Schöttel bestätigt ÖFB-Teamchef Foda im Amt

Schöttel bestätigt ÖFB-Teamchef Foda im Amt Foto: © GEPA
 

Franco Foda wird aller Voraussicht nach auch in einem Dreivierteljahr noch ÖFB-Teamchef sein.

Der Deutsche werde das ÖFB-Nationalteam in den WM-Playoffs im März 2022 betreuen, sofern es dort vertreten ist, bestätigt ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel bei einem Treffen mit Journalisten im Wiener Prater. Die Chancen darauf stehen wegen des Gruppensieges in der Nations League 2020 sehr gut, selbst wenn die eigentliche WM-Quali daneben gehen sollte.

Klares Ziel des Verbandes ist nach dem erstmaligen Erreichen des EM-Achtelfinales die WM-Teilnahme 2022 in Katar. Es wäre die erste seit 1998. "Wenn wir uns nicht direkt qualifizieren und in den Playoffs spielen, dann macht das auch Franco", sagt Schöttel.

Der Vertrag des Teamchefs würde nicht nur bis zum Ende der WM-Qualifikation im November laufen, sondern sich bei Erreichen der folgenden K.o.-Spiele für diese verlängern, präzisiert der Sportchef. Gleiches gilt für eine WM-Teilnahme.

Chancen auf das Playoff stehen gut

Im März 2022 werden in drei Viererturnieren in Halbfinali und Finali ohne Rückspiel die drei letzten europäischen WM-Tickets vergeben. Nur die zehn Gruppensieger der WM-Quali sind direkt für Katar qualifiziert. Die zwölf Teilnehmer der "Restplatzbörse" sind die zehn Gruppenzweiten sowie die beiden besten verbliebenen Gruppensieger aus der Nations League. Dort hat Österreich sehr gute Chancen.

Nur wenn zwei Teams aus dem hochkarätigen Quintett Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und Wales ihre Quali-Gruppen nicht auf einem der ersten zwei Plätze beenden, würde das ÖFB-Team noch aus dieser Liste rutschen.

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In der WM-Quali geht es für Österreich Anfang September in der Republik Moldau, in Israel und gegen Schottland weiter. Um im Rennen um Platz eins zu bleiben, benötigt man nach dem Fehlstart im März samt 0:4-Heimniederlage gegen Dänemark wohl bereits drei Siege. Die starke EM-Performance macht aber Hoffnung. "Sie haben sich die Latte sehr hoch gelegt", sagt Schöttel über die ÖFB-Kicker.

Reingerede von Spielern? "Absurd" - Schöttel kennt Erfolgsgründe

Die von einem Ende Juni im Nachrichtenmagazin "profil" erschienenen Artikel losgetretene Diskussion, wonach sich Foda bei der EM von wichtigen Spielern die taktische Ausrichtung habe vorgeben lassen, wies Schöttel als "absurd" zurück. "Es bestimmt einzig und allein der Teamchef, wer spielt und wann getauscht wird. Aber was jeder Trainer der Welt macht, ist, dass er sich mit seinen Spielern zusammensetzt."

Er wisse, was in den vergangenen Monaten passiert sei, "damit es funktioniert hat", betont Schöttel. "Wir haben die Lehren aus dem März gezogen."

Beim Debakel gegen den späteren EM-Halbfinalisten Dänemark hätten mit Martin Hinteregger, Konrad Laimer und Marko Arnautovic sowie dem gesperrten Florian Grillitsch "Schlüsselspieler" gefehlt. Danach hätte man sich aber auch intensiv mit allen Abläufen bei der EM - vom Frühstück bis zum besten Trainingszeitpunkt - beschäftigt. "Es war gut, das noch einmal zu schärfen."

Es gab auch schwere Situationen

Als entscheidenden Faktor für den EM-Erfolg wertet der 54-jährige Wiener die Quartierwahl in Seefeld. "Wir haben gelernt, dass der Wohlfühlfaktor nicht zu unterschätzen ist. Nach den Spielen war es wie ein Heimkommen." Dafür nahm man auch die Reisen zu den Spielen in Kauf.

Die Planungen für ein mögliches EM-Camp mit Foda und ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold hätten laut Schöttel bereits im März 2018 begonnen.

In den fünf Wochen vom Start der Vorbereitung in Bad Tatzmannsdorf am 27. Mai bis zum Aus im EM-Achtelfinale gegen Italien (1:2 n.V.) am 26. Juni habe es aber auch schwierige Situationen zu meistern gegeben - etwa als Spielanalyst Stefan Oesen aus gesundheitlichen Gründen in der unmittelbaren Turniervorbereitung zehn Tage ausgefallen war.

Der Betreuerstab und die Mannschaft seien im Verlauf enorm zusammengewachsen. Schöttel: "Wir waren fünf Wochen zusammen und keiner hat danach gesagt: Zum Glück komm ich heim."

Jeder glaubte an Sieg über Italien

Höhepunkt war der Achtelfinal-Auftritt in London. "In den Tagen davor haben wirklich alle daran geglaubt, dass wir Italien schlagen können", meint der Ex-Internationale.

Imponiert habe ihm vor allem das Selbstbewusstsein der ÖFB-Akteure. "Das war auch nicht aufgesetzt. Franco hat ihnen das sehr gut mitgegeben vor Italien."

Ein Argument sei gewesen, dass im Wesentlichen die italienische Liga gegen die deutsche Bundesliga spiele. "Da ist nicht viel Unterschied."

14 der 17 gegen Italien eingesetzten ÖFB-Spieler verdienten ihr Geld im Vorjahr im Deutschland. Schöttel würde es begrüßen, wenn einige Akteure im Sommer den Sprung in eine andere Liga wagen würden - etwa nach Italien, Spanien oder England. Kandidaten sind Marcel Sabitzer (RB Leipzig), Grillitsch (1899 Hoffenheim) oder Sasa Kalajdzic (VfB Stuttgart).

Neue Impulse würden einem Verband immer guttun, meint der Sportchef. "Es wäre extrem spannend und hilfreich, wenn wir uns da ein bisschen breiter aufstellen würden."

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