Kritik: "Versöhnung" von Polster und Arnautovic?

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Zum zweiten Mal reiste Marko Arnautovic von seinem neuen Arbeitgeber Shanghai SIPG von weit her zu einem ÖFB-Teamcamp für die Länderspiele gegen Israel und in Slowenien an.

Sein China-Wechsel hat bekanntlich viel Staub aufgewirbelt, in der Öffentlichkeit wird immer wieder diskutiert, in welcher körperlichen Verfassung samt Jetlag er aus Asien anreisen wird.

Den populären Kritikern - die meisten davon Ex-Kicker - hat er längst seine Antwort gegeben, laut eigenen Aussagen musste er sie wie mit dem Doppelpack gegen Lettland "ruhigstellen".

Direkt wollte Arnautovic keinen ansprechen, aber es sei klar, an wen seine Botschaft adressiert war. "Die wissen das! Und ihr könnt es euch wahrscheinlich auch vorstellen - ihr seid ja alle von den Medien, ihr wisst, wer viel gesprochen hat. Ich brauche keine Namen erwähnen. Ich habe schön öfter angeboten: Wenn es irgendetwas gibt, können sie gerne mit mir reden, wir können gerne am Tisch sitzen und darüber sprechen. Aber man muss nicht immer durch die Medien gehen, damit man weiß, dass sie eh noch da und wichtig sind. Das interessiert keinen!"

Definitiv Kritik am China-Transfer geäußert hat Toni Polster. Von einem Problem mit dem ehemaligen England-Legionär will der ÖFB-Rekordtorschütze aber nichts wissen. Zu Arnautovic' Konter auf die Kritiken meint er gegenüber LAOLA1: "Das interessiert mich so viel, wie wenn in China ein Radl umfällt. Ich bin Kolumnist und schreibe meine Meinung – dass die nicht jedem gefallen kann, ist klar. Ich schreibe aus meinem Herzen heraus und nicht für andere. Daher formuliere ich die Zeilen so, wie ich es möchte. Das wird auch in Zukunft so bleiben."

Mit Arnautovic an einem Tisch: "Habe kein Problem damit"

Eher unwahrscheinlich, aber durchaus möglich erachtet er das Angebot von Arnautovic, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und das Thema auszudiskutieren.

"Ich habe kein Problem damit. Wir sind uns ja fast alle einige – also Herbert Prohaska, Hans Krankl und ich – dass dieser Transfer nach China einen schlechten Beigeschmack hat", würde Polster seinem Gegenüber die Meinung auch ins Gesicht sagen.

Allerdings stößt dem jetzigen Wiener-Viktoria-Coach gar nicht die Tatsache sauer auf, dass Arnautovic in China sein Geld verdienst, sondern viel mehr wie es dazu kam. "Dieser Wechsel wurde erzwungen und zwar über eine lange Strecke. Wenn ich einen Vertrag unterschreibe, möchte ich, dass der Klub die Vereinbarungen erfüllt – und auch der Spieler. Wenn es dann eine Situation gibt, wo alle glücklich sind, dann ist es super. Aber ich glaube West Ham war nicht glücklich."

Über einen längeren Zeitraum ist sich der Ex-Stürmer auch sicher, dass die Reise-Strapazen Auswirkungen auf die Leistungen des derzeitigen ÖFB-Toptorschützen haben werden. Aus eigener Erfahrung merkt Polster an, dass es anstrengend sei, wenn man viel fliegt.

"Viele Spiele verliert man im Flugzeug oder im Bus"

In dieser Hinsicht lässt er mit einer Aussage aufhorchen: "Viele Spiele verliert man im Flugzeug oder im Bus. Es ist eine Belastung und das kann man nicht wegleugnen."

Arnautovic betonte nach dem ersten Lehrgang unter diesen Umständen, dass ihm das nichts ausmache und er eine "Maschine" sei. Polster ist trotzdem skeptisch: "Mal sehen wie es bei den nächsten Spielen aussieht. Ich hoffe, dass er es gut verkraftet, viele Tore macht und uns zur EURO schießt."

ÖFB-Rekordtorschütze Arnautovic? Polster würde es ihm vergönnen

Denn Polster will seinem Nachfolger im Angriff des rot-weiß-roten Nationalteams nichts Böses. Im Gegenteil. Der Sänger und Entertainer hätte auch nichts dagegen, wenn Arnautovic seinen Torrekord im ÖFB-Team (44 Tore) brechen würde.

Arnautovic hatte offiziell verkündet, dass er dieses Ziel unbedingt erreichen will. ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel zauberte damals der Gedanke daran, ein spitzbübisches Grinsen ins Gesicht: "D-A-S würde den beiden (Anm.: Polster und Hans Krankl) natürlich wirklich weh tun! Also sollte es bei seiner Kritik um die beiden gehen, könnte er sich damit wirklich revanchieren."

Obwohl Arnautovic mit seinen 30 Jahren noch 20 Tore auf Polster fehlen, stellt der noch in Führung Liegende klar: "Ich habe kein Problem damit und würde mich für Marko Arnautovic freuen, wenn er meinen Rekord bricht. Rekorde sind da, um zu überboten zu werden. Er soll viele, viele Tore für Österreich machen."

"Dann haben wir bei der EM auch nichts verloren"

Allerdings stehen nicht die persönlichen Bestwerte im Vordergrund, sondern viel mehr die Entwicklung des ÖFB-Teams unter Teamchef Franco Foda.

Der Grundstein für eine erfolgreiche Qualifikation für die EURO 2020 sollte in den anstehenden Länderspielen gegen Israel (10. Oktober in Wien) und gegen Slowenien (13. Oktober in Ljubljana) gelegt werden.

"Sechs Punkte sollten her. Es wird nicht einfach, ist aber machbar. Ich hoffe, dass Österreich wieder zu einem Großereignis fährt. Die Mannschaft hat das Können und die Qualität, es zu schaffen. Wenn nicht, dann haben wir bei der EM auch nichts verloren", so die offen und ehrlichen Worte Polsters.

Und sollte es tatsächlich ein klärendes Gespräch zwischen Arnautovic und dem ÖFB-Rekordjäger geben, würden wohl einige gerne Mäuschen spielen.

Textquelle: © LAOLA1.at

Doppelpack! So stellt Marko Arnautovic seine Kritiker ruhig

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