Koller kontert Vorwürfe gegen Ruttensteiner

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Marcel Koller hat am Sonntag seine letzte Dienstreise als ÖFB-Teamchef angetreten.

Seit Samstag steht endgültig fest, dass der Schweizer beim Freundschaftsspiel im November nicht mehr im Amt sein wird, über die Trennungs-Modalitäten wurde seitens des ÖFB mit ihm jedoch noch nicht gesprochen.

"Ich habe hier meinen Job und diesen mache ich sehr gerne. Ich habe gesagt, dass ich professionell bin und das bis zum Ende durchzuführen versuche. Wenn dann jemand kommt und sagt, es ist Schluss, dann wird definitiv Schluss sein. Das war bis jetzt noch nicht der Fall, also ist es wichtig, dass man das gut zu Ende führt", erklärt Koller vor dem Abflug nach Chisinau.

Wie kompetent sind die "Landesfürsten"?

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)


Koller von Ruttensteiner-Ablöse nicht überrascht

Seine Schützlinge haben angekündigt, dass sie ihrem Trainer wie beim 3:2-Sieg gegen Serbien ein schönes Abschiedsgeschenk bereiten wollen. Ein Vorhaben, das den 56-Jährigen erfreut:

"Gerade die Präsidenten sind ja nicht vor Ort und wissen nicht, was eigentlich abgeht. Dafür ist schlussendlich der Sportdirektor zuständig. Das hat er mitgenommen und auch vermittelt, aber anscheinend hat das keinen interessiert."

Koller über Ruttensteiner

"Ich bin ja noch da, der Neue ist noch nicht da. Die Spieler wissen ja auch noch nicht, wer das sein wird - davon gehe ich einmal aus. Das zeigt eben auch eine gewisse Professionalität, das zeigt aber auch, wie wir im Betreuerteam gearbeitet haben."

Nicht mehr diesem Betreuerteam gehört Willi Ruttensteiner an, der am Samstag als Sportdirektor abgelöst wurde und nicht mehr der ÖFB-Delegation nach Moldawien angehört.

Unerwartet kam diese Personalentscheidung für Koller nicht: "Man kann nicht sagen, dass ich überrascht war. Ich habe ein enges Verhältnis zu Willi, da haben wir schon auch viel gesprochen. Man konnte sich darauf vorbereiten, dass das sein könnte."

Zu viel Nähe zum A-Team? "Schwachsinn!"

Dies ändert nichts daran, dass Koller den Abgang seines langjährigen Kollegen bedauert: "Es ist schade, weil wir ein gutes Verhältnis hatten und ich ihn als Person schätze, der mir in engen Gesprächen viel Unterstützung gab. Mir tut das Leid."

Während Ruttensteiner in den vergangenen Jahren beim A-Nationalteam fixer Bestandteil des Betreuerstabs war, wird sein Nachfolger Peter Schöttel dies in Zukunft nicht mehr sein.

Dem Vorwurf, dass Ruttensteiner zu viel Nähe zum A-Team hatte, tritt Koller entschieden entgegen: "Das ist absoluter Schwachsinn. Er war ja bei den Teamchefs vor mir auch nur bis zur U21 zuständig. Für mich war aber wichtig, dass er nahe dran ist, bei den Besprechungen und Trainings mit dabei ist."

Die Begründung des Schweizers: "Nur wenn er sieht, wie wir arbeiten, kann er Rückmeldungen geben. Er hat wahrscheinlich versucht, das dem Präsidium weiterzugeben. Dafür ist ein Sportdirektor ja auch da! Denn gerade die Präsidenten sind ja nicht vor Ort und wissen nicht, was eigentlich abgeht. Dafür ist schlussendlich der Sportdirektor zuständig. Das hat er mitgenommen und auch vermittelt, aber anscheinend hat das keinen interessiert."

Die EURO endlich abhaken

"Ich kann nur beurteilen, dass Willi Ruttensteiner 18 Jahre da war. Wenn du in diesem Business 18 Jahre an einem Ort bist, kann nicht so viel schlecht gewesen sein."

Marcel Koller

Ob die Entscheidung, Schöttel statt Ruttensteiner zu installieren, falsch sei, will Koller nicht einschätzen: "Das kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur beurteilen, dass Willi Ruttensteiner 18 Jahre da war. Wenn du in diesem Business 18 Jahre an einem Ort bist, kann nicht so viel schlecht gewesen sein."

Schlecht sei die Aufarbeitung des Scheiterns bei der EURO 2016 gewesen. Diesen Vorwurf an Ruttensteiner versuchte Koller während dieses Lehrgangs schon mehrmals mit dem Hinweis darauf zu entkräften, dass nicht alle Inhalte dieser Analyse für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen sein. Intern habe man die Dinge klar angesprochen. "Ich würde es wieder so machen", betont der Coach.

Dass rund um die EM Fehler passiert seien, streitet der Eidgenosse nicht ab: "Es gibt keinen Menschen, der nicht irgendwie Fehler macht. Aber das wird ja nach meiner Zeit jetzt eh vorbei sein, dass man ständig in der Vergangenheit bohrt. Das ist schon lange vorbei."

Laut Koller sei es für das ÖFB-Team wichtig, dass man die EURO hinter sich lassen würde: "Ich habe noch kein Land gesehen, wo so lange - inzwischen sind es eineinhalb Jahre - nachgefragt wird, warum jetzt dies und warum jetzt das. Es ist wichtig, dass man nach vorne schaut."

"In Österreich hat man immer das Gefühl, man muss alles gewinnen"

Und auch in punkto Selbsteinschätzung gibt Koller Fußball-Österreich einen Hinweis mit auf den Weg: "Fußball besteht aus Siegen und Niederlagen. Gerade in Österreich hat man immer das Gefühl, man muss alles gewinnen, aber das wird auch nach mir so nicht der Fall sein."

Zuerst gilt es jedoch, in Moldawien die letzte Chance auf einen Sieg in der Koller-Ära zu nutzen.



Textquelle: © LAOLA1.at

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