dass noch viel Steigerungspotenzial vorhanden ist.


Foto: © GEPA

FLORIAN GRILLITSCH (TSG Hoffenheim/22/1), 90 Minuten, Note: 3

Agierte als Quarterback, der extrem viele Bälle verteilte und versuchte, das Spiel aus dem defensiven zentralen Mittelfeld zu gestalten. In der ersten Halbzeit überließ er noch einige Führungsaufgaben Alaba, im zweiten Durchgang war dann er jener Mann, der seine strategischen Geschicke ins Spiel einfließen ließ. Konnte sich dann auch offensiv mehr einbringen, sein großartiger Volley wurde vom Keeper noch irgendwie an die Stange gelenkt (61.). Zeigte aber, dass er statt Kapitän Baumgartlinger oder aber an dessen Seite eine gute Figur machen kann.


Foto: © GEPA

MARCEL SABITZER (RB Leipzig/50/8), bis 46. Minute, Note: 4

Der Leipzig-Legionär blieb in seinem 50. Länderspiel für Österreich doch einiges schuldig. Versuchte sich ins gefällige Kombinationsspiel einzubringen, ohne jedoch große Durchschlagskraft an der Seite von Kalajdzic. Die beste Szene hatte er beim Doppelpass mit Baumgartner im Strafraum, der jedoch nicht mit einem Torerfolg belohnt wurde. Mit seiner Erfahrung und Routine in einer der besten Ligen der Welt und als RBL-Kapitän muss mehr kommen. Bekam seine Verschnaufpause in Hälfte zwei, in welcher er in der Kabine blieb.


Foto: © GEPA

DAVID ALABA (Real Madrid/81/14), bis 46. Minute, Note: 3

Hinter dem Neo-Real-Legionär und ÖFB-Kapitän bleibt weiterhin ein großes Fragezeichen, wo er bei der EURO tatsächlich positioniert werden wird. Gegen die Slowakei wurde er links im zentralen Mittelfeld an der Seite von Florian Grillitsch mit jeder Menge Freiheiten ausgestattet. Als Freigeist holte er sich die Bälle tief ab, übernahm den Spielaufbau, drang aber auch ins Angriffsdrittel vor. Mit einer Ecke sorgte er für einen Trimmel-Kopfball, wenig später mit einer Flanke für eine Kalajdzic-Chance. War umtriebig, kombinierte gefällig, aber die großen Wunderdinge hob er sich doch offensichtlich für die EURO auf... hoffentlich!


Foto: © GEPA

CHRISTOPH BAUMGARTNER (TSG Hoffenheim/10/3), bis 54. Minute, Note: 2

Der Hoffenheim-Legionär war wieder einmal einer der absoluten Aktivposten, der die Bälle forderte und in seiner Stammrolle hinter den Spitzen für Schwung sorgen konnte. Nach Doppelpass mit Sabitzer scheiterte er nur haarscharf am Führungstreffer (34.), ansonsten war er diesmal vor dem Tor noch relativ harmlos, öffnete jedoch viele Räume für Offensivaktionen. Die Auswechslung für Stefan Ilsanker war eher das falsche Signal zu diesem Zeitpunkt (54.), da Baumgartner prädestiniert gewesen wäre, offensiv noch mehr Druck zu erzeugen.


Foto: © GEPA

SASA KALAJDZIC (VfB Stuttgart/7/3), bis 64. Minute, Note: 3

Der so hochgejubelte Stürmer wurde wieder an vorderster Front aufgeboten und war gewohnt viel unterwegs, rackerte und warf alles in die Waagschale. Allerdings war er auch Opfer der oft schlecht zu Ende gespielten Aktionen, die vor dem entscheidenden Pass beim Gegner landeten. Kalajdzic rieb sich auf, ein Kopfball nach Alaba-Flanke (21.) und die eine oder andere Strafraumszene, wo er knapp nicht an den Ball kam, sprechen für ihn. Es gab aber definitiv schon Spiele, wo der großgewachsene VfB-Stürmer mehr als Zielspieler agierte als diesmal.


Foto: © GEPA

KONRAD LAIMER (RB LEIPZIG/9/1), ab 46. Minute, Note: 3

Kam wie schon gegen England in die Partie und sammelte die nötige Spielpraxis nach seiner langen Verletzungspause und rund eineinhalbjährigen Abwesenheit vom Nationalteam. War bissig, scheute keinen Zweikampf und wurde dann auch immer offensiver auch in der Zehnerrolle gesucht. Dass ihm noch das eine oder andere Prozent fehlt, weiß Laimer aber auch selbst.


Foto: © GEPA

LOUIS SCHAUB (Luzern/21/6), ab 46. Minute, Note: 3

Der Schweiz-Legionär kam schon in der Halbzeit ins Spiel und brachte durchaus frischen Wind. War ballstark, startete oft Dribblings, manchmal wollte er aber einfach zu viel. Durfte aber hinter den Spitzen viele Freiheiten genießen und bereitete gute Aktionen vor. In der 50. Minute wurde sein Versuch geblockt, den Nachschuss brachte Laimer nur zentral aufs Tor. Auch ein Ballverlust kurz vor Schluss war kein Grund, sich zu ärgern. Mit einer Grätsche eroberte er sich unter Beifall den Ball zurück.


Foto: © GEPA

STEFAN ILSANKER (Eintracht Frankfurt/51/0), ab 54. Minute, Note: 3

Kam ins Spiel, als eigentlich mehr Offensivpower und Durchschlagskraft erforderlich waren. Nahm aber seine gewohnte Position im defensiven Mittelfeld ein und spielte seine Partie trocken herunter, ohne Glanzlichter zu setzen. Machte es aber möglich, dass sich in weiterer Folge Grillitsch und Laimer offensiver austoben konnten.


Foto: © GEPA

MARKO ARNAUTOVIC (Shanghai Port/88/26), ab 64. Minute, Note: 2

Marko is back! Seine Rückkehr ins Nationalteam hätte nicht viel spektakulärer ausfallen können - nur noch gekrönt mit Toren. Die Fans auf den Tribünen forderten seine Einwechslung schon früh in der Partie, beim Aufwärmen ging ein Raunen durchs Stadion. Arnautovic war auf dem Platz sofort präsent, ließ seine Technik aufblitzen und brauchte nur wenige Minuten, um mit einem Stangenschuss das Highlight zu setzen (68.). Nur drei Minuten später hämmmtert er einen Volley nur knapp neben das Tor, in der 85. Minute wurde eine weitere gute Möglichkeit geblockt. Der Routinier im ÖFB-Trikot machte das, was von ihm erhofft wird - er brachte den nötigen Schwung und entfachte eine ganz andere Anspannung im Team als davor. Nun muss er noch die letzten Fitness-Prozentpunkte herauskitzeln, dann führt an ihm kein Weg vorbei.


Foto: © GEPA

MICHAEL GREGORITSCH (FC Augsburg/26/4), ab 78. Minute, Note: zu kurz eingesetzt

Ein Kopfball direkt auf den Goalie aus kurzer Distanz hätte noch den Siegtreffer bringen können (89.), ansonsten waren die letzten Minuten auch für Gregoritsch zu wenig, um sein Können zu zeigen.


Foto: © GEPA

STEFAN POSCH (TSG Hoffenheim/11/1), ab 78. Minute, Note: zu kurz eingesetzt


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..