Zweite Chance für Leo Windtner

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Am Montag tritt der ÖFB-Wahlausschuss zum zweiten Mal zusammen, um sich auf einen Kandidaten für die Wahl im Juni bei der Hauptversammlung zu einigen. Die Chancen für Windtner steigen.

Der erste Termin am 2. Mai war für den aktuellen ÖFB-Präsidenten ein Desaster: Nur drei von zehn Präsidiumsmitglieder im Wahlausschuss, der die Wahl zum ÖFB-Präsidenten für Juni vorbereitet, haben damals für die Wiederwahl von Leo Windtner gestimmt.

Der ÖFB fühlte sich damals sogar "genötigt", eine Presseaussendung dazu auszusenden: "Entgegen anderslautender Gerüchte ist die Nominierung von Präsident Dr. Leo Windtner deshalb noch nicht endgültig beschlossen worden, weil noch organisatorische und strukturelle Dinge zu klären sind. Das soll in den kommenden Tagen erfolgen", so der Vorsitzende des Wahlausschusses Wolfgang Bartosch.

Was hat Rinner geritten?

Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte: Durch die neue Struktur im ÖFB und die Ereignisse in der letzten Amtszeit von Leo Windtner sahen sich einige Landespräsidenten anscheinend zu wenig "gebauchpinselt". Aber auch die Bundesliga, vertreten durch Bundesliga-Präsident Hans Rinner, war überraschend vorerst gegen eine Wiederwahl von Windtner. "Im Wahlausschuss war man sich einig, dass noch einige Dinge von Leo Windtner zu erledigen sind", so Hans Rinner Anfang Mai im Gespräch mit "90minuten.at". Um welche Dinge es sich dabei gehandelt hat, wollte Rinner nicht konkretisieren. Im ÖFB-Umfeld spricht man auch davon, dass sich Rinner hat instrumentalisieren lassen, denn eigentlich war die Beziehung zwischen ÖFB und Bundesliga in den vergangenen Jahren – Stichwort Ligareform – so gut wie schon lange nicht mehr. Was Hans Rinner Anfang Mai also geritten hat, gegen Windtner zu stimmen, bleibt offen.

Also ließen ein paar Landespräsidenten und Hans Rinner die Muskeln spielen und brachten auch ein paar interessante Personalien aufs Tablett: So soll es in den Diskussionen um ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner und Ex-Pressesprecher und zum Marketing-Chef weggelobten Wolfgang Gramann gegangen sein.

Es sieht besser aus

Heute, Montag, gegen Mittag tritt der Wahlausschuss wieder zusammen. Wie "90minuten.at" aus gut informierten Kreisen erfahren hat, dürfte es heute jedenfalls für Windtner besser aussehen. Eine Zustimmung liegt im Bereich des Möglichen. Die Landespräsidenten dürften (zum Teil) auch erkannt haben, dass sie dem ÖFB nichts Gutes tun, wenn sie derartig unprofessionell agieren und Machtspiele auf dem Rücken des Verbandes anzetteln.

Zudem ist Hans Rinner dieses Mal angeblich nicht dabei. Er sei erkrankt, wie "90minuten.at" erfahren hat. Die Bundesliga wollte dies auf Anfrage von "90minuten.at" weder bestätigen noch dementieren und auch nicht sagen, ob eine andere Person für Rinner an der Sitzung teilnimmt, "nachdem es sich um eine ÖFB-Thematik handelt", so die Bundesliga-Pressestelle.

Windtner wäre eine gute Wahl

Welche Zugeständnisse Windtner für eine mögliche Wiederwahl dann schlussendlich machen musste, wird man an den Personalentscheidungen der kommenden Wochen sehen. Doch zuvor muss er heute den Wahlausschuss noch überstehen, dann steht einer dritten Amtszeit von Leo Windtner nichts im Wege, was auch angesichts der Alternativen und Gerüchte (z.B. Alfred Ludwig) eine gute Entscheidung wäre.

Sportlich hat Windtner in Kombination mit Ruttensteiner den ÖFB in den vergangenen Jahren vorangebracht. Die größte Baustelle liegt aktuell in der Infrastruktur – Stichwort Happel-Stadion. Dies wäre vermutlich auch ein Leuchtturmprojekt für seine dritte und vermutlich letzte Amtszeit.


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Textquelle: © LAOLA1.at

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