Aleksandar Dragovic setzt sich eine Transfer-Frist

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Zurück zu Bayer Leverkusen? Weiter Leicester City? Ein anderer Verein in England? Gar eine gänzlich andere Liga?

Die Zukunft von Aleksandar Dragovic ist derzeit mit vielen Fragezeichen versehen.

Da kamen die beiden überzeugenden Darbietungen mit dem ÖFB-Team gegen Russland und Deutschland gerade recht, um erstens am Selbstbewusstsein zu feilen und zweitens den eigenen Marktwert abzusichern.

Wo er in der kommenden Saison Fußball spielen wird, ist auch für den 27-Jährigen selbst komplett in der Schwebe, fest steht für ihn nur eines - eine Entscheidung wird nicht erst im August fallen:

"Das wird sicher nicht passieren, dass der Dragovic noch einmal am letzten Transfertag wechselt. Ich möchte die Vorbereitung bei der Mannschaft, zu der ich gehe, mitmachen. So wird es auch sein!"

Dragovic setzt sich Frist

Aus Schaden wird man sozusagen klug. Im Sommer 2016 zog sich sein Wechsel von Dynamo Kiew nach Leverkusen wie ein Kaugummi. Erst am 23. August war es soweit, was so gut wie keine Eingewöhnungszeit beim deutschen Bundesligisten ermöglichte.

Vergangenen Sommer erfolgte das Leihgeschäft mit Leicester gar erst am 31. August. Bis zu seinem Premier-League-Debüt musste sich der Wiener in der Folge bis Ende Dezember gedulden.

"Mein Manager weiß Bescheid. Ich habe mir ein bisschen eine Frist gesetzt. Ich will nicht wieder wie in den letzten zwei Jahren die Vorbereitung verpassen. Das ist für mich ein ausschlaggebender Grund. Wenn nichts kommt, werde ich bei Leverkusen bleiben, wobei man sich auch einmal mit Leverkusen zusammensetzen muss, wie sie über mich denken", spricht Dragovic einen entscheidenden Punkt an.

Dragovic: "Leverkusen in Deutschland eine große Nummer"

Sein Vertrag bei Bayer läuft noch bis Sommer 2021. Ohne Zustimmung aus Leverkusen ist ein Wechsel ohnehin nicht möglich. Bei den Deutschen könnte man sich wohl beide Szenarien vorstellen. Sportchef Rudi Völler meinte zuletzt, dass man die Sache "sehr gelassen" sehen würde.

"Leverkusen ist in Deutschland eine große Nummer, der Verein spielt auch wieder international, wir werden sehr viele Spiele haben."

Aleksandar Dragovic

Für Dragovic wiederum erscheint ein erneuter Anlauf in Leverkusen alles andere als ausgeschlossen. "Leverkusen ist in Deutschland eine große Nummer, der Verein spielt auch wieder international, wir werden sehr viele Spiele haben", betont der Innenverteidiger, der auch die Personalpolitik von Trainer Heiko Herrlich ins Treffen führt:

"Wenn man sich die letzte Saison anschaut, hat Trainer Herrlich sehr, sehr viel rotiert. Da ist auch jeder auf seine Einsatzminuten gekommen, was ich am Anfang nicht gedacht hätte. Das hat er überragend gemacht. Leverkusen ist natürlich auch ein Thema."

Zudem könne man bei Julian Baumgartlinger, der seine Einsatzzeit in Leverkusen zuletzt als Stammkraft stabilisiert hat, sehen, wie schnell es gehen kann: "Im Fußball geht es immer schnell, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung. Das ist mir bewusst."

"Männerfußball" in England

Letztlich liegt der Ball bei Leverkusen, wo man wohl festlegen muss, wie intensiv man mit dem ÖFB-Legionär plant. Sollten die Zeichen auf einem erneuten Wechsel stehen, gibt es für Dragovic nach zwei schwierigen Jahren auf Vereinsebene ein Kriterum, das über allen anderen steht:

"Ich will spielen! Das Wichtigste ist, wo ich eine reelle Chance hätte zu spielen. Das ist jetzt einfach dahergesagt, natürlich kann es dafür nie eine Garantie geben, sondern du musst Leistung zeigen. Aber man muss sich zuammensetzen und besprechen, was der Trainer will, wie dich der Trainer als Fußballer sieht, denn jeder sieht Fußball anders. Deswegen muss man alles bereden und dann eine Entscheidung treffen."

"Immer wenn ich meine Einsatzminuten bekommen habe, habe ich überzeugt. Ich bin der Meinung, dass sich über einen längeren Zeitraum immer die Qualität durchsetzt."

Aleksandar Dragovic

Völler hat darauf hingewiesen, dass die Abwehrkraft einen Markt in England hätte, und auch Dragovic selbst ist während der Zeit in Leicester den englischen Fußball betreffend auf den Geschmack gekommen:

"Es ist Männerfußball. Es wird nicht alles abgepfiffen. Vielleicht steht die Taktik nicht so sehr im Vordergrund, wenn du jedoch alles gibst, aber verlierst, feiern dich die Fans trotzdem. Man muss 100 Prozent geben, dann sind sie zufrieden."

Qualität setzt sich durch

Bei Leicester war das Problem, dass neben Nationalspieler Harry Maguire zumeist Kapitän Wes Morgan in der Abwehrzentrale gesetzt war. Der 34-Jährige ist leistungstechnisch zwar nicht mehr gänzlich unumstritten, jedoch eine Institution bei den "Foxes".

"Er ist eine lebende Legende für den Klub", weiß auch Dragovic, der jedoch betont: "Immer wenn ich meine Einsatzminuten bekommen habe, habe ich überzeugt. Ich bin der Meinung, dass sich über einen längeren Zeitraum immer die Qualität durchsetzt. Daran glaube ich und darauf arbeite ich hin."

Die jüngsten Leistungen im ÖFB-Dress könnten den einen oder anderen weiteren Interessenten aufkommen lassen. Diesbezüglich will sich Dragovic jedoch erst nach dem Brasilien-Länderspiel wieder updaten lassen:

"Ich habe zuletzt nichts von meinem Management gehört und habe auch gesagt, dass ich nichts hören will, weil ich mich voll auf das Nationalteam konzentrieren will. Bis zum 10. Juni bin ich mit meinem Kopf nur beim Brasilien-Spiel. Danach geht es in den Urlaub und dann wird man sehen, was kommt."

Textquelle: © LAOLA1.at

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