Gerne mehr Scorer-Punkte
Diese Szene aus dem Ungarn-Spiel "verfolgt" Alaba inzwischen seit fünf Jahren. Insofern ist dieses Turnier eine wunderbare Gelegenheit, diesen Aspekt seiner Laufbahn langsam in Vergessenheit geraten zu lassen.
(Text wird unter dem Video fortgesetzt)
"Wir sind zu vielem fähig. Wir haben einen Kader mit riesigem Potenzial. Wir haben Einzelspieler, die Spiele entscheiden können. Wichtig wird, dass wir das einfach auf den Platz bringen. Das hört sich einfacher an, als es ist."
Genauso ist die EM eine Chance, sich wieder ein höheres Standing bei den ÖFB-Fans zu erarbeiten - zuletzt hagelte es doch immer wieder Kritik an seinen Nationalteam-Leistungen.
Sein letztes Tor im ÖFB-Team hat er im November 2019 ausgerechnet gegen Auftakt-Gegner Nordmazedonien erzielt. Seither folgte mit seinem Assist gegen die Färöer im März lediglich ein weiterer Scorer-Punkt.
Ob er diesbezüglich mehr von sich erwarte?
"Ich habe in den letzten Spielen eine andere Rolle eingenommen als vor ein paar Jahren. In erster Linie möchte ich der Mannschaft helfen und meine Stärken auf den Platz bringen. Wenn dann bei den Scorer-Punkten noch etwas geht - natürlich! Um eine erfolgreiche EM zu spielen, ist es jedoch wichtig, die Mannschaft in den Vordergrund zu bringen."
Positions-Frage offen
Wenn dabei Österreichs ranghöchster Fußballer vorangeht, ist dies bestimmt kein Fehler. Auf welcher Position der zukünftige Legionär bei Real Madrid auflaufen wird, ist zwei Tage vor dem Start ins Turnier noch ein Geheimnis.
Beim Test gegen die Slowakei agierte Alaba wie früher unter Marcel Koller im zentralen Mittelfeld. Davor nominierte ihn der aktuelle Teamchef Franco Foda zumeist am linken Flügel oder mitunter auch eine Etappe dahinter als Linksverteidiger.
Auch in Sachen Positionsfrage würde es in erster Linie gelten, die Stärken auf den Platz zu bringen und der Mannschaft zu helfen: "Wo das sein wird, muss der Trainer entscheiden. Ich habe in den letzten Monaten und Jahren auf mehreren Positionen gespielt, bin ein flexibler Spieler. Egal, wo ich spiele, ich werde alles geben."
ÖFB-Team "zu vielem fähig"
Dass die Erwartungshaltung in Fußball-Österreich diesmal nicht allzu hoch ist, sieht der 28-Jährige zumindest nicht als Nachteil:
"Es ist sicherlich angenehmer, wenn der Druck vielleicht nicht so groß, die Erwartung nicht so hoch ist. Aber damit beschäftigen wir uns nicht. Wir kennen uns als Mannschaft. Wir wissen, wozu wir fähig sind. Genauso müssen wir auch auftreten - mutig und erfolgshungrig."
Wozu man fähig sei?
"Wir sind zu vielem fähig. Wir haben einen Kader mit riesigem Potenzial. Wir haben Einzelspieler, die Spiele entscheiden können und Stärken mitbringen, die uns sehr gut tun. Wichtig wird, dass wir das einfach auf den Platz bringen. Das hört sich einfacher an, als es ist. Aber das ist uns natürlich bewusst. Wir müssen aus jedem einzelnen alles rauskitzeln."
Das gesamte Land mitziehen
Alaba ist sicherlich jenes Kadermitglied, das auf der international höchsten Ebene Fußball gespielt hat - dafür qualifizieren ihn allein schon seine beiden Champions-League-Triumphe mit dem FC Bayern. Inwiefern solch ein Turnier noch einmal eine andere Dimension sei?
"So oft waren wir noch nicht bei einer Europameisterschaft dabei. Deshalb hat dieses Turnier natürlich einen sehr hohen Stellenwert für mich persönlich, aber auch für uns als Mannschaft und für das gesamte Land."
Und genau in diesem Land möchte die ÖFB-Elf jene Euphorie entfachen, die derzeit fehlt. Ob ein Auftakt-Sieg gegen Nordmazedonien hier eine neue Welle auslösen könne?
"Das ist gut möglich. Es ist sicherlich eines unserer Ziele. Wir wollen das gesamte Land mitziehen. Wir spüren schon die Unterstützung der Fans im Land. Wir wollen die Fans glücklich machen und in diesem Turnier vom ersten Spiel an mitreißen."