Endstand
3:1
1:0 , 2:1
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Wie viel Umbruch war das?

Viele Spieler, die das ÖFB-Team über Jahre hinweg geprägt haben, waren nicht dabei. Ersetzt haben sie alte Bekannte. Das hat einen guten Grund.

Wie viel Umbruch war das? Foto: © IMAGO / Sports Press Photo

Man kann es so oder so sehen.

Einerseits waren es letztendlich mit Sascha Horvath und Christoph Lang "nur" zwei Debütanten als Einwechselspieler und mit Marco Grüll ein Startelf-Kicker, der nicht bei der WM dabei war.

Andererseits fehlten mit David Alaba, Marcel Sabitzer und Marko Arnautovic drei Kicker, die das ÖFB-Team über viele Jahre hinweg geprägt haben und mit Christoph Baumgartner sowie Konrad Laimer zwei unumstrittene Stammkräfte.

28,9 Jahre und 41,7 Länderspiele

Irgendwie war das 3:1 gegen Israel, das erste Spiel nach der WM 2026, ein Umbruch mit altbekannten Gesichtern.

Das Durchschnittsalter der Startelf betrug 28,9 Jahre, die ÖFB-Kicker hatten im Schnitt 41,7 Länderspiele in den Beinen, abgesehen von Grüll jeder einzelne mehr als 30.

Trotzdem ein Neuanfang

Und doch fühlte es sich für die ÖFB-Kicker offenbar anders an als sonst. Patrick Wimmer sprach von einem "Neuanfang".

Phillipp Mwene erklärt, warum: "Die, die es jahrelang getragen haben, sind jetzt nicht da. Wir müssen diese Last auf andere Schultern verteilen."

Verantwortung übernehmen

Es ist eine Frage der Verantwortung. Diese zu übernehmen, ist gerade in kritischen Phasen gar nicht mal so leicht.

Dass sich in der Schlussphase alle am Platz befindlichen Spieler – und da waren es doch einige mit weitaus weniger Länderspiel-Erfahrung – förmlich zerrissen haben, um doch noch einen Erfolg einzufahren, war augenscheinlich.

Mwene sagt über die Abwesenden: "Das waren Spieler, auf die du dich immer verlassen konntest, die in so engen Spielen den Unterschied ausgemacht haben. Da muss jetzt jeder Einzelne noch mehr Verantwortung übernehmen. Wir müssen alle versuchen, noch mehr zu machen, einen Schritt mehr zu gehen, und das über das Kollektiv kompensieren."

Letztendlich war es in der Schlussminute Mwene selbst, mit seinen 32 Jahren zu diesem Zeitpunkt der älteste Österreicher am Rasen, der das erlösende 2:1 erzielte – ideal bedient von Paul Wanner, dem jüngsten ÖFB-Kicker am Feld.

Lösungen gesucht

Davor war vor dem gegnerischen Tor viel vergebliche Lösungssuche, zugegeben erschwert durch immer tiefer stehende Israelis.

Nicolas Seiwald findet: "Man kann noch mehr Chancen herausspielen, noch genauer sein im letzten Pass, in der Boxbesetzung noch besser sein. Wir haben die Box von Minute zu Minute besser geflutet."

Auch Wimmer denkt, man könne "schon einige positive Sachen mitnehmen. Wir hatten im Spiel mit dem Ball einen klaren Plan, haben da einiges gut umgesetzt. Die Energie beim Verteidigen war sehr gut."

Es braucht Zeit

"Klar, die eine oder andere Abstimmung war noch nicht so da, aber das kommt mit der Zeit", ergänzt Sasa Kalajdzic.

Zeit, die bisher nicht gegeben war. Wimmer spricht von "nur eineinhalb richtigen Trainings gemeinsam".

Das erklärt wohl auch, warum Teamchef Ralf Rangnick im ersten von vier Länderspielen in diesem Lehrgang zunächst auf bewährte Kräfte gesetzt hat.

Intensive Trainings und ein anderer Wind

Mwene erzählt von zuletzt sehr intensiven Trainings. "Aber das war wichtig, damit die Neuen direkt verstehen, was sie zu tun haben und unsere Spielidee umsetzen können. Die, die reingekommen sind, haben sofort Gas gegeben. So muss es weitergehen. Alle müssen auf demselben Wissensstand sein, was unsere Taktik angeht, dann wird uns jeder weiterhelfen können", sagt er.

Neuling Horvath bestätigt das mit seinen Aussagen: "Wir sind neu hier, müssen viel trainieren, um die Abläufe zu kennen. Wir spielen ein anderes System hier. Wie sie jeden Ball anlaufen, da habe ich mir in den ersten Tagen schon gedacht: da weht ein bisschen ein anderer Wind als beim LASK."

Größe und Intensität des Umbruchs lassen sich trefflich diskutieren, eines ist aber klar, und das benennt Wimmer: "Es war wichtig, dieses Spiel zu gewinnen."

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