ÖFB-Boss Windtner: "Es muss Konsequenzen geben"

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Die 2:4-Abfuhr Östereichs gegen Israel wird Konsequenzen haben.

Das kündigte ÖFB-Präsident Leo Windtner noch vor dem Rückflug des ÖFB-Teams nach Wien am Flughafen Tel Aviv an. Nicht gemeint ist damit jedoch die Personalie von Teamchef Franco Foda.

"Eine Teamchef-Diskussion bringt in dieser Situation sicher nichts, aber ich habe gestern auch noch zu später Stunde lang mit dem Teamchef gesprochen. Es wird für den nächsten Lehrgang nicht genügen, nur den Zeitplan neu zu erstellen", betont der Oberösterreicher.

Windtner stellt klar: "Erst einmal brauchen wir die Phase der Frustbewältigung, das ist klar. Dann muss aber wirklich die nüchterne Analyse kommen, wo auch der Sportdirektor mitgefordert ist. Und dann wird es auch Konsequenzen geben müssen für den nächsten Doubleheader. Denn Tatsache ist: Wir stehen jetzt mit dem Rücken zur Betonwand! Das ist Fakt. Aber so illusorisch es klingt, die Tür steht nach wie vor offen. Dennoch ist klar, dass es konkrete Schlüsse und Konsequenzen geben muss."

Es gibt keine Teamchef-, aber eine Spieler-Diskussion

Ob damit konkret personelle Konsequenzen in der Mannschaft gemeint sind? Windtner: "Ich will jetzt nicht vorgreifen, aber sicher kann es auch ins Personelle hineingreifen."

Lediglich eine Debatte über Foda schließt der Spitzenfunktionär aus: "Noch einmal: Es gibt keine Teamchef-Diskussion. Die wird von uns nicht geführt werden. Natürlich wird man auch mit dem Teamchef das Thema diskutieren müssen, wie man das um- und abstellt, denn Tatsache ist: Die Spieler müssen schon noch erkennen, wenn sie den Adler auf der Brust tragen, dass ein höherer Pulsschlag von Nöten ist. Und das war nicht erkennbar, dass man mit den berühmten 120 Prozent hineingegangen wäre. Denn dann wären die Gegentore leicht zu vermeiden gewesen."

Schülermannschafts-Charakter

Wenn Windtner an die Gegentore denkt, erscheint sich wiederum sein Pulsschlag zu erhöhen: "Als Beispiel das dritte Gegentor. Wenn drei Spieler den gegnerischen Stürmer umkreisen, keiner attackiert und der schießt vollkommen frei ein, dann ist es eine symptomatische Situation für das Spiel gewesen. Oder das 1:2, das fast Schülermannschafts-Charakter hatte."

In den ersten 25 Minuten hätte man in Haifa umgesetzt, was man sich vorgenommen hatte: "Es war dann ehrlich gesagt unerklärlich, dass wir in eine Sorglosigkeit verfallen sind. Es war dann zum Teil erkennbar, dass man nicht 120 Prozent gegeben hat und nicht ans Limit gegangen ist. Wenn wir nicht ans Limit gehen, und das trifft auf alle Nationen zu, dann werden wir keinen Erfolg haben."

Woher dieser Schlendrian, den das Nationalteam seit Jahren nicht mehr in derartiger Weise an den Tag gelegt hat, rührt, ist auch für den 68-Jährigen ein Rätsel: "Vielleicht war nicht die Bereitschaft da, ans absolute Limt zu gehen, weil man gemeint hat, wir schaffen es mit 80 oder 90 Prozent. Das ist stets eine Fehleinschätzung, die hat sich gerächt. Wenn du nicht ans absolute Limit gehst, dann wirst du, so wie es war, fast arrogant."

Auch Schöttel muss liefern

Die angekündigte Phase der Frustbewältigung soll nun drei bis vier Tage dauern, dann soll die Aufarbeitung des totalen Fehlstarts in die EM-Qualifikation mit Niederlagen gegen Polen und Israel beginnen.

"Es ist klar, dass auch der Sportdirektor liefern muss", meint Windtner in Richtung Peter Schöttel, "in solchen Situationen ist konstruktives Krisenmanagement gefragt. Dass sich daraus Konsequenzen ergeben können, ist klar. Aber jetzt ein Köpferollen anzukündigen, wäre vollkommen verfehlt."

Man darf also gespannt sein, wie intensiv diese Konsequenzen ausfallen werden und wie sie konkret aussehen.

Als Alaba unter Koller...

Eine höchst interessante Antwort gibt es auf die Frage, ob Foda nicht jene Autorität seines Vorgängers Marcel Koller aufbringe, der dem ÖFB-Team die Schwächen der österreichischen Mentalität zwischenzeitlich gekonnt ausgetrieben hat:

"Das könnte man vermeintlich meinen, aber ich brauche gar nicht erwähnen, was es unter Koller auch gegeben hat: Wie Alaba aufs Feld gekommen ist und dann die Rolle nicht gespielt hat."

Der ÖFB-Boss weiter: "Es ist klar, wenn du so ein Match wie gestern hast, ist es berechtigt, alles zu hinterfragen. Dass hier vielleicht auch von der Bank das eine oder andere machbar gewesen wäre, lasse ich dahingestellt. Das muss man ausdiskutieren."


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