Die genutzte Chance des Sasa Kalajdzic

Die genutzte Chance des Sasa Kalajdzic Foto: © GEPA
 

Vor einem Jahr war Sasa Kalajdzic noch kein Thema für die Europameisterschaft. Heuer ist der Zwei-Meter-Turm nach einer starken Saison mit 17 Toren für den VfB Stuttgart wohl der designierte Mittelstürmer für das EM-Team der österreichischen Nationalmannschaft.

Der 23-Jährige ist also das, was man noch am ehesten als Profiteur der EM-Verschiebung sehen kann, wenn man in einer Pandemie überhaupt von so etwas reden kann.

"Für mich war letztes Jahr die EM kein Thema, weil es unmöglich war, mich zu präsentieren", resümiert Kalajdzic bei einem Medientermin des ÖFB in Seefeld.

"Dadurch, dass aufgrund von Corona das Turnier verschoben wurde, habe ich auch eine Chance gewittert, die ich sehr gut nutzen konnte. Ich bin einfach nur froh und dankbar, dass ich dabei sein kann", sagt der Wiener, an dem natürlich nicht vorbeigegangen ist, dass sich das tägliche Leben in Europa in den vergangenen 15 Monaten deutlich verändert hat.

"Andererseits wäre es mir lieber gewesen, wenn das Turnier letztes Jahr stattgefunden hätte und wir ganz normal leben würden und niemand auf dieser Welt leiden müsste. Für mich sportlich gesehen, hat es einen gewissen Vorteil gehabt, andererseits hätte ich es lieber normaler", reflektiert Kalajdzic.

Frischere Luft in Seefeld

Das wäre zwar ein schöner Gedanke, in der Realität bereitet sich der Stürmer in Seefeld aber auf seine erste Europameisterschaft vor.

"Ich bin das erste Mal in Seefeld und muss schon sagen, dass es was einizgartiges hat, mit den Bergen hier. Das erste Training ist auch positiv verlaufen, wie ich finde. Ich freue mich schon auf den heißen Teil der Vorbereitung", sagt der Deutschland-Legionär, der einen Vergleich zu den üblichen Trainingsbedingungen zieht.

"Die Umstellung ist die frischere Luft als in Wien am Ring. Es ist schon eine Umstellung, aber ich finde nicht, dass es einen gravierenden Unterschied macht, ob ich hier vor Bergen oder dort vorm Happel trainiere. Deswegen ist es für mich persönlich nicht sehr wichtig."

Kalajdzic/Arnautovic "gefährliche Kombi"

Die Personalie Kalajdzic sorgt in der Öffentlichkeit für Interesse. Der Stürmer, der in seinen sieben Länderspielen drei Tore erzielen konnte, wird als Startelf-Kandidat gesehen. Vor der Ankunft des Stuttgart-Legionärs gehörte die Position des Mittelstümers Marko Arnautovic, der in den vergangenen eineinhalb Jahren gerademal drei Länderspiele absolviert hat.

Die Kombination Kalajdzic/Arnautovic hat sich der Teamchef allerdings noch nicht näher ansehen wollen. Beim letzten Test vor der EM gegen die Slowakei ersetzte der China-Legionär Kalajdzic für die letzten knapp 30 Minuten.

"Ich kann mir schon vorstellen, dass das eine richtig gefährliche Kombi sein könnte. Ich glaube, dass wir uns von den Qualitäten sehr gut ergänzen", meint Kalajdzic zu einem potenziellen Sturm-Duo mit Arnautovic.

"Ich mit meiner Größe und meiner Art Fußball zu spielen und Marko mit seiner Kreativität und seiner Qualität - ich glaube, das kann sich sehr, sehr gut ergänzen", sagt der 23-Jährige, der sich aber nicht auf eine "Wunsch-Kombination" festlegen will: "Ich hab jetzt keine Wunschoption oder keinen Favoriten. Am Ende entscheidet der Trainer wer spielt und ich muss versuchen mit jedem so eine Traumkombi zu haben, wenn ich spiele."

Bedingte Freude mit Teamkollege Churlinov

Noch ist Kalajdzic sichtlich entspannt. Von großer Nervosität ob des ersten Großereignisses, das der Wiener mit der A-Nationalmannschaft absolviert, ist nichts zu sehen. Im Gegenteil: Kalajdzic präsentiert sich einmal mehr locker und in seiner gewohnt positiven Art.

"In mir sieht es noch relativ entspannt aus, aber grundsätzlich freue ich mich schon", so der Wiener, der aber im Umfeld schon merkt, dass die Auftritte des ÖFB-Teams bei der Europameisterschaft immer näher rücken.

"Das ist nicht tagtäglich, dass sowas passiert beziehungsweise dass man als Österreich zu einer Endrunde fährt. Das ist ein Highlight, deswegen glaube ich, dass die Spannung in den nächsten Tagen kommen wird. Die Vorfreude ist sowieso schon groß, aber ich glaube, die wird noch steigen", blickt der ehemalige Admira-Stürmer voraus.

Die Devise für das Auftaktspiel gegen Nordmazedonien ist jedenfalls klar: "Ich will einfach in dem ersten Spiel gewinnen. Ich will mit der Mannschaft erfolgreich sein und ich will nicht, dass mich ein gewisser Darko Churlinov nach dem Spiel häkeln kann, weil wir sie nicht schlagen konnten.

Der 20-jährige Churlinov ist seit 2020 beim VfB Stuttgart und steht im Kader Nordmazedoniens für die EM. Der Linksaußen hat bis dato drei Länderspiele absolviert. Kalajdzic freut sich jedenfalls auf ein mögliches Wiedersehen in Bukarest.

"Zwischen uns ist noch alles in Ordnung, aber ich habe schon hin und wieder mit ihm Kontakt gehabt. Ich freue mich, ihn am Sonntag zu sehen, weil es mich für ihn freut, dass er auch dabei ist", so der Wiener, darauf hofft, dass Churlinov gegen das ÖFB-Team zum Einsatz kommt.

"Ich hoffe auch, dass er gegen uns zum Zug kommen wird, aber ich hoffe, dass er nicht so erfolgreich sein wird, wie wir das gegen sie sein werden. Aber ich freue mich absolut drauf."

Keine Angst vor Corona

Dadurch, dass die EM während einer Pandemie ausgetragen wird, ergeben sich auch spezielle Herausforderungen. Teams wie Spanien kämpfen aktuell mit auftretenden positiven Tests, beispielsweise bei Sergio Busquets oder Diego Llorente.

Kalajdzic macht sich über dieses Thema kaum Gedanken, er fühlt sich in der ÖFB-Blase sicher.

"Bei mir persönlich: Ich habe keine Angst davor, weil ich das Gefühl habe, dass alles gut ist. Und bis jetzt war eigentlich alles immer gut, in diesem Lehrgang und den Lehrgängen zuvor", so der Stürmer, der auch mit dem eigenen Verein vor Coronafällen verschont blieb.

"Auch bei Stuttgart hat das bis jetzt sehr gut gepasst. Ich glaube, wir waren die einzige Mannschaft, die keinen Fall hatte".

Zwar können Ansteckungen auch "unglücklich" zu Stande kommen, die Disziplin im ÖFB-Team und bei den Stuttgartern passe aber, so Kalajdzic.

"Das spricht einfach für die Disziplin und für die Hingabe für die Mannschaft einiges aufzuopfern. Ich glaube, dass das hier im ÖFB-Team auch zu sehen ist, dass jeder sich daran hält oder versucht bestmöglich umzusetzen. Jetzt klopft man noch ein bisschen auf Holz, dass es so bleibt. Aber grundsätzlich macht sich bei uns keiner Gedanken, was sein könnte, weil bis jetzt alles in Ordnung war. Ich hoffe, das bleibt auch so."

Spielplan der Gruppe C mit Österreich>>>

EURO-Kader des ÖFB-Teams>>>

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