"Für mich ging es darum, wieder unser eigentliches Gesicht zu zeigen und Energie auf den Platz zu bringen. Beides war der Fall."
Schlussendlich gab es trotzdem noch das Happy End, so hat das ÖFB-Team einen erfolgreichen Start in einen durchaus richtungsweisenden Herbst erwischt und in Spiel eins nach der Weltmeisterschaft 2026 wieder die ein oder andere zuletzt vergessen geschienene Tugend auf das Feld gebracht.
"Für mich ging es darum, wieder unser eigentliches Gesicht zu zeigen und Energie auf den Platz zu bringen. Beides war der Fall", findet Rangnick.
"Wenn du die kicken lässt..."
Dies sei gegen die in der Offensive stark besetzten Gäste auch zwingend notwendig gewesen.
"Wenn du die kicken lässt, kann es ganz unangenehm werden", weiß der Teamchef. "Deshalb war es unser Ziel, mit maximaler Intensität zu spielen, wenn der Gegner den Ball hat."
Hat es schon wieder richtig "gescheppert"?
Im Vorlauf des Spiels forderte der Deutsche, dass Österreich wieder "Heavy-Metal-mäßig" unterwegs sein und es wieder "richtig scheppern" müsse.
Hat es denn gegen Israel schon wieder richtig gescheppert, will "ORF"-Moderator Rainer Pariasek von Rangnick wissen.
"Ich finde schon. Gegen den Ball haben wir klar besser gespielt als bei der WM. Wir waren noch nicht auf allerhöchstem Niveau, aber man darf nicht vergessen, dass wir nur eineinhalb Tage zusammen hatten", so der 68-Jährige.
Mit dem Ball geht noch mehr
Spielerisch gab es indes freilich noch Luft nach oben: "Dass wir natürlich noch bessere Lösungen finden können bei eigenem Ballbesitz, dass wir aus den Balleroberungen noch mehr Kapital schlagen können, wissen wir."
Die Schwierigkeit, sich Richtung gegnerisches Tor zu kombinieren, war nicht zuletzt der extrem tiefstehenden Spielanlage Israels nach dem Ausschluss ihres Stürmers Saied Abu Farchi geschuldet.
"...das ist nicht selbstverständlich"
"Dann haben sie auf Fünferkette umgestellt, dann war es natürlich doppelt so schwer, durchzukommen, bei den vielen kopfballstarken Spielern im Zentrum", sagt Rangnick.
Umso mehr habe es ihn gefreut, "dass die Jungs so drangeblieben sind und das Spiel noch gezogen haben. Das ist nicht selbstverständlich."
Nicht selbstverständlich war der Sieg auch deshalb, weil sich Österreich in der Vergangenheit in vermeintlich besserer Besetzung gegen - auf dem Papier - deutlich leichtere Gegner noch viel schwerer tat.
Viele fehlende Stützen
"Wenn man bedenkt - und das sage ich nicht als Entschuldigung, sondern als Erklärung - wer alles gefehlt hat, ist es schon beachtlich, was die Jungs geleistet haben. Gegen Estland haben wir hier in Linz auch schonmal erst in allerletzter Minute nur 2:1 gewonnen, als fast alle Mann an Bord waren", erinnert Rangnick an ein EM-Quali-Spiel vom März 2023.
Damals standen Konrad Laimer und Christoph Baumgartner in der Startelf, Marcel Sabitzer und David Alaba saßen immerhin auf der Bank. Sie alle fehlten diesmal genauso wie ÖFB-Rekordspieler Marko Arnautovic.
Unter diesem Gesichtspunkt "kann man es durchaus als bemerkenswert betrachten, was die Jungs heute gebracht haben", so der nicht unzufriedene Teamchef.